Meine Demenzkranke Oma will einfach nicht zum Arzt, was tun?

14 Antworten

Salue

Die ganze Familie muss jetzt sofort zusammenspannen, da sie im Krankenhaus ist. Dort muss der Arzt ein Machtwort mit ihr sprechen. Einem Arzt wird sie glauben. Er wird ihr beibringen müssen, dass es vom Krankenhaus als nächste Station in ein Pflegeheim geht.

Bei meiner Mutter fing es auch so an. Sie hat die Herdplatte vergessen abzustellen und brennbare Sachen draufgelegt. Sie hat abends einen Spaziergang in den nahen Wald gemacht und ist in ein Dornengebüsch gefallen. Nur ein Jogger hat das Stöhnen gehört und sie dort noch vor der Nacht gefunden.

Mein Vater konnte nicht mehr aus Haus einkaufen gehen. Er musste ständig aufpassen. Nach einigen Monaten war auch er komplett ausgeschöpft.

Wir vier Söhne haben uns, durch gegen den Willen unseres Vaters, durchgesetzt. Wir haben ihr geholfen, die wichtigsten Sachen im Pflegeheim einzurichten, sodass sie dort zu Hause ist.  

Mein Vater hat sie täglich dort besucht und mit ihr dort Mittag gegessen. Er ist so noch einmal aufgeblüht und ist dann ruhig in seinem Sessel eingeschlafen. Meine Mutter nahm noch 3 1/2 Jahre lang langsam geistig von uns Abschied.

Sie hat uns Söhne nicht mehr gekannt, aber gemerkt, dass jemand da war, den sie mag.

Viele Senioren weigern sich, fremde Hilfe anzunehmen. Wenn es dann aber mal durchgesetzt ist, sind sie sehr dankbar dafür. Sie sehen es dann selber auch ein.

In dieser Situation sollte die ganze Familie zusammenhalten wie Pech und Schwefel und sofort das Gespräch mit dem Krankenhaus-Arzt suchen.

Ich bin überzeugt davon, dass auch Du dabei wichtig bist.

Es grüsst Dich und wünscht Dir Kraft

Tellensohn

Salü Tellensohn

Sorry, aber so geht's ganz und gar nicht. Ich finde es wirklich sehr traurig, dass es Menschen gibt, welche so denken. Kein Mensch hat das Recht jemanden in ein Pflegeheim zu stecken.

OfficaalSaarah's Oma hat es sicher nicht verdient so behandelt und in ihren Willen gebrochen zu werden. Man sollte unsere Senioren mit Würde begegnen und wenn sie schon im gleichen Haus lebt wie ein teil ihrer Familie, soll ihr dieser Wunsch auch wie auch immer möglich erfüllt werden. Sie hat sicher ein Leben lang auf die Familie aufgepasst, nun soll die Familie zusammenstehen und ihr diesen Wunsch erfüllen.

gruss ivo

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@hotsho

Du hast mich falsch verstanden. Bei Altersdemenz kann sie sich selber, aber auch andere gefährden.

In einem Heim kann sie fachgerecht und liebevoll 24 Stunden betreut werden, gleichzeitig wird Dein Opa entlastet.

Wenn die Verwandtschaft liebevoll mit ihr spricht und ihr dies aufzeigt, kann man sie überzeugen, dass sie nicht warten darf, bis man sie notfallmässig irgendwo einliefern muss.

Wir waren mit ihr in verschiedenen Altersheimen, sodass sie sich eines aussuchen konnte, wo es ihr gefallen hat.

Sie hatte jeden Tag Besuch von einem von uns und so hatten Muetti und wir noch eine gute Zeit zusammen.

Wenn man aber einfach tatenlos zusieht, wird der Moment kommen, wo sie dann wirklich dringend in Pflege muss. Es kann sein, dass der Opa zusammenbricht, weil er überfordert ist, es kann sein, das die Altersdemenz so schlimm wird, dass es einen Unfall gibt.

Da muss alles schnell gehen. Sie landet an einem Ort, den man sich nicht aussuchen kann, der eben gerade einen freien Pflegeplatz hat.

Genau eine solche "Notfallübung" ist für alle sehr mühsam und meistens auch für Deine Oma nicht eine glückliche Lösung.

Man bereut dann, dass man nicht zu dieser Zeit eine gute Lösung gefunden hat, als man dies noch hätte tun können.

Meine Eltern waren schlussendlich sehr glücklich darüber, dass wir sie bei diesem Entscheid aktiv unterstützt haben.  

Ich hoffe, du verstehst was ich meine.

Liebe Grüsse

Tellensohn  

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Wenn die Oma jetzt im Krankenhaus ist, werden die dort doch auch etwas wegen der Demenz unternehmen. Aber ich finde auch, dass zunächst einmal der Opa mit der Oma zurechtkommen muss. Gegen Demenz kann man sowieso nicht viel machen und wenn sie nur etwas vergesslich ist, ist es ja auch noch nicht so schlimm. Außerdem muss man ja nicht sagen, dass man mit ihr wegen der Demenz zum Arzt gehen will, sondern mal den Blutdruck und das Herz prüfen lassen will.

ihr habt die falsche vorstellung von demenz: kein arzt kann helfen. noch gibt es kein heilmittel, selbst das verlangsamen der demenz gelingt nur bedingt.

und natürlich macht es keinen sinn, ihr demenz vorzuwerfen. wenn sie dabei ist, dement zu werden, dann hat sie das schon selbst begriffen und versucht es solang wie möglich zu überspielen und vor anderen zu verbergen. aber das letzte was demente wollen ist als demente behandelt zu werden.

ihr müsst euch daran gewöhnen und mit dieser situation leben lernen, demenz aufhalten kann niemand. versucht, ihr möglichst lang ein möglichst normales leben zu ermöglichen. lasst ihr möglichst viel selbstständigkeit und versucht unauffällig im hintergrund korrigierend/helfend einzugreifen.

annokrat

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