Meine Tante hat eine schwierige OP und verweigert Bluttransfussionen da sie Zeugin Jehovas ist. Wie kann ich sie überzeugen?

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24 Antworten

Grüß Dich  DanielX1990!

Wer Zeuge Jehovas ist, ist meist so stark in die Gemeinschaft eingebunden und indoktriniert, das es fast unmöglich ist, da eine Gesinnungsänderung zu bewerkstelligen. Als Fachkrankenpfleger habe ich Menschen dieser Gemeinschaft sterben sehen, die mit einer Blutransfusion hätten gerettet werden können.

Das ist traurig. Aber jeder Mensch hat das gesetzliche Recht, selbst über seinen Körper zu verfügen und über das auch die Ärzte sich nicht hinwegsetzen dürfen. Du kannst es versuchen zu überzeugen, aber eine Bluttransfusion als Vergehen gegen Gott verstanden und wenn die Gemeinschaft das erfährt, kann es ein, das sie aus der Gemeinschaft ausgestossen wird. Das ist ein Druckmittel mit der die Menschen bei der Stange gehalten werden sollen. Du kannst nur in der Weise damit umgehen, das Du Deiner Tante dieses Recht zuerkennst, auch wenn Du darunter leiden wirst. Wertmäßig ist gesetzlich vorgesehen, das der Wert über seinen Körper selbst zu verfügen höher eingeschätzt wird, als die Folgen, die entstehen, wenn irreparable Schäden auftreten.

Als Empfehlung kann ich daher  nur sagen: Schließe Dich niemals dieser Religionsgemeinschaft an, denn Du würdest Deine geistige und seelische Freiheit verlieren. 

Das ist wirklich schwer zu ertragen, ich weiß es genau. Leider ist da kein Trost zu vermitteln und Du hast mein tief empfundenes Mitgefühl. 

In der Hoffnung, dass es gut überwindest grüßt Dich

Rüdiger

PS: Vielleicht braucht sie ja auch keine Bluttransfusion.

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@vonGizycki

Mein lieber vonGizycki,

es ist  schon eine recht verantwortungslose Falschdarstellung von Dir, wenn ich hier  lese, Du habest  (Zitat) „Menschen sterben sehen, die mit einer Bluttransfusion hätten gerettet werden können“. 

Kein verantwortungsbewusster Arzt macht eine solche Aussage. 

Und kein Mediziner garantiert Dir einen angestrebten Heilerfolg, wenn  Du einer bestimmten Behandlungsmethode zustimmst. 

Schon gar nicht im Bereich der Chirurgie. 

Stattdessen ist es in jedem Fall der Patient, der im Behandlungsvertrag auf das Risiko eines Misserfolges hingewiesen wird, und es ist der Patient, der unterschreiben muss, dass er über dieses Risiko aufgeklärt wurde und es ganz bewusst in Kauf nimmt.

Man kann also der Fragestellerin nur empfehlen:  Falle nicht auf solch  haltlosen Versprechungen  herein.




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@Abundumzu

Ich bin kein Arzt! Aber diese Beobachtungen habe ich nun mal in meinem Beruf gemacht. Das lasse ich mir nicht nehmen. Natürlich gehört zur Behandlung auch eine Aufklärung und natürlich verantwortet der Patient seine Weigerung selbst. Er kann die Behandlung unterschreiben, aber der Arzt darf, gesetzlich vorgeschrieben, die Bluttransfusion nicht anhängen, wenn der Patient es nicht will. Das hebt meine Beobachtung aber nicht auf. Und versprochen habe ich auch nichts.

Im Übrigen kann eine Behandlung nur soweit erfolgen, als das der Arzt versucht, auch ohne eine Bluttransfusion auszukommen. Das kann aber wegen der Verweigerung einer Bluttransfusion schief gehen, wie ich bereits schilderte.

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@vonGizycki

Noch einmal  1988Ritter  

Was Deine Beiträge auf dieser Seite so unerträglich macht ist die Tatsache,  dass Du hier als jemand auftrittst,  der  -  kompetent und erfahren  -   einem arglosen Ratsuchenden scheinbar fundierten und  fachlichen Rat erteilt.  Bei Licht betrachtet gleichen Deine Ratschläge jedoch  eher einer Volksverdummung verknüpft mit einer Stimmungsmache gegen eine Dir unsympathische Minderheit.

Wie komme ich zu dieser Beurteilung?

Wärest Du erfahren, dann würdest Du auch die Risiken kennen, die mit jeder Bluttransfusion  verbunden sind. Dir wären auch die alternativen  Möglichkeiten gut bekannt und Du hättest  schon seit Jahren Kenntnis davon,  die wie viel besseren Ergebnisse eine fremdblutfreie Chirurgie  vorweisen kann.

Wärest Du außerdem kompetent (das schließt Urteilssicherheit und Urteilsberechtigung ein),  dann wäre es Deine Pflicht,  den Ratsuchenden nicht nur auf sein Selbstbestimmungsrecht hinzuweisen,  sondern ihm auch die vollständige Palette der verschiedenen  Möglichkeiten mit allen Vor- und Nachteilen aufzuzeigen.

Kompetenz wäre auch daran zu erkennen, dass Du den Ethik-Kodex Deiner Berufssparte achtest. Es dürfte Dir nicht einmal in den Sinn kommen,  Patienten ihrer Religion wegen zu diffamieren,  zu beleidigen und ihnen mit einer Unverschämtheit sondergleichen „religiösen Wahn" und Unmündigkeit zu unterstellen. Du verbreitest hier zudem die  völlig absurde Vermutung (wörtlich)  „wenn die Gemeinschaft das [die Bluttransfusion] erfährt, kann es ein, das sie aus der Gemeinschaft ausgestoßen wird“.   Was bewegt einen Fachkrankenpfleger außerdem dazu,  unter grober Missachtung des des schon erwähnten Ethik-Kodex,  Jehovas Zeugen als fundamentale christliche Sekten zu beschimpfen? (Laut Enquete-Kommission ist der Begriff Sekte eine unangebrachte Beschimpfung)  

Ein Unding für einen Mitarbeiter im Gesundheitswesen.

Die möglichen strafrechtlichen Konsequenzen lasse ich jetzt einmal unerwähnt.

Wenn man sich außerdem die Summe Deiner diversen Kommentare  vergegenwärtigt,  dann hast Du es  ganz offensichtlich noch nie miterlebt,  dass sich Glieder unserer Krankenhaus-Verbindungskomitees  (eine weltweit organisierte Einrichtung bei uns, den Zeugen Jehovas) intensiv um ihre Glaubensbrüder gekümmert haben.  Und Dir ist offenbar ebenso wenig aufgefallen,  dass sie sowohl ihren Glaubensverwandten als auch den Ärzten bei der Suche nach optimalen Behandlungsmöglichkeiten zur Seite gestanden haben.  Aus diesen Deinen eigenen Einlassungen lässt sich daher schlussfolgern,  dass Du noch nie wirklich Patienten persönlich erlebt hast,  die Zeugen Jehovas  waren.  

Dennoch betonst Du  „ich weiß  wovon ich spreche“  - weißt Du es wirklich?

Diese ganzen Ungereimtheiten werden nicht zuletzt noch durch Deine Aussage übertroffen,  Du habest „als Fachkrankenpfleger Menschen dieser Gemeinschaft sterben sehen, die mit einer Bluttransfusion hätten gerettet werden können“   wohl wissend, dass Du damit Hoffnungen weckst,   die medizinisch falsch,  die unrealistisch und die irreführend sind.  

Für den ratsuchenden Laien steht nach einem solchen „fachkundigen “Rat  die Aussage  im Raum, Bluttransfusionen seien der sichere Weg zur Genesung,  sie zu verweigern dagegen der sichere Weg zum Sterben. Nichts ist grob fahrlässiger als eine solche Aussage.  

Und zu allem Überfluss willst Du Deine Erklärungen trotz alledem verstanden wissen als: „versprochen habe ich nichts“ -  was aber ist es dann?  Kalkül oder Versehen?

Um glaubwürdig zu bleiben, müsstest Du zu mindestens die "ärztlichen Garantieerklärungen" nachreichen können, aus denen hervorgehen würde, dass  diese Menschen hätten gerettet werden können,  wenn sie einer Bluttransfusion zugestimmt hätten . . . .!!??

Resümee:  

Entweder hast Du tatsächlich nur das geschrieben,  was Du über dieses Thema weißt  und welche Rolle Du darin gern spielen würdest.  Dann allerdings bist Du nicht mehr als ein schlecht informierter Laie,  der gern über andere herzieht.

Oder Du bist tatsächlich der Fachmann,  für den Du Dich ausgibst,  dann allerdings  hast Du wichtige Fakten verschwiegen,  sie teilweise falsch dargestellt,  haltlose Hoffnungen geweckt  und grob fahrlässig gegen den Ethik-Kodex Deines Berufsstandes verstoßen.

So oder so  ist Dein Rat zu dieser Sache fragwürdig.



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@Abundumzu

Korrektur

meine Kommentar richtet sich natürlich nicht an 1988Ritter  sondern an  von vonGizycki

Entschuldigung!!



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@Abundumzu

Was Deine Beiträge auf dieser Seite so unerträglich macht ist die Tatsache,  dass Du hier als jemand auftrittst,  der  -  kompetent und erfahren  -   einem arglosen Ratsuchenden scheinbar fundierten und  fachlichen Rat erteilt. 

Ich habe keinen Rat erteilt, höchstens den, dass jeder das Recht hat über seinen Körper zu verfügen. Es war ja die Frage, wie man die Tante als Zeuge Jovas überzeugen kann, einer Bluttransfusion zuzustimmen, wenn es denn nötig ist. Aber wenn Argumente nicht mehr ziehen, wird der andere angegriffen. Ein altes Muster.

Es dürfte Dir nicht einmal in den Sinn kommen,  Patienten ihrer Religion wegen zu diffamieren,  zu beleidigen und ihnen mit einer Unverschämtheit sondergleichen „religiösen Wahn" und Unmündigkeit zu unterstellen. 

Diffamiert habe ich nicht, denn Du selbst hast erklärt, das sogar Eigenblut nicht als Zeuge Jehovas in Frage käme. Wer aus religiösen Gründen eine notwendige Bluttransfusion verweigert, hat selbstverständlich das Recht dazu, das ist sogar gesetzlich vorgeschrieben. Es aber aus religiösen Günden zu verweigern, wenn es notwendig ist, halte ich für absolut unvernünftig und das ist milde ausgedrückt. Die Zeugen Jehovas sind fundamental und ich beziehe mich da auch auf Aussteiger. Lügen die alle? Aber das ist hier für die Diskussion jetzt nicht relevant. Die Folgen lassen klare Schlüsse zu.

Wärest Du erfahren, dann würdest Du auch die Risiken kennen, die mit jeder Bluttransfusion  verbunden sind. 

Natürlich kenne ich die Risiken, aber deshalb sind sie nicht obsolet. In der Not muss man Blut geben, sonst macht man sich wegen  Falschbehandlung schuldig. Wenn man sie vermeiden kann, umso besser. Habe ich mich da deutlich genug ausgedrückt?

Du habest „als Fachkrankenpfleger Menschen dieser Gemeinschaft sterben sehen, die mit einer Bluttransfusion hätten gerettet werden können“   wohl wissend, dass Du damit Hoffnungen weckst,   die medizinisch falsch,  die unrealistisch und die irreführend sind.  

Welche Hoffnungen? Das verstehe ich nicht! Blut kann sehr wohl Leben retten, trotz der Risiken. 

Und ich sage es noch einmal: 

Besser ist es natürlich, eine Bluttransfusion zu vermeiden, das geht aber nicht immer!

... und grob fahrlässig gegen den Ethik-Kodex Deines Berufsstandes verstoßen.

Und nochmal!! Ich bin kein Arzt! Ist das verstanden worden?

Und zusätzlich muss ich mich sowieso nicht rechtfertigen, sondern habe lediglich meine Meinung kundgetan, die ich nicht unbegründet stehen gelassen habe. Was Du daraus machst, liegt in Deiner Verantwortung. Ich verantworte aber, was ich schreibe.

Zum Pflegekodex:

Als Pfleger kenne ich unseren Ethikkodex, der nicht der Ärzte ist, der übrigens international gilt:

Hier nachzulesen:

http://www.deutscher-pflegerat.de/Downloads/DPR%20Dokumente/ICN-Ethik-E04kl-web.pdf

Nachtrag: 

Ich habe mich gegenüber den Angehörigen meiner Patienten aus dieser Religionsgemeinschaft nie wertend ausgedrückt, nur mir meine Gedanken gemacht. Und ich werde das auch nicht in Zukunft tun. Ich bin für alle da.

Das Thema ist dann jetzt für mich durch und ich werde die Benachrichtigungen dafür abbestellen.

Mit freundlichem Gruß

Rüdiger

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@Abundumzu

Ist es mittlerweile so schlecht um die Gesellschaft bestellt, dass Du, Abundumzu, derartig ausfallend, aggressiv, beleidigend, drohend, herabwürdigend, verdrehend auf Beiträge reagierst? 

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@nomames

Ja, ganz sicher in der absehbaren Zeit des Endes vom Bethel/Selters/Deutschland. Die dritte Kündigungswelle ist angerollt, diesesmal bis in die höheren Chargen und altersunabhängig (60+).

Vielleicht glaubt ja der ein oder andere, mit seinen 'engagierten' Beiträgen seinen Arbeitsplatz und damit seine Altersversorgung sichern zu können.

Wir werden sehen was passiert, wenn das neue Bethel in Chelmsford/England fertiggestellt ist.

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@vonGizycki

Nach meinem Kenntnisstand gibt es Ersatz für die umstrittene Behandlung mit Bluttransfusionen, diese sind von medizinischen Forschern erarbeitet worden.

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Vielen Dank für dein Mitgefühl und deine Antwort. 

Und hat sich in deiner Zeit als Fachkrankenpfleger wirklich kein Mensch jemals um entschieden nachdem er eine Bluttransfusion abgelehnt hat? Falls es doch vllt. auch nur einen gab, weist du zufällig warum? Oder wie die Menschen um ihn herum da vorgegangen sind, z.B ob sich da alle wie bei einer Intervention getroffen haben oder einen einzelnen sozusagen als Botschafter geschickt haben oder wie sie ihn versucht haben zu überzeugen also mit Moral, wie andere christliche Glaubensrichtungen das sehen, ein Glaubensdilemma etc.?

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@DanielX1990

So viele waren es nicht die starben. Aber sich umentschieden hat sich keiner. Für solche Menschen gibt es kein Glaubensdilemma, weil sie sich ja mit ihrer Entscheidung mit Gott im Einklang fühlen. Da ich selbst mein Interessensgebiet auch in der Religionspsychologie habe, weiß ich wovon ich spreche, wenn es um fundamentale christliche Sekten oder andere fundamentale Religionsrichtungen geht. Ich selbst bin religöser Atheist und mir würde eine Verweigerung niemals in den Kopf kommen, obwohl es heute wissenschaftlich fundierte kritische Stimmen zur Bluttransfusion gibt, die aber keinesfalls jene in Abrede stellen.

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Sie ist erwachsen und bei Verstand. Wenn sie deinen Argumenten nicht zugänglich ist, bleibt dir nichts anderes übrig, als ihre Entscheidung zu respektieren. Sie muss ihren eigenen Lebensweg gehen.

Ich bezweifle, daß eine "normale" Klinik mit "normalen" Ärzten eine Operation vornimmt, bei der von vornherein klar ist, daß man Blut geben muss. Meist weichen die Patienten auf Kliniken aus, wo Zeugen Jehovas als Ärzte arbeiten. Die gibt es  überall.

Wir haben genau diesen Fall gerade in der erweiterten "Verwandtschaft".....

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@turalo

turalo, so viele Ärzte, die  Zeugen Jehovas sind, gibt es nicht! Es sind sehr viele andere Ärzte, die aus nicht-religiösen Gründen es vorziehen, kein Blut zu geben. Schau dir mal die Reportage "Böses Blut" an, du kannst es wohl noch ergoogeln. Man verwendet heute ganz andere Techniken bei den OP's, die eine Transfusion überflüssig machen.

Ein Freund von mir, kein Z.J., ist übrigens kürzlich nach einem Schlaganfall ebenfalls an der Halsschlagader operiert worden - ohne Blut! Also, Bangemachen gilt nicht!

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Apostelgeschichte 15:28, 29:

"Denn der heilige Geist und wir selbst haben es für gut befunden, euch keine weitere Bürde aufzuerlegen als folgende notwendigen Dinge: euch von Dingen zu enthalten, die Götzen geopfert wurden, sowie von Blut und von Erwürgtem und von Hurerei. Wenn ihr euch vor diesen Dingen sorgfältig bewahrt, wird es euch gut gehen. Bleibt gesund!“"

Da steht nicht nur ein Verbot Blut zu essen. Alle Christlichen Versammlungen des ersten Jahrhunderts wurden schriftlich (von der Leitenden Körperschaft in Jerusalem) darüber informiert. Die Ältesten haben es dann auch noch nochmals besprochen und die Apostel reisten in alle Gebiete um allen Christen deutlich zu machen, dass ALLE CHRISTEN SICH DARAN ZU HALTEN HABEN!

Die Frage ist, suchst du als Christ nach Ausreden, einzelne Gebote zu brechen? Oder hälst du dich daran?

Im Fall deiner Tante gibt es 230 Kliniken, die die Operation problemlos ohne Bluttransfusionen durchführen können. 2006 wurde im Bundestag eine Anfrage gestellt. Und zwar wieviele Zeugen Jehovas in Deutschland seit 1946 gestorben sind weil sie eine Bluttransfusion verweigerten! Die Antwort: Keiner!

Auch ich wurde am Herzen operiert. Ohne Fremdblut! Natürlich können Komplikationen auftreten. In vielen Fällen arbeiten Chirurgen ungenau oder ähnliches. Aber Statistisch überleben mehr Personen die keine BT nehmen!

Da kannst Du nichts machen. Absolut und gar nichts.

Sie haben doch Ärzte, die Zeugen, Ärzte, die sich auf große Operationen ohne Blutgaben spezialisiert haben. Jeder Klinik, die aus Erfahrung bei einer solchen Operation Blut geben würden,. würden ohnehin die Behandlung der Patientin ablehnen.

Menschen, die für diesen glauben leben, haben eben gewisse Grundsätze, die es einzuhalten gilt. Deine verwandte möchte bestimmt nicht wegen einer 'lapidaren' op ihren potentiellen Platz im Paradies riskieren. Gegen solche Einstellungen kann man leider nichts tun.

Lieber DanielX1990,

ich kann mich den Darlegungen von "Abundumzu" nur anschließen und wünsche Deiner Tante natürlich alles nur erdenklich Gute für die bevorstehende schwierige OP!

Ergänzend möchte ich noch anmerken, warum Jehovas Zeugen (JZ) Bluttransfusionen ablehnen. Obwohl es auch aus medizinischer Sicht einige gute Gründe für eine blutfreie Behandlung gibt, sind es in erster Linie religiöse Gründe, die ihren Standpunkt in dieser Frage begründen.

Ich möchte Dir nur einmal zwei Texte in der Bibel zeigen, die ein deutliches Gebot Gottes hinsichtlich der Verwendung von Blut enthalten. Der erste Text ist in dem Bibelbuch 3. Mose zu finden und lautet: „Deshalb habe ich ... befohlen, niemals Blut zu verzehren, denn das Leben eines jeden Lebewesens ist in seinem Blut“ (3. Mose 17:14,Begegnung fürs Leben). Dieser Text lässt erkennen, dass in den Augen Gottes das Leben eines Menschen oder eines Tieres durch sein Blut dargestellt wird. Da das Leben Gott gehört und wir nicht frei darüber verfügen dürfen, ist somit auch das Symbol für das Leben, das Blut, für uns unantastbar.

Der andere Text stammt aus der christlichen Ära und ist Teil eines von den Aposteln gefassten Beschlusses:„Ihr sollt euch enthalten ... von Blut“ (Apostelgeschichte 15:20,29, Herder). Hier wird das schon seit langem bestehende Gebot Gottes über das Blut noch einmal aufgegriffen und auf die ersten Christen angewendet.

Wie Du sicher weißt, hat Deine Tante hohe Achtung vor Gott und seinem Wort und daher fühlt sie sich auch verpflichtet, allen Geboten Gottes nachzukommen, einschließlich denen hinsichtlich der Verwendung von Blut. Ganz bestimmt setzt sie damit nicht leichtfertig ihr Leben aufs Spiel. Sie hat sich daher eingehend mit Alternativen zu Bluttransfusionen befasst und entsprechende Ärzte ausgesucht, die in der Lage sind, ohne Blut zu operieren.

Damit Du Dir nicht allzu große Sorgen um Deine Tante machst, möchte ich Dich noch abschließend auf ein Zitat aus der Fachzeitschrift Der Anaesthesist hinweisen, das zeigt, dass Deine Tante sich für eine sichere und erfolgversprechende Alternative entschieden hat. Es heißt dort: "Ob geplanter Großeingriff, Transplantation, dramatischer Notfall, Chemotherapie oder langwieriger Intensivverlauf: Die Morbiditäts- und die Mortalitätsdaten der Zeugen Jehovahs sind mit denen der anderen (transfundierten) Patienten vergleichbar. " (Anaesthesist 2007;56:380-384. „... ‚Lessons learned‘ von den Zeugen Jehovahs?“).

Wenn auch jeder operative Eingriffen gewisse Risiken in sich birgt, so kannst Du bestimmt sicher sein, dass Deine Tante in guten Händen ist und die OP erfolgreich verlaufen wird! Ich wünsche Dir und vor allem Deiner Tante viel Kraft für die bevorstehende Zeit und alles Gute!

Liebe Grüße

Philipp

Und noch etwas Ergänzendes:

Vor einiger Zeit  trafen sich in Moskau Experten aus über 40 Ländern zum 60. Internationalen Kongress der Europäischen Gesellschaft für Herz-Kreislauf-und endovaskuläre Chirurgie. „Ein Ereignis, das für Ärzte so bedeutsam ist wie die Olympischen Spiele für Sportler“, kommentierte eine russische Fernsehjournalistin.

Auszugsweise aus dem Bericht darüber:  

"Großen Zulauf hatte an allen drei Kongresstagen ein Informationsstand, der über medizinische Alternativen zu Bluttransfusionen aufklärte. Initiator war der Krankenhausinformationsdienst (KID) für Zeugen Jehovas. Das Interesse der Ärzte an dieser wichtigen Thematik war groß, und es wurden Hunderte von Info-Mappen, Büchern, DVDs und medizinischen Fachartikeln ausgegeben. Besonders gefragt war die DVD mit der Dokumentation Konzepte für Transfusionsalternativen — einfach, sicher und effektiv.

Viele Ärzte, die den Informationsstand besuchten, waren ebenfalls der Meinung, dass blutsparender operiert werden müsse. Ein Herzchirurg aus Italien, der auch als Redner geladen war, erzählte, er kenne Jehovas Zeugen sehr gut und habe bereits etwa 70 von ihnen ohne Bluttransfusion am Herzen operiert. Er erwähnte auch, in seinem Krankenhaus seien fremdblutfreie Operationen völlig normal. Ein Professor vom Deutschen Herzzentrum Berlin erklärte den Zuhörern, erst vor Kurzem habe er ein Baby, das gerade einmal 2 500 Gramm wog, ohne Fremdblut operiert. In seiner Klinik seien sogar noch kleinere Babys am Herzen operiert worden. Auch er nahm für sich und einen Kollegen eine DVD mit."

Die Quelle lässt sich ergooglen mit dem Suchtext: 

Medizinische Alternativen zu Bluttransfusionen



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@Abundumzu

An dieser Stelle möchte ich sagen, das es natürlich logisch ist, in einer Op Blutverlust weitestgehend zu vermeiden. Auch eine Bluttransusion hat Risken. Aber wenn im Notfall, geplatzte Ösophagusvarizen beispielsweise oder großer Blutverlust durch einen Unfall usw. nicht auf Eigenblut zurückgegriffen werden kann, eine Transfusion zur Lebensrettung erforderlich ist. Künstliches Blut gibt es nicht. Ob eine, wenn es möglich ist, vorherige Eigenblutentnahme und eine Retransfusion nach dem Glauben der Zeugen Jehovas möglich ist, weiß ich jetzt nicht.

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@vonGizycki

vonGizycki, natürlich gibt es dramatische Situationen wie z.B. die von dir angeführten Varizen in der  Speiseröhre oder auch im Magen oder Bauchwand. Als Erstes muss, wie bei allen starken Blutungen, diese erst einmal gestillt werden. Und bei den Speiseröhren-Krampfadern, die geplatzt sind, gibt es  mehrere Möglichkeiten - ohne Blut! Nach neuen Erkenntnissen könnte da eine BT genau das Gegenteil bewirken; Varizen haben ja eine Grunderkrankung, wie du sicherlich weißt.

Eigenblut lehnen wir Z.J. genauso ab. Wenn du dir "Böses Blut" angeschaut hast, hast du bestimmt auch gehört, warum man das heute überhaupt nicht mehr macht. Wenn eine OP ansteht, dann sieht man zu, dass der HB (Hämoglobinwert) medikamentös zumindest in einen Normalwert kommt.

Was meinst du mit Retransfusion? Meinst du den Cell-Saver? Natürlich ist das eine sehr gute Möglichkeit, Blutverluste zu kompensieren. Das aus der OP-Wunde austretende Blut wird abgesaugt, gereinigt, soviel ich weiß u.a.  mit Sauerstoff angereichert und wieder infundiert.

Wir können wirklich froh sein, in einer Zeit zu leben, in der die Medizin so weit fortgeschritten ist. Aber als Lebengeber für eine Ewigkeit hat für uns Jehova höchste Priorität. Und wenn du dir mal die Historie der Bluttransfusion bis in unsere heutige Zeit anschaust, dann kannst doch auch du dich nur fragen: "Hat die Bibel etwa doch recht?"

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@stine2412

Rupturierte Ösophagisvarizen sind ein Notfall bei dem in sehr kurzer Zeit massiv Blut verloren werden kann. Grunderkrankung hin oder her. Natürlich muss die Blutung gestillt werden, aber was weg ist weg. Und damit sind auch die roten Blutkörperchen (Erythrozyten) weg und der Blutverlust führt zum Schock. Einen Teil kann man durch Volumenersatzmittel auffangen, damit der Druck ein wenig wiederkommt, aber das ist kein Sauerstoffträger. Sehr wahrscheinlich muss intubiert und beatmet werden. Da muss aber der Sauerstoffgehalt recht hoch geschraubt werden, damit sich der Sauerstoff im Plasma (Blutflüssigkeit, keine roten Blutkörperchen) oder im Volumenersatzmitte löst, denn es sind ja zuwenig Sauerstoffträger im Plasma. Aber einer gewissen Grenze (Menge) wirkt es aber giftig. Und es ist nicht immer sicher, ob eine Ösophagusvarizenblutung durch eine Lindensonde gestoppt werden kann. Oft aber schon.

Retransfusion meint, wie ich beschrieb, eine Transfusion von Eigenblut, das vor gesammelt wurde. Das dauert aber, bis man da ein Liter zusammen hat, in der regel mindesten 5-7 Wochen. Es muss ja auch erstmal nach einem halben Liter eigenes Blut  durch den Körper wieder ersetzt werden, das ja für sich selbst gespendet wurde. Aber wie Du schreibst, kommt das ja auch nicht Frage.

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Die Morbiditäts- und die Mortalitätsdaten der Zeugen Jehovahs sind mit denen der anderen (transfundierten) Patienten vergleichbar. "

Du ziehst aus dieser Aussage ein falsches Fazit!

Denn es ist gar nicht möglich auszusagen, ob Patienten die eine Transfusion bekommen haben und dann gestorben sind, ohne eine BT auch überlebt hätten. Umgekehrt genauso!

Wie Du sicher weißt, hat Deine Tante hohe Achtung vor Gott und seinem Wort

Das kann sie nicht, denn es gibt weder Gott noch ein Wort von ihm. Sie hat lediglich Achtung vor einer INTERPRETATION einer alten religiösen Schrift, die von Zeugen Jehovas völlig falsch angewendet wird.

Zeugen Jehovas glauben nicht an die Bibel oder Gott, sondern an den Wachtturm!

3. Mose 17:14,Begegnung fürs Leben). Dieser Text lässt erkennen, dass in den Augen Gottes das Leben eines Menschen oder eines Tieres durch sein Blut dargestellt wird. Da das Leben Gott gehört und wir nicht frei darüber verfügen dürfen, ist somit auch das Symbol für das Leben, das Blut, für uns unantastbar.

Eine reine Fehlinterpretation aufgrund der Missachtung des Kontext. Es geht um die Heiligkeit des Lebens, richtig, aber nicht darum, ob man Blut essen soll oder nicht.

In 3.Mose wird davon gesprochen, dass jemand der ein Tier getötet hat und dessen Blut nicht ausgoss, Blutschuld auf sich lud – was ihn selbst zum Tode verurteilte. Die Juden mussten das Blut auf dem Altar ausgießen, um sich von der Schuld loszukaufen, dass sie ein Leben genommen hatten.

Im Gegensatz dazu, war das Essen eines bereits toten Tieres nicht verboten, selbst wenn es nicht ausgeblutet war. Ein Judäer musste sich und seine Kleider waschen und war bis zum Abend unrein. Hierauf stand also nicht die Todesstrafe oder ein Grund um langfristig aus der Gemeinde verwiesen zu werden.

Das Beispiel in 3.Mose 17 und 5.Mose 14,21 zeigt lediglich, dass die Gesetze in Bezug auf das Blut eines Tieres davon abhängig waren, ob dem Menschen der Wert des Lebens bewusst war. Beim Töten eines Tieres war es nötig, dem Menschen vor Augen zu halten wie Gott über das Leben denkt. Beim Essen eines bereits toten Tieres, das ein anderer getötet hatte, war dies nicht notwendig. Man musste also nicht darauf achten, ob das Tier ausgeblutet war oder nicht. Dies oblag einzig und allein demjenigen, der dieses Tier getötet hatte.

Missachtete man die Symbolik des Lebens bewusst, so brachte man gegenüber dem Lebengeber keinen Respekt zum Ausdruck. In diesem Fall wurde er bestraft.

Besteht bei einer Bluttransfusion die Notwendigkeit dem Menschen den Wert des Lebens zu verdeutlichen? Nein, im Gegenteil, durch die Transfusion wird das Leben gerettet und nicht genommen. Der Blutspender gab sein Blut freiwillig um anderen Menschen damit zu helfen das Leben zu erhalten. In Wirklichkeit zeigt also ein Blutspender seine Achtung vor dem Leben, genauso wie jemand, der eine Bluttransfusion annimmt, damit der Arzt das Leben retten kann. Niemand hat hier also etwas getan, was Sühne erfordern würde.

Der andere Text stammt aus der christlichen Ära und ist Teil eines von den Aposteln gefassten Beschlusses:„Ihr sollt euch enthalten ... von Blut“ (Apostelgeschichte 15:20,29, Herder). Hier wird das schon seit langem bestehende Gebot Gottes über das Blut noch einmal aufgegriffen und auf die ersten Christen angewendet.

Abgesehen davon, dass die Bibel rein gar nichts mit Christen zu tun hatte, da es noch gar keine gab als sie geschrieben wurde, interopretierst du auch hier wieder völlig falsch.

Das Enthalten von Blut bezog sich AUSCHLIEßLICH auf Blut, welches aus religiösen Gründen benutzt wurde, wie bei Opferungen. In keiner Form lässt sich daraus ableiten, dass lebenerhaltende Maßnahmen verboten waren. Wie auch, wenn die Menschen das noch tnicht kannten....

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Warum willst du sie überzeugen, wenn sie nicht überzeugt werden will (obwohl sie bei den Zeugen ist). Sie hat ihre Einstellung, sie weiß über die Risiken Bescheid, sie ist erwachsen und kann und muss für sich selbst entscheiden. Hat sie sich denn schon eine Klinik ausgesucht, in der sie operiert wird? Dann soll sie mal rechtzeitig vorher bekannt geben, dass sie kein Blut will, mal sehen, ob sie dort noch operiert wird. Frag sie mal.

Das Krankenhausverbindungskomitee der Zeugen Jehovas ist bestens informiert über Kliniken, die zur Zusammenarbeit bereit sind und über bessere Alternativen verfügt. Es gibt nämlich ganz hervorragende Möglichkeiten, den Kreislauf auch ohne Femdblutgabe stabil zu halten. Das ist allerdings eine wissenschaftliche Angelegenheit und komplexer als einfach nur Fremdblut zu injizieren. Sehr interessante Sache, informiere dich mal im Netz!

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Laß es sein, deine Tante mit Überzeugungsversuchen zusätzlich zu stressen. Respektiere, daß sie eine erwachsene Frau ist, die sicherlich gute Gründe für ihre Entscheidungen hat.

Vor kurzem hatte die ARD eine Doku gesendet "böses Blut", wo die aktuellen führenden Chirurgen feststellten, daß Fremd-Blut ein schädlicher Fremdkörper ist, der die Genesung behindert. Das Video wurde nicht von Zeugen Jehovas in Auftrag gegeben oder gar beeinflußt. Versuche, diese Doku über die ARD zu erhalten, und nach sorgfältiger Prüfung fälle deine Entscheidung, was du davon hältst. (und deine Tante laß bitte auch selbst entscheiden). Es ist nicht immer gut, stur an veralteten Behandlungsmethoden festzuhalten, nur weil es Jahrzehnte lang gängige, irrige Lehrmeinung war.

Böses Blut - Gefährliche Bluttransfusionen - ARD Mediathek 

www.ardmediathek.de/tv/.../Böses-Blut...Bluttransfusion/.../Video?...

26.02.2015 -

 

odysso - Wissen im SWR | Video

 

Böses Blut

 

- Gefährliche Bluttransfusionen: Neue Studien zeigen: Bluttransfusionen können schwerwiegende ...

‎Zur Hauptnavigation ARD

 

- ‎Zur Hauptnavigation ARD Mediathek

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Religiöse Fanatiker kann man nicht überzeugen. Sie müssen von alleine erkennen, dass sie manipuliert wurden. Das ist aber nicht so einfach.

Wenn du sie mit Gegenbeweisen bombadierst, egal wie korrekt diese sind, erreichst du gar nichts. Im Gegenteil, sie sieht das dann als Prüfung an, oder als Angriff Satans.

Die Verweigerung von Bluttransfusionen ist in jedem Fall Unsinn. ZJ behaupten sich auf die Bibel zu stützen. Dabei verwenden sie viele EINZELNE Texte und bringen sie in einen falschen Zusammenhang.

Alle Texte, mit denen ZJ ihre Ablehnung von Blut erklären, haben IMMER etwas mit Götzendienst zu tun und niemals mit medizinischen oder lebenerhaltenden Maßnahmen zu tun. DIe Bibel sagt deutlich, dass das Leben heilig ist und wer es verletzt, der macht sich selbst zu einem Mörder.

Es steht in der Bibel "enthaltet euch des Blutes"; Blut ist etwas Heiliges. Die des jüdischen Glaubens sind (Talmut) essen Fleisch nur wenn es blutfrei ist, das Fleich wird gewässert und somit blutfrei gemacht.

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Du kannst einen Gläubigen niemals von etwas anderem überzeugen. Sie ist Erwachsen und muss/will das selbst entscheiden. Ihr Gott wird sie bestimmt dafür belohnen wenn sie wegen sowas für ihn sterben muss. (Nicht)

Das ist in der Tat ein Problem. Wie wäre es denn mit einer Eigenblutspende? Das würde gehen, wenn es bis zur OP noch dauern würde.

Geht auch nicht.

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Wieso geht das nicht??

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@wurstbemmchen

wurstbemmchen, schau dir die Reportage "Böses Blut" an (Google). Ging Ende letzten Jahres und Anfang dieses Jahres über viele Regionalkanäle. Dann erfährst du, warum auch Eigenblut schädlich ist. 

www.daserste.de/.../boeses-blut-kehrtwende-in-der-intensivmedizin-100....

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Gar nicht. Da müsstest du sie zuerst davon überzeugen, dass das von den ZJ Unsinn ist und das wird dir kaum gelingen.

Eben.

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@prisonbreak2015

. . . und Hamburger02 . .    

würdest Du auch sachlich,  sachkundig und schlüssig erklären können,  warum (Zitat)  "das von den ZJ Unsinn ist"??

Bevor Du diese Frage eventuell beantworten möchtest,  sieh Dir bitte meinen Beitrag auf dieser Seite   -  und wenn irgend möglich bitte gründlich  . . .

Alles Gute



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@Abundumzu

Dann lies mal meine Aussage genau, ich formuliere sie nochmal um: "Solange die Tante der Überzeugung ist, aus religiösen Gründen richtig zu handeln und eine Transfusion abzulehnen, wird es kein Argument geben, um sie zur Transfusion zu überreden."

Die einzige Chance wäre, sie davon zu überzeugen, dass das Blödsinn ist...aber wie gesagt, es ist kaum zu erwarten, dass das gelingt.

Was ich persönlich davon halte, spielt an dieser Stelle keine Rolle.

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tiefgläubige zeugen können NICHT überzeugt werden. die sterben lieber für ihre religion (welch ein menschlicher irrtum!)


aus meiner erkenntnis ist das selbstmord und deshalb zu verurteilen

Hallo DanielX1990

Dass Du Dich um Deine Tante sorgst, ehrt Dich - aber Deine Sorge ist - soweit es die Behandlungsmethode betrifft - unbegründet.

Als Zeuge Jehovas ist Deine Tante über Risiken und Nebenwirkungen einer Bluttransfusion besser informiert als jeder durchschnittliche Patient. Das gehört bei uns zum Standard.

Sie wird außerdem von sachkundigen Glaubensbrüdern umsorgt, die in Krankenhaus-Verbindungskomitees (überall auf der Welt) Kontakte zu Ärzten und Krankenhäusern halten, die sich im Umgang mit Zeugen Jehovas gut auskennen und die auf beeindruckende Erfolge in der fremdblutfreien Chirurgie verweisen können - und damit auf die erfolgreichste Sparte der Chirurgie überhaupt.

Unsere Website  http://www.jw.org/de/medizinische-datenbank/fremdblutfreie-medizin-chirurgie/   wendet sich besonders an Mediziner und hält für sie jede nur erdenkliche Art fachkundiger Unterstützung bereit.

Wenn Du selbst dort hineinschauen möchtest, wird Dich vermutlich der Bereich "Herz-Thorax-und Gefäßchirurgie"  besonders interessieren.

Ebenso kannst Du dort über die Schaltfläche "Ansprechpartner vor Ort" einen Vertreter eines Krankenhaus-Verbindungskomitees in der Nähe des Wohnortes Deiner Tante erreichen. Dort können sich auch Mediziner, die Zeugen Jehovas behandeln, (24 Stunden täglich) an einen kostenlosen Informations-Service wenden. 

Allerdings würde ich das an Deiner Stelle erst nach Rücksprache mit Deiner Tante machen, weil sie das ganz sicher schon in die Wege geleitet hat - ihr würdet sonst doppelt aktiv werden.

In den Rubriken auf der genannten Website findet man (Zitat) „zahlreiche Berichte über komplexe medizinische und chirurgische Eingriffe, die erfolgreich ohne Fremdbluttransfusion sowie ohne Transfusion von Blutkomponenten (Erythrozyten, Thrombozyten, Leukozyten und Plasma) durchgeführt wurden. Um Bluttransfusionen zu vermeiden, ist der optimale Einsatz von klinischen Strategien wichtig, die den Blutverlust minimieren, autologes Blut sparen, die Blutbildung fördern und die Anämietoleranz steigern. Außerdem findet man hier Auszüge aus medizinischen Fachzeitschriften. Sie zeigen, welche Vorteile es hat, den Blutverlust gering zu halten und ohne Bluttransfusion zu operieren.“

Vielleicht ist es neu für Dich, wenn Du erfährst, dass es kaum noch einen gut informierten Arzt gibt, der für sich oder sein Familie so einfach eine Bluttransfusion akzeptieren würde. Warum nicht? Weil er die Risiken kennt und von den unzähligen erfolgreichen Alternativen weiß, wie sie von den Könnern der Branche angeboten werden.

Um Dir selbst einen Einblick in die risikoreiche Welt der Transfusionsmedizin zu verschaffen, google bitte nach der ARD-Dokumentation „Böses Blut“ (dort in der Mediathek). Da werden Dir anhand von Erfahrungen, Beispielen und Statistiken die verhängnisvollen Spätfolgen dieser Behandlungsmethode sehr deutlich gemacht.

Deshalb ist es auch eine  verantwortungslose Falschdarstellung, wenn ich hier in dem Betrag eines Fachkrankenpflegers lese, er habe (Zitat) „Menschen sterben sehen, die mit einer Bluttransfusion hätten gerettet werden können“.  Kein verantwortungsbewusster Arzt macht eine solche Aussage. Und kein Mediziner garantiert Dir einen angestrebten Heilerfolg, nur deshalb, weil Du einer bestimmten Behandlungsmethode zustimmst. Stattdessen ist es in jedem Fall der Patient, der im Behandlungsvertrag auf das Risiko eines Misserfolges hingewiesen wird, und es ist der Patient, der unterschreiben muss, dass er über dieses Risiko aufgeklärt wurde und es ganz bewusst in Kauf nimmt.

Falle also niemals auf die Versprechungen solcher Menschen herein.

Grundsätzlich sollst Du wissen, dass wir uns als Zeugen Jehovas, mindestens so gut wie jeder andere, um unsere Gesundheit sorgen. Wir unternehmen für unsere Familien  (und uns selbst)   im gegebenen Fall alles, was vernünftig und medizinisch notwendig ist. Die Heiligkeit des Blutes hat aber in unserem Glauben einen besonderen Stellwert.

Deine Tante und wir all sind davon überzeugt, dass der Tod kein Abschied für immer ist. Wir sind auch überzeugt, dass ein ungetrübtes Verhältnis zu unserem Schöpfer mehr wert ist, als jede noch so gelungene OP. Es ist besonders dann mehr Wert als eine OP, wenn diese zwar gelungen zu sein scheint, bei der man sich aber über die Grundsätze seines Schöpfers hinweggesetzt hat. 

Gute Ärzte wissen um diese Gewissensproblematik und richten ihr besonderes Augenmerk deshalb auf die Behandlung des ganzen Menschen - und das mit deutlich besseren Ergebnissen.

Deine Tante hängt deshalb auch nicht um jeden Preis an einigen Jahren Lebensverlängerung - stattdessen hängt sie mit ihrem ganzen Herzen an einem ewigen Leben auf einer Erde ohne Krankheit. Einem wirklichen Leben, das allen zuteil werden wird,  die auf den hören, der über Blut mehr weiß als alle Mediziner zusammen, auf ihren Schöpfer Jehova nämlich.

Ich wünsche Dir viel Kraft und alles Gute. . . und grüße Deine Tante. 



Wie ich finde, eine sehr sachliche und aufklärende Darstellung des Standpunktes von Jehovas Zeugen zur Bluttransfusionen und blutfreien Alternativen!

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@Philipp59

Und noch etwas Wissenswertes für Dich  DanielX1990

Je besser man informiert ist,  umso fundierter können Entscheidungen sein,  die man zu treffen hat. 

Das gilt ganz besonders im Gesundheitswesen.

Deshalb empfehle ich Dir drei Videos,  in der die ganze Problematik der Transfusionsmedizin einschließlich bewährter Alternativen aufgezeigt wird.  In den Filmen kommen sehr viele Ärzte aus vielen verschiedenen Ländern zu Wort und es wird an praktischen Beispielen und mit verständlichen Erläuterungen aufgezeigt,  was in der Chirurgie derzeit alles möglich ist und wie es  erfolgreich angewendet wird.

Über diesen fett gedruckten Suchtext kannst Du sie alle drei aufrufen:

Konzepte für Transfusionsalternativen — einfach, sicher und effektiv

Im ersten Film geht es um die Frage,   warum immer mehr Ärzte fremdblutfreie Operationen bevorzugen?

Der zweiten Streifen  trägt den Titel:  „Kein Blut — die Medizin begegnet der Herausforderung“  Er macht Dich damit vertraut, was man vor einer medizinischen Behandlung wissen sollte, um gute Entscheidungen treffen zu können!

Und das dritte Video geht auf die rechtlichen und ethischen Vorteile ein, die das Selbstbestimmungsrecht des Patienten mit sich bringt (wenn man es denn nutzt).  Es trägt den Titel: 

„Transfusionsalternativen im Gesundheitswesen — bedarfsgerecht und patientenorientiert“

Aus diesen Quellen kannst Du Dich umfassend informieren.  Möglicherweise wirst Du danach Deiner Tante noch besser Beistand leisten können  -  vor allem dann,  wenn Du bitte berücksichtigst,  dass die bevorstehende OP für sich allein schon belastend  genug ist. 

Wie wichtig ist es daher, dass nahestehende Familienangehörige nicht noch zu einer zusätzlichen seelischen Belastung werden,  nur weil sie mit den Vorteilen der gewählten Behandlungsmethode nicht ausreichend genug vertraut sind  - oder?

Weiterhin alles Gute



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Wenn sie während der Narkose aufgrund Blutverlustes kollabriert, wird sie eine Transfusion bekommen. Die Ärzte sind dazu verpflichtet - egal welche Einstellung deine Tante hierzu hat. Sie werden sie deswegen nicht einfach sterben (verbluten) lassen.

Anders ist es, wenn sie es bei vollem Bewustssein ablehnt - was bei einer narkotisierten Patientin kaum der Fall ist.


Alles Gute - mach dich nicht verrückt. Die Ärzte lassen keinen deswegen sterben. Eher würden sie die Behandlung deiner Tante ablehnen, weil es dann verantwortungslos wäre.


Diese Patientin wird vorher festlegen, was die Ärzte dürfen und was nicht. Und dann dürfen sie kein Blut geben. Wenn die Patientin so verfügt, wird sich kein "normaler" Arzt finden, der sie operiert.

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@turalo

turalo, ich möchte dich noch einmal auf die Reportage "Böses Blut" aufmerksam machen. Dann weißt du, dass "normale " Ärzte heute so weit informiert sind, dass sie nach Möglichkeit kein Blut geben und schon gar nicht nehmen, sich selbst  und ihre Familien davor bewahren !! 

Es gibt aber auch noch "nicht-normale" Ärzte, die jede Fortbildung versäumen und jede Neuerung ablehnen. Das ging dem Gynälologen Ignaz Semmelweiß auch so. Weil die anderen Ärzte es ablehnten, sich nach Leichenuntersuchungen zumindest die Hände zu waschen, mußten zu der Zeit noch Hunderte von jungen Müttern sterben.

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@turalo

Zum Glück gibt es in Deutschland mehrere tausend Ärzte, die einen anderen Standpunkt vertreten und ZJ auch ohne Blut erfolgreich operieren. Hier im Forum wurde unser Standpunkt ausreichend deutlich vertreten. Niemand muss diesen Standpunkt übernehmen, aber man sollte erwachsenen Menschen zugestehen, sich ihre medizinische Behandlung selbst auszusuchen.

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@stine2412

Dazu fällt mir ein: Dr. Semmelweiß war Jude, kannte das mosaische Hygienegesetz. Im mosaischen  Gesetz war auch das göttliche Gebot, sich des Blutes zu enthalten. Es war natürlich noch von keinen Transfusionen die Rede, sondern nur vom "Blut essen". Ob wir nun Blut essen oder es uns transfundieren, bleibt sich gleich. Oder kommt der Alkohol, den man normalerweise trinkt, durch eine Infusion etwa nicht in den Körper? Man wird von beiden Möglichkeiten dun (betrunken)!

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Ich denke diese Entscheidung liegt ganz allein bei deiner Tante. Wenn sie eine Transfusion ablehnt wirst du kaum Erfolg haben. Akzeptiere die Entscheidung.

Ist ihr gutes Recht. Aber wenn sie in Lebensgefahr ist werden die Ärzte ihr trotzdem Transfusionen geben, denn die Ärzte sind dazu verpflichtet sowohl die Wünsche der Patienten zu beachten, wie auch ihr Leben zu retten. Wenn ein Mensch aber ohnmächtig ist oder unter Narkose kann er seine Wünsche nicht mehr äussern also hat das Lebenretten vorrang. Mach dir keinen Kopf. Das wird schon.

Man unterschreibt doch vor einer Operation, daß man ggf. zustimmt, Blutkonserven zu bekommen, falls notwendig. Wenn man dem nicht zustimmt, dürfen keine verabreicht werden. Ganz einfach.

Diese Klage, die dann hinterher erhoben wird, leistet sich kein Arzt.

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@turalo

Ich habs grade nachgeschaut, ist in Deutschland in der Tat anders geregelt. Ein Zeugen Jehova der keine Bluttransfusion will, darf auch keine bekommen, auch in Lebensgefahr.

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Daniel, ich fürchte, du bist etwas uninformiert. Kannst du oder irgend ein Arzt garantieren, daß ein Patient MIT Bluttransfusion auf jeden Fall überlebt? Was meinst du, wieviele trotz (sogar wegen) Frembluttransfusion gestorben sind?

Und wieviele Menschen erstaunlicher Weise ohne Bluttransfusion die OP bestens überstanden haben? Vorurteilsfsreie Menschen sollten sich informieren, z. B. hier 


odysso - Wissen im SWR | Video

 

Böses Blut

 

- Gefährliche Bluttransfusionen: Neue Studien zeigen: Bluttransfusionen können schwerwiegende ...

‎Zur Hauptnavigation ARD

 

- ‎Zur Hauptnavigation ARD Mediathek

Leider bleibt Dir nur das Gespräch mit den behandelnden Ärzten. Ich würde dabei in Richtung "religöser Wahn" argumentieren.

Hallo 1988Ritter

Dein erster Beitrag auf dieser Seite ist eigentlich schon unsachlich genug . . .  dieser zweite übertrifft ihn noch.



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@Abundumzu

Nein.....hier geht es um Leib und Leben. Da ist es selbstredend vernünftig, wenn geprüft wird, inweit es sich hierbei um einen mündigen Menschen handelt. Ist die Mündigkeit nicht gegeben, kann kraft zuständigem Gericht eine Vormundschaft erfolgen.

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@1988Ritter

Ritter, ich glaube nicht, dass das heute bei einem Gericht noch unbedingt Erfolg hat - ansonsten wäre es Körperverletzung!!

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@1988Ritter

Sorry Ritter, da bist du aber völlig am Thema vorbei!! Dann müßtest du auch alle Ärzte und Professoren, die nur in der Reportage "Böses Blut" zur Sprache kamen, als Psychopathen benennen und das könnte dir u.U. eine Beleidigungsklage einbringen. Du bist anscheinend völlig desinformiert! Nur aus Ablehnung der Zeugen Jehovas sich so bloßzustellen, das ist ein echtes Armutszeugnis! In Zukunft verlinke doch bitte themenbezogen!

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@stine2412

Ich denke es geht hier weniger um böses Blut als um einen klaren Menschenverstand.

Einer Beleidigungsklage würde ich gelassen entgegen sehen.

Eine Ablehnung einer Glaubensgemeinschaft ist meinerseits nicht erfolgt, sondern lediglich ein Einzelfall behandelt. Sollte dieser Einzelfall allerdings einer Doktrine einer Glaubensgemeinschaft entsprechen, so würde ich selbstverständlich als praktizierender Christ einem konstruktiven Dialog gerne zur Verfügung stehen, da eine derartige Doktrine entgegen Gottes Gebot und Jesus Lehren steht. Ich bin orthodoxer Christ, und ich stehe gerne zur Verfügung.

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@1988Ritter

Diese "Weisheit" ist nicht korrekt dargestellt, denn ein mündiger Mensch entscheidet selbst. Hier geht es ja um eine Zuführung von Flüssigkeit eines anderen Menschen in den Körper, und ohne Zustimmung des Patienten ist es eine Körperverletzung.

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eieiei... "religiöser Wahn" - 1988 Ritter, deine Ansicht stammt wohl tatsächlich aus der Ritterzeit, so veraltet und ohne jegliche Kompetenz, meinst du, damit kämst du irgendwo bei irgendeinem Arzt weiter?

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@AlbatrossFLIGHT

nö...diese Begriffe sind auch heute noch relevant.

Übrigens nur mals so ganz allgemein......

Weder habe ich etwas gegen Zeugen Jehovas, noch kenne ich welche........ Ich denke es sind Christen....wie ich auch.

Meine Antwort resultiert aus meiner Ansicht, dass die geschilderte Situation mit der Tante ein ungesundes Ende nehmen kann.

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Solange sie nur Entscheidungen für ihr eigenen es Schicksal trifft solltest du der Sache ihren Lauf lassen. Solche Menschen sind leider völlig beratungsresistent.

Mach dich nicht kaputt, Jehova wird's schon richten. (So oder so) :-(

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