Meine ehemaligen Stromschulden von 131 Euro sind angewachsen auf 313,61 Euro durch Inkasso, durch Mahnbescheid.Ist das so zulässig und was kann ich dagegen tun?

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10 Antworten

Sofern du dem Stromanbieter mitgeteilt hast das du Zahlungsunfähig ist war die einschaltung nicht zweckmäßig und die kosten fürs Inkasso brauchst du nicht bezahlen. Ansonsten scheiden sich die Geister, viele Gerichte verneinen die Inkassokosten allerdings so das die Chancen vermutlich gut sind drum rum zu kommen.

Die Frage ist wie die alternative aussieht, wenn du nicht voll komplett zahlen kannst kann es tituliert und per Gerichtsvollzieher eingetrieben werden. Das ist zwar vermutlich billiger wie das Inkassobüro, kann aber einen negativeintrag zu folge haben (insb. bei abgabe einer Vermögensauskunft). Gravierender könnte sein das die Energieversorung abgestellt werden könnte (evt. mit extrakosten fürs abklemmen, in wie weit die zulässig sind kann ich leider nicht sagen).

Wie viel könntest du denn aufbringen? Wenn du die Stromschulden + ca. 50€ für Mahnbescheid, Mahnkosten etc. innerhalb von 2 Monaten aufbringen kannst kannst du es titulieren lassen und sobald der Vollstreckungsbescheid da ist alles sofort zahlen. Dürfte dann das günstigste sein. Ansonsten heißt es klug verhandeln, wie das aussieht kommt auf deine Umstände an (insb. ob dir ein negativeintrag weh tut). Die erste anlaufstelle sollte aber der Stromanbieter direkt sein.

Oktober1110 26.12.2015, 18:49

Danke für ausführliche  Antwort.Negativeinträge tun mir nicht mehr weh.

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Geheim0815 27.12.2015, 08:43
@Oktober1110

Ein Tipp dennoch: kündige dein tun transparent an.

Sehr geehrter Energieversorgen.

Wie ich Ihnen bereits im Vorfeld mitgeteilt habe bin ich derzeit nicht fähig den Betrag in einer Summe aufzubringen, aber bemüht meine offene Schuld schnellstmöglich zu begleichen. Die Einschaltung des Inkassobüros XY weiße ich hiermit als nicht zweckmäßig zurück da Ihnen meine Finanzsituation bereits im Vorfeld bekannt war.

Den Vorgang möchte ich dennoch schnellstmöglich abschliesen, daher schlage ich folgende Ratenvereinbarung vor:

- X Raten zu Y Euro monatlich beginnend ab dem Z.

Wenn es Ihnen nicht möglich ist diese Ratenzahlung zu akzeptieren bitte ich Sie die Forderung titulieren zu lassen (eine mögliche mittilulierung des Inkassobüros werde ich via Teilwiderspruch zurückweisen), die Zeit bis zum Erlass des Vollstreckungsbescheides werde ich nutzen die volle Summe aufzubringen. Muss dieser Aufwand wirklich sein? Als Zeichen meines willens die Sache schnellstmöglich zu bereinigen habe ich heute die ersten XXX€ auf Ihr Konto überwiesen und hoffe den Fall für beide Seiten auch ohne zuhilfenahme des Gerichtes zufriedenstellend und schnellstmöglich abschliesen zu können.

Mit freundlichen Grüßen,
XY

Das sollte Wirkung zeigen und ein vernünftiger Gläubiger wird sich auch drauf einlassen.

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Wenn der Mahnbescheid eingeht könnte man z.B. Teilwiderspruch einlegen gegen die Inkassokosten und nur die Hauptforderung anerkennen.

Hat man das Geld für die Hauptforderung und den Mahnbescheid, kann man dieses einfach direkt überweisen und vollständig widersprechen.

Wenn man natürlich die 2 Wochenfrist mit Nasebohren verbringt hat man mehr oder weniger Pech. Man kann zwar noch gegen den Vollstreckungsbescheid Einspruch erheben aber der ist dennoch vorläufig vollstreckbar.

Bist du auch mit der Hauptforderung nicht einverstanden, so solltest du ebenfalls Komplettwiderspruch einlegen und warten ob Klage erhoben wird. Für den Fall solltest du allerdings einen Rechtsanwalt mit der Wahrnehmung deiner Interessen beauftragen.

Geheim0815 27.12.2015, 08:46

Einspruch gegen den Vollstreckungsbescheid ist aber erstmal nur wg. Formmängel, nicht wegen der Sache selbst, oder? So zumindest habe ich es beim zurückweisen des Einspruches gegen einen Vollstreckungsbescheides im Urteil rausgelesen.

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mepeisen 27.12.2015, 14:51
@Geheim0815

Nö. Der unwidersprochene Mahnbescheid steht einem Versäumnisurteil gleich. So steht es im ZPO. Bedeutet: Der Einspruch wird wie ein Widerspruch gegen ein Versäumnisurteil gewertet (sofern es denn rechtzeitig erfolgte) und alleine wegen d3er Verspätung darf das dann nicht zurückgewiesen werden. Wenn denn der verspätete Einspruch zurückgewiesen wird, war A) die Frist des Einspruchs ebenfalls versäumt oder es gab sachliche Gründe, weshalb die Forderung berechtigt war.

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Den Schuldigen Betrag an den Strombetreiber zahlen ohne inkassogebühren

Ein wenig mehr Inhalt wäre angebracht.

Wenn Mahnbescheid frisch (nicht älter als 14T): Hauptforderung von Inkassokosten trennen. Teilwiderspruch (Höhe der Inkassokosten widersprechen). Gehe davon aus, Anbieter hat eigene Mahnabteilung.

Alternativ: Mahnbescheid umgehend im JobCenter dem Sachbearbeiter vorlegen. Dort kann beim Teilwiderspruch geholfen werden (wenn der Wille da sein sollte).

Darlehen beim JobCenter beantragen und Tilgung mit 28-30 Euro monatlich vereinbaren (wird in Abzug von der Leistung gebracht).

Abschläge für Strom direkt vom JC an Anbieter zahlen lassen.

Oktober1110 27.12.2015, 11:50

Mahnbescheid kam genau auf dem 24.12.2015. Ich hab noch recht wenig Lust, so allgemein am Leben. Hauptforderung 131 Euro Stadtwerke.Mit Inkasso 221 Euro und mit Mahnbescheid 313,61 Euro,

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JoJoPiMa 27.12.2015, 14:08
@Oktober1110

Dann ist ja noch Zeit. Schritte sind:

Mahnbescheid: Teilwiderspruch innerhalb der Frist. Das ist natürlich wichtig.

JobCenter: Darlehen beantragen und Zahlungen (Strom) direkt an Versorger veranlassen. Dann hast keine Sorge mehr.

Am Montag zum JobCenter gehen. Die Mitarbeiter sind zwar nicht dazu verpflichtet, Hilfestellung bei Mahnbescheide zu leisten, aber sie verstehen es, wenn man höflich fragt und die persönliche Situation offen und ehrlich darlegt (auch Gemüt, persönliche Verfassung etc).

Wenn es nicht unbedingt dort vortragen möchtest: Die Caritas hat eine Schuldnerberatung, die in der Tat kostenlos ist. Die Verbraucherzentralen können auch helfen.

Wenn am Montag doch direkt zum JC gehen-, und die Trennung der Forderung nicht zum Thema machen möchtest, dann erledige nur Darlehen (und zwar über 131,00) und die direkte Zahlung der Abschläge.

Den Mahnbescheid widersprechen (Teilwiderspruch): Einfach nur 131,00 Euro anerkennen. Das Formular ist wirklich einfach gehalten und der Aufwand ist minimal.

Dann kommt Post.

Entweder zieht der Antragsteller das Ganze zurück oder die Sache soll vom Gericht entschieden werden.

Wichtig hierbei ist der Inhalt vom Gerichtsschreiben. Wenn dort was von Kleinverfahren steht, oder, dass das Gericht nach billigem Ermessen zu entscheiden beabsichtigt (bei Streitwerte von nicht mehr als 600 Euro), dann innerhalb von zwei Wochen dem Gericht schriftlich mitteilen, dass entscheidungserheblichen Tatsachen zu klären sind - nämlich, die Inkassokosten.

Die Schuldnerberatungsstelle der Caritas scheint sich als gute Hilfe erwiesen zu haben.

Das Leben kann aus den Fugen geraten. Aber, das hier sind doch alles nur kleine Schritte, die zum Erfolg führen werden - davon ist auszugehen, bei den genannten Zahlen.

Letztendlich, wirst du dich besser fühlen. Weil du selber was veranlasst hast.

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Du hättest wesentlich früher reagieren müssen. Das jemand seine Stromschulden nicht zahlen kann, ist für den Anbieter nichts neues. Die Inkassokosten sind normal und absolut üblich. Du solltest versuchen eine Ratenzahlung zu vereinbaren. Manchmal ist das noch möglich. Kommt aber manchmal darauf an wie du dich früher denen gegenüber verhalten hast. Reagieren mußt du nun so oder so. Wenn es doof läuft wird dir der Strom abgeschaltet. Dann geht ziemlich sicher eine Ratenzahlung, aber solange der Betrag nicht beglichen ist bleibt die Hütte dunkel. Im übrigen werden dir die Kosten für das Sperren und das anschließende wiederherstellen des Stroms gnadenlos in Rechnung gestellt. Also kleine Brötchen backen, ab an das Telefon und mit denen quatschen. Besser wird es nicht.

Oktober1110 26.12.2015, 16:43

Danke für Antwort. Das ja keine guten Aussichten für mich.

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Alterhaudegen75 26.12.2015, 16:47
@Oktober1110

Kein Problem. Gern geschehen. Gut ist in der Tat etwas anderes. In der Regel sind eigentlich alle Gesprächsbereit. Sie wollen ja schließlich das Geld. Nur gar nichts zu tun ist jetzt nicht angesagt.

Und um die Ursprungsfrage zu beantworten. Wehren kannst du dich gegen die Kosten nicht. Du kannst aber jetzt etwas tun damit sie nicht noch größer werden.

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mepeisen 27.12.2015, 14:54
@Oktober1110

Glaube nicht alles, was irgendwer daher erzählt. Inkassokosten sind üblicherweise nicht erstattungsfähig. Sie sind das reine Privatvergnügen des Anbieters. Höre lieber auf die anderen hier, beispielsweise Kevin oder Georg.

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kevin1905 26.12.2015, 19:27

Die Inkassokosten sind normal und absolut üblich.

Inkassogebühren sind Privatvergnügen des Gläubigers.

Du solltest versuchen eine Ratenzahlung zu vereinbaren.

Auf keinen Fall, zumindest nicht mit dem Inkassobüro, da zahlt man noch eine Gebühr zusätzlich.

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Du hast einen gerichtlichen (!) Mahnbescheid erhalten ?

Wann ist er gekommen ?

Liste mal die Positionen auf !

Die 131 ist die reine hauptforderung ?

Sind da bereits etwaige gebühren mitenthalten ?

Oktober1110 27.12.2015, 11:44

Die Hauptforderung beträgt 131 Euro plus Inkasso gleich 211 Euro und jetzt mit Mahnbescheid gleich 313,61 Euro

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mepeisen 27.12.2015, 15:00
@Oktober1110

Liste das mal etwas ausführlicher auf. Insbesondere was in den Teilen 2 und 3 des Mahnbescheides steht. Die Inkassokosten sind definitiv nicht durchsetzbar. Wäre spannend, wie sich der Rest zusammensetzt.

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Du kannst was dagegen machen. Zahlen. Es wird sonst sicherlich nicht besser.

Natürlich ist das zulässig. Dir sollte eigentlich klar sein, dass durch Nichtzahlung Mahngebühren entstehen (können). Also pünktlich zahlen, um höhere Kosten zu vermeiden!

Georg63 27.12.2015, 01:25

Mahngebüren ja - 2,50 pro Mahnung und Gebühr für den Mahnbescheid

Aber nicht die zusätzlichen Abzockgebühren der Inkassofirma.

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Ja, ist es. Um weitere Kosten zu vermeiden, kannst du nur eines tun: sofort (!) zahlen.

Oktober1110 26.12.2015, 16:36

Zahlen kann ich nicht bei einem Hartz4 Satz im Monat.Das ist das Problem.

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OnkelSchorsch 26.12.2015, 17:47
@Oktober1110

Ich war vor Jahren auch schon mal in einer Situation, in der ich die Stromrechnung nicht zahlen konnte. Kann passieren, aus diversen Gründen, kein Beinbruch. Dann setzte ich mich mit dem Anbieter in Verbindung und wir vereinbarten eine Ratenzahlung. Nach drei Monaten war das Ding erledigt.

Dass du das nicht gemacht hast, ist nun halt der Fall. War ein Fehler, das dürfte dir jetzt sicher klar sein. Was tun? Wenn du gar nichts machst, wird dir der Strom abgestellt und zusätzlich fallen immer mehr Kosten an. Du musst also etwas unternehmen. Was du machen kannst, ist, dich an den Stromanbieter und das Inkassobüro zu wenden und eine Ratenzahlung vereinbaren.

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Georg63 27.12.2015, 01:23
@OnkelSchorsch

an den Stromanbieter

ja

und das Inkassobüro

Auf keinen Fall!

zu wenden und eine Ratenzahlung vereinbaren.

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OnkelSchorsch 27.12.2015, 01:30
@Georg63

Selbstverständlich muss er sich auch ans Inkassobüro wenden. Sonst hat er ruckzuck noch mehr Kosten. Kann sogar sein, dass der Anbieter mit der Sache nichts mehr zu tun hat und die komplett ans Inkassobüro übergeben hat. Deshalb an den Anbieter und ans Inkassobüro wenden.

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Georg63 27.12.2015, 12:28
@OnkelSchorsch

Inkassofirmen sind reine Briefeschreiber ohne rechtliche Befugnis.

Falls die die Forderung gekauft hätten, müsste der Gläubiger einen Nachweis darüber bekommen und es dürften erst recht keine Zusatzgebühren aufgeschlagen werden.

Wenn du hier den Abzockern hilfst, arme Leute auszupressen, werde ich das nicht unwidersprochen stehen lassen.

Begründungen findest du u.a. bei gf in den vielen Beiträgen vpn Kevin1905 und mepeisen.

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mepeisen 27.12.2015, 14:59
@OnkelSchorsch

Nicht alles, was in dir Wikipedia steht, stimmt auch unreflektiert.

Fakt ist, dass bei Zahlungsproblemen die außergerichtliche Mahnung durch Inkassos pure Geldtreiberei ist. Sehr viele Gerichte, die sich tagtäglich damit beschäftigen, streichen Inkassogebühren ganz zusammen oder auf 3€. Sauber begründet über §254 BGB und darüber, dass beispielsweise ein großer Stromkonzern ganz sicher keine Hilfe beim Schreiben von Mahnbriefchen braucht.

Daneben gibt es noch viele weitere Begründungen, warum Inkassos puren Quatsch treiben. Alleine an den Beträgen erkennt man auch hier wieder, dass offenbar das Inkasso gar nicht den Mahnbescheid gestellt hat, sondern stattdessen ein "befreundeter" Anwalt. Ansonsten müsste der Betrag inkl. Inkasso rund 20€ niedriger sein. Bedeutet aber wiederum eine Disqualifikation beim Inkasso. Denn wieso ist das Inkasso eingeschaltet worden, wenn der Gläubiger sowieso einen Anwalt brauchte, da das Inkasson nicht in der Lage ist, Mahnbescheide auszufüllen?

Davon abgesehen gibt es aber noch die Gebühr für Schreiben einfacher Art und darüber hinaus §4 RDGEG Absatz 5 (den Masseninkasso-Paragraphen). Alles spricht dafür, dass die durchsetzbaren gebühren drastisch niedriger sind als das, was das Inkasso verlangt.

Dumm ist nur, wer sich nicht informiert und dann denkt, man müsse diesen Quatsch bezahlen.

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Georg63 27.12.2015, 15:03
@OnkelSchorsch

@OnkelSchorsch: Sehr guter Link - man sollte den Text aber komplett lesen - vor allem dies:

"Die Erstattung von nicht-anwaltlichen Inkassobürokosten wird durch die Rechtsprechung jedoch vielfältig abgelehnt, da das Inkassobüro über nicht mehr Möglichkeiten verfügt, als der Gläubiger selbst und dessen Kosten daher nicht als Aufwand einer effektiven Rechtsverfolgung angesehen werden. Nach dieser Ansicht ist ein Inkassobüro lediglich ein Dienstleister ohne besondere Befugnisse, dessen Kosten verbleiben also bei dessen Auftraggeber."

Noch besser wird es, wenn die Inkassofirma für den Gläubiger kostenlos arbeitet - dann gibts erst gar keine Kosten.

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>Inkasso. Wie kann ich mich gegen diese Kosten wehren?

Indem du erstmal keine schulden machst !

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