Meint das unser Pfarrer ernst - Wissenschaftliche und Biblische Evolutionstheorie?

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14 Antworten

Da hat der Pfarrer recht.

Als gebildeter Mann "glaubt" er an die Evolutionstheorie und sieht in ihr überhaupt keinen Widerspruch zur Religion und zur Schöpfungsgeschichte. Darin dürfte er sich z.B.mit dem Papst einig sein.

Er glaubt allerdings als gläubiger aber theol. gebildeter Christ nicht an so ein Osterhäschen-Christentum wie die Evolutionsgegner es tun.

Er nimmt die Bibel nicht wörtlich, sondern weiß, dass die Geschichten der Bibel großartige Menschheitsmythen sind. Nicht weniger und nicht mehr.

"Es werde Licht" ist doch z.B. ein großartiges Bild für den Big Bang, um so großartiger, da der Erzähler  vom Big Bang nichts wissen konnte.

Der Pfarrer glaubt nicht an zwei Evolutionstheorien, sondern für ihn ist die Schöpfungsgeschichte ein Gleichnis, dass auf einer höheren Ebene die Wahrheit abbildet, aber natürlich nicht wörtlich genommen werden darf. Jesus hat doch auch dauernd Gleichnisse benutzt, die etwas verdeutlichen sollen, ohne dass sie selbst je geschehen sind.

Der Pfarrer glaubt - wie auch ich - nicht an den weißhaarigen Mann da oben im Himmel auf einem Diamantenthron neben seinem Sohn sitzend. Auch das ist nur ein Bild.

Gott hat die Schöpfung nicht gemacht - warum sollte er? War ihm langweilig und er wollte mal etwas Action haben? - sondern er ist die Schöpfung. Darum kann man ihn auch nie völlig erkennen und auch nicht abbilden.

Gott ist die Evolution.

Die wissenschaftliche Evolutionstheorie spielt sich auf einer ganz anderen Ebene ab.

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Kommentar von DarkSepia
18.05.2017, 22:19

"Es werde Licht" ist doch z.B. ein großartiges Bild für den Big Bang, um so großartiger, da der Erzähler  vom Big Bang nichts wissen konnte.

Bei der Interpretation hat man Probleme mit der Reihenfolge.

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Hallo NebenwirkungTod,

Du wirst ihn wirklich fragen müssen, in aller Ruhe. Es kommen mehrere Möglichkeiten in Frage:

Er könnte ein Anhänger der sogenannten "theistischen Deutung" der Evolution sein. Die ist innerhalb der katholischen Kirche nicht selten.

In dieser Deutung findet die Evolution in der Natur so statt, wie es die Biologie beschreibt, aber "Gott" tritt sozusagen an die Stelle des Zufalls - der Mensch kommt so "unterm Strich" wieder als gottgewollt "unten raus".

Man muss sagen, dass

a) diese Haltung nur sehr knapp am reinen Kreationismus vorbeischrappt

b) es keinerlei Hinweise auf ein derartiges "Mitwirken". Die Biologie versteht und meint die ET definitiv ohne...

Fairerweise muss man allerdings schon auch sagen, dass die Frage nicht so dolle gestellt ist, denn sie treibt den Pfarrer in rhetorische Schwierigkeiten: "
Was halten Sie von der wissenschaftlichen und biblischen Evolutionstheorie? unterstellt ja primär einmal die Existenz einer "biblischen Evolutionstheorie" - und das ist falsch.

Es gibt eben keine "biblische Theorie" und auch keinen "Historienbericht", es gibt Gleichnisse, Legenden und Glaubenszeugnisse, die eine Deutung des Daseins darstellen. Die Menschen vor 3000 Jahren haben das, was sie aussagen wollten eben in Gleichnisse und Geschichten gegossen. Sachtexte, wie wir sie heute verfassen waren noch zu Galileis Zeiten unüblich.

Vielleicht will der Pfarrer also sagen "mich überzeugt die biologische Beschreibung der Entwicklung des Lebens, ich deute aber aufgrund meines Glaubens mein Leben im Gegenüber zu Gott." (Was soll er als Pfarrer vor seinen Firmlingen auch groß anders sagen...)

Ich habe das hier einmal versucht, etwas ausführlicher zu beschreiben, wie das zu verstehen ist:

https://www.gutefrage.net/frage/wie-ist-die-evolution-mit-der-lehre-der-grossen-abrahamitschen-religionen-christentum-und-islam-vereinbar?foundIn=unknown_listing

Da findest Du auch Links, wie die Aussage des Pfarrers gemeint gewesen sein könnte. (Wie gesagt: Keine Ahnung, das weiß nur er) Ein wenig unglücklich war seine Formulierung, wenn sie denn genau so war, jedenfalls - aber halt auch ebenso schon die Formulierung der Frage selber. Auf schlechte Fragen gibt es halt auch öfter mal - gerade wenn die Antwort schnell und spontan formuliert wird - eine schlechte Antwort.

Grüße

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Lass dir das vom Pfarrer erklären. WIR wissen nicht, was der Mann denkt.

Ich vermute mal, dass der Pfarrer in etwa so etwas gesagt haben könnte: "Ich gehe davon aus, dass die wissenschaftliche Evolutionstheorie stimmt. Dennoch halte ich die biblische Schöpfungsgeschichte auf einer anderen, nämlich der religiösen Ebene, für wahr."
Womit er wohl gemeint haben dürfte, dass die Schöpfungsgeschichte keine realen Fakten beschreibt, sondern das Verhaltnis des Menschen zu Gott.

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Wo bitteschön kommt denn in der Bibel Evolution vor? Das wäre mir ja ganz was neues. Es gibt nur eine Evolutionstheorie und die stammt von Darwin.

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Hallo Nebenwirkung Tod,

dein Pfarrer hat mit der Kurzformel Recht. Es ist aber eben nur eine Kurzformel, die man noch mit Inhalt füllen müsste.

Evolutionstheorie: Will auf wissenschaftlichem Gebiet (obwohl nicht ganz so wissenschaftlich) beschreiben, wie sich das Leben auf der Erde entwickelt hat. - Sie will keine Glaubensaussagen machen.

Schöpfungstext, hier vor allem Gen 1 (Siebentagewerk): Will am Muster der (bereits bekannten) Siebentagewoche vom Glauben her das verhältnis zwischen Gott und Schöpfung und dem Menschen darstellen. - Er will keine naturwissenschaftliche Beschreibung sein.

Es besteht kein Widerspruch, da sich beide Aussagen mit verschiedenen Fragen beschäftigen.

Der Widerspruch entsteht künstlich erst dann, wenn man mit der Evolutionstheorie religiöse Fragen widerlegen will, oder wenn man mit der Schöpfungsgeschichte die Entstehung der Welt beweisen will (Fundamentalisten):


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Kommentar von Viktor1
17.05.2017, 19:49
Der Widerspruch entsteht künstlich erst dann....

Genau.

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Kommentar von DarkSepia
18.05.2017, 22:17

Was die biblischen Schöpfungsgeschichten genau beschreiben, hängt von den Hebräern ab, die sie überlieferten und aufschrieben. Nicht von heutigen Christen, die einen Widerspruch zur Wissenschaft vermeiden wollen.

Es kann dann natürlich sein, dass die Schöpfungsgeschichten richtig verstanden zur Evolutionstheorie passt, weil sie entweder extrem vage ist, oder zufällig passt. Aber das muss man auch nachweisen können und kann es nicht gutgläubig annehmen!

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Das sagen sie weil sie wissen wie lächerlich der biblische Schöpfungsmythos ist und dass der Glaube daran in einer modernen Welt keinen Platz mehr hat. Obwohl sie die wissenschaftliche Evolutionstheorie nicht wirklich akzeptieren, behaupten sie trotzdem es wäre so um sich selbst zu schützen.

Einige wenige glauben wohl wirklich an beides, bzw. trotz dem Wissen um die Evolutionstheorie an den biblischen Schöpfungsmythos.

Glaube macht generell keinen Sinn, also sollte es dich auch nicht wundern wenn Gläubige sinnlose Kommentare von sich geben.

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Kommentar von NebenwirkungTod
17.05.2017, 15:45

       Glaube macht generell keinen Sinn, also sollte es dich auch                 nicht wundern wenn Gläubige sinnlose Kommentare von sich             geben

Deswegen bin ich ausgetreten :D Hab die Firmung nur wegen meiner neune CPU gemacht xD

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Da die Firmung ein Sakrament der katholischen Kirche ist, gehe ich mal davon aus das du Katholik bist. Demnach wird sich euer Pfarrer an die Aussage seines Chefs halten. Papst Franzikus hatte gesagt, dass Urknall- und Evolutionstheorie nicht im Konflikt mit der biblischen Darstellung stehen, da eine göttliche Intervention nicht auszuschließen sei. Soll heißen: Gott hätte Kraft seines Amtes trotzdem dafür sorgen können, dass es überhaupt zum Urknall kommt, oder das sich durch Evolution der Mensch mit einem Bewußtsein entwickelt.

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Kommentar von Abahatchi
17.05.2017, 16:10

Papst Franzikus hatte gesagt, dass Urknall- und Evolutionstheorie nicht im Konflikt mit der biblischen Darstellung stehen,

und falls er dies sagte, dann zeugt es davon, dasz er von dem Bereich ohne Bibel keine Ahnung hat.

Nur was sollte der Papst auch sagen? : Hey Leute, die Bibel und Gott, alles nur Märchen, geht nach Hause.

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Und ich soll dir jetzt beantworten, was dein Pfarrer glaubt? Warum hast du nicht ihn gefragt?

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Hei, NebenwirkungTod, dein Pfarrer ist ein kluger Mann ~~~ kein Mensch kann sich ja vorstellen, dass der Schöpfergott sich da sieben Tage lang abgerackert hat, um Blümchen und Tierchen, Fischlein und Käferchen in seinen Händen zurechtzufriemeln -  Gott, der alles kann! Und der davon so "oppe" war, dass er am 7. Tag ruhen musste.

Er hat alles geschaffen, aber nicht so, sondern über Milliarden von Jahren, was wir heute Evolution nennen- und das Schöpfungswerk ist längst noch nicht zu Ende (mal in Klammern: Hunde hatte Gott nicht im Programm gehabt und Hausschweine auch nicht; das sind von Menschen geschaffene Züchtungen, die nun eigene Arten bilden).

Das Problem besteht darin, dass sich viele Menschen weigern, die Existenz Gottes anzuerkennen. Sie lassen lieber aus einem Urknall die Welt entstehen und alles was da kreucht und fleucht, oder nennen den Ursprung Ur-Materie statt: Gott; doch kommt es aufs selbe hinaus. Und so. Grüße!

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Kommentar von NebenwirkungTod
17.05.2017, 16:25

Hey, du bezeichnest die Urknall-Theorie als Blödsinn, dass es einfach so passiert ist.

Ich möchte dich nun aber mal etwas fragen:

Woher kommt den Gott? Wer hat ihn erschaffen? Wieso soll es einfach so ein Überwesen geben?

Im Prinzip geht die Gott-Thoerie nur einen Schritt weiter, und erklärt so die allg. Frage wieso wir Leben.

Dabei lassendann aber alle offen, woher Gott kommt

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Dieser Pfarrer antwortete spontan an eine spontan gestellte Frage. Also hatte er wenig Zeit, seine Wortwahl zu überlegen.

Ähnliches habe ich schon von vielen anderen Gläubigen gehört, wie kommen
die auf so einen Stuss an 2 Evolutionstheorien gleich zeitig zu
glauben?!

Diese Leute nehmen nicht an, dass sich die beiden Theorien widersprechen. Sie akzeptieren die Evolutionstheorie, weil sie diese wissenschaftlich plausibel finden, oder weil sie keine Wissenschaftsleugner sein wollen. Und sie wollen an die Schöpfungsgeschichte der Bibel glauben. Daher interpretieren sie die Bibel so, dass sie zur Evolutionstheorie passt. Und vermutlich ist diese Interpretation genau das, was dieser Priester als "biblische Evolutionstheorie" bezeichnete.

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Nun, am besten fragst du deinen Pfarrer, wie er darauf kommt. Wie sollen wir das wissen?

Wir können nur vermuten, z.b. so: dass die Evolutionstheorie auch nicht der Weisheit letzter Schluss ist. Es bleiben viele Fragen offen. Und einige dieser Fragen könnte womöglich die "biblische" Evolutionstheorie beantworten. Nicht alles, was in der Bibel steht, ist falsch, nur weil es in der Bibel steht.

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Ich denke, dass er es folgendermaßen meinte:

Die Evolutionstheorie ist ja bewiesen ((?) kenne mich da nicht so gut aus), auf jeden Fall ist sie wissenschaftlich "angesehen". Darum glaubt der Pfarrer, dass sie auf jeden Fall stimmen wird.

Die Schöpfungsgeschichte ist inhaltlich voll und ganz falsch. Aber wenn man aus der Schöpfungsgeschichte eine Grundthese ziehen möchte, dann wäre diese: Gott (Jahwe) hat die Welt und das Universum geschaffen.

--> Er glaubt an den "Inhalt" der Evolutionstherie UND daran, dass eben Gott der Ursprung eben dieser ist.

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Beide Theorien schließen sich ja nicht aus. Natürlich glaubt niemand ernsthaft daran das dies in den wörtlichen 7 Tagen geschehen ist. Die Biblische Evolution beschreibt lediglich die wissenschaftliche und verkürzt sie gleichnishaft auf 7 Tage. Die Abfolge stimmt.

Das ist genauso wie wenn heute einer herkommt und sagt: "Verkürzen wir mal den Zeitraum der Erdgeschichte auf ein Jahr, dann wäre der Mensch am 31.12.um 21:00 Uhr auf der Erde gewesen." 

Solche bildlichen Vergleiche verkaufen sich nun mal besser und mit DNA Untersuchungen war es vor 5000 Jahren noch nicht so weit her.

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Kommentar von uteausmuenchen
17.05.2017, 15:37
Natürlich glaubt niemand ernsthaft daran das dies in den wörtlichen 7 Tagen geschehen ist.

Das tun sogar eine Menge Kreationisten, auch hierzulande.

Die Biblische Evolution beschreibt lediglich die wissenschaftliche und verkürzt sie gleichnishaft auf 7 Tage. Die Abfolge stimmt.

Das wäre dann der sogenannte "Langzeitkreationismus".

Und nein, die Reihenfolge stimmt nicht. In der Genesis werden zum Beispiel die Pflanzen VOR der Sonne erschaffen, nicht mal am selben "Tag".

Die Menschen vor 3000 Jahren wussten einfach nicht, wie die Erde entstanden ist - und entsprechen sind einige recht plausible Dinge richtig geordnet (Boden vor Pflanzen), Zusammenhänge, die damals nicht bekannt waren, sind aber schlicht falsch (eben dass Sonne und Erde gemeinsam entstanden sind).

Grüße

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Kommentar von Lazybear
17.05.2017, 15:41

ich würde mal noch hinzufügen, dass dort auch geschrieben steht, dass vögel vor den landtieren erschaffenwurden! das vögel von landtieren abstammen ist längst anerkannte tatsache! lg

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Kommentar von Abahatchi
17.05.2017, 16:28

Beide Theorien schließen sich ja nicht aus

Schöpfung ist keine Theorie, sondern nur eine These. 

Schöpfung nach der Bibel und Evolution schlieszen sich aus. 

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Was soll er sonst antworten, wenn er die Wahrheit (Joh.17,17) nicht kennt  (2.Kor.11,14; Offb.12,9; 17,1-6) ?

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