Meinen die Bayern es eigentlich böse, wenn sie die Nicht-Bayern als "Preißn" bezeichnen?

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6 Antworten

Ich bin Urbayerin und muss sagen, dass es neutral ist. Es kommt sehr darauf an, wie es verwendet wird. Manches scheint für Nicht-Bayern als Schimpfwort, was gar keines ist, weil die Feinheit der Nuancen sehr viel ausmacht. Eigentlich ist ein "Preuß" nur ein Norddeutscher, kann sogar so weit gehen, dass schon ein Nichtbayer als Preuß verallgemeinert wird. Da steckt noch gar nichts Negatives drin.

Ich musste mal jemandem aus Norddeutschland, der schon seit 40 Jahren in unserem Dorf lebt, erklären, dass es kein Beschimpfen ist, wenn ein Bayer den anderen als "Hund" oder "Hundling" bezeichnet. Das ist im Gegenteil eher eine große Anerkennung, bedeutet im allgemeinen "schlauer Fuchs" und kann bis zum Odraht´n Hund gehen, der es faustdick hinter den Ohren hat, ein sympathisches Schlitzohr ist. Ein "blöder Hund" ist dann einer, der unbeschreiblich lustige Witze macht.
Aber auch hier: Nicht als Nordlicht verwenden, weil das kann ganz böse in die Hose gehen. Die Betonung macht es aus, wie es ankommt. Bayerischer Humor geht auch oft noch mit dem Typus des "bayerischen Grantler" einher, eines mürrisch scheinenden, humorigen Bayern. Nur für Insider zu verstehen, aber dann oft super-witzig.

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Kommentar von Luise
13.12.2015, 02:31

Was immer gut ankommt: Es locker und mit Humor nehmen. Ein Bayern ist nämlich "griawig" = gemütlich. Und wenn jemand überreagiert, dann wird der "Preuß" mitleidig verwendet. Ja mei, der kann nicht anders, der ist halt a Preuß...

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Das ist in den meisten Fällen eher abwertend gemeint. Vielleicht nicht unbedingt beleidigend, aber freundschaftlich eher nicht.

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"Preißn" sind "Preußen" also Menschen die im ehemaligen Preußen leben. Gegen dieses Reich gab es zu damaligen zeiten sogar krieg mit Bayern. Daher ist Preiß eigentlich als abwertend bzw. schimpfwort gesehen.

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Kommentar von wolfram0815
13.12.2015, 02:01

Ja richtig! Heute sieht man es sportlich und mit Humor!

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Kommentar von uschifragen
13.12.2015, 02:08

So kann man das nicht sehen. Als Preußen wurden alle Reichsbürger bezeichnet, die nördlich des Mains (dem "Weißwurst Äquator") zu Hause waren. Mit dem aufkommenden Tourismus nach der Reichsgründung wurden dann alle nicht bairisch sprechenden als "Preußen" bezeichnet.

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Kommentar von Hardware02
13.12.2015, 07:20

Falsch! Die "Preißn" haben mit Preußen rein gar nichts mehr zu tun. Auch jemand, der z.B. aus Frankfurt oder Düsseldorf kommt, zählt zu den "Preißn". 

Du musst dich schon auf den aktuellen Sprachgebrauch beziehen und hier nicht irgendeine Möchtegern-Etymologie betreiben, die vielleicht die Herkunft des Wortes erklärt, aber sonst auch gar nichts.

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wenn ich ehrlich meinen wir es, jetzt nicht unbedingt böse, aber wir machen uns schon lustig, ja..

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Ja, du Saupreiss ;) (im Bairischen gibt es übrigens kein "ß")

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Also ich find deine Frage genial :D Bei mir ist das zweigeteilt: zum einen sind preißn für mich fremde Menschen, die offensichtlich nicht aus Bayern kommen. Zum anderen nenne ich auch Leute preißn, die mit jedem Vorurteil das es gibt über Bayern um die Ecke kommen und dann unter Umständen auch noch blöde Fragen stellen wie: Trinkt ihr wirklich so viel Bier? Dann sag ich denen das auch ins Gesicht 😂

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