Meine Bekannte hat sich selbstständig gemacht. Wenn ich ihr z.B. eine Maschine für die Firma kaufe, wie nennt man dies und wie muss sie es verbuchen?

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6 Antworten

Sie kann die Maschine normal auf dem Anlagekonto aktivieren. Als Gegenkonto kannst du ein Verbindlichkeitskonto verwenden, wenn sie dir den Betrag zurückzahlen soll.
Lediglich die Vorsteuer ist nicht abziehbar, da die Rechnung bei dieser Konstruktion nicht auf den Namen ihres Unternehmens gestellt ist.

Ihr solltet auf jeden Fall einen Darlehensvertrag aufsetzen. Bei solchen Privatdarlehen schaut das Finanzamt gerne genauer hin, daher würde ich auch davon abraten,  keine Zinsen zu vereinbaren. Wenn das Darlehen länger als 1 Jahr läuft, wird vom Finanzamt der gesetzliche Zinssatz von 5,5 % festgelegt. Ihr solltet das wirklich nur machen, wenn die Bekannte keine anderen Möglichkeiten hat, die Maschine finanzieren zu lassen und euch fachlich, z.B. durch einen Steuerberater beraten lassen.

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Kommentar von kevin1905
23.11.2016, 17:51

Kurze Frage, die 5,5% kommen mir nicht bekannt vor. Welcher Quelle entstammt der Zinssatz?

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Warum musst du ihr diese Maschiene kaufen und warum kauft sie sich die Maschiene nicht selbt.?

Würde sie die Maschiene selbst kaufen und unterläge der Regelbesteuerung so könnte sie die auf dem Kaufpreis liegende MwST beim FA geltent machen.

Den Kaufpreis kann sie NICHT von der Steuerabsetzen. Den Kaufpreis trägt sie in der Gewinn-Verlustrechung als Betriebsmitteleinkauf bei den Ausgaben ein. Dadurch verringert sich ihr Gewinn und somit auch ihre Steuerschuld.

Achtung. jedoch können Betriebsmittel ab einem bestimmten Betrag nur noch jährlich mit einem bestimmten  prozentualen Anteil des Kaufpreises als Ausgaben angerechnet werden. Wie hoch die prozentuale Anrechnung ist, hängt von der höhe des Kaufpreises und der Nutzungsdauer des Betriebmittels ab.

Das nennt sich dann: betriebliche Abschreibung:

https://www.steuern.de/abschreibung.html

Kaufst du die Machiene und schenkst sie ihr, wäre das eine Schenkung und du bleibst als Endverbraucher auf der MwST sitzen.

Wie sie das dann in der Buchführung zu händeln hat, erklärt euch ein Steuerberater.

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Grundsätzliche Fragen:

Habt ihr einen Steuerberater?

Wenn nein, sofort einen suchen. denn Existenzgründer begehen durch ihre Unkenntniss oft gravierende Fehler bei Steuerangelegenheiten und der Buchführung.

Die Nächste Frage:

Hat sie einen Kurs für Existenzgründer besucht?

Nein?

Dann bitte unbedingt einen belegen.

Denn dort erfährt sie grundlegendes über die Begriffe der Selbstständigkeit. Dazu gehören: BWL, Buchführung, Gewinn-Verlustrechnung, Steuerwesen, Sozialwesen, sie erfährt etwas über Gesetze, Auflagen und Bestimmungen. Lernt Betriebsformen kennen, hört etwas von Konzeption und Marketing. Sowie weitere wichtige Infos zur Selbstständigkeit.

So einen Kurs sollte sie unbedingt besuchen, damit sie überhaupt weis was alles auf sie kommen wird.

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Ich gehe davon aus, es ist eine Einzelfirma. Du möchtest es ihr schenken oder möchtest du später das Geld zurück? Wenn du es ihr schenken möchtest, dann gib zu der Maschine den Kaufbeleg zu und sie verbucht es als normalen Kauf. Möchtes du später das Geld eher wieder haben, macht einen Privatkredit unter euch. Das Geld nimmt deine Freundin als private Einlage.


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Kommentar von Istriche
23.11.2016, 08:40

Rein Interesse halber, würde das dann in der Bilanz am Ende des Jahres nicht in Konflikt mit den Verbindlichkeiten und den Ausgaben kommen? Das Geld hat sie ja nicht wirklich ausgegeben, obwohl sie es verbucht hat.

Oder mache ich gerade einfach nur einen Denkfehler?

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Offiziell heißt es Schenkung, gewertet wird das ganze aber als "Ertrag" oder "Einlage", da die AHK = 0 betragen. Das ist ziemlich kompliziert, und ich würde mich dabei eher an einen Fachmann wenden anstatt an gutefrage.net.

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Kommentar von Goofy64
23.11.2016, 08:41

Es ist ja keine Schenkung, sondern ein zinsloses Darlehn, welches sie mir zurückzahlen muss. Wir wissen nur nicht, wie man es verbuchen muss.

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Das ist eine offizielle Schenkung. Evtl. muss sie dafür Schenkungssteuer bezahlen (ich weiß nicht, ob überhaupt, und wenn ja, ab welcher Kaufpreishöhe und wieviel). Ich glaube, dass das besser gemeint als gemacht ist.

Wenn sie sich die Maschine selbst kauft, kann sie den Kaufpreis von der Steuer absetzen.


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Kommentar von Goofy64
23.11.2016, 08:33

Ich möchte sie finanziell unterstützen, deswegen diese Käufe. Wäre es dann besser, dies mit Geld, als zinsloses Darlehn zu machen oder geht das auch mit Sachgegenständen?

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Kommentar von Istriche
23.11.2016, 08:36

Bitte pass auf mit Halbwissen. Die Schenkungssteuer fällt nur auf ein Erbe an, das zu Lebzeiten ausgetragen wird, und ist dabei abhängig vom Verwandschaftsgrad. Wenn man eine Maschine geschenkt bekommt, entfällt somit keinesfalls die Schenkungssteuer.

Schenkung ist eben nicht gleich Schenkung.

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