Meine Tante verwahrlost

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wenn sie nicht mehr kochen, gibt es ja nur noch fertigfraß oder kalte küche. vielleicht läßt sich über diese argumentationsschiene ein wenig mehr zugänglichkeit erreichen. wer gibt schon gern seine selbstständigkeit auf? auch wenn es wehtut- da muß ein klares wort gesprochen werden: "wenn du nicht willst, dass ich amtliche hilfe hole, müssen folgende dinge hier geregelt werden"(und dann aufzählen)über eine rechtliche betreuung läßt sich auch der "ganze papierkram" z.b. rente\pflegeversicherung\usw. abwickeln, mit dem die alten leute ja vielleicht auch überfordert sind. läßt sich doch alles unter der überschrift "ich mache mir sorgen" wahrheitsgemäß gut verkaufen.... viel erfolg dabei.

Das ist sehr schwierig. Ich kenne das aus der Familie meines Mannes. Da kann man reden, was man will, wenn sie sich so wohl fühlen und nichts vermissen, redet man gegen eine Wand. Oft ist da auch noch eine gute Portion Altersstarrsinn (nicht -schwachsinn) dabei, was die ganze Sache nicht gerade leichter macht. Wir haben damals alles in Ruhe immer wieder angesprochen und (oftmals auch heimlich) manches weggeräumt, damit es nicht ganz so arg wird. Versuch es, wenn du die Zeit hast (das ist ja manchmal auch gar nicht so einfach), immer wieder hinzugehen, erst einmal nichts zu machen und dann so ganz nebenbei, "dies oder das hier brauchst du doch nicht mehr, soll ich es weggwerfen?" Vielleicht hast du damit ein klein wenig Erfolg. Wie gesagt, leicht ist es in so einem Fall nicht, noch dazu wo sich zwei einig sind:-)

Da müssen sich am besten die leiblichen Kinder einschalten. Wenn die es nicht tun, kann es auch Deine Mutter als Schwester oder Du als Nichte machen. Man sollte nicht gleich "entmündigen" rufen, aber wenn die alten Leute nicht mehr klar kommen, ist es in ihrem ureigensten Interesse, dass sich jemand um sie kümmert und wenn es nicht anders geht, d.h. die Kinder können sich nicht selbst kümmern, sollte eine Betreuung oder ein Umzug in "betreutes Wohnen" n Betracht gezogen werden. Hierzu kann man mit eine Pflegedienst Kontakt aufnehmen, die sind kompetent und helfen weiter. Eine Betreuung könnte für finanzielle Belange und auch Angelegenheiten der Gesundheitsfürsorge erforderlich sein. Dies kann aber auch ein Familienmitglied (eines der Kinder?) übernehmen.

Schwiegervater total heruntergekommen, nimmt keine Hilfe an

Hi zusammen,

mein Schwiegervater macht mir zusehends Probleme.

Er lebt alleine, ist geschieden, körperlich angeschlagen und nimmt keinerlei Hilfe an.

  • Er hat keine Zähne mehr im Mund, isst/trinkt entsprechend, geht aber nicht zum Zahnarzt. Ich habe ihm angeboten, mitzugehen, er hat auch keine Angst, er hat einfach keine Lust dazu. Dass seien Essmanieren einfach zum K*sind, ist ihm egal, es ist halt so.
  • Er ist stark übergewichtig (150 kg), aufgrund dieser Übergewichtigkeit und dem damit verbundenen körperlichen Einschränkung ist es ihm beispielsweise nicht möglich, die Toilette im Sitzen aufzusuchen (er kommt nicht mehr hoch) und er pinkelt in der Regel bei sich in den Garten, bei uns pinkelt er die Hälfte neben das Klo, auf den Teppich etc. - dass uns (mich und meinen Mann, seinen Sohn) das eventuell stört bzw. mich absolut anekelt, ist ihm gleichgültig (so wie ihm alles gleichgültig ist :( )
  • Er ist finanziell gut gestellt, lebt allerdings in einem so heruntergekommenen Haus, dass es diese Bezeichnung nicht mehr verdient. Jegliche Versuche, ihn zu überreden, in eine neue Wohnung zu ziehen, lehnt er ab. Auch Angebote, ihm beim Putzen zu helfen, lehnt er ab. Eine Putzfrau würde bei ihm gar nicht putzen, es ist einfach nur eklig-dreckig.

  • Er hat eine charakterliche Eigenart, welche ich nicht sehr mag. Er lästert. Da er niemanden in seinem Leben hat (außer seine drei Kinder, von denen wir uns nur aus Pflichtgefühl/Mitleid kümmern und die anderen beiden Geschwister ihn halt an Weihnachten/Geburtstagen aus Anstand einladen) lästert er bei jedem Kind über das andere. Allerdings ist es nicht nur einfaches Lästern, sondern er erfindet dann auch Dinge oder verdreht einem die Wörter im Mund und so entstand früher Streit zwischen uns allen, bis wir einmal hintenrum merkten, dass er eigentlich der Schuldige ist. Darauf angesprochen meinte er nur, dass sonst nix los sei und man ja über irgendwas reden müsse.

Ich bin wirklich stark hilflos. Auf der einen Seite tut er mir leid, und ich möchte ihm helfen, auf der anderen Seite will er die Hilfe nicht und seine Art (alles, das Unhygienische ebenso wie das charakterliche) überfordert mich und ich gebe zu, es ekelt mich auch an.

Er weigert sich, Hilfe anzunehmen, ich (und auch die Schwester meines Mannes, also seine Tochter) habe ihm angeboten, zu putzen, ihn zum Arzt zu begleiten - er will das alles nicht, er will einfach so leben, wie er lebt und nichts weiter.

Sein Tagesablauf besteht aus Essen, Zeitung lesen und TV-Schauen, er hat keine Freunde, keine Hobbys.

Falls jemand eine Idee hat, sagt es nur.

Danke, Rubeus

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Psychologie-Frage! Niemand kennt meine Tante und meinen Onkel wirklich. Einschätzung? DANKE

Ich bin ein Mädchen und muss etwas ausholen. Meine Tante (40) und mein Onkel (42) haben zwei Jungs (6+4). Das wirkt zwar wahrscheinlich normal aber dort ist irgendwie nichts normal. Sie sind schon nett aber auch recht speziell und NIEMAND aus der ganzen Familie kennt sie richtig.

Manchmal kommen sie zu Familienfesten aber dann stehen sie nur am Rand. Sie sind genau das Gegenteil von "aufgeschlossen" und reden einfach nicht. Keiner von den Beiden geht mal auf wen zu und fängt einfach ein Gespräch an. Sie stehen einfach nur am Rand. Und wenn man zur Tante etwas sagt dann lächelt sie so gekünstelt und nickt anstandshalber mal den Kopf. Das wars. Sie redet aber NICHTS von sich. Mein Onkel ist noch extremer. Wenn man ihn anspricht sagt er maximal zwei Wörter und lässt einen einfach stehen. Er klebt eher an seinen Jungs und verfolgt sie auf Schritt und Tritt und will irgendwie immer in ihrer Nähe sein. Das wirkt so wie wenn er sich ohne sie total unwohl fühlt und mit sich nichts anzufangen wüsste. Tante und Onkel "stehen" auch immer komisch und lassen die Schultern so nach vorne hängen wie wenn sie 70 Jahre alt wären. Meine Tante verschränkt die Arme immer hinter dem Körper und mein Onkel stemmt sie so in die Hüfte oder lässt sie einfach herunterhängen. Außerdem starren sie nur immer nach vorne.

Die Jungs sind aufgeschlossener und laufen zu uns her. Papa sitzt oder steht sonst emotionslos und starr im Eck aber wenn er das mitbekommt schimpft er und holt seine Jungs zu sich. Mama sitzt so "gequält" daneben und macht gar nichts.

Meine Tante hat eine kinderlose gleichaltrige Freundin und mein Onkel einen Freund der ca. 20 Jahre älter ist. Sonst haben sie keine Freunde. Das wissen wir von Oma und noch nicht mal sie kennen sie richtig. Tante&Onkel gehen in einen Gesangsverein (Tante ist dort "aufgewachsen) und mein Onkel fühlt sich dort sehr unwohl in der Gruppe und ist auch unmusikalisch. Aber er geht immer mit. (laut Oma). Ihre beiden Freunde sind dort auch Mitglied.

Wir waren 1x mal bei denen eingeladen. Das Haus wirkt unbewohnt weil alles sehr ordentlich ist. Kein Foto oder Kinder-Gemälde an der Wand. Kein Spielzeug (vllt im Kinderzimmer. Weiß nicht). Die Wände sind weiß und die Einrichtung durchgehend grau wie im Krankenhaus. Ich würde mich dort nicht wohlfühlen. Mein Onkel hat dann bemerkt dass auf dem Fensterbrett Staub liegt und hat 10 Minuten lang geputzt und sich aufgeregt. Sein ca. 60-jähriger Freund war auch eingeladen. Er hat uns von selber verraten dass er sich Sorgen macht und dass mein Onkel wohl fast in einer "Identitätskrise" ist. Sie kleiden sich auch nur schwarz oder höchstens grau. Hobbys haben sie wegen der Kinder aufgegeben.

Sie wirken auf mich so wie wenn sie überhaupt keinen Spaß kennen und das Leben nur aus Arbeit und Aufräumen und sich Sorgen machen besteht. Zu Familienfesten bringt sie immer Kuchen und Essen mit für uns. Aber wehe man könnte mal Spaß haben..

Wie wirkt das auf euch? Kann ich helfen? Oder in Ruhe lassen?

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