Meine Cousine hat MS im Kopf, was bedeutet das?

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2 Antworten

Die MS ist tatsächlich eine Erkrankung des Nervensystems, allerdings ist sie auch die Krankheit der 1000 Gesichter, weil sie bei jedem Menschen anders verläuft. Tatsächlich gibt es aber eine Art MS, die im Kopf abläuft, welche sich auf verschiedene Arten zeigt. Was wohl das auffälligste ist, sie verläuft fast wie Alzheimer. Mein Vater selbst hat MS im Kopf und man merkt es allein, wenn man mit ihm telefoniert. Ich erzähle ihm etwas, was er nach 5 Minuten wieder vergessen hat und oftmals kommt es vor, dass er mich bei einem Telefonat vieles mehrmals fragt, weil er sich einfach nicht mehr daran erinnert, selbst wenn ich ihm dies sage. Es bringt nichts, diese Menschen zu verurteilen, auch wenn es einem manchmal nervig erscheint, aber sie können nichts dafür.

Bei der MS entstehen immer wieder neue Entzündungsherde im Kopf, welche mit einem weiteren Schub einhergehen, bei denen es ihnen wieder schlecht geht und meist Kortison gespritzt werden muss. Die Entzündungsherde im Kopf kann man nicht verhindern, aber etwas eindämmen, besonders mit Kortison, welches natürlich auch nicht ratsam ist, dauernd zu nehmen. Kortison kann vielleicht auf kurze Zeit bei einem schlimmen Schub helfen, auf Dauer jedoch mehr kaputt machen, als heilen. Leider ist Kortison eines der wenigen Mittel, die wirklich bei MS helfen.

Es gibt immer wieder neue Therapieformen, vor allem jedoch ist Bewegung wichtig, damit die Muskeln nicht abbauen und man steif wird. Krankengymnastik und auch Ergotherapie sind daher wichtig. Welche Medikamente man nimmt und ob man welche nimmt, ist einem selbst überlassen.

Da mein Vater und meine Stiefmutter beide MS haben, kenne ich mich ein wenig davon aus. Meine Stiefmutter beispielsweise muss alle paar Wochen in die Uniklinik und bekommt da ambulant ein Medikament verabreicht, bleibt über Nacht da, um Nebenwirkungen auszuschließen und darf dann wieder nach Hause. Vor ein paar Jahren jedoch ging es ihr einmal so schlecht, dass sie dauerhaft im Rollstuhl saß und jeder Arzt ihr sagte, sie würde nie wieder laufen können - aber nun kann sie es. Zwar nicht rennen und sie braucht immer ein oder zwei Stöcke, aber sie kann es. Bei meinem Vater dagegen verläuft die Krankheit immer schlimmer, so dass er regelmäßig Sport und KG machen muss, damit er nicht steif wird. Dadurch, dass seine Muskeln zu schnell abbauen, ist er auch recht dünn, obwohl er eigentlich sehr groß ist. Autofahren kann er inzwischen auch nicht mehr gut, denn auch die Reaktion lässt dadurch ja nach.

Stress etc vergrößert natürlich die Gefahr eines weiteren Schubes der Krankheit, aber er nimmt dagegen auch gar keine Medikamente, nur bei einem Schub und selbst da verzichtet er meist lieber drauf, weil er selbst weiß, dass diese Medikamente seinen Körper auf Dauer kaputt machen.

Die Krankheit heilen kann man leider nicht, aber es gibt einige Möglichkeiten, die Krankheit einzudämmen und zu verlangsamen.

Hallo heikosylt,
Die Multiple Sklerose - abgekürzt MS - ist eine chronisch entzündliche Erkrankung von Gehirn und Rückenmark, bei der es zur Entmarkung (Demyelinisation) bestimmter Nervenfasern kommt. Das Mark (Myelin) ist eine fetthaltige Schicht um diese Nervenfasern. Der Name Multiple Sklerose bedeutet "vielfache Vernarbungen" in der weißen Substanz von Gehirn und Rückenmark. Ein weiterer, unter Ärzten gebräuchlicher Name für die gleiche Erkrankung ist Encephalomyelitis disseminata (ED).

Bitte hier weiterlesen: www.netdoktor.de/krankheiten/fakta/multiplesclerose.htm

Gruß Albert

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