Meine Tochter( 2 1/2 )hat extreme Wutanfälle. Wem geht es genauso?

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18 Antworten

Ein paar Denkanstöße, allesamt ohne den Anspruch, so funktionieren zu müssen ;).

Überprüfen der Notwendigkeit von Konsequenzen: Du beschreibst dich selbst als konsequenten Menschen, dem Erziehung wichtig ist. Das ist zunächst auch richtig und in Ordnung. Dennoch kann es sich lohnen, genauer hinzusehen, ob aus konsequentem Verhalten nicht doch auch hin und wieder allzu große Strenge und/oder zu große Starrheit wird.

Ein tobendes Kind führt nicht selten zu der Schlussfolgerung, es bräuchte noch klarere Grenzen. Das stimmt aber nicht unbedingt. Manchmal kann es auch sinnvoll sein, dem Kind etwas mehr Spielraum zu lassen, denn wenn Grenzen zu eng gefasst werden, kommt es zu Rebellion oder Resignation.

Ein Beispiel: Anstatt zu sagen: "Wir müssen jetzt wickeln" dem Kind Alternativen bieten. Entweder so: "Möchtest du, dass wir auf dem Wickeltisch oder auf dem Fußboden wickeln?" Oder so: "Wollen wir zuerst die Sachen zum Spaziergehen packen und dann wickeln? Oder wollen wir zuerst wickeln und dann die Sachen packen?" Oder: "Wer soll beim Wickeln heute Erster sein? Zuerst "Baby" und dann du? Oder zuerst du und dann "Baby? "

Auch Kompromisse aushandeln ist erlaubt. Wenn es draußen regnet, und das Kind unbedingt die Jacke anziehen muss, kann es erst mal genügen, sie zunächst nur anzuziehen, aber nicht zuzumachen. Fünf Minuten später im Freien, ist das Kind u.U. ganz von selbst bereit, sie zu schließen.

Aus dem Wutanfall aussteigen: Wenn dein Kind tobt, nimmt es dich nicht mehr wahr. Egal, was du tust, es reagiert nur noch reflexartig - und das bedeutet, mit Abwehr. Der Wutanfall ist auch für das Kind sehr belastend, denn er überfällt es quasi, und das Kind erlebt ihn als unkontrollierbar. Das macht Angst.

Die Wut gilt nicht dir, auch wenn es sich so anfühlt. Deshalb: Sichere die Umgebung so gut es geht. Ein paar weiche Kisten zum Kind legen (nicht hinwerfen und nicht zu nah ans Kind!), ein Stück zur Seite gehen und das Kind austoben lassen.

Nicht sprechen. Nichts anderes tun. Nicht anfassen. Dir dabei immer wieder klarmachen, dass dein Mädchen grade selbst sein größter Feind ist, gegen den es sich nicht wehren kann. 

Wenn sie sich beruhigt hat, trösten. Achtung: Nicht zu früh, sonst kann das einen neuen Anfall auslösen. Vielleicht mit den Worten: "So eine große Wut musste da jetzt raus aus dir. Jetzt bist du ganz schön geschafft, oder? 


Das, was der Auslöser der Wut war, gerät aber nicht in Vergessenheit. Wenn der Plan war, jetzt zu wickeln, hat dieser auch weiterhin Bestand. 

Das ist übrigens der Unterschied von Empathie und Nachgeben ;): Du kannst sie empathisch in ihrer Wut annehmen und dennoch gleichzeitig in der Sache konsequent bleiben.

"Liebeszeiten" finden: Auch wenn das mit Baby nicht einfach ist: Setze jeden Tag ganz bewusst mindestens eine Zeit fest, in der du nur mit deiner Tochter etwas Schönes machst. Auf der Couch kuscheln und ein Buch anschauen vielleicht. Oder etwas mit ihr spielen, was sie möchte.

Das gibt euch beiden die Chance, euch jenseits der Wutanfälle wahrzunehmen. Gleichzeitig versichert sich deine Tochter dabei deiner Liebe.







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Könnte sein, dass sie deine Aufmerksamkeit sucht. Du hast noch ein Baby? Das könnte auch mit reinspielen. Vllt brauchst sie einfach nur etwas mehr Zeit mit dir. Versuche ihr auch Möglichkeiten zu zeigen, wie sie ihre Wut abbauen kann ohne jemandem weh zu tun oder etwas kaputt zu machen. (Auf Kissen einschlagen, alte Zeitung zerreißen...)
Wenn sie wütend wird, weil sie ihren Kopf nicht durchsetzen kann, dann ermögliche ihr mehr entscheidungsfreiraum durch alternativfragen. (Statt: "zieh jetzt deinen Pullover an", lieber "möchtest du den Grünen oder roten Pullover anziehen?")

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Ciao Erina, es ist nicht immer einfach, die ganzen Entscheidungen den ganzen Tag alleine zu übernehme für dein Kind. Das ist auch anstrengend und du hast kaum eine Minute für dich alleine. Gerade in dem Alter wo dein Kind ist. 

Achte doch mal auf dich, wie geht es dir so? Bist du den ganzen Tag angespannt und es mag nichts "leiden"? Kinder können sehr anstrengend sein, wenn man selber die eigene Ruhe nicht hat. Das überträgt man dann total. Also bei unsere 3 Kids kann ich dies sofort sehen. Wenn ich unbedingt 10 Minuten für mich wollte, dann ging einfach nichts mehr. So konnte es nicht sein, und lerne dann aber auch daraus.

Wutanfälle beginnen ja wegen einer "Unstimmigkeit" oder anderen Meinung. Also somit am besten schon vorher überlegen, was will ich...was ist mir wichtig..muss das wirklich sein? Wir wollen einfach manchmal viel zu viel von unserem Kind. Gerade wenn man eines hat, ist der Fokus sehr stark auf dem Kind. 

Lerne dich, deine Persönlichkeit und die deines Kindes besser kenne, natürlich am besten auch grad die von deinem Mann. Damit du alles besser verstehen kannst. Damit du auch weisst zb wie dein Mann funktioniert, damit du in besser ins "Boot" holen kannst.

Auf meiner privaten Website findest du ein Buch, (ist gratis) darin habe ich einiges darüber festgehalten wegen der Persönlichkeiten. Ich denke es könnte dir wirklich mehr Freiraum und Sicherheit geben. (www.nadjahorlacher.ch)

Ich wünsche dir, dass du deinen "Knackpunkt" findest und du dein Kind und dein Mann geniessen kannst. Das da eine gewisse Stabilität einkehrt. Das ganze ist ein Prozess und wir müssen stetig dran bleiben. Hat man dieses im Griff kommt bestimmt schon das nächste:-) 

Lass dich drücken...grüassli nadja

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Hallo :)

Ich würde nicht zu einem Psychologen gehen oder sonst was das ist Quatsch dein Kind hat doch keinen an der Waffel das ist was ganz normales habe auch zwei Kinder und die ältere  ist jetzt 3 Jahre alt sie hatte das auch jetzt nicht mehr so extrem .

Das ist ganz normal sie teigen jetzt einfach ihre Gefühle und testen wie weit sie gehen können das geht auch wieder vorbei ich habe es immer so gemacht wenn sie ein Wutanfall hatte habe ich versucht mit ihr zu reden geht es nicht lasse ich sie einfach und wenn sie sich wieder beruhigt hatte habe ich mich mit ihr hingesetzt und gefragt was sie denn so wütend gemacht hat und ihr erklärt das es Ok ist wenn sie sauer über etwas ist aber schlagen treten kratzen beißen oder sonst was keine Lösung ist .

Und wenn das nicht mehr geholfen hatte hat sie eine Auszeit bekommen das heißt sie musste ins Zimmer konnte da so viel rumschreien und sonst was soll ja ihrer Wut Luft machen und wenn sie sich beruhigt hat durfte sie raus und ich hab sie dann eine runde in den arm genommen .

LG 

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Kommentar von kiniro
29.08.2016, 13:12

Auszeit - tolle Umschreibung dafür, dass das Kind mit seinen negativen Gefühlen nicht akzeptiert wird.

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Kommentar von Goodnight
29.08.2016, 16:45

In dem Ausmass ist das alles andere als normal!

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Mich würde interessieren, wie sie sich ohne dich im Kindergarten verhält... wie sie sich verhält, wenn der Papi da ist... welches die Auslöser sind...

Wie verhältst du dich, wenn sie einen Wutanfall hat?

Sollte sie effektiv ein Problem haben, solltest du die Auslöser identifizieren, und so handeln wie du es bei anderen "schwierigen" Kindern machst. Und dich an den Kinderarzt wenden.

Sollte sie "nur" Aufmerksamkeit wollen, musst du ruhig und lieb bleiben, ohne ihrem Willen nachzugeben. Sie bekommt ihren Willen nur, wenn sie sich adäquat benimmt. Erkläre ihr, "du musst nicht so schreien. Wenn du xyz möchtest, sag bitte."
Wenn ihr Wunsch jetzt nicht geht, räum ihr eine positive Alternative ein. (wir spielen nach dem Essen) Beziehe sie vorbeugend mit ein, damit sie ihre Aufmerksamkeit schon hat.

Erklär ihr kurz und einfach, wie man sich verhält wenn man sich ärgert oder wenn man was will.

Ich hab in dem Alter extrem getrotzt. Als ich aber mit dem Kopf gegen den Boden schlug, hat mich meine Mutter mit einem sehr energischen "JETZT IST Schluss! " ins Bett gesteckt, mich umarmt und gute Nacht gesagt. Ab da war Ruhe.

KOPF HOCH!

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Du hast also andere Eltern verurteilt und über ihre Erziehung die Nase gerümpft und jetzt trifft es dich selbst? 

Vielleicht ist das Karma?

Wenn bei deinem Kind körperlich alles ok ist, dann musst du herausfinden, was es will und entscheiden,  ob Konsequenz in dem Moment noch angebracht ist oder ob du auch mal nachgeben kannst. 

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Während eines Anfalls hilft nur in der Nähe zu bleiben, um notfalls eingreifen zu können.
Reden, schimpfen, Versuche zu beruhigen sind da vergebens (schimpfen sollte eh unterlassen werden), weil die Kleinen dann praktisch blind und taub für ihre Umwelt sind.

Falls du es nicht schon gemacht hast, sorge für eine Ja-Umgebung.
Sprich all die Dinge weg, die gefährlich sind bzw. werden könnten sowie dir lieb und teuer sind.
Schaffe sie außer Reichweite sowie Blickfeld deines Kindes.
Räume dafür Dinge in ihre Nähe, die sie mit ihrer Neugier begutachten und beGREIFen kann.

Viele nennen diese Phase leider Trotzphase. 
Dabei wird deine Tochter autonom, entdeckt ihren eigenen Willen (zum Glück!).
Sie merkt, dass sie eine eigenständige Persönlichkeit ist und lernt ihre eigenen Grenzen deutlich zu zeigen.
Das mit dem Brüllen passiert oft dann, wenn Erwachsene diese Grenze nicht respektieren und durch Erziehung darüber hinweg trampeln.

Beim nächsten Anfall zähle z.B. (für dich) innerlich bis 10 oder von mir aus auch bis 100, lenke dich ab.
Mache irgendetwas in ihrer Nähe. Kann auch etwas total unsinniges sein.

In einer Krippe arbeiten hat nichts mit dem eigenen Kind zu tun.
Dein Kind hat so viel Vertrauen in dich, dass es besonders bei dir dieses (normale) Verhalten zeigt.

Was du tun kannst?
Beobachte mal, wann sie die Anfälle bekommt und weshalb.
Dann überlegst du dir, wie dein Verhalten ihr gegenüber vor diesen Anfällen war.

Vor allem steig aus dem Machtspielchen Erziehung aus.

www.elternmorphose.de

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Ich habe ein paar Monate die Kinder einer Bekannten betreut. Der Junge, 3, hatte auch diese Anfälle. Das Mädchen, 2, war ein übertrieben freundlicher Sonnenschein. Also Engelchen und Teufelchen. Diese Bekannte sollte eigentlich auch genau wissen, wie man Kinder erzieht (Tagesmutter), aber es scheint bei den eigenen gaaanz anders zu sein. Ich war bei ihr zu Hause und habe sie beobachtet mit den Kleinen. Da wurde mit einiges klar. 

Manchmal braucht man die objektive Sicht eines Außenstehenden. 

Wenn im Kindergarten diese Anfälle ausbleiben, ist es ja höchstwahrscheinlich kein Asperger oder ADHS oder ähnliches.

Frag den Kinderarzt, vielleicht hilft euch eine Familientherapie. Ich tippe sogar, dass es was mit der Konstellation mit dem Baby zu tun hat. Eifersucht, mangelnde Aufmerksamkeit (nicht deine Absicht, schon klar!)...

Ich wünsche dir und deiner Familie viel Kraft und alles Gute!

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Kurz und knapp: Lass sie brüllen. Je mehr Du auf sie einredest, desto länger wird sie trotzig sein - denn nichts anderes sind diese Wutanfälle.

Auch das nennt man "Grenzen setzen".

Und ein Klares "Nein" muss sie auch verstehen können.

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Also ich finde da sollte man wirklich konsequent bleiben. Allderings ist es schwer darüber hinaus zu erfahren, warum das Kind so ist. Da steckt mehr dahinter. Mir würde es helfen, zu wissen, in welchen Fällen (Gründe) sie solche Wutausbrüche Bekommt. Sicherlich ist es auch wichtig, das du beobachtest, wann sie Kürzer andauern und wann weniger Kurz.

Ich kenne solche Situationen, und finde, jedes Kind ist anders, aber bei jedem Kind kann man es Beheben. So zeigen es meine Erfahrungen. (Nicht bei mir sondern bei anderen)

Es ist schwer dir gerade so einen Tipp zu geben, weil ich wie schon gesagt, gewisse Dinge wissen müsste. Wenn es dir eine Hilfe wäre, könnten wir auch Privat darüber schreiben und ich kann dir sicherlich Tipps geben mit der Möglichkeit, sie mal auszuprobieren, aber kein Versprechen, dass es damit besser wird. Zudem braucht das alles manchmal ein paar Wochen bis sich die ersten Erfolge zeigen, oder aber auch, könnte es schnell gehen.

Ansonsten, wenn du das nicht möchtest, würde ich dir raten, dich an einer Beratungsstelle zu wenden, oder zu einem Kinder-Psychologe zu gehen.

Alles gute und viel Glück, ansonsten steht das Angebot mir zu schreiben.  

LG

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Kommentar von Erina90
29.08.2016, 13:06

Ich bin für jeden Tipp hilfreich....und wir können gerne schreiben. Das ist echt nett

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Ich würde dieses Problem mal dem Kinderarzt schildern, da du ja schon vieles versucht hast und selbst vom "Fach" bist denke ich deshalb, dass er euch da am besten weiterhelfen kann.

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warst du deswegen mal bei deinen Kinderarzt.mir scheint, ihr verhalten ist nicht normal zu sein.

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Du arbeitest in einer Krippe und gibst so einen Müll von Dir?

Bei einem so kleinen Kind kommst Du bei Wutanfällen mit Grenzen und Konsequenzen gesichert nicht weiter. Im Gegenteil.

Da brauchst Dich nicht über solche Anfälle zu wundern.

Lass sie einfach in Ruhe brüllen.

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Geh mit deinem Kind zum Kinderarzt und in die Erziehungsberatung.

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Was lösen diese Wutattacken aus? 

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Kommentar von Erina90
29.08.2016, 10:38

Eigentlich so ziemlich alles was ihr nicht passt. Egal ob es ums Essen geht oder ums Schuhe anziehen, Hände waschen, Windel wechseln. Oder sobald ich ihr irgendwas verbiete.

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Vielleicht hat sie eine Augenkrankheit, sieht sehr schlecht oder hört schlecht auf einem Ohr.
Dann sind da keine Wutanfälle, sondern eher Verzweifelungsattacken.

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Vieleicht kannst du ja mal mit einem Kindertherapeuthen reden.

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Bitte geht zum Kinder- oder Familienpsychologen mit ihr, und zwar du UND der Vater. Ihr seid beide für euren Nachwuchs zuständig, nicht nur du!

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