Meine Mutter ist heute an Krebs gestorben, sie gab sich in die Hände eines Heilpraktikers, und verlor ihr Leben auf Grund falscher Therapieversprechen, Wann?

9 Antworten

Es ist schon einige Monate her, aber von mir mein Beileid zum Verlust Ihrer Mutter. Die Frage, warum derartige Scharlatanerie heute noch legal sein kann, ist nicht einfach zu beantworten. Ich persönlich sehe zwei Hauptgründe.

Der erste liegt darin, dass für Heilpraktiker immer noch keine einheitliche und transparente Ausbildung gefordert wird. Es gibt sicherlich auch gute Heilpraktiker, die ihre Grenzen kennen und in solchen Fällen den Onkologen nicht ins Handwerk pfuschen. Aber es gibt eben auch solche, die die Notsituation des Patienten schamlos ausnutzen. Leider ist der Glaube in der Bevölkerung auch weit verbreitet, "Alternativmedizin" wäre grundsätzlich sanft und erfolgreich, während "Schulmedizin" zerstörerisch und erfolglos sei.

Der zweite Grund ist unser Gesundheitssystem selbst. Viele Patienten fühlen sich in den leider oft seelenlosen Medizinbetrieb verraten und verkauft. Sie erhalten weder eine einfühlsame Diagnosestellung, noch für den Laien verständliche Informationen zu ihrer Krankheit oder menschliche Zuwendung. Dazu kommen Standesdünkel, verknöcherte Hierarchieverhältnisse und täglich wechselnde Ansprechpartner in den Kliniken.

Man kann nur hoffen, dass solche Fälle wenigstens für andere Betroffene eine Warnung sind. Wenn Onkologen eine Chemotherapie (bzw. Antikörpertherapie, Antiöstrogentherapie usw.) für notwendig erachten, ist diese in aller Regel auch notwendig. Man weiß heute zu Krebs zwar noch nicht alles, aber man hat einen langjährigen Erfahrungsschatz, wie sich Krebserkrankungen normalerweise verhalten, wenn bei der OP Krebszellen übersehen wurden oder bereits im Körper auf Wanderschaft waren. Da helfen nachweislich weder Vitamin C noch Aprikosenkerne oder Mistel.

Sicherlich gibt es immer Vorbehalte gegen Zytostatika, denn sie sind giftig für den Körper, können Nebenwirkungen haben, und auch ihrerseits das Leben verkürzen. Allerdings sind alle Onkologen verbindlich verpflichtet (und können, im Gegensatz zu den Scharlatanen, juristisch belangt werden), die Risiken der Behandlung gegen die der Nichtbehandlung kritisch abzuwägen. Statt sich einem Scharlatan in die Hände treiben zu lassen, sollte man lieber eine Zweit- oder auch Drittmeinung bei einem anderen Onkologen oder einer anderen Klink einholen. Im Zweifelsfall so lange suchen und "nerven", bis man alles ausführlich erklärt bekommen hat. Immerhin geht es um nicht weniger als das eigene Leben, da darf man schon mal die ärztliche Gottesgleichheit in Frage stellen.

Was den Heilpraktiker betrifft, der die Fehlbehandlung durchgeführt hat: Zumindest theoretisch könnte er sich einer Körperverletzung schuldig gemacht haben. Allerdings hat man als Patient bzw. Hinterbliebener das Problem der Nachweispflicht. Sollten sich also irgendwo schriftliche Dokumente oder Zeugen finden, in dem der Scharlatan nachweislich
a.) von der Chemotherapie abgeraten hat
b.) einen Therapieerfolg mit Vitamin C versprochen hat
hätte eine Anzeige wegen Körperverletzung mit Todesfolge gegebenenfalls Erfolg. Es würde zwar Ihrer Mutter nicht mehr helfen, aber der Scharlatan würde wahrscheinlich niemand anderem mehr schaden können. Liegt hingegen nichts Schriftliches/Bezeugbares vor, wird der Scharlatan sich auf die freie Patientenmeinung berufen und behaupten, Ihre Mutter hätte auf eigenen Wunsch auf "alternative Medizin" bestanden.

Weil man selbst für sich verantwortlich ist. Es ist bekannt, dass ein Heilpraktiker kein Arzt ist. Ob man so jemandem seine Gesundheit anvertrauen will, hat man selbst zu entscheiden. Aus irgendeinem Grund schien deine Mutter ja Probleme mit richtigen Ärzten zu haben. Wer weiß, ob sie dann wirklich noch so lange gelebt hätte, das sind Schätzungen der Ärzte, die auch falsch sein könnnen. Und vor allem weiß niemand wie es ihr in diesen angeblichen 20 Jahren ergangen wäre.

ihr ist die Schulmedizin angeboten worden, die hat sie abgelehnt.. folglich war es ganz allein ihre Entscheidung den weiteren Behandlungsweg zu bestimmen und das ist auch gut so, denn es wäre doch schaurig wenn man jemanden "entmündigen" würde nur weil er eine Behandlung ablehnt.. 

zudem bedenke so einige Menschen sterben ziemlich schnell wenn die eine Chemo nicht vertragen .. zudem leiden häufig die Überlebenden an schlimmen Folgeschäden und verlieren dann reichlich an Lebensqualität zusätzlich zu dem lebenswerten Lebenszeitverlust in der Behandlungszeit..

Was möchtest Du wissen?