Meine Verlobte kann nicht mit meiner Krankheit umgehen. Wie kann ich Ihr helfen?

13 Antworten

Lieber Vegas702!

Ich kenne beide Seiten der Medaille - zum einen als jemand, der bereits Krebs hatte (zum Glück geheilt) als auch diejenige, die sich mit der Situation eines unheilbaren Krebserkrankten auseinander setzen mußte.

Dass Dir dieses Gewaffel, wohlwollende Ratschläge, Tipps, u. U. Beleidigungen etc. zu Deiner ganzen ausweglosen Situation natürlich auf den Zeiger gehen und noch mehr zusetzen ist mehr als verständlich! Dieses ganze Gewäsche und googeln nach alternativen Heilmethoden helfen Dir ja auch nicht. Es ist wie es ist - das weißt DU aber Deine Freundin möchte das nicht wahrhaben.

Es ist natürlich auch verständlich, dass in ihren Initiativen reine Hilflosigkeit steckt! Auch wenn sie Dich als Schwächling bezeichnet. Sie ist einfach hilflos, kommt mit der Situation nicht zurecht, will der Wahrheit partout nicht ins Gesicht sehen!

Meine Erfahrung: Solchen Menschen hilft nur ein klarer Schuss vor den Bug! Auch wenn sich das wirklich sehr hart anhört! Je eher sie sich damit beschäftigt, dass Deine bzw. Eure Zeit nur noch sehr begrenzt ist, umso leichter fällt ihr und auch Dir irgendwann der Abschied!

Sprich mit Deinen behandelnden Ärzten über diese Situation mit Deiner Verlobten. Es ist auch die Aufgabe der Ärzte, den Angehörigen - sofern Du damit einverstanden bist - die prekäre Lage klar zu machen! Hast Du einen Onkopsychologen? Wenn ja, steht auch der Dir in dieser Sache zur Seite.

Und letztendlich natürlich auch Du! Setz ihr Grenzen! Beende derartige Gespräche sofort. Auch wenn sie Dich beleidigt oder ausfallend wird. Setz ihr eine Grenze in dem Du ihr sagst dass Du das nicht möchtest. Dass Du zwar krebskrank aber durchaus im Vollbesitz Deiner geistigen Fähigkeiten!

Sag ihr auch, dass Du nicht gewillt bist, Deine letzten Tage mit dubiosen Heilungsmethoden zu verplempern oder Dir irgendwelches Motivationsgelaber reinzuziehen! Dass Du Deine letzten Tage sinn- und soweit es geht LEBENSvoll verbringen möchtest! Und wenn es Dich gelüstet, pfeifst Du Dir ein blutiges Streak mit buttertriefendem Knoblauchbaguette rein und kippst ein kühles Bier hinterher. Warum kasteien, wenn´s sowieso nix bringt. Positiven Gedanke, enthaltsame Lebensweise und vegetarische Kost heilen nunmal keinen Krebs!

Übrigens: Nur die Starken begreifen, wann ihre Zeit gekommen ist...

Ich wünsch Dir alles Gute dieser Welt!

Kugel

Hallo,

für Angehörige ist die Situation nicht einfach und viele können damit nicht umgehen.

Meine Schwester hatte Krebs und ist auch daran gestorben. Wir hätten ihr aber nie vorgeschrieben oder vorgehalten was sie tun und lassen soll. Es ist das Leben des Kranken und er muss für sich entscheiden was er tun möchte oder kann.

Ich habe z.B. auch immer gedacht oh mach die OP lieber nicht, aber es war ihr letzter Hoffnungsschimmer und ich habe mich zurückgehalten. Wir haben lieber die Zeit welche uns geblieben ist genossen und sie in bester Weise unterstützt.

Es ist dein Leben und du musst schauen wie du am Besten klar kommst und was du möchtest.

Wenn sie das nicht akzeptieren möchte oder kann musst du schauen ob du damit klar kommst oder ob es dich noch weiter runterzieht. Schau nach dir.

Es ist nicht leicht als Angehöriger und man neigt dazu "gute Ratschläge" geben zu wollen - aber als Angehöriger muss man auch verstehen dass ein Betroffener vielleicht ganz andere Bedürfnisse und Sichtweisen hat.

Ich drück dir die Daumen dass du die für die beste Lösung findest.

Nun, das ist eben ihre Art mit der ganzen Sache umzugehen. Kann man ihr nicht übel nehmen, finde ich. Sie liebt dich eben so sehr, dass sie dich nicht gehen lassen will und die Krankheit nicht akzeptiert. Stichwort Trauerphasen.
Indem sie was macht, fühlt sie sich vielleicht nicht ganz so hilflos. Was soll sie auch sonst tun? Vielleicht kommt ja noch eine Zeit, in der ihr über das Ende sprechen könnt. Ich hoffe es für dich!
Bei uns war es so, dass meine Mama vor mir eben nie von ihrem Tod sprechen wollte, weil sie mich auch in den schlimmsten Zeiten in Schutz nehmen wollte(mich damit nicht belasten wollte). Ich, als ihre Jüngste (damals 18). Daher weiß ich nur von meinem Stiefvater und meiner älteren Schwester, was sie über ihr Ableben gedacht/gesagt hat. Wie du siehst, jeder reagiert anders auf eine so schlimme Nachricht (und deren Verlauf).
Ich wünsche dir und euch Alles Gute, soweit es möglich ist!

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