Meine Mutter rastet aus und ich weiß einfach nicht mehr weiter?

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5 Antworten

Die Idee mit dem Internat finde ich absolut gut. Auch für Deine Geschwister. Schaue doch einfach mal online nach welche Internate es in welchem Bundesland so gibt. Empfehlenswert ist dann zusätzlich das Archiv des dradio zu nutzen. Einige wurden dort namentlich behandelt. Du wirst aber wohl frühestens im Jahr 2014 fündig werden für Deinen Bedarf. 

In einem Internat könnt Ihr Kinder Euch auf die Entwicklung Eurer eigenen Persönlichkeit unbeeinflusst von der Störung Eurer Mutter konzentrieren während Eure Eltern mehr Freiraum haben sich den Ursachen zu stellen - wenn sie denn wollen. 

Deine Schilderung hat in mir ein Wort ausgelöst: 

Kriegsfolgen

Es ist nach einem Krieg nie damit getan dass die Waffen ruhen. Wenn die Waffen ruhen geht es zunächst mal darum die reine Existenz abzusichern, denn in der Regel fehlt es selbst am Nötigsten. Für ein Minimum an elterlicher Fürsorge bleibt da seltenst Zeit. Vor allen Dingen wenn mitgedacht wird dass ja ein Großteil der Männer sich gegenseitig abgeschlachtet hat. Krieg eben. 

In dem Gebiet welches wir heute unter Deutschland verstehen gab es in den letzten 2.000 Jahren durchschnittlich alle 50 Jahre einen solchen Krieg. Entsprechende soziale Defekte haben sich in unserer Gesellschaft manifestiert. 

Was nun unseren letzten Blutrausch angeht so kommt mir der Begriff Desozialisierung als Teil der bereits vorbereitenden Propaganda in den Sinn. Desozialisierung hier im Sinne von Zerstörung vorhandener sozialer Strukturen. 

Tatsächlich sind die Folgen heute behandelbar. Allerdings werden sie nach meiner Kenntnis nur in NRW als Therapie durch Krankenkassen bezahlt und entsprechend auch vor Ort angeboten. Therapie behandelt hier nicht nur die direkte Nachkriegsgeneration sondern alle davon betroffenen Personen.

Wir haben heute den Begriff Borderline. Ob er dazu genutzt wird die beschriebene Störung zu übertünchen oder nicht kann ich nicht beurteilen. In manchen Fällen handelt es sich deutlich bei den Betroffenen um Grenzgänger. In vielen Fällen aber eben auch um Menschen mit ganz anderen Lebensaufgaben. 

Dass Du Deine Familie nicht im Stich lassen willst ist ehrenhaft. Zu überlegen aber ist auf jeden Fall wie die beste Hilfestellung geleistet werden kann. 

Tatsächlich - ich bitte eindringlich mich hier nicht misszuverstehen - stellen Kinder eine Herausforderung und Belastung dar. Sind sie weg wird eine Menge Raum und Zeit frei die anders genutzt werden können. 

Auch von Deinem Vater. 

Nach meiner doch reichlichen Lebenserfahrung sind Männer eher unfähig sich der von ihnen geliebten Person zu widersetzen als wir Frauen. Ihre Leidensfähigkeit ist dann durchweg sehr erstaunlich. 

Sind aber noch zusätzlich geliebte Kinder da ist es für solche Männer in der Regel unmöglich auf sich selbst zu achten. 

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Denke mal in Ruhe über meine Ausführungen nach. Denn Eines steht fest: 

Du kannst einen anderen Menschen nicht tragen. 

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Du solltest dein Zimmer abschließen können. Als Rückzugsort für dich. Rede noch mal mit deinem Vater, er soll sich für euch Kinder einsetzen. Da ein Internat sehr kostspielig ist, wird es dazu nicht kommen. Sie versucht nur, ihre Macht zu demonstrieren. Ein Internat wäre ja super, dann wärst du weit weg von allem. Aber die kosten nunmal sehr viel Geld. Halte möglichst Distanz zu ihr, Borderline ist nicht ohne. Hast sie einen Anfall, verlass die Wohnung und geh nach draußen. Aber bitte nicht nachts. Suizid ist keine Option für dich, früher oder später kommst du aus dieser Situation raus. Borderline-Mütter haben schwer mit sich selbst zu kämpfen. Sie soll mal zum Therapeuten gehen.

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Kommentar von 0Ichputzhiernur
01.02.2016, 21:45

Meine Mutter ist selbst Psychotherapeutin, was ein Wiederspruch in sich selbst ist. Eine psychisch Kranke die psychisch Kranken helfen soll?! Und obwohl sie ihre eigenen Probleme nicht in den Griff bekommt ist sie eine gute Psychotherapeutin. Ich könnte sie nicht dazu bringen das sie zu einem Psychiater geht. Das Jugendamt kommt nicht in Frage, weil ich das meinem Vater nicht antun kann und will. Es ist mir gleich wie schlecht es mir geht; egal was ich tue, es darf nicht den Leuten schaden die ich liebe. Damit käme ich einfach nicht klar.
Mein Zimmer kann ich nicht abschließen irgendwann hat sie mir mal den Schlüssel abgenommen, wiederbekommen habe ich ihn nicht. Früher habe ich dann alle meine Bücher aufgestapelt und die Türklinke so befestigt das niemand sie mehr herunterdrücken konnte. Im folgenden hat sie mir Teile meiner Bücher abgenommen, dann habe ich eine Konstruktion aus Schnüren und Gewichten aufgebaut, damit könnte ich die Tür einfach verschließen, aber daraufhin hat sie mir die nötigen Dinge angenommen. Ich war ziemlich einfallsreich was verrammlungsmethoden für meine Tür anging, aber ich kann mich nicht ewig in meinem Zimmer einsperren und ich habe nicht mehr viele Möglichkeiten damit niemand mehr mein Zimmer betreten kann. Manchmal gehe ich auch Abends, Nachts oder früh morgens in das Baumhaus oder gehe stundenlang Fahrrad fahren. Hauptsache ich komme raus und irgendwo hin weg. Als ich klein war wollte ich weglaufen, aber ich bin nicht dumm. Ich könnte es weder meiner Familie antuen noch gehe ich davon aus das ich sonderlich weit kommen würde und dann käme ich in irgendeine Jugendpsychiatrie müsste mit Menschen reden denen ich nichts zu sagen habe. Ich kann keinem Meine Probleme anvertrauen, außer hier im Netz...

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Kommentar von 0Ichputzhiernur
01.02.2016, 22:04

Ich weiß. Das ist vermutlich meine Größte Sorge. Ihre Mutter war ähnlich wenn auch nicht ganz so extrem, ihr Vater hat sich auch immer rausgehalten. Ich distanziere mich so gut ich kann, aber was soll ich weiter schon groß tun? Ich kann nicht mit Menschen reden die ich nicht kenne, wobei das Netz eine Ausnahme darstellt. Würde man mich neben einen Psychiater setzen ich würde schweigend dasitzen und nichts tun. Sie ist einfach unberechenbar, wer weiß ob sie wieder gewalttätig werden würde, wenn ich ihr drohen sollte? Ich lebe neben ihr, aber sie ist einfach nicht berechenbar... Ich weiß nicht ob ich Angst habe ich weiß das ich wütend bin und das ich traurig und enttäuscht bin, aber ob ich Angst habe weiß ich einfach nicht...

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Vielleicht könntest du Hilfe für deine Mutter besorgen. Ansonsten Abstand von ihr halten und die Sachen nicht so ernst nehmen und eher um dich selbst kümmern.

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Kommentar von McBlaBla
01.02.2016, 21:23

Die war doch bei ein Arzt

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Geh zum Jugendamt mit dein Vater zusammen
Die helfen auf jeden Fall

So kann es ja nicht weitergehen

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Hallo,

Woran liegt es das sie so ist?


Benachrichtige das Jugendamt.

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Kommentar von 0Ichputzhiernur
01.02.2016, 21:55

Vermutlich an ihrer Mutter, sie war ebenfalls ähnlich, auch wenn ich von keiner Borderlinestörung ausgehe... Ich habe Angst genau so zu werden wie sie, darum spreche ich nach Möglichkeit kaum mit ihr. Ignoriere ihre Bemerkungen, aber manchmal bricht es einfach aus mir heraus und ich werde so wütend weil sie uns das antut, weil ich nie eine Mutter hatte und nie eine Mutter haben werde, weil ich nie Kind sein könnte mein Leben lang jeden Schritt abwägen musste um nichts falsches zu sagen. Stattdessen hatte ich eine psychisch Kranke mit der man nicht reden kann, bei der jedes Wort einen Anfall auslösen könnte und vor der man Angst hat...
Das Jugendamt kommt nicht in Frage. Ich bin kein guter Mensch, aber wenn ich mit etwas nicht klar komme dann den Leuten die ich liebe zu Schaden... Ich könnte das meinem Vater und meinen Geschwistern nicht antun... Darum geht das nicht. Mein Glück ist nicht so wichtig, wie das der Leute die ich liebe...

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