Meine Essstörung macht meine Eltern fertig.....

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9 Antworten

Eine schwierige Situation - sowohl für dich als auch deine Familie!

Magersucht ist eine sehr komplexe Krankheit und für Außenstehende schwer zu verstehen - kein Wunder, denn selbst als Betroffener ist es schwer sie komplett zu verstehen

Als erstes solltest du deinen Eltern Zeit geben sich zu beruhigen und zu sammeln, zu realisieren was gerade passiert. Für dich kam die Krankheit ja nicht erst mit der Diagnose, du warst schon vorher krank (was es nicht besser macht, ich stelle das bloß fest). Doch für deine Eltern war die Diagnose bestimmt so aus dem Nichts heraus dass für sie einfach ihre gesamte Welt zusammen gebrochen ist! Klar, man konnte bestimmt auch schon vor der Diagnose Symptome erkennen, doch keine Mutter und kein Vater wollen wahrhaben was sie sehen. Wenn sie dann aber vom Arzt die offizielle Diagnose hören, ist das wie ein Schlag ins Gesicht. Immerhin bist du ihre Tochter, und alle liebenden Eltern würden erstmal so emotional reagieren wenn ihr Kind so krank ist!

Deine Eltern sollten sich entweder von einem Psychologen beraten lassen oder gleich in Therapie begeben, denn auch sie brauchen Hilfe um mit dieser Situation richtig umgehen zu können. Sie brauchen Hilfe um diese Krankheit und somit auch dich besser verstehen zu können, um Tipps zu bekommen wie sich sich nun verhalten sollen, wie sie dir am Besten helfen können und wie sie sich nicht verhalten sollen, und um den Schock zu verarbeiten

Was ich euch auch empfehlen würde, ist in nächster Zeit viele Familiengespräche zu führen. Euch Zeit zu nehmen, zusammensetzen, und über alles reden. Sprecht darüber was eure nächsten Schritte sein werden damit du bald gesund wirst und die Hilfe bekommst die du brauchst (Stichwort Therapie), sprecht darüber wie ihr euch gerade fühlt, darüber was ihr an der jetzigen Situation schlecht findet bzw was gut, was ihr euch vom Verhalten eines anderen Familienmitglieds wünscht, was euch belastet etc. Auch eine Familientherapie kann sehr helfen leichter miteinander über so schwierige Themen zu kommunizieren

Dass das Verhalten deiner Eltern dich wütend macht ist verständlich, allerdings ist auch das Verhalten deiner Eltern aus ihrer Perspektive verständlich. Sag ihnen, wenn sie etwas tun dass dich stört. Aber nicht indem du sauer wirst und mit ihnen zu streiten beginnst, sondern dann wenn du nicht mehr zu wütend auf sie bist und einfach ein gutes Gespräch mit ihnen führen kannst. Du kannst ja immer wenn du wieder wegen etwas wütend bist einen Zettel und Stift hernehmen und aufschreiben was dich wütend macht, wieso, und was dein Besserungsvorschlag wäre. Später kannst du dann zu ihnen gehen und es ihnen so erklären / vorlesen / den Zettel in die Hand drücken. Du und deine Eltern müssen ganz einfach lernen mit der ganzen Situation so umzugehen, dass es zu eurem Vorteil ist und nicht alles noch schlimmer und komplizierter macht

Und was dich betrifft: Du brauchst dringend professionelle Hilfe in Form einer Therapie!! Deine Eltern sollten mit dir überlegen was das Beste für dich wäre. Deine Eltern sollen sich sowohl über ambulante als auch stationäre Behandlungen in eurer Umgebung schlau machen. Am Besten sie suchen einen guten Psychotherapeut der auf Essstörungen spezialisiert ist heraus und ihr geht da mal zu einem ersten Gespräch. Dieser kann dann auch sagen was er für das Beste haltet, welche Therapiemöglichkeiten es sonst noch gibt, etc. Auch wird er dich, wenn er das für nötig haltet (ist aber fast immer so üblich), mal zu einigen Untersuchungen schicken um abzuklären ob und wie viel Schaden die Magersucht deinem Körper bereits angetan hat. Auch sollte man sich überlegen ob vielleicht Hilfe in Form einer Ernährungsberatung sinnvoll wäre. Aber näheres werdet ihr ohnehin beim Therapeut oder bei einem Arzt erklärt bekommen

Du hast dir deine Magersucht nicht ausgesucht, sondern die Magersucht dich. Du kannst nichts dafür und du bist ja diejenige die jeden Tag damit zu kämpfen hat. Und das ist alles andere als leicht, ich weiß das. Allerdings bist du auch diejenige die sich entscheiden kann gegen diese Krankheit anzukämpfen und sich fürs gesund werden zu entscheiden! Und ich hoffe sehr dass du das tust, für deine Familie, alle die dir was bedeuten und alles das dir was bedeutet, deine Zukunft und für dein Leben!

Wow, ich danke dir vielmals für deine Antwort. Hat mir unglaublich weitergeholfen :) Du hast Recht, es ist wirklich schwer das ganze zu erklären. Ich persönliche habe einfach keine Ahung woran es liegt das ich magersüchtig wurde....alles was mir dazu einfällt sind die Medien und ein paar abfällige Kommentare eines vermeintlichen Kumpels. Zudem habe ich einfach einen sehr schlanken Freundeskreis. Meine BF ist Leistungsschimmerin, die andere eine außergewöhnlich talentierte Geigerin und Baletttänzerin....dementsprechend dünn sehen sie aus. Da wirkt man als normalgewichtige ziemlich schnell etwas "pummelig" ;)

Natürlich ist mir klar das mein Eltern sich jetzt erstmal sammeln müssen- ich meine verständlich - aber doch bitte nicht so. Ich hab mir das ganze ja auch nicht ausgesucht.... Nur kann ich mit der neuen Sitation ziemlich schlecht umgehen. Seit ich denken kann war ich immer selbstständig. Meine Eltern ahben sich immer auf ihre Karriere bzw. den Job konzentriert. Mein Dad muss immer arbeiten um uns unseren Lebensstandart finanzieren zu können und meine Mum lebte bis vor kurzen nur für ihren Job. Sie ist einfach eine absolute Karriere Frau mit unglaublichem Ehrgeiz! :D Ich bin jeden Tag um 16Uhr nach Hause gekommen, hab mir und meinem Bruder selbst etws gekocht, den Haushalt geschmießen......war eben unabhänig. Meine Mum hab ich nur jeden 2ten Tag gesehen, meinen Dad vllt 10min am Tag. Aber es war wirklich okay so. Ich liebte mein Leben so wie es war <3 doch seit dieser Diagnose schleichen sie immer um mich herum.....O.O meine Mum ruft immer an, jedes mal wenn ich ans Telefon gehe kommt das dabei raus "Hallo Schätzchen, na was macht dein Buder?" -"Der ist bei nem Kumpel" "Aha, und wie geht es dir? Hast du schon was gegessen? Sollen heute für dich früher nach Hause kommen? Ist alles okay bei dir?..." und schon allein das macht mich wahnsinnig. Früher war es auch nie so, sie war nie eine Übermutter, und das habe ich immer an ihr geschätzt, und jetzt?! - das ist Horror! >.< ICH WILL EINFACH NUR MEIN ALTES LEBEN ZURÜCK!!!!!!! Die magersucht ist nichts gegen die jetzige Situation! ... Familiengesppräche eigenen sich bei uns nicht so gut. meine Mum und ich gehen gerne auf Konforntation, mein dad schweigt alles tot.....-tolle Kombi -.-

Was die Theraphie betrifft. war ich ich schon beim Arzt. Er hat eoine Blutanalyse forgenommen. Die Werte waren top, bis auf den Bauchspeicheldrüsenwert. Der ist gefährlich erhöht weswegen das Organ sich selbstzersetzt......- mit anderen Worten ich würde auf dauer entweder Krebs bekommen, oder aber das Organ zersetzt sich einfach von selbst...beides endet tödlich... Um einen sychologen haben sich meine Eltern schon gekümmert. Im Januar ist der erste Termin. Die Psychologin wird entscheiden wie's weitergeht. Allerdings wollen wir versuchen ambulant zu behandeln weil schulisch alles unglaublich gut läuft und ich durch einen Klinikaufenthalt nicht sitzen bleiben will :) - Auch wenn mir eine Klinik lieber wäre, weil es dort einfach mehr Gleichgesinnte gibt :) Allerdings werde ich der Wette meines Vaters nicht nachkommen und bis Hl. Abend 4kg zunehmen. Ich weiß das mich das emotional in ein Loch stürzen würde. ich muss mich langsam an eine Gewichtszunahme gewöhnen. Zunehmen ist das kleinste Problem. Das Akzeptieren ist das eigentliche Problem. Daher will ich es langsam angehen und alle 10Tage meine Kalorienzufuhr um 100kcal erhöhen bis ich wenigsten meinen Gundumsatz wieder habe. das wird allerdings vieeeeele Monate dauern :) Trd. man muss einfach irgendwann anfangen, und aller Anfang ist schwer :) ...

Ich danke dir vielmals für die aufmunternden Worte, dein verständnis und deine wundervollen Ratschläge. Ich denke ich kann nun wesentlich mehr verständnis für meine Eltern aufbringen und sehe die Sache nochmal aus einer anderen Perspektive :)

LG <3

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@WildCherry99

Erst einmal, dankeschön für das Kompliment! Hat mich sehr gefreut (:

Was die Ursachen deiner Magersucht betrifft: Die Medien sind sicher nicht die wahre Ursache für deine Erkrankung. Das mag vielleicht etwas plausibel klingen, doch hast du wirklich aktiv zu essen aufgehört nur weil du den Models nachgeeifert hast und dachtest dass das die einzige Möglichkeit ist? Das bezweifle ich stark, ich denke die Ursachen liegen viel viel tiefer und deshalb wirst du auch lange zeit brauchen bist du auch nur Bruchstücke davon finden wirst. Was du über deine frühere Situation zu hause erzählst klingt übrigens sehr typisch für jemand der Magersucht hat! Betroffene sind extrem oft sehr sehr (!) selbstständige Menschen, sind sehr verantwortungsvoll, geben ihrer Umgebung das Gefühl dass sie alles alleine schaffen und nicht zu viel Unterstützung wollen. Und ich glaube dir auch wenn du sagst dass das wirklich in Ordnung war für dich, also dass du so viel alleine getan hast! Doch das ist nicht immer gut, weißt du? Manchmal sollte man, egal wie stark (und vor allem Willensstark) man ist, trotzdem Hilfe von außen annehmen, und auch ehrlich sagen wenn man mal Unterstützung will. Und auch über Probleme oder Schwierigkeiten sprechen ist wichtig, man soll nicht immer alles nur in sich drinnen lassen. Und versteh mich nicht falsch, damit will ich nicht sagen dass das die Ursache deiner Essstörung ist. Was ich denke ist, dass das sozusagen die echten Ursachen verschlimmert und so die Wahrscheinlichkeit einer Essstörung erhöht. Weißt du wie ich das meine? Dadurch dass man sein eigenes Leid das man eigentlich empfindet unterdrückt, nicht zulässt, 'sammeln' sich alle Probleme an. Da man aber keine Schwäche zulassen und zeigen will, zeigt und redet man auch nie darüber. Wird es jedoch irgendwann zu viel, oder kommen noch andere Probleme dazu, sucht man unterbewusst einen anderen Weg sich zu artikulieren: Die Magersucht. Ist natürlich noch lange nicht alles, aber ich denke dass das sehr wohl ein Teil von der ganzen Entstehung dieser Krankheit sein kann

Gut dass du bereits in Therapie bist bzw bald sein wirst. Und zu beginnen gegen Essstörung anzukämpfen ist ein sehr großer Schritt und schwer, aber es ist ein Schritt in die richtige Richtung! Und du kannst sehr stolz darauf sein dass du vorhast diesen Schritt zu machen, ehrlich!! Du scheinst sehr ehrgeizig und willensstark zu sein, zu wissen was du willst und auch was du kannst - nutze das um diese Krankheit zu besiegen und um dein Leben zurückzubekommen (:

Dass du es erstmal ambulant probieren willst kann ich total verstehen. Wenn man wirklich an der Sache dranbleibt dann kann man es auch ambulant schaffen! Bitte vergiss aber nicht dass es keine Schande ist auch mal zu sagen wenn es zu viel und zu schwer wird, wenn du das Gefühl hast es klappt nicht wenn du gleichzeitig Schule und den ganzen Stress um dich hast. Sobald du merkst dass es dir gesundheitlich (sowohl körperlich aus auch psychisch) einfach nicht besser geht oder sogar schlechter, überlege dir ob eine stationäre Aufnahme nicht doch besser wäre. Schule und dein Sozialleben sind dir natürlich wichtig, verständlich, doch das sollte dich nicht daran hindern gesund zu werden. Doch jetzt sieht es doch erst mal ganz gut aus, also ist eine ambulante Therapie bestimmt nicht die falsche Entscheidung (:

Ich hoffe ich konnte dir weiterhelfen, und ich wünsche dir dass es dir bald wieder besser geht und du das Leben leben kannst dass du dir wünschst. Du hast es verdient! Übrigens, auch wenn du sagst du willst umbedingt dein altes leben zurück, der Weg raus aus dieser Krankheit kann eine super Chance sein um ein noch besseres Leben zu führen als vor der Erkrankung. um herauszufinden wer man wirklich ist und was die wirklich wichtigen Dinge im Leben sind

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Das ist echt mega hart... deine eltern haben keinen grund sich so zu verhalten! Sie sollten mal dran denken, wie es DIR geht. aber so etwas kommt oft von unwissenheit. Wissen sie bescheid über die krankheit? Erst dann können sie richtig urteilen. Informiere dich gemeinsam mit ihnen, damit sie bescheid wissen über alles alles der krankheit und dann verstehen sie dich vielleicht besser. vll wollen sie das auch, damit sie sehen: du unternimmst selber etwas dagegen, dann können sie sehen, dass du stark bist, was wir hier sehen können, sie aber anscheinend nicht wahrnehmen. also: mehr Wissen führt zu mehr verständnis!!! Ich wünsch dir alles Gute, damit, dass sie dich verstehen und das mit dir durchstehen, und natürlich auch dass du die Magersucht in den Griff bekommst, du schaffst das beides!! :) LG

Vielen, vielen Dank für dein verständnis! :D Ich denke das Hauptproblem besteht darin das meine Eltern denken alles über Magersucht zu wissen....aber dem ist denfinitiv nicht so. Ich persönlich hab mich schon vor der Diagnose mit dem Thema aueinandergesetzt da ich ein Referat darüber halten musste. Und durch die Diagnose hab ich mein Wissen natürlich wieder etwas aufgefrischt und erweitert... ;) Zudem haben sie sich nur durch meinen Arzt informiert, und der scheint zwar schon etwas Ahnung davon zu haben, allerdings eben nur Basiswissen. Er hat mir absolut seltsame Auslöser und ziele von Magersucht genannt die bei mir zu 100% nicht zutreffen.....zudem unterstellt er mir Bulimie weil in der Blutanalyse alle Werte top waren bis auf den Bauchspeicheldrüsen-Wert. Ich habe keine Ahung woran das liegt, aber es gibt ja 1000..von Ursachen für einen überhöhten Wert. Jedenfalls glaube meine Eltern dem alles aufs Wort >.< Und als mein vater letztesmal ein geständnis von mir erwiken wollte hat er mir sogar mit Pügel gedroht......

  • Man merkt das sie absolut hilflos sind. Aber sie sind selber Schuld. Wenn sie sich selbst mal informieren würde, mir zuhören würden und mich nicht immer mit Vorwürfen und falschen Behauptungen bombadieren würden wäre die Sache wesentlich entspannter...zudem verweigere ich mich ja nicht. Ich bin 100% bereit die Ratschläge meines Therapeuten anzunehmen.

Ich hoffe ich kann sie wirklich dazu annimieren mir mehr zuzuhören und mich nicht wie eine Porzelanpuppe zu behandeln. Den man merkt doch ziemlich das die Luft zwischen mir und ihnen sehr angespannt ist....

Ich danke dir vielmals für deine Hilfe! LG <3

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ich stelle mal fest:

Bisher hast Du den Haushalt wie eine Erwachsene selbst gemeistert für Dich und Deinen Bruder ohne dass sich Deine Eltern groß kümmerten. Seit der Diagnose ist schon viel getan worden um Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Was Dich nun stört ist

Dir wird eine Erkrankung vorgeworfen. Erkrankungen aber sucht sich kein Mensch aus. Dieser Vorwurf ist also dumm. Er ist bestenfalls ein Ausdruck von Hilflosigkeit, Fassungslosigkeit. Es ist keine Schande krank zu sein. Es ist nur eine Schande Nichts dagegen tun zu wollen.

Du fühlst Dich nun überwacht, kontrolliert. Und das kannst Du nicht brauchen. Kontrolle hat schon die Magersucht über Dein Leben übernommen. Sie durch eine andere Kontrolle dahin zu steuern dass sie sich zur Wehr setzt ist kontraproduktiv. So gut es gemeint ist anzurufen.

Wenn Du in eine Klinik gehen möchtest / sollst für Esssüchtige wird dort für Unterricht gesorgt. Da mache Dir bitte keine allzu großen Gedanken. Es gibt Kliniken welche dies mit anbieten. Es lässt sich im Vorfeld feststellen. Schule ist also kein Grund nicht in eine Klinik zu gehen. Du kannst also dieses Thema bei der Psychotherapeutin ruhig zulassen.

Es macht keinen Sinn jetzt mit Gewicht, Energiezufuhr rum zu machen. Das gibt der Anorexia nervosa nur Zucker. Schon gar nicht macht es Sinn sich diesbezüglich Ziele zu setzen. Das Scheitern ist da schon vorprogrammiert denn Ana wird sich wehren. Ich schreibe aus Erfahrung mit seit Jahrzehnten nun schon Kleidergröße 40 - 42.

Dir möchte ich empfehlen täglich eine halbe Stunde von Hand auf Papier Tagebuch zu schreiben. Es ist eine gute Vorbereitung auf die Therapie und eine gute Entlastung. Themen rund um Ernährung und Gewicht sind tabu.

Weiter macht es Sinn ein kreatives Hobby zu finden. Die Betonung liegt tatsächlich auf kreativ.

Bitte gehe zu youtube. Gebe dort "Sonnengeflecht" ein. Lerne das und setze es bei Bedarf ein.

Bitte trinke ausreichend. Es gibt bei den Discountern eine von Öko-Test gut bewertete reiche Auswahl an Tees. Wenn das besser schmeckt süße mit Honig, braunem Zucker. Meide Weißmehl und Weißzucker.

Wenn Deine Eltern Dir was Gutes tun wollen so mögen sie Dich dabei unterstützen Sprossen zu züchten und Nüsse zu essen.

Bis zum Beginn der Therapie reicht das vollkommen aus. Wenn Du es schaffst täglich zwei Liter Flüssigkeit zu trinken, einige Sprossen und Nüsse so ist das schon ein großer Schritt in die richtige Richtung. Solltest Du tatsächlich noch Kräfte übrig haben so besorge Dir Soja-Drinks. Von mir aus auch Milchprodukte. Ich kann mich noch gut daran erinnern wie schwer es für mich war täglich einen Apfel zu essen.

Deine Eltern verstehen nicht dass es hier nicht um Willen geht. Es geht auch nicht um Schuld und Sühne. Beide Themen sind Quatsch. Ebenso wie Gewichts- und Esskontrolle.

Natürlich: Der Körper fängt irgendwann an sich selbst aufzubrauchen. Es macht aber absolut keinen Sinn sich deswegen einen Kopf zu machen. Es macht Sinn sich zu loben für jeden kleinen Fortschritt. Erst recht wenn sich dieser kleine Fortschritt in den Alltag integrieren lässt, wenn er normal wird, Teil des Lebens.

Ich lese aus Deinen Antworten dass Du eine gute Einstellung zu Deiner Erkrankung hast, eine realistische für Deinen Zustand. Damit ist schon eine gute Grundlage vorhanden.

Deinen Eltern wünsche ich die Bereitschaft zuzulassen dass der Weg hin zum Stillstand dieser chronischen Erkrankung lang sein wird um erfolgreich zu sein. Und die Bereitschaft sich selbst Hilfe zu holen um damit umgehen zu lernen.

Eltern können unglaublich ungerecht sein, wenn sie sich von einer Situation überfordert fühlen. Die Diagnose ist noch ganz frisch. Sie müssen sich da erst mal dran gewöhnen. Du schreibst von einer Krebserkrankung deiner Mutter. Das ist auch eine sehr belastende Situation für eine Familie. In einer solch schlimmen Lage können die Kinder schnell mal aus dem Blickfeld geraten. Gut möglich, dass deine Magersucht damit zusammenhängt. Bitte sperre dich nicht gegen die Therapie, sonst endet dein Leben, bevor es begonnen hat. Und dein Vater wird sich schon noch gewöhnen, aber zwei solche Schicksalsschläge hintereinander sind einfach sehr viel.

Ja, ich kann sie ja auch verstehen :) Der Schicksalsschlag meiner Mutter liegt schon einige Jahre zurück. Ich war damals noch sehr jung, erst 4 Jahre. Den Krebs hat sie aber glücklicherweise erfolgreich besiegt. :) Das Unverständnis meines Vaters kann ich natürlich auch verstehen. Man muss wissen, er wurde als Kind von seinen Eltern zu adoption freigegeben. Als der dann zu meinen "Großeltern" kam wollten sie ihn am Ende irgendwie auch nicht. Er wurde also seine ganze Kindheit über immer abgeschoben. Nie wollte ihn jemand. Deshalb war er für mich und meinen Bruder immer da, er wollte uns das Gefühl von einer in seinen Augen intakten Familie geben. Um so mehr kann er jetzt natürlich nicht begreifen warum ausgerechnet unserer "Bilderbuchfamilie" so etwas wiederfährt......

Trotzdem rechtfertig es nicht ihr Verhalten. Ich komm mir zu Hause wirklich vor wie unter fremden, die mich wie eine orzelanupe behandeln und im nächsten Augenblick für all das Leid der Welt verantwortlich machen......-das kann/darf wirklich nicht angehen...

Ich danke dir trd für deine tollen Ratschläge. Die Therapie werde ich auf jeden Fall machen :) ...auch wenn's garantiert noch ein weiter Weg ist :)

LG <3

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@WildCherry99

Ich wünsche dir viel Erfolg und alles Gute und dass sich dein Verhältnis zu deinem Vater bald wieder entspannt.

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Also erst mal lässt sich eine Magersucht natürlich behandeln (von wegen, es ist so wie es ist..). Normaler Weise kommt man auch erst mal auf Reha oder in eine sonstige Klinik, um wieder aufgebaut zu werden. Dazu musst du natürlich auch bereit sein, oder möchtest du nicht leben ? Und natürlich muß dem auch auf den Grund gegangen werden, warum das so ist. Lasse dich auf eine Therapie ein, alleine überwältigst du das nicht. Ich habe ein komisches Gefühl, weil du das so runterspielst. Es ist nicht zu scherzen damit. Vor allem für deine Mutter bricht sicherlich eine Welt zusammen, du bist schließlich ihr Kind und sie MÖCHTE, dass du lebst, deshalb bricht sie in Tränen aus. Dir Vorwürfe zu machen oder dir die Schuld dafür zu geben ist ganz klar der falsche Weg. Auch wenn du das vielleicht nicht "hören" möchtest, aber ihr solltet euch über eine Familientherapie Gedanken machen. Es bringt nichts, wenn ihr euch alle gegenseitig fertig macht. Sehe es mal so, ihr braucht eine Art "Schiedsrichter", jemand Neutralen, der euch unterstützt. Alles Gute für dich !

ja, hört sich plausibel an. Aber darüf sind meine Eltern zu arogant -.- die meinen immer alles selber auf die Kette zu bekommen. Im Grunde haben wir keine Familie, jeder geht seinen eigenen Weg. Aber das ist okay so, ich bin's nich anders gewohnt und würde es anders gar nicht wollen ;) Der Termin mit dem Psychologen steht schon fest, ich werde auf jeden fall hingehen :) Mit "Es ist so wie es ist" wollte ich auch eig nur sagen das man die Zeit nicht zurückdrehen kann und sich dem Problem stellen muss :) Ich weiß das es ein steiniger Weg werden wird, und ich kann es mir noch garnicht vorstellen wieder normalgewichtig zu sein, mehr zu essen und etc - aber ich denke ich sollte es wirklich versuchen. :)

LG und Danke für deinen Rat! :)

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@WildCherry99

es tut mir echt total leid, dass deine Eltern nicht mit sich reden lassen. Super, dass du dich auf die Therapie einlässt. LG

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Hey An deiner Stelle würde ich erst mal versuchen deinem Vater beizubringen das Magersucht eine Krankheit ist und das man dafür nicht immer was kann. Außerdem würd ich ihm sagen, dass seine Kommentare das Ganze nicht besser machen und, dass er dir lieber helfen sollte. Ich würd mir auch auf jeden Fall Hilfe bei Freunden oder anderen Ärzten holen die dich besser verstehen. Ich hoffe das ich dir ein bisschen helfen konnte. LG

Du solltest in Therapie gehen, und deine Eltern sollten auch zu einem Psychologen/Beratungsstelle gehen, das ist eine neue Situation für sie, sie wissen nicht wie sie damit umgehen sollen, deswegen sollten sie sich beraten lassen. Vielleicht könnt ihr auch eine Familientherapie machen. Ansonsten lässt sich was ändern, kämpfe gegen diese Krankheit. Kämpfe und gebe nicht auf, mach die Therapie und überrede deine Eltern auch eine zu machen, das ist wichtig damit sie dich verstehen können. Sie werden sehr viele Fragen haben, nicht wissen wie sie dich ansprechen sollen, aufs Essen, Gewicht und so weiter. Meine Eltern können mitlerweile ganz gut damit umgehen, oft weint meine Mutter zwar, aber das ist normal. Wie würdest du dich fühlen wenn du wüsstest das deine Tochter eine Lebensgefährliche Krankheit hat??? Du wärst verzweifelt, wüsstest nicht weiter… Natürlich verhalten sie sich nicht richtig, aber das darfst du ihnen nicht vorwerfen. Sie wollen dir ja eigentlich helfen.

Wenn du irgendwelche Fragen hast, bin ich gerne für dich da :) GLG, Alles Gute, Korsikafeeling

Liebe WildCherry99, klar tut es dir weh aber du bist ihr Kind und die beiden haben angst um dich! Magersucht ist etwas echt schlimmes und sicherlich hast du auch angst und weißt nicht recht wie du dich jetzt verhalten sollst oder? Dann auch noch ausgeschimpft zu werden und nur vorwürfe zu höen macht es auch nicht besser(das solltet die die hier Antworten auch bedenken das hilft ihr auch nich)! Hast du vieleicht jemanden der dir zuhören kann! bisschen ausheulen würde vieleicht helfen erstmal einen Klaren Kopf zu bekommen!

Ich würde dir vieleicht auchh zu einer Einrichtung raten....! Keine Klapse oder so also nich gleich böse werden aber es gibt einrichtungen die dir Helfen können dein Essverhalten wider in den griff zu bekommen.....und daran ist dir doch gelegen oder? Da gibt es dann auch Leute in deinem Alter die vieleicht auch mit sowas fertig werden mussten und deine Eltern könnten da sicher auch hilfe bekommen!

Du magst eine Starke Person sein aber auch die Starken brauchen ab und an Hilfe also hab keine scheu diese auch anzunehmen! Denk mal in ruhe darüber nach was du erreichen willst und vorallem wie?

Ich hoffe das dir das ein kleines bisschen hilft! Alles gute für dich und deine Familie

Ich habe jetzt dann demnächst meinen ersten termin bei der Psychologin. Ich will nun erstmal versuche das Problem ambulant zu beheben ;) wobei mir eine Klink wesentlich lieber wäre. :) Ich denke es wäre einfach besser sich mit gleichgesinnten auszutauschen, mal vom Stress der Schule wegzukommen etc. Außerdem würde ich dann endlich von Zuhause wegkommen, was sicher nicht schlecht wäre. Meine Eltern können einfach nicht damit umgehen. Und das müssen sie ja auch nicht. Das erwarte ich nicht. :)

Allerdings ist durch die Magersucht mein Ehrgeiz wahnsinnig angestiegen. Schule fällt mir derzeit sehr leicht. Konzentration und das einprägen von Stoff und Vokabeln geht mir so einfach von der Hand das ich bis jetzt immer im 1er und 2er Bereich war. Das ergibt natürlich einen hammer Noten durchschnitt. Ganz im Gegenteil zum vergangenen jahr. Ich hatte im Zeugnis eine glatte 5 bei Mathe stehen. Seit diesem Schuljahr habe ich nur 2er geschrieben O.O :DDDDD

Ich will einfach nicht das alles umsonst war. Deshalb werde ich dieses Schuljahr nun ersteinmal fertig machen. Würde ich in eine Klinik gehen müsste ich wiederholen und das würde mich wirklich unglaublich deprimieren :) Außerdem habe ich eine wundervolle Klasse in der ich ziemlich glücklich bin und die ich nicht verlieren will :)

Dabkeschön für die aufbauenden Worte und tollen Ratschläge! :D LG <3

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@WildCherry99

Natürlich gern! Du bist ne Kämpfernatur und das ist gut!

Wenn es zuhaus garnich mehr geht rede mal(ruhig) mit deinen Eltern über Betreutes Wohnen......vieleicht tut euch dieser Abstand ja gut! Sowas gibts ja in jeder größeren Stadt.....vieleicht ja auch gezielt für Jugendliche mit Essstöhrung(hab ich zumindest mal gehört) so könntest du den Abstand bekommen den du brauchst und müsstest weder die Schule verlassen noch deine Klasse aufgeben;)

Das mit deinen Noten is auf jeden Fall gut! Aber steck auch etwas von deinem Ehrgeiz ins gesundwerden:D Dann läuft dein Leben auf dauer auch wider in normalen Bahnen und du und deine Ellis kommen auch wider klar;)

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FAKT IST: Das sich die Situation jetzt einfach nicht ändern lässt!!!

Du kannst das ändern, indem du dich wieder normal ernährst und soviel zunimmst, das du wieder normalgewicht hast.

Plötzlich verhalten sich alle anders, benehmen sich in meiner Gegenwart absolut fremd

Hey, Eltern verhalten sich immer so, wenn ihr Kind krank ist. Wenn du selber mal Kinder hast, wirst du erst dann deine Eltern verstehen.

Sie behandeln mich so als wäre ich eine absolut labile Person, jemand dem man keine Belastung zutrauen kann.

Zur Zeit bist du auch nicht belastbar, wegen deiner magersucht.

nicht einmal als meine Mutter erfuhr das sie Krebs habe war sie so kaputt.....

Wenn einen die Krankheit selbst betrifft, empfindet man es nicht so schlimm, als wenn es ein Familienmitglied hat das man liebt.

"Warum machst du das eigentlich?!"

Wieso hast du diese Magersucht bekommen, was war der auslöser, das kannst du deinen Eltern ruhig erklären.

Ja, habe ich ja auch vor. Ich werde auf jeden fall zu dem Theapeuten gehen, aber ich will damit einfach sagen das dieser Fall jetzt aufgetreten ist und sich die Zeit nicht zurückdrehen lässt.... :)

Auch dafür das sie sich anders Verhalten habe ich Verständnis, aber muss man denn gleich so abdrehen? Ich bin nicht labil!!!!!! >.< Die einzigen die es im Moment sind, sind meine Eltern!

Und was die Sache mit dem Krebs anbelangt. Klar war es bestimmt auch für sie schlimm, aber wie du schon sagtest, man macht sich immer mehr sogren um Familienmitglieder als um sich selbst. Ist bei mir ja genau dasselbe. Mir macht meine Magersucht eig recht wenig aus. Hab durch sie sogar viel bessere Noten - nichts desto trotz ist und bleibt es eine schei*** Krankheit) aber es nimmt mich wesentlich mehr mit wie sehr meine Mitmenschen darunter leiden...

Und zu letzerem. Ich habe ja selber keine Ahung warum ich magersüchtig bin. Ich wollte eben dünn sein. Dann habe ich eben eine Diät gemacht. Dann bin ich in einen abnehm-Rausch verfallen. Dann wollte ich nicht mehr zunehmen weil es eben so viel arbeit war abzunehmen und weil es so viele positive-Reaktionen gab und ich seither eben ein viel besseres Leben habe......punkt. Mehr gibt's da nicht zu sagen. und genau das habe ich ihnen erklärt. Und dann kam so etwas mit " Ja und was war jetzt der psychische Grund?" .......-Keine Ahung, ich bin auch nicht Jesus.....>.<

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@WildCherry99

WildCherry, das was du jetzt hier alles schreibst, hört sich schon besser an. Ich hatte erst das Gefühl, bezogen auf deinen ersten Text, du hast vor aufzugeben. So kam es irgendwie rüber. Du schaffst das, ja ich denke, du bist wirklich stark. Und...schlank sein ist nicht alles, ein bisl was darf schon dran sein. LG

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@Snoopy068

Aufgeben? Niemals! :D Kann allerdings gut sein das es so rüber kam, musste den Text etwas kürzen... ;) Ich denke auch das ich da wieder rauskomme, zwar jetzt nicht von heut auf Morgen, aber es wird schon nicht ewig dauern ;) Und wie du schon richtig angemerkt hast, schlank sein ist nicht alles - aber ich glaube das mir meine Figur trd immer sehr wichtig bleiben wird, und solange es nicht mein leben bestimmt ist das auch ganz in Ordnung so ;D

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