Meine Mum kann keine schulden mehr bezahlen. Was tun?

...komplette Frage anzeigen

4 Antworten

ich nehme mal an wenn sie zusätzlich zur selbstständigkeit einen 450€ nachgeht werden die Gewinnmöglichkeiten aus der Selbstständigkeit nicht sehr hoch sein (sonst würde sich der 450€ job nicht rechnen sondern man würde die zeit lieber in die Firma stecken). Bei über 100.000€ schulden, Mietschulden etc. sieht das ganze leider sehr nach privatinsolvenz aus. Sie hätte theoretisch Anspruch auf Alg II, aber deren Regeln sind leider so weltfremd das man den Anspruch nur auf Gerichtsebene durchsetzen kann. Wenn wohnungslosigkeit droht ist das aber über eine einstweilige Anordnung möglich das zumindest erstmal gezahlt wird .

Deine Mutter sollte sich schnellstmöglich an eine Schuldnerberatung (cartias etc) wenden die sich vermutlich nur noch über das Insolvenzverfahren aufklären/beraten können.

Sie soll sich an einen Schuldnerberater wenden. Am besten über die Caritas o.ä. Auf gar keinen Fall einen privaten, der dann auch noch Geld verlangt!

Vielleicht könnt ihr auch von der Stadt/Gemeinde Adressen bekommen - einfach mal im Rathaus anrufen! 

Suedstadtindio 28.06.2017, 21:25

Ich weiß nicht, ob die Selbständige beraten (dürfen).

@Saidax3

Deine Mutti kann auf jeden Fall einen Antrag auf Wohngeld beim Jobcenter stellen und "aufstocken"

Dort wird dann die gesamte Situation geprüft und ggf. auch anderweitig ( Grundsicherung, NK-Zuschuss, Krankenkasse etc.) geholfen.

Das sollte sie aber schleunigst tun, bevor noch jemand für sie Insolvenz anmeldet.

1
Saidax3 28.06.2017, 21:34

@ErsterSchnee

danke, dass sie sich die zeit genommen haben, meine Anfrage zu lesen. Ich werde gleich bei Caritas erstmal anwenden/nachfragen, was ich tun kann.

@Suedstadtindio

Danke Ihnen auch. Ja, ich werde auch bei Jobcenter nach fragen was man noch machen könnte.

Ja Sie hat schon 1~2 Inkasso anschreiben bekommen. Ich geh gleich morgen mit meine Mum hin.

0
geheim007b 29.06.2017, 09:58
@Saidax3

Als selbstständiger... nirgends, bzw. das wäre dann ein Unternehmensberater und Stundensätze um die 100€/Std werden es vermutlich nicht besser machen ;). Sie sollen nur den 450€ Job beachten und die Selbstständigkeit außen vor lassen.

0

Gewerbe abmelden, da es eh nichts bringt und Selbständige meist die angesch....nen sind. Dann versuchen, über Privatinsolvenz da raus zu kommen.

Geht das nicht, wird sie eine e. V. abgeben müssen. Den Rest müsstet ihr beim Amt klären, da kenne ich mich nicht aus. Mietzuschuss für eine angemessene Wohnung (also sowas mit Kochklo) müsste sie kriegen, ansonsten ist der 450,-- Euro Job schon mehr als der Hartz IV Satz.

Sie kann natürlich auch ausreisen, wiederkommen und Asyl..... ne, das lass ich mal lieber, will keinen Ärger.

harobo

Wie schon die anderen sagten, MUSS sie sich auf jeden Fall entsprechende Hilfe suchen.

Wenn sie auch künftig nicht in der Lage sein wird ihre Schulden abzahlen können, was bei dieser Summe sehr wahrscheinlich ist und das Geschäft nicht von allein über Nacht boomen wird, wird wohl nur der Weg bleiben in die Privatinsolvenz zu gehen und das Geschäft zu verkaufen.

Wenn sie kein Geld mehr hat, dann müsste sie eigentlich Beratungshilfe (Anwalt) und Prozessostenhilfe bewilligt bekommen. Ob und in wie fern es dabei Unterschiede zu Selbstständigen gibt weiß ich leider nicht.

Aber wie gesagt, sie soll sich unbedingt noch weitere Hilfe suchen. Dieses Thema ist viel zu komplex um mit ein paar Zeilen zu einer Lösung zu kommen und eine Privatinsolvenz hat auch weitreichende Folgen. Ist aber angenehmer mit Schulden und Gläubigern im Nacken, da das alles nur noch mit weiteren Kosten verbunden ist. Allein die Zinsen, die auf die  100.000,- noch drauf kommen, wird sie kaum bewältigen können, so wie es sich anhört, also wie soll sie dann die Schulden begleichen können. Zumal die eigentlichen Schulden als allerletztes bezahlt werden. Erst die ganzen Kosten, dann die Zinsen, dann die Schulden.

Was möchtest Du wissen?