Meint die AfD ihr Wahlprogramm wirklich ernst?

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Sagen wir's so.

Die AfD hat 3 gute Punkte in ihrem Wahlprogramm und 10 schlechte.

Sie meint die 3 guten Punkte völlig ernst.

Und die 10 schlechten Punkte auch.

Die AfD hat 3 gute Punkte in ihrem Wahlprogramm und 10 schlechte.Sie meint die 3 guten Punkte völlig ernst. Und die 10 schlechten Punkte auch.

JA, so ungefähr ist es

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Sagen wir's so.

Lies es dir zuerst mal selber durch, du machst dich lächerlich... Welche sind denn die zehn schlechten Punkte, und welche sind die drei Guten?




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Als ich mir das Wahlprogramm der AfD durchgelesen habe, sind mir sehr viele Punkte aufgefallen, die einfach nicht umzusetzen sind, bzw. das Land zerstören würden.

"Das Land zerstören" ist eine ziemlich starke Aussage, die häufig von Leuten, denen die Fähigkeit, sich in Änderungen hineinzudenken, fehlt, kommt.

Es gibt nur wenig, was im AfD-Programm auf "Landes-Zerstörung" hinweist. Richtig ist aber, dass vieles auf massive Verschlechterungen, vor allem für die Schwachen, abzielt. 

Mittlerweile glaube ich, dass die AfD eine Satirepartei ist, was sagt ihr dazu?

Die AfD ist vor allem eine - im wahrsten Sinne des Wortes - kopflose Partei.

Sie wurde von Wirtschafts-Experten (bzw. solchen, die sich dafür halten) gegründet. Folglich ist sie massiv auf "Wirtschaft" ausgerichtet und quasi eine "reformierte FDP, die den Neoliberalismus auf die Spitze treibt".

Durch die feindliche Übernahme der Partei von Karrieristen (Gauland) und Machtmenschen (Petry), vor allem aber auch durch das breite Spektrum an "Ein-Themen-Apologeten"**, wurde die Partei in der Ausrichtung schwammig und hochgradig unscharf. 

**) "Ein-Themen-Apologeten" bezeichnen jene Menschen, die sich nur wegen eines Themas dieser Partei nahe fühlen: "Ausländer", beispielsweise.

Das führt zu seltsamen Konstrukten:

  • Einerseits will die Partei die "Eigeninitiative fördern", den "Staat verschlanken" und die "Wirtschaft deutlich marktwirtschaftlicher ausrichten"; also insgesamt hauptsächlich den Arbeitgebern dienen.
  • Andererseits wählen aber ausgerechnet vorrangig Arbeitnehmer, die einen robusten, wehrhaften Staat brauchen, um sich gegen Arbeitgeberforderungen durchsetzen zu können (vgl. etwa aktuelle Mindestlohn-Debatte), diese Partei.

Wahlweise ist sich also ...

  • ... entweder die Parteiführung
  • ... oder die Wählerschaft dieser Partei 

nicht bewusst, was im Partei-Programm steht.

Wie sonst käme man auf die Idee, ausgerechnet eine Partei zu wählen, die einem selbst "die Butter vom Brot nehmen" will? (Ich schließe Masochismus hier aus.)

Insofern ist es weit weniger eine "Satire-Partei", als vielmehr ein äußerst bemerkenswertes Konstrukt, das die Unfähigkeit der Bürger, politische Ausrichtungen zu überblicken, plakativ offenlegt. (Denn es ist keinesfalls so, dass etwa Wähler anderer Parteien bei ihrer Auswahl wirklichen Überblick beweisen und sich der Konsequenzen ihres Handelns bewusst sind.)

Das Wahlprogramm ist nicht wirklich "rechts", es ist wesentlich milder als das, was viele AFD Mitglieder verbal so von sich geben (und sich damit indirekt auch vom Programm distanzieren, was sie freilich nicht zugeben).

Die AFD ist eher eine Nostalgiepartei (so in etwa wurde das hier ja schon richtig beschrieben), also etwas für Leute, die "die gute, alte Zeit" zurückhaben wollen. Die Zeit hat aber nun mal die Eigenschaft, nur in eine Richtung zu laufen.

Und da man die Zeit nicht zurückdrehen kann, bleibt nur, sich den neuen Zeiten anzupassen. Bei dieser Anpassung ist die AFD aber eher hinderlich. Sie ist aber ein Symptom dafür, dass Menschen mit der Moderne nicht mehr mitkommen, und man sollte diese Diskrepanz wahrnehmen.

Und da man die Zeit nicht zurückdrehen kann, bleibt nur, sich den neuen Zeiten anzupassen.

Manchmal ist es aber auch notwendig, den Mut zu haben Fehlentwicklungen einzugestehen und umzukehren, wenn man erkannt hat, daß man in eine Sackgasse geraten ist.

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