Meine Schwester traut sich nicht mehr in die Schule?

6 Antworten

Deine Schwester braucht professionelle Hilfe von außen.

Du solltest dazu deiner Mutter klarmachen, dass Hilfe von außen nicht bedeutet, dass ihr das Kind vom Jugendamt weggenommen wird. So etwas wird nur in extremen Fällen gemacht, wenn ein Kind zu Hause gefährdet oder extrem vernachlässigt wird, nicht aber in der Schule.

Home schooling wird in Deutschland nur sehr selten für Autisten durchgeführt und ist sehr aufwändig. Ich halte es auch nicht für eine gute Lösung, da das Problem in der Klasse liegt und nicht bei deiner Schwester.

Wendet euch bitte an den Vertrauenslehrer der Schule, den Schulpsychologen oder, wenn es an der Schule keinen eigenen Schulpsychologen gibt, an der Schulpsychologischen Dienst der zuständigen Schulbehörde.

Bei der Schulkonferenz solltet ihr Nachteilsausgleich beantragen. Damit ist es leichter, den schulischen Ablauf besser auf die Bedürfnisse deiner Schwester auszurichten, Überforderungen (wie z. B. die Busfahrt ohne die Lehrerin) zu vermeiden, Ruhephasen sicherzustellen usw.

Die Aufgabe ist nicht nur, deine Schwester zu stärken (dazu unten noch mehr), sondern vor allem, Lehrer und Schüler darüber aufzuklären, warum deine Schwester so anders ist, was es mit dem Autismus auf sich hat und dass man sich Autismus nicht "abgewöhnen" kann. Dazu sollte es in der Klasse eine oder mehrere Lerneinheiten geben, die deine Schwester mitgestalten sollte.

Das Problem dabei könnte sein, dass Vertrauenslehrer und Schulpsychologen selber nicht genug über Autismus wissen. Es sind da ja viele Missverständnisse und Vorurteile im Umlauf.

Bei Jugendlichen könnte dabei die Graphic Novel Schattenspringer von Daniela Schreiter eine Hilfe sein. Du solltest das Heft besorgen, damit deine Schwester es selbst lesen und erst einmal guten Freunden in der Klasse zu lesen geben kann. Wenn deine Schwester über soziale Netzwerke mit Schulkameraden in Kontakt steht, dann kann sie auch die Online-Version per Link verbreiten: http://www.fuchskind.de/galerie/schattenspringer/as.php

Für Lehrer, vielleicht auch für Schulpsychologen,  würde ich das Buch "Nicht normal, aber das richtig gut" von Denise Linke empfehlen. Es ist ein lebendig geschriebenes autobiographisches Buch mit einem leidenschaftlichem Plädoyer für integratives Lernen in der Schule. Bitte investiert in die Anschaffung und gebt es den Lehrern zu lesen! (Es gibt natürlich aus spezielle Fachliteratur, aber die kenne ich nicht.)

Die beste Unterstützung und Beratung könnt ihr von einem Autismus-Kompetenzzentrum bzw. Autismus-Therapiezentrum bekommen. Die kennen sich mit genau diesen Problemen aus. Findet heraus, wo es so etwas bei euch gibt und macht dort einen Termin ab. Dort kann deine Schwester auch ein Coaching zum Umgang mit Nichtautisten und weitere Hilfen zur Gestaltung ihres Alltages bekommen.

Von eurem Vater werdet ihr keine Unterstützung erwarten können. Wahrscheinlich ist seine "Gelassenheit" einfach ein aus seinem Autismus herrührende Unfähigkeit, sich in die Situation deiner Schwester hineinzuversetzen.

Viel Erfolg!

So ganz stimmt das leider nicht... Jugendämter haben mich auch schon versucht ins Heim zu kriegen obwohl ich "nur" schulische Probleme habe...

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@Jessi296

Merkwürdig. Wahrscheinlich haben sie die Ursachen für die Schulprobleme in der Familie gesucht. Anders kann ich mir das nicht vorstellen.

Hast du schon herausgefunden, ob es bei euch ein Autismus-Kompetenzzentrum oder eine Selbshilfegruppe in erreichbarer Nähe gibt?


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@Aleqasina

Naja also im Sinne des Kindes handeln die bei mir schon lange nicht mehr.  Kann aber von Jugendamt zu Jugendamt auch Unterschiede geben.

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@Jessi296

Bei uns lassen sie die Kids so lange wie möglich in den Familien. Manchmal sogar zu lange...

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Mir ist eins aufgefallen, du schreibst bereits im Titel dass deine schwester nicht mehr zur schule will. Doch beim lesen erkennt man dass es (noch) nicht so ist.

Du schreibst dass ihr bereits Angst habt dass sie gemobbt wird usw.

Sie selber hat (noch) keine Angst.

Usw

Ihr seid auf dem besten Weg dem Kind Angst einzuprägen wenn ihr euch so weiter verhaltet.

Internat ist das schlimmste was du einem Kind antun kannst! Dort findet erst recht mobbing statt. Und zwar vom feinsten. Kinder die sich dagegen nicht wehren können und dort durch andere schickaniert werden  (also die schwächeren) bekommen oft psychische störungen fürs Leben !

In der Waldorfschule haben meiner Meinung nach die Lehrer versagt wenn es so weit gekommen ist   aber auch deine Mutter hätte viel früher und öfter darauf reagieren können um ihr kind zu beschützen.

Aber um dein Kind dauerhaft vor Mobbing zu schützen MUSS unbedingt mehr Initiative von den Eltetn kommen sonst passiert es in jeder Schule. Egal wie oft ihr sie wechselt.

Denselben fehler machten sie bei dir und wiederholen ihn nun bei deiner Schwester. Das Problem liegt ganz klar bei deinen Eltern und nicht bei den Kindern.

Die Eltern müssen das Kind auffangen und nicht wegschieben und davor weglaufen . Es ist evtl anstrengend aber anders geht es nicht.

Wichtig jedoch ist dass ihr keine Angst dem Kind übermittelt, also das was ihr jetzt bereits tut. Massnahmen ergreifen und Vorbeugen ist wichtig aber nicht in Verbindung mit Angst.

Wenn ihr due angst  nicht ablegt dann wird es sich weiter drehen und immer schlimmer werden.

Alles was du schreibst klingt so als wärt ihr jetzt schon mit dieser Sittation überfordert obwohl noch nicht wirklich grossartig was passiert ist (deshalb die Idee mit dem Internat - kind wegschieben - zeigt eure Flucht vor der Verantwortung und Problem).

Aus dem Grund würde ich euch raten dass die Mutter und du euch an eine Fachkraft wendet, die euch unter die Arme greifen können, euch psychisch aufbauen können viele Ratschläge geben können. Denn ganz klar liegt das Problem stark in euch und nicht in dem Kind. Das Kind wird so wie Eltern es leiten. Die Eltern geben ihm vor wie es leben soll. Das kind orientiert sich in erster Stelle immer nur am elternhaus.

 ein psychologisches Gespräch würde eucg sehr gut tun oder vielleicht gibt es beim Caritas oder Diakonie, Stellen wo ihr euch beraten lassen könnt. Es gibt Sozialpädagogen die euch hier begleiten können damit eben die Situation nicht eskaliert.

Was ihr noch machen könnt ist unbedingt Kontakt zur Schule aufnehmen. Sie sind verpflichtet nach bestimmten Dingen zu schauen und alles dafür tun dass sowas wie Mobbing nicht an Schulen stattfindet. Ihr müsst nur früh genug handeln und nicht erst dann wenn es zu spät ist.

Ist ein schwieriges Thema und ich kenne mich mit asperger auch überhaupt nicht aus. Aber ich versuche es jetzt rein menschlich.
1) wenn daheim Gewalt droht dann sorg erstmal dafür dass du in Sicherheit bist
2) Mobbing ist ein Phänomen das LEIDER normal am Gymnasium ist das gibt es aber auch auf jedem Internat.
3) wenn deine Schwester in soner Situation ist hilft es wenn sie nicht aufs Mobbing eingeht sondern ersteinmal damit lebt wie sich darauf aber asperger auswirkt weiß ich auch nicht
4) Versuch unbedingt deiner Schwester ein paar Freunde zu suchen, einfach jemanden der sie nach der Schule auf andere Gedanken bringt
5) sei für sie da VOR ALLEM wenn sie sich zurück ziehen will
6) wenn alle Stricke reißen Versuch ganz ruhig und gelassen wenn dein Vater gerade gut drauf ist mit ihm darüber zu reden. Wenn du dann aber merkst dass es ihm komplett zuwider ist, brich das Gespräch ganz ruhig ab und Versuch es später nochmal

Das wichtigste ist aber dass sie sich einen Freundeskreis außerhalb der Schule aufbaut in den sie sich zurückziehen kann und den ganzen Alltag vergessen kann
Hoffe ich konnte dir ein bisschen helfen
Liebe Grüße
Lucas

erst mal danke, dass dus versuchst

mein vater ist die ganze zeit nur gelassen, sieht weder das problem, noch will er meine mutter beruhigen. wir werden von ihm wirklich im stich gelassen, ausgerastet ist meine mutter.

meine schwester hatte eine freundin, aber die hat auch gemerkt, dass meine schwester angst vor dem busfahren ohne lehrerin (warum war eigentlich die lehrerin nicht dabei?) hat und hat sie dann beleidigt und ist wohl zu den anderen kindern gegangen. dort hat sie dann über sie geredet

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@Erheberin

wir glauben, dass mein vater die familie nicht liebt, das gefühl hat zumindest meine mutter seit jahren und jetzt kommt noch die angst dazu dass meiner schwester auch mal die stimme versagt wie mir eine zeit lang

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