Meine Berufung ist es einfach, für Menschen da zu sein?

10 Antworten

Aber während ich daheim sitze und lerne, sterben die Menschen, für die ich doch eigentlich da sein möchte, weg. So viele Menschen werden von der Kirche allein gelassen, aber ich kann auch nicht helfen, sondern muss lernen.

Es wird auch nach dem Studium Menschen geben, denen du nicht helfen kannst. Wenn dich das jetzt schon fertig macht, ist der Burnout im Beruf vorprogrammiert.

Ich studiere auch zur Zeit, weil ich Verhaltensberaterin für Katzen werden will. Das ist zwar kein anerkannter Beruf, und man könnte ihn theoretisch auch ohne Studium machen, aber man benötigt eine Menge Hintergrundwissen, das man sich nicht über ein paar Bücher und Internetbeiträge aneignen kann. Das geht da streng wissenschaftlich zu, und man muss später dem Veterinäramt einen Nachweis der Sachkunde bieten, um überhaupt mit dem Beruf anfangen zu können.

Wie auch in Tiertrainerberufen ist die Burnoutrate hoch, weil man neben den Schicksalen der Tiere, die z.B. durch vorherige schlechte Haltung schwerst traumatisiert sein können, es auch mit Menschen zu tun haben kann, die keine Geduld mit ihrem Tier haben oder in einer Krise stecken. Man muss manchmal zwischen vielen Parteien vermitteln, die alle ihre eigenen Probleme haben und sie an anderen auslassen. Da muss man nüchtern bleiben und darf sich nicht auf dasselbe Niveau herunterziehen lassen. Genau das können manche nicht, weil sie sich emotional (zu stark) berühren lassen, sich zu tief hineinknien und ihre Arbeit ständig mit nach Hause nehmen.

Man muss aber auch Zeit für sich haben. Sei es für ein Studium, zum Aufräumen seines Haushalts oder einfach nur, um bis zum nächsten Arbeitstag seine Kräfte zu regenerieren. Sonst braucht man in nicht allzu ferner Zukunft selbst Hilfe und wird krank. Damit hilft man Klienten nicht mehr.

Kannst du das? Ich meine abschalten und dabei nicht daran denken, dass ohne dich Menschen sterben?

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung

Es gibt so viele Wege, um für Menschen da zu sein. Wenn du eher der praktiker bist, sehe ich auch eher ein Studium der Sozialen Arbeit (berufsbegleitend, dual oder als Fernstudium), oder eine Ausbildung in der Pflege, als Erzieher etc.

Oder du beißt dich eben durch.

Du solltest in den sauren Apfel beißen und Dein Studium erfolgreich abschließen. Danach kannst Du genau das tun, was Du Dir wünschst.

Wenn ein Studium Voraussetzung ist, um Gemeindereferent zu werden, dann musst Du eben studieren, um Dein Ziel verwirklichen zu können.

Ich würde mich nach Ausbildungen im sozialen Bereich erkundigen. Wie du schon sagst, viele Menschen brauchen Hilfe, aber nicht von einem Theologen.

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