Meine Schwester redet seit Monaten nur noch vom Tod bzw. Suizid - soll ich sie einweisen?

19 Antworten

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Vorweg: Der nachfolgende Text ist kein Rat im Sinne von "Tue es bitte genau so.". Es steckt viel eigene Überzeugung in dieser Antwort und diese nicht zu teilen ist absolut legitim. Ich möchte nur darlegen, wie ich mit dieser Situation umgehen würde oder auch schon gegangen bin - was nicht heißt, dass es automatisch auch die beste Entscheidung für jeden ist. 
Bitte lese dir also auch aufmerksam die anderen Antworten durch und verschaffe dir einen Überblick, um am Ende eine eigene Entscheidung treffen zu können.

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Bei einer chronischen Erkrankung wie Morbus Crohn, die zwar nicht tödlich und mal mehr, mal weniger gut zu behandeln, sehe ich ein zweischneidiges Schwert bezüglich einer Entscheidung für den Suizid. 

An erster Stelle steht, so denke ich, das Gespräch. Schreibe sie an und frage sie, wie diese Entscheidung zustande kam und wie sie darüber denkt, denn scheinbar scheint es sich dabei nicht um eine Impulshandlung zu handeln, sondern um eine geplante und womöglich auch gut durchdachte Handlung - genau das gilt es erst einmal zu hinterfragen, um zu klären, ob sie sich nicht vielleicht "gedanklich verrannt" hat und umzustimmen ist. 
Die Chance auf ein Gespräch solltest du ihr geben, bevor du über weitere Schritte entscheidest, allerdings solltest du dies auch nicht zu lang aufschieben, denn bei einer Suizidankündigung gilt es immer, so wenig Zeit wie möglich zu verlieren.
Deine Schwester, so denke ich, wird sich sicherlich auch auf ein Gespräch einlasse, wenn du sie nicht mit Vorwürfen überhäufst wie "Denke doch einmal an die anderen." oder "Das ist so egoistisch.", sondern ihr erst einmal zuhörst und versuchst so sachlich wie möglich zu fragen. Sie soll sprechen dürfen und auch auf Verständnis stoßen können - "Das wird schon wieder." und "So schlimm ist es doch gar nicht." ist dabei absolut kontraproduktiv.

Es ist ungemein schwer mit einem Angehörigen über einen Suizid zu sprechen aber genau das ist wichtig und mit ihren Nachrichten signalisiert sie Gesprächsbedarf - würde sie partout nicht sprechen wollen, würde sie dich nicht über einzelne Schritte in Kenntnis setzen. 
Gebe ihr die Möglichkeit genau das tun zu können - zu reden, während ihr jemand aufmerksam zuhört.
Womöglich erfährst auch du, wie es deiner Schwester genau ergeht und im besten Fall findet ihr sogar allein dadurch schon einen Weg, den ihr gemeinsam anstreben könnt. Ein offenes und auch verständnisvolles Ohr ist dafür aber das A und O.
Unter Umständen stößt sie so selbst auch auf neue Perspektiven oder Ideen und genau diese, ohne sie erzwingen zu wollen, wären ein großer Fortschritt.

Nun hast du einen bemerkenswerten Satz geschrieben:

"Einerseits ist es aber doch ihre Entscheidung und ihre Freiheit, was sie mit ihrem Leben macht."

Das ist auch richtig.
Die Entscheidung liegt bei ihr und insbesondere bei einer sehr unangenehmen chronischen Erkrankung, kann ich diesen Gedanken sogar sehr gut nachvollziehen. In diesem Fall gibt es schlicht kein "Auch andere Mütter haben schöne Söhne." oder "Du kannst die Klassenstufe im Zweifel auch wiederholen." - chronisch bleibt und eine Aussicht auf Heilung stehen nicht besonders gut, auf Linderung schon aber eben nicht Heilung. 
Fairerweise, würde ich wohl an ihrer Stelle mit dem selben Gedanken spielen und nach einem langen Leidensweg, sicher wird diese Diagnose nicht erst seit einer Woche stehen, umso mehr. 

Jedoch plädiere ich grundsätzlich immer dafür, jede Option auszuschöpfen die sich einem bietet, bevor man sich schlussendlich fix für den Suizid entscheidet und genau diesen Gedanken könntest du auch deiner Schwester versuchen zu vermitteln - sie soll alles einmal probieren und sich darauf einlassen, denn verlieren wird sie dadurch nichts. 
Es mag makaber klingen aber der Suizid wird ihr nicht davon laufen.
Aus dem Grunde, ich verweise auf die neuen Perspektiven und Ideen, ist allein die Frage: "Welche Möglichkeiten gibt es denn aktuell?" keine schlechte - so gewinnst auch du einen Überblick, denn neben dem Suizid gibt es immer mindestens eine andere Möglichkeit.

Eben genau um diesen Gedanken geht es mir, denn auch wenn ich mich damit auf sehr dünnes Eis bewege:
Ich stelle mich nicht per se gegen einen selbstbestimmten Tod.

Wird diese Entscheidung nach reiflicher Abwägung getroffen und auch nachvollziehbar dargelegt, so beispielsweise habe ich es bei jemanden mit einer Demenzdiagnose erlebt, würde ich nicht weiter einschreiten - die Betonung möchte liegt hierbei klar auf "ich".
Das Leid deiner Schwester und ihre Lebenssituation kann ich nicht einschätzen, ich weiß dementsprechend nicht wie es ihr geht, was sie bereits versuchte, was scheiterte und wie die Prognose für die Zukunft lautet. Es gibt Umstände, bei denen ich ihrer Entscheidung jedoch nicht im Wege stehen würde - so schwer es mir selbst auch fiele.
Bei wieder anderen, macht die Entscheidung einen unüberlegten und nur schwerlich nachvollziehbaren Eindruck, sähe es anders aus und ich würde handeln - beispielsweise in dem ich den psychiatrischen Notdienst alarmiere. 
Selbst einweisen kannst du sie schließlich nicht, da du nicht ihr Vormund bist.

Es tut mir ungemein leid, dass du dich in dieser Lage wiederfindest und glaube, dass es sehr wichtig ist auch mit deinem nahen Umfeld über diese Situation zu sprechen. In diese Lage gebracht zu werden ist ungemein schwer und ich verstehe sehr gut, wenn du schreibst "Ich will meine Schwester nicht zwangseinweisen.", jedoch gibt es Umstände in denen Handeln gegen den Wunsch des anderen, schlussendlich die einzig richtige Entscheidung ist - auch wenn man damit auf wenig Gegenliebe stoßen wird.

Das einzige was ich dir wirklich nur anraten kann, ist das du mir ihr sprichst. Trefft euch, sofern dies möglich ist und redet miteinander. Wenn dies geschehen ist, hast du vielleicht auch ein besseres Bild von der Situation und kannst auch deine Position in dieser Situation festmachen 
- bei Zweifeln ist Hilfe zu alarmieren jedoch immer besser, als dies nicht zu tun. 

Ich wünsche dir sehr viel Kraft und hoffe sehr, dass du und deine Schwester eine Lösung finden, mit der ihr beide glücklich werden könnt.

Liebe Grüße.

Deine Antwort ist gut.

Nur eines möchte ich anfügen:

Bei einer chronischen Erkrankung wie Morbus Crohn, die zwar nicht tödlich...tja, leider doch, habe schon mehrere Menschen, die - genau wie ich - unter dieser Krankheit leiden mussten, verloren :( Nur darauf warten kann man nicht...insofern kann ich die Gedanken, die die FS schildert, nachvollziehen....

LG :)

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Ich würde an deiner Stelle erstmal das persönliche Gespräch mit ihr suchen. Wenn du dir solche sorgen um sie machst, wäre es vielleicht gut, ihr das auch so zu sagen. Wenn die Möglichkeit besteht, wäre es auch eine gute Idee, vielleicht eine Weile zu ihr zu ziehen oder sie zu dir nach Hause zu holen. So kannst du auf sie Acht geben und ihr zeigen, dass sie nicht allein ist. Klar ist ein Klinikaufenthalt besser als es einfach zu ignorieren, aber meiner Meinung nach ist die Hilfe von Freunden und Verwandten in so einer schweren Situation besonders wichtig, da sich Betroffene oft allein oder unverstanden fühlen. Wenn du Befürchtungen hast, dass sie es ernst meint, wäre ich an deiner Stelle schon zu ihr gefahren. Falls das wegen der Entfernung oder so nicht möglich ist und du das Gefühl hast, dass sie bald einen Versuch starten wird, kannst du auch die Polizei einschalten und zu ihrem Haus schicken. Aber ansonsten würde ich erstmal versuchen für sie da zu sein und eventuell (ich weiß ja nicht wie das Verhältnis zu euren Eltern ist) auch eure Mutter oder andere Verwandte um Hilfe bitten. Viel Erfolg, ich wünsche euch alles Gute! 

Du kannst nicht einfach eine erwachsene Frau einweisen! Vor allem nicht wegen solchen Aussagen! Dafür müsste es sie schon eine große Gefahr für sich/der Allgemeinheit darstellen!

Ich würde mal ein ruhiges persönliches Gespräch mit ihr führen! es gibt viele depressive Menschen auf dieser Welt - dennoch muss man wissen, dass sich nicht gleich alle umbringen wollen ;)

Ich wünsch dir alles Gute!

Sie hat gerade eine kleines Tief, das kann morgen schon wieder ganz anders aussehen! Versuch erstmal herauszufinden warum sie momentan alles sehr negativ sieht - aber in so einem Fall muss man definitiv nicht direkt in die Geschlossene!

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