Meine Interesse erwecken

...komplette Frage anzeigen

1 Antwort

Hi DerUser33,

ich kann Dir das sehr gut nachempfinden - und Du hast auch Recht mit dem, was Du beobachtest. Es ist die Frage, was mag Dich fördern, was mag Dich hindern. Beginnen wir mit dem letzten und vielleicht auch problematischeren Punkt.

Wir haben in unserer Kindheit verschiedene Erfahrungen gemacht. Vielleicht waren wir enttäuscht von Menschen, denen wir Vertrauen geschenkt hatten, denen wir vertrauten. Das mag - technisch gesprochen - so manchen Port in der Firewall geschlossen haben. Wir wollen dieses Gefühl nicht und nicht nochmals.

Wir schützen uns dabei vor den "Schlechten", aber lassen auch die "Guten" vor der Tür stehen. Oft kommt ein Kontakt erst auf den zweiten Blick zu Stande, oft hält der auch länger, da letztlich Ehrlichkeit und Offenheit überzeugt hatte - Halblebigkeit ehedem keine Chance hätte.

Jemand, der eine andere Erfahrung gemacht hatte, steckt die kleinen Enttäuschungen und Halblebigkeit schneller weg. Seine Ports sind offen und lassen damit sofort auch die "Guten" zu oder nutzen sogar die "Schlechten" aus.

Das Ende vom Lied ist bei den Menschen, die eher die ungute Erfahrung gemacht hatten: die Introversion - ggf. mit dem Schaffen einer guten Welt, in der die Person extrovertiert sein darf. Das mag sogar für viele Menschen hinreichend sein - aber es geht einem etwas ab.

Jetzt müsste eine bestimmte Stärke her, die vielleicht auch bisher introvertiert gelebt wurde. Und diese Stärke darf - für einen Spaß und egal, was andere sagen - mal nach draußen. Das macht die Person interessant. Finde solche Stärken bei Dir: mit Hobbies, im Beruf, vielleicht auch in der Philosophie, die ein sicheres Pflaster sein kann, dennoch mit anderen gut zu teilen ist. Was könnte Dich interessieren? Was noch zusätzlich, woran Du noch nie dachtest, was aber dennoch ginge?

Dann wähle einen bestimmten Personenkreis aus und interessiere Dich mal wirklich für diese Menschen. Wähle einen Kreis, der Dir ebenbürtig ist (wenn Du kein Leichtathlet bist, wäre das nicht die Olympiamannschaft; wenn Du gerne kletterst, wäre das eine Gruppe, die das auch macht). Damit entstehen gemeinsame Themen und ein Austausch, ohne dass sich andere überlegen anfühlen, die Enttäuschung schon winken mag.

Das Analysieren ist noch immer wichtig - aber vielleicht ist auch der Versuch mal wichtig, selbst wenn er zur Enttäuschung z.B. werden sollte. Denke ruhig, bevor Du sprichst - aber lass auch Dein Herz und Dein Unterbewusstsein mal sprechen, gestehe Dir Gefühle und Sehnsüchte zu.

Fange damit in einem Dir wirklich sehr vertrauten Kreis an. Das mag ein kleiner Kreis von Menschen sein - denen Du Dich selbst schenkst, und denen Du Aufmerksamkeit und Interesse schenkst. Frage jemand in dem Kreis etwas genauer - ohne gleich den Inhalt zu bewerten, nur mal wahrnehmen und akzeptieren, für interessant finden. Wenn Du ein Thema nicht gleich teilst oder teilen kannst, behalte das erst mal für Dich. Finde faszinierend, was derjenige oder diejenige macht. Dann mag sich genauso jemand für Dich interessieren - und das darf dann nach draußen - ohne evtl. Angst, was die oder der andere denkt.

Sicherlich könnte ich noch viel mehr schreiben, noch in Details gehen - doch hoffe ich, Dir schon etwas geholfen haben zu können, einige Ideen angesprochen zu haben, einige Zusammenhänge zu zeigen.

Viele liebe Grüße EarthCitizen

Was möchtest Du wissen?