Meine Erfahrungen und Eindrücke zum dualen Ausbildungssystem?

8 Antworten

Ich habe 18 Jahre schule und weitere 6 1/2 Jahre Ausbildung gemacht, 2 Berufe erlernt

Also die meisten Leute hierzulande haben i.A. 10 Jahre Schule gemacht, Ehrenrunden können nicht verallgemeinert werden.

Falls du 12 Jahre Schule gemacht hast, dann wärst du doch eh schon für eine akademische Ausbildung prädestiniert, das heißt, du hättest entweder kein Abi machen müssen oder keine Berufsausbildung vor einem Studium.

Die meisten Leute machen auch bloß eine Ausbildung, warum du zwei machst, kann man nicht ohne weiteres verstehen.

Also - Augen auf bei der Berufswahl.

 18 Jahre schule und weitere 6 1/2 Jahre Ausbildung

Das sind in der Summe 24,5 Jahre Ausbildung, das meinst du sicher nicht ernst. Und falls ja, dann hat das Fach Mathematik in Schulzeit und 2 Ausbildungen doch nicht so richtig was gebracht ... Auch in deiner Rechtschreibung offenbaren sich da noch diverse Lücken. ------

Der große Vorteil des dualen Ausbildungssystem liegt darin, dass es eine vereinheitlichte theoretische Ausbildung gibt. Was du in der BS vermittelt bekommst, ist landesweit für diesen Ausbildungsberuf in einem Rahmenlehrplan festgeschrieben und hängt nicht vom theoretischen Wissen (oder Nichtwissen) des betrieblichen Ausbilders ab.

Dein Vorteil - mit dem Berufsabschluss kannst du dich landesweit bewerben bzw. arbeiten. Dass es je nach Spezialisierung des Betriebes oder nach Region noch ein paar Besonderheiten gibt, kann nicht in einem bundesweit verbindlichen vereinheitlichten Lehrplan berücksichtigt werden.

Aber es hat auch niemand behauptet, dass du aus der Ausbildung kommst und ein fertiger Experte bist.

Mit 18 meine ich die Vollendung des 18. Lebensjahrs wenn man Hauptschule hat ist man glaube ich auch schon mit ca. 16 fertig.

Meine Rechtschreibung - ich bin Ausländer und habe Probleme mit der deutschen Rechtschreibung außerdem tippe ich gerade auf meinem Tablett und der bequemlichkeithalber..... nebenbei habe ich arbeitskollegen die kurz vor der rente stehen deren rechtschreibung um ein vielfaches schlimmer ist und die sind ja schließlich die alten hasen und schon lange ausgelernt. Also sooo notwendig scheint das auch nicht zu sein.

Die erste Ausbildung war ein Fehler - gebe ich zu. Für mich war klar, diesen Job kann und will ich nicht bis zur Rente machen. Umschulung wollte das Arbeitsamt nicht bezahlen weil es in diesem bereich genügend freie Arbeitsplätze gibt und gab.

Ich wollte also nicht in diesem Beruf bleiben gleichzeitig brauchte ich zumindest aber ein bisschen Geld, denn leben kostet Geld, mit Bafög ist es auch nicht so einfach also ging ich auf nummer sicher und orientierte mich beruflich komplett neu, ich war ja noch jung also warum nicht?

In der zweiten Ausbildung fühlte ich mich wohler, es war mehr das was mir liegt. Ich fühle mich in diesem Berufsfeld wohl allerdings würde ich gerne mehr Verantwortung übernehmen und mich größeren Fragen witmen als dem Tagesgeschäft. Ich würde gerne neue Zweige erschließen und mittlerweile hast du auch recht - ja ich bereue es ein bisschen dass ich nicht sofort studiert habe allerdings ist es als junger Mensch auch ein bisschen schwer. Man kennt nur Schule, man kennt nur die Theorie, man hat überhaupt noch keine Vorstellung von der Welt und dem Arbeitsumfeld.

Ich sehe es positiv - ich habe praktische berufserfahrung, eine absolvierte Ausbildung, wenn ich dann noch den Master dran hängen kann, kann ich sowohl die praktische als auch die theoretischen nachweiße erbringen und bin somit etwas was die wirtschaft gerne hätte.

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@IbanezP

Okay - für jemanden, dessen Muttersprache nicht Deutsch ist, ist dein Ausdruck wirklich gut. Dann ziehe ich meine Kritik offiziell zurück (sorry)

Aber von einem, der hier aufgewachsen ist und das Schulsystem durchlaufen hat, erwarte ich mehr.

Es ist ja beileibe kein Luxus, wenn man seine Muttersprache ordentlich beherrscht ...

Und die, die jetzt in Rente gehen oder noch älter sind - ich rede nicht über die Jahrgänge, die in der Nachkriegszeit zur Schule gegangen sind und ihren Beruf häufig im "Learning-by doing"-Verfahren erlernt haben.

Inzwischen kann man von Schule doch schon mehr mitnehmen. --

Aber wenn du so engagiert und wissenshungrig bist, dann studiere doch. Nimm jede Möglichkeit wahr zum Lernen. Du gestaltest jetzt dein späteres Leben. Deine Freunde / deine Familie halten dich für einen Streber oder scharf auf Karriere?  Sch ... drauf!

Ich finde kaum etwas schlimmer als diese mentale Bequemlichkeit, sich auf dem auszuruhen, was der Freundeskreis oder die Familie bisher zustande gebracht hat.

(Mein Vater fand es ganz schlimm, dass seine Älteste nicht sofort nach dem Abitur geheiratet hat und in die Familienfalle getappt ist wie die meisten meiner Familie (Heirat, Kind, Hausfrau), sondern unbedingt studieren musste - und dann auch noch so etwas Abartiges wie Elektronik. Ich habe es nicht bereut).

Sicher unterfordert Berufsschule auch den ein oder anderen. Möglicherweise gehörst du dazu. Aber so ein System, das für alle Auszubildenden einen Rahmen darstellt, kann sich eben nicht ausschließlich an den Eliten orientieren.

Also geh studieren, zieh dein Ding durch. Ich hoffe, du schaffst genau das, was du dir erträumst. Viel Glück.

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Man kann auch in vielen Berufen für die man studiert habensoll nach einem Jahr guter Einarbeitung ohne Studium arbeiten… Aber Betriebewollen das in der Regel nicht, da es auch teurer ist als 3 Jahre einen Azubinebenher laufen zu haben. Denn es bindet viel mehr restliches Personal.

Wenn ein Betrieb gut ausbildet, dann lernen die Azubis auchviel, die Berufsschule soll das nur unterstützen und versuchen vergleichbareVerhältnisse zu schaffen, da jeder Betrieb anders ist.  Ich habe dual Studiert und mache jetzt in derÜbernahem das gleiche, wie schon im letzten Jahr meiner Ausbildung. Nur ebenjetzt fest ohne die Abteilung bald zu verlassen, nur wenige komplexe Aufgabensind neu dazugekommen.

Man kann ja auch als Azubi Wissen einfordern und sich selberkümmern, mit den zuständigen Leuten sprechen usw.

Zudem kenne ich viele, die in der Berufsschule eben wirklichdenken müssen, du ahnst nicht wie viele Leute am einfachen Dreisatz scheitern…

Vielleicht liegt es ja auch etwas an deiner Einstellung...

Wie kommst du auf 18 Jahre Schule?

Ich meinte mit vollendung des 18 Lebensjahr. Der Kindergarten bereitet dich ja auf die Grundschule vor, in der Grundschule entscheidet sich ob du auf Haupt Real oder Gym kommst und nach absolvieren dieser Schulen bist du zwischen 16 und 18 Jahren. (ungefähr) also haben 18 Jahre deines Lebens nur darauf hingearbeitet das zutun was du jetzt machst.

Wenn du ein großes Interesse an Medizin hast wird es dir nicht reichen Krankenschwester oder Arzthelferin zu sein, wenn du ein großes Interesse an Autos hast wird es dir nicht reichen einfach nur Autos zu reapieren - du willst sie selbst erschaffen.

Ich finde es schade wenn du 18 Jahre deines Lebens auf einen moment hinarbeitest eine 3 1/2 jährige Ausbildung machst um dann jeden Tag 4 Sätze Reifen zu wechseln und eine Zylinderkopfdichtung auszutauschen, Öl- und Ölfilter wechsel. Ich habe nicht kfzler gelernt aber das schaffe ich auch noch selbst. Genauso verhällt es sich momentan in meinem Beruf, er macht mir Spaß aber ich will mehr und hatte mir mehr erhofft.

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@IbanezP

schmalspur ansichten ! der kfz ler macht und kann ettliches besser als sie denken können.

der gute möbelverkäufer kennt sich in der fachkunde holz und holzwerkstoffe , furniertechniken , beschichtungsausführungen , verbindungstechniken , aus. aquise und täuschung ist dann hauseigenes lernen .

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@Kuestenflieger

der gute möbelverkäufer kennt sich in der fachkunde holz und
holzwerkstoffe , furniertechniken , beschichtungsausführungen ,
verbindungstechniken , aus. aquise und täuschung ist dann hauseigenes lernen .

Es tut mir leid deine Ansichten hier zu zerstören, wovon du redest sind vielleicht edle Einrichtungshäuser aber die Einrichtungshäuser (und ich könnte dir bestimmt 10 Stück von der Hand abzählen) funktionieren ganz anders.

In etwas größeren Einrichtungshäusern ist der Einzelhandelskaufmann wirklich rein zum Verkaufen gedacht, du bekommst von oben Druck, deine Zahlen müssen stimmen. Man bekommt eine Herstellerschulung für ein gewisses Möbelstück eines gewissen Herstellers, der erzählt einem in 30-60 Minuten etwas über das Möbelstück, Material, etc. das gleicht alles einem crashkurs, viele Verkäufer waren auch nur quereinsteiger und hatten dementsprechend selbst keine so großen Kenntnisse. Nach diesen Schulungen wirst du auch schon auf die Kunden losgelassen.

Um zum krönenden Abschluss zu kommen, das war der Grund warum ich meine erste Ausbildung gekündigt habe.

Eine Frau blickte durch die Möbel, ich sprach sie an, sie teilte mir bedrückt ihre wünsche mit, ich stellte ihr zusammen was sie brauchte und sie brach in Tränen vor mir zusammen und weinte, ihr Mann habe sie verlassen, sie musste sich eine neue Wohnung suchen, sie hat ihm all die Jahre ihres Lebens geopfert, hat die gemeinsame Tochter groß gezogen, während sie Hausfrau und Mutter war hat ihr Mann Karriere gemacht, sie steht mit nichts in den Händen da, kein Betrieb will sie nehmen, sie weiß nicht wie sie die Möbel bezahlen soll.

Ich war sehr ergriffen von ihrer Geschichte und habe ihr gesagt wir können ja schauen was günstig ist und irgendwo abstriche machen, ich bot ihr auch eine finanzierung an mit dem Zusatz: "Ich will aber auch nicht dass sie sich mit den monatlichen Raten übernehmen, deswegen schauen sie doch erstmal dass an was sie wirklich brauchen." Als die Frau ging wurde ich zur Brust genommen, ich hätte total versagt und das dürfe mir nicht nochmal passieren und ob ich ein Einzelhandelskaufmann werden will oder nicht denn er spüre nichts von meiner motivation. Ich hätte tausend argumente bringen können wie zB. "Das ist überhaupt kein Problem, überlegen sie sich mal, sie haben so einen Schicksalschlag abbekommen, ziehen sie einen schlussstrich und machen sie einen neuanfang und das geht am besten wenn sie ihre wohnung nach ihren wünschen neu gestalten. Überlegen sie sich mal wenn sie nachhause kommen, grade jetzt ist es doch wichtig dass sie sich wohl fühlen und über die raten müssen sie sich keine sorgen machen, wir können eine laufzeit von bis zu 6 Jahren einstellen, so bleibt die rate auch für sie schön klein und erschiwnglich"

Ich habe daraufhin erwidert dass ich so gehandelt habe wie ich mich moralisch gegenüber meinem Kunden verpflichtet gefühlt habe, wort wörtlich bekam ich die antwort: "Was ist ihnen wichtiger? Ihre Moral oder der Umsatz unseres Betriebes? Sie sind Verkäufer!" - Das wars - daraufhin wusste ich, ich werde nie ein guter verkäufer sein und ich hätte nie eine Zukunft in diesem Möbelhaus, aber so läuft das in allen gängigen Möbelgeschäften im mittleren segment ab. Wie es ganz oben an der spitze ist weiß ich nicht.

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@IbanezP

Und vielleicht hast du Recht, ein KFZler kann mehr, genauso wie ein Maler und Lackierer wunderschön gestalten kann, aber die wenigsten kfzler werden am Bau von Tesla beteiligt gewesen sein und die wenigsten Maler dürfen ihrer kreativität freien lauf lassen. Das Tagesgeschäft sieht eben anders aus.

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@IbanezP

Genau das ist der Grund, warum man seinen Job und auch Arbeitgeber frei wählen kann. Ich wollte in die Bankenbranche für meine Ausbildung und den Job, aber nicht Leuten etwas andrehen, was sie gar nicht brauchen. Miteinigem Suchen habe ich das Richtige gefunden, ganz ohne gegen mein Gewissen arbeiten zu müssen, indem ich ein Spezialinstitut gewählt habe…

Da kommt es dann aber auf Einsatzbereitschaft und Recherchean, denn die Anforderungen sind oft hoch…


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ich bin der Meinung für eine normale Ausbildung in Deutschland könnte man ebenso gut einen Fachfremden einstellen und ihn innerhalb eines Jahres (wenn man denn will) auf den Stand bringen den ein Junggeselle nach 3 Jahren ausbildung hat.

 

Das funktioniert nicht, bzw. nicht in jeder Branche.

Ich selbst bin als Ausbilder in der Immobilienbranche tätig und könnte meinen Azubis das ganze Wissen niemals innerhalb eines Jahres vermitteln.

Im ersten und zweiten Jahr versuche ich das schulische Wissen in die Praxis umzusetzen, im dritten Jahr gibt es dann das eigenständige "Projekt".

Hier arbeitet der Azubi dann schon wie ein normaler Angestellter.

Kann es vielleicht sein, dass dein Ausbilder Dir gar nicht das gesamte Wissen vermittelt hat, sondern nur die Dinge, die in diesem Betrieb relevant sind?

Schau Dir mal die Ausbildungsordnungen, bzw. den Ausbildungsrahmenplan an. Ich gehe jede Wette ein, dass Du nicht alles gelernt hast.

Aber auch in der Zeitung ist nachzulesen dass viele Betriebe meinen die Berufsschulen würden an den Anforderungen der Berufswelt vorbei arbeiten.

 

Teilweise ja, da die Auszubildenden bis ins 3. Lehrjahr für Hilfsarbeiten, bzw. billige Arbeitskräfte eingesetzt werden.

Wie so ein Arbeitstag abläuft, bzw. wie man das Fachwissen in die Praxis umsetzt, wissen die meisten gar nicht. Wie auch, wenn man nur einzelne und unangenehme Arbeiten im Unternehmen ausübt.

Unser Ausbildungsbetrieb hat uns über den Rahmenlehrplan hinaus ausgebildet und externe Bildungsträger beauftragt und zusätzliches Wissen zu vermitteln. Wir hatten diverse Lehrgänge, Handwerkslehrgänge sowie theoretische Lehrgänge.

Wichtig bei unserem Betrieb ist ein extrem breites Wissen, in der Lehrzeit arbeiten sie darauf hin uns ein möglichst breites wissen anzueignen, wir haben keine festen Abteilungen. Nach der Lehrzeit bekommt man seinen festen Standort an dem man nochmal ganz speziell eingearbeitet wird. Dies geschiet etwa ein halbes Jahr vor der Abschlussprüfung, anschließend wird man für ein Jahr übernommen und in der Regel in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis übertragen.

Dennoch - ich habe bereits ein Beispiel genannt. Stell dir vor du hast KFZ Mechaniker gelernt möchtest aber beim Bau eines komplett neuen Autos beteiligt sein, du möchtest etwas komplett eigenes erschaffen, auf deine verantwortung, deine ideen, selbstbestimmt und eigenständig.

Wenn man "nur" eine normale Ausbildung hat bleibt man nur "Handlanger" und selbst als vorarbeiter bist du nur ein etwas besserer Handlanger und selbst der meister ist sozusagen auch nur der chef handlanger wobei seine tätigkeiten bei uns eher Bürotätigkeiten sind. Ich hätte wie gesagt gerne mehr.

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@IbanezP

Dennoch - ich habe bereits ein Beispiel genannt. Stell dir vor du hast KFZ Mechaniker gelernt möchtest aber beim Bau eines komplett neuen Autos beteiligt sein, du möchtest etwas komplett eigenes erschaffen, auf deine verantwortung, deine ideen, selbstbestimmt und eigenständig.

 

 

In dem Fall ist eine Ausbildung aber der falsche Weg. Hier wäre dann ein passendes Studium der bessere Ansatz.

Letztendlich ist es immer so, dass man als ausgelernter auf der untersten Hierarchieebene steht und nur einfache Dinge ausübt.

Über Weiterbildungen, etc. kann man sich dann vom Handlanger zum Chef hocharbeiten.

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