Meine Freundin hat 40 Fieber und ich musste von der Arbeit nach Hause um mich um unsere 10 Monate alte Tochter zu kümmern wie mach ich das jetzt?

... komplette Frage anzeigen

5 Antworten

Du hast je nach konkreten Gegebenheiten 2 verschiedene Anspruchsgrundlagen, über die Du Hilfe erhältst:

> Erstens: Das Bürgerliche Gesetzbuch BGB § 616 "Vorübergehende Verhinderung". Danach hat Dich der Arbeitgeber für eine vorübergehende Zeit (das können bis zu mehreren Tagen sein) bezahlt zu beurlauben, wenn Du aus einem Grund, der in Deiner Person liegt (und der ist gegeben, wenn Dein Kind erkrankt ist), Deine Arbeitsleistung nicht erbringen kannst; Du musst den Arbeitgeber selbstverständlich darüber informieren und ihm einen Nachweis dafür liefern.

Die Anwendung diese Paragraphen darf allerdings (leider) vertraglich ausgeschlossen werden. Dann muss Dich der Arbeitgeber zwar trotzdem beurlauben, aber nur unbezahlt.

In diesem Fall - wenn kein Anspruch auf bezahlte Freistellung besteht - musst Du entweder Urlaub nehmen, oder Du erhältst Hilfe für die Kinderbetreuung über die Krankenkasse über die zweite Anspruchsgrundlage.

> Zweitens: Sozialgesetzbuch - Achtes Buch SGB VIII § 20 "Betreuung und Versorgung des Kindes in Notsituationen". Hier musst Du Dich unbedingt mit der Krankenkasse, über die das Kind mitversichert ist (also entweder Deine oder die Deiner Freundin), in Verbindung setzen.

Wenn eine notwendige Betreuung wegen der Erkrankung Deiner Freundin oder durch Dich, weil Du keinen bezahlten Urlaub erhältst, nicht möglich ist, muss die Krankenkasse eine Person zu Betreuung des Kindes bestellen (z.B. eine Familienpflegerin); das musst Du mit der Krankenkasse aber direkt klären.

Wenn das Kind selbst nicht erkrankt ist, dann "greift" auch nicht das sogenannte "Kinderkrankengeld", wonach Deine Krankenkasse Dir, wenn Du das Kind betreuen musst, weil keine andere Person zur Verfügung steht, Krankengeld nach dem SGB V § 45 "Krankengeld bei Erkrankung des Kindes" zahlt.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Du kannst eine bezahlte Freistellung erlangen, wenn Dein Kind ! krank ist und gepflegt werden muß. Hier ist aber die Mutter erkrankt.

Frage also bitte beim Kinderarzt / Hausarzt nach, ob er hier überhaupt ein entsprechendes Attest ausstellen kann.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Du kannst dich auf deiner Tochter vom Kinderarzt krankschreiben lassen. Allerdings bekommst du nur Krankengeld von der Krankenkasse und keine Lohnfortzahlung. Es sei denn es ist etwas anderes bei euch in der  Firma geregelt

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Gegoogelt:

Der Arbeitgeber ist nach § 616 BGB grundsätzlich verpflichtet, die Vergütung weiter zu bezahlen, wenn der Arbeitnehmer – also die Mutter oder der Vater eines Kindes –  “vorübergehend” durch “einen in seiner Person liegenden Grund” an der Arbeitsleistung verhindert ist. Darunter ist die Pflege eines kranken Kindes zu vestehen. In einigen Tarifverträgen ist dies ausdrücklich geregelt. Üblich ist auch eine Anrechnung der Fehltage auf den Urlaubsanspruch. Wichtig: nicht auf mündliche Vereinbarungen setzen, alles schriftlich regeln.
Voraussetzungen:
Ärztliches Attest, das die Notwendigkeit der Beaufsichtigung, Betreuung und Pflege des Kindes bestätigt (ähnlich wie der “gelbe Schein”, wird vom Kinderarzt ausgestellt)
Alter des Kindes:
Bis zu 8 bzw. 12 Jahren (hier differieren die Aussagen von Arbeitsrechtlern)
Dauer:
Bis zu 5 Arbeitstage werden als “vorübergehend” und “verhältnismäßig nicht erhebliche Zeit” angesehen.
Finanzielle Leistung:
Der Arbeitgeber bezahlt das Gehalt weiter – wenn dies so im Arbeitsvertrag exlizit steht.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von putzfee1
12.10.2016, 12:07

Darunter ist die Pflege eines kranken Kindes zu vestehen. 

In diesem Fall ist aber nicht das Kind, sondern die Mutter krank.

1

Du kannst mit deinem Hausarzt reden und dich für diese Zeit Krankschreiben lassen.

Urlaub brauchst du im Normalfall dafür nicht nehmen.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Was möchtest Du wissen?