Meine Mutter ist Schizophren und Obdachlos, was kann man tun?

13 Antworten

Hallo zusammen, 

Ich habe aus lauter Verzweiflung heute hier angefangen zu lesen und gemerkt, dass ich mit meinem Problem nicht alleine bin. 

Mein Bruder leidet seit fast fünf Jahren an Schizophrenie. Einen Betreuer hat er seit fast drei Jahren, nachdem ich diese Aufgabe nicht mehr alleine bewältigen konnte. 

Er ist 26 und ein sogenannter Drehtürpatient. Seit September lebt er nun auf der Strasse in Siegburg. Dort habe ich ihn gestern am Bahnhof gefunden. Er hat mich zwar erkannt, lehnt aber jede Hilfe ab. Meine ganze Familie ist überfordert mit dieser Situation. Überall hört man nur, dass er diese Lebensweise ja selber gewählt hat und dass man ihm nicht helfen kann, solange er nicht um Hilfe bittet. 

Er kann das aber doch überhaupt nicht überblicken und so leben will er doch auch nicht. Die Stimmen in seinem Kopf sind lauter als seine Vernunft oder sein Verstand. 

Erst wenn er versucht sich das Leben zu nehmen oder eine andere Person angreift kann gehandelt werden. Aber dann ist es doch schon zu spät. 

Ich bin so verzweifelt, kann seit Jahren nachts nicht schlafen und die Sorge um meine Eltern kommt auch noch dazu. 

Was passiert, wenn er den Winter nicht überlebt? Er ist so durcheinander, dass er die warmen Sachen die ich ihm mitgebracht hatte, zwei Stunden später schon nicht mehr gefunden hat. 

Hier ist doch eine Lücke im System, oder? Ich will niemanden einfach so entmündigen, wenn jemand aber nicht verstehen kann, was mit ihm passiert, den muss man doch vor sich selbst schützen. Er ist noch so jung und hat eigentlich sein ganzes Leben noch vor sich.

Was kann ich für meinen Bruder tun?

Freue mich wirklich sehr über eure Rückmeldungen!

NaWiet

Hallo Virriz, auch wenn der Beitrag jetzt schon älter ist, hoffe ich auf eine Antwort von dir. Ich bin18 Jahre alt und meine Mutter ist auch schizophren und lebt jetzt seit ca einem Jahr auf der Straße. ich versuche ihr so gut es geht zu helfen, aber ich schaffe es alleine einfach nicht... ich würde mich freuen wenn du mir antworten würdest. Mich würde es sehr interessieren wie du jetzt fortgefahren bist. Liebe Grüsse

Hallo decreasinglyy!

Tut mir sehr leid, das von deiner Mutter zu hören. Ich habe deine Antwort leider eben erst gelesen, sonst hätte ich schon eher geschrieben. Ich wünschte, ich könnte dir irgendwie helfen...

Im Fall meiner Mutter konnte ich selbst nichts machen. Das hat mich über die Jahre krank gemacht (Depressionen). Das Beste, was du machen kannst: Hilf dir selbst! Lerne zu akzeptieren, dass sie trotzdem ein Mensch ist, der seine eigenen Entscheidungen trifft.

Bei mir hat sich das vor etwa anderthalb Jahren geregelt, als meine Tante, die sich zuvor helikopterartig um meine Oma gekümmert hat, selbst getötet hat. Dann hatte meine Oma einen Unfall und benötigt seitdem intensive Pflege. Seitdem lebt meine Mutter nicht mehr auf  der Straße, sondern bei meiner Oma und ist Hauptpflegerin (verdient also auch was). Kurz bevor das alles geschehen ist, wurde die Betreuung aufgehoben, weil meine Mutter nicht auffindbar war (da gibt es so 'ne Frist). Sie hat jetzt die volle Kontrolle über all ihre Angelegenheiten und kurzfristig schien es sogar so, als wäre sie auf dem Weg der Genesung von ihrer Schizophrenie (ist gemeldet, hat ein eigenes Konto, läuft mit Behindertenausweis herum). Dem ist aber nicht so, es gibt nur Probleme. Zumindest ist sie momentan von der Straße weg. Sie meinte jedoch, dass sie nur so lange bei meiner Oma bleibt, wie es notwendig ist.

Inzwischen halte ich mich von alldem so fern wie nur möglich. Es ist eine psychische Dauerbelastung, besonders, da ich selbst an Depressionen leide. Da habe ich schon genug mit zu tun und ich will ja irgendwann mal eine eigene Familie gründen und für diese ein gesunder und fröhlicher Vater sein.



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Offensichtlich nimmt die Betreuerin ihre Aufgabe nicht ernst. Versuch eine andere zu bekommen und dass evtl. die Betreuung ausgeweitet wird.

Wie viele Straßenkinder gibt es in Frankreich?

Hallo,die frage steht ja schon oben. Ich muss das wissen und komm einfach nicht darauf also finde nichts dazu, wäre toll wenn mir da jemand helfen könnte.

Liebe Grüße :)

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Ohne persönliche Vorstellung "AU" bekommen

Hallo,

meine Schwester lebt in einem Wohnheim für Behinderte. Vieles läuft in der Wohnstätte nicht so wie es sein sollte, deswegen suchen wir zur Zeit auch nach einer anderen Wohnmöglichkeit für meine Schwester. Aber bis etwas geeignetes gefunden wurde, sollte doch alles zu unserer Zufriedenheit laufen.

Gestern ist sie Krank geworden. Meine Mutter (gesetzl. Betreuerin) hat den Pflegekräften angeordnet, das sie zum Arzt gehen sollen, wenn es wenn meiner Schwester heute nicht besser gehen sollte.

Morgens rief die Diensthabende Pflegekraft an und teilte mit, das meine Schwester bis einschl. Freitag Krank geschrieben sei. Auf die Frage was sie denn hätte, reagierte der Mitarbeiter überrascht und sagte: Eine Erkältung, das sagten Sie doch gestern auch schon. Nach längerem nachhaken kam heraus, das zwar der Mitarbeiter beim Arzt war und die AU geholt hat, aber meine Schwester zuhause gelassen hat.

Trauriger Weise hat er meiner Schwester eingeredet, das sie, wenn sie mit ihrer Mutter telefoniert, sagen soll das sie beim Arzt waren. Nur kann meine Schwester nicht wirklich gut "lügen" und somit kam das natürlich auch heraus. (Aber das ist eine andere und leider immer wieder vorkommende Geschichte) Vieles läuft in der Wohnstätte nicht so wie es sein sollte, deswegen suchen wir zur Zeit auch nach einer anderen Wohnmöglichkeit für meine Schwester. Aber bis etwas geeignetes gefunden wurde, sollte doch alles zu unserer Zufriedenheit laufen.

Meine Frage ist nun: Darf der Arzt das überhaupt? Muss er sich den Patienten nicht wenigsten angeschaut haben? Es geht hier um einen Menschen mit Behinderung.

Danke für eure Antworten Gruß Tanja

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Falls ja, ist eine Möglichkeit vorhanden wieder einzusteigen? Sind die Notscheine der Krankenkasse aktiv, ich nehme an eher Nein, weil man ja raus ist. Ich nehme an wenn man obdachlos ist, wird man automatisch "rausgeschmissen", oder? Kann man bei Notfällen ohne Geld behandelt werden, Caritas oder sonstigen Einrichtungen?

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