Meine Mutter hat mir ein Haus geschenkt und notariel überschrieben, hat mein Bruder Anspruch

3 Antworten

Meine Mutter hat mir ein Haus geschenkt und notariel überschrieben, hat mein Bruder Anspruch auf einen Anteil, falls die Mutter stirbt ?

Nicht am Haus selbst. Aber am Verkehrswert, nicht Schenkungswert laut Notarvertrag der Immobilie im Zeitpunkt des Übergangs, kann er 10 Jahre lang Pflichtteilsergänzung beanspruchen.

Jährlich 10% des Schenkungswertes fallend, wird der Wert dem Nachlass wieder hinzugrechnet und kann zur Pflichtteilsquote ausgeglichen verlangt werden.

Bsp: Erbfall nach 5 Jahren, Schenkungswert 80, degressiver Schenkungswert 47, Reinnachlasswert ohne Haus noch 120. Bei Erbquote 1/2 wären dies ohne Haus 60, Pflichtteilsrecht 30. Mit Haus aber rd. 84, Pflichtteil 42 auszuzahlen gewesen..

Dein Bruder bekäme statt 60 nunmehr 72 aus fiktivem Reinnachlasswert.

G imager761

wenn sie innerhalb der nächsten 10 Jahre stirbt, fällt das Haus zurück in die Erbmasse und dein Bruder darf die Hand aufhalten.

Das ist nicht vollständig richtig. Pro Jahr werden 10% der Schenkung "vollzogen" Bei Versterben nach z.B. 6 Jahren sind nur noch 40% auf den Pflichtteil anzurechnen.

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@Freggelhase

Dass ist nun vollständig falsch.

Die Schenkung wäre erst nach 10 Jahren vollständig vollzogen.

Bis dahin besteht ein Rückforderungsrecht aus Rechtsgrund Verarmung: Die Schenkungsgeberin kann jederzeit Rückauflassung betreiben, um etwa durch Fremdverkauf ihre Pflegekostenlücke bei Heimunterbringung zu decken, ohne das die Schenkungsnehmerin irgendwelche anteiligen Ansprüche erworben hätte.

Und jährlich 10% fallend ergibt nun nach 6 Jahren keine 60%, sondern 6 mal 10% des jeweiligen Schenkungswertes. Bei 100 wären das nicht 40, sondern rd. 53.

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Grob gesagt:

Deinem Bruder steht ein Pflichtteil zu. Bei 2 Geschwistern: 1/4. Für jedes Jahr das nach der Schenkung vergeht sinkt der zugrundeliegenden Betrag um 10%.

Also: Tod nach 3 Jahren: 70% Rest der nicht "verschnkt" ist, davon 1/4. Tod nach 8 Jahren: 20% Rest. Nach 10 Jahren ist die Schenkung vollständig vollzogen

Das ist grob gesagt falsch.

Ihm steht als Erbe keinerlei Pflichtteil zu, allenfalls Pflichtteilsergänzung aus lebzeitiger Schenkung der Erblasserin.

Und die bemisst sich an der Differnz des tatsächlichen zum fiktiven Reinnachlasswert, also dem, was er zu seinem gesetzl. Mindestanspruch, seiner Pflichtteilsquote, bekommen hätte, wäre das Haus noch im Eigentum der Erblasserin dem Nachlass zugehörig :-)

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