Meine Freundin mit Epilepsie kommt heute zu mir. Was soll ich tun, falls sie einen Anfall bekommt?

10 Antworten

Hallo

Zunächst einmal solltest du sie fragen, ob sie Anfälle vorher bemerkt und ob sie ein Notfallmedikament hat. Niemand kann dir bessere Auskunft geben, als sie selbst.

Hier ein paar allgemeine Informationen.

Aura

Viele Menschen die Epilepsie haben, merken vorher, dass sie einen Anfall bekommen - etwa weil ihnen schwindelig wird, sie einen komischen Geschmack im Mund haben, oder Störungen im Blickfeld.

Diese "Vorwarnzeit" wird "Aura" genannt und du kannst sie natürlich fragen, ob sie ihre Aura bemerkt. Dann könnt ihr also teilweise noch rechtzeitig Maßnahmen treffen.

Manche Patienten haben auch Notfallmedikamente - beispielsweise ein Beruhigungsmittel, das als schnell auflösende Tablette unter die Zunge, oder in die Backentasche gelegt wird.

Anfälle

Es gibt sehr verschiedene Formen von Epilepsie und so können auch die Anfälle sehr unterschiedlich sein.

Das reicht von einer kurzen "Geistesabwesenheit" (so genannte "Absencen"), bei der die Person kurzzeitig nicht ansprechbar ist, bis hin zu großen Anfällen, bei denen der ganze Körper krampft ("grand mal" Anfälle).

Bei schweren Anfällen kann es auch passieren, dass die Person einnässt,

Notfallmaßńahmen

Das hier sind nur ein paar allgemeine Ratschläge. Abhängig vom Anfall sind sie unterschiedlich wichtig.

Keine Panik, Ruhe bewahren, Kleidung insbesondere am Hals lockern - und auf die Uhr gucken. Dauert der Anfall länger als fünf Minuten, sollte der Rettungswagen gerufen werden.

Wenn die Person die Aura des Anfalls spürt, Kleidung lockern, der  Patient nimmt dann meist selbst schon Notfallmedikation ein (falls vorhanden).

Die Person auf den Boden setzten und ausreichend Platz schaffen. Gerade bei großen Anfällen stößt sich die Person sonst an Möbeln.

Je nach Anfall kriegen die Personen unterschiedlich viel mit vom Geschehen um sie herum. Beruhigendes Zureden ist praktisch nie verkehrt.

Taschentücher zum Speichel abwischen sind sinnvoll, damit die Person nicht zu viel schluckt.

Nach dem Anfall sind die Personen oft noch benommen und schläfrig, krampfen aber nicht mehr und reagieren auf einfache Ansprache, wie "ja/nein" Fragen.

Einen Eimer, falls die Person im Anschluss erbricht, was aufgrund der körperlichen Anstrengung durchaus passieren kann.

Es kann ohne weiteres sein, dass ein beendeter Anfall in einen extrem festen Schlaf übergeht. Eine leichte Decke, damit die Person nicht auskühlt, macht also Sinn.

Es gibt auch zwei ganz große "Bloß-nicht-machen"

Niemals die Bewegungen einschränken, die Person festhalten, oder fixieren.

Niemals etwas zwischen die Zähne schieben.

Das wird in einigen veralteten Erste-Hilfe-Ratgebern nämlich noch empfohlen, ist aber längst überholt.

Das wars soweit, wie man sieht, ist das wichtigste, sich vorab zu informieren - dann hat man auch nicht ganz so viel Angst.

Alles Gute. :-)

ich habe vor den Sommerferien meinen erste Hilfe Kurs gemacht. dort wurde uns gesagt, dass man Holz zwischen die Zähne schieben soll damit sich der/die Epileptiker/-in nicht die Zunge abbeißt..

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@Malibu14

Tatsächlich? Das ist nicht mehr aktuell.

Man ist nämlich zu dem Schluss gekommen, dass das Risiko sich auf die Zunge zu beißen weniger gravierend ist, als durch einen Keil zwischen den Zähnen versehentlich die Zunge in den Rachen zu schieben und so den Erstickungstod herbeizuführen.

Außerdem kann die Person ohne Keil leichter atmen und ggf. Speichel absondern. Auch die Gefährdung für den Ersthelfer ist geringer, wenn er nicht am Mund rumfuhrwerkt.

Früher wurde zB auch davor gewarnt nach dem Anfall Sauerstoff zu verabreichen - etwas das heute korrekterweise standardmäßig gemacht wird.

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Du kannst nicht all zu viel machen.

Versuche die Freundin so zu lagern, dass sie beim Krampfen keine Gegenstände umwerfen und sich damit zusätzlich verletzen kann.

Eine etwas seitliche Lagerung wäre sinnvoll, um zu verhindern, dass die Zunge in den Rachen rutscht und der Speichel abfließen kann, sie daran nicht ersticken kann.

Vielleicht ein kleines Kissen unter den Kopf.

Dann kannst Du nur noch warten bis alles vorbei ist.

Für das Umfeld ist dasoft aufregender als für den Betroffenen selbst.

Oft in 20 min alles wieder im Lot.

Manche Epileptiker sind dann schon wieder voll da, einige etwas benommen, die Lebensgeister kehren langsam zurück.

Günter

Das kannst du dir am besten von ihr selber erklären lassen. Sie wird ja wissen, wie das bisher abgelaufen ist (ob einfaches Abwarten in Ruhe angebracht ist oder der Rettungswagen gerufen werden muss, die Eltern alarmiert werden sollen etc.).

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Jetzt ist meine Frage, was koennte sie schlimmstenfalls erwarten? Sie hat fürchterliche Angst seit dem Anruf und mich beunruhigt das auch sehr. BTW: Sie hat seit drei Jahren Kopfschmerzen & niemand weiß woher, ich vermute jedoch das diese vom Stress kommen, da diese immer unmittelbar auftreten wenn sie Stress hatte oder sie irgendwas stark belastet. Es gab vor 2 Jahren mal einen verdacht auf Epilepsie bei ihr da sie in den Drei jahren selten schwindelanfaelle hatte & danach umgekippt ist (Kein Anfall). Dies würde ich jedoch auch darauf zurückschließen das sie zu wenig trinkt, sie sagt selber sie trinkt nur 1-1,5 liter am tag wenns hoch kommt. Falls es wichtig ist, sie ist 16.

Ich hoffe hier kennen sich ein paar Leute damit aus & können mir diese Fragen beantworten & ggf. einen Rat geben.

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