Meine Arbeitskollegin will mit 43 noch schwanger werden. Ist sie nicht schon viel zu alt?

8 Antworten

Medizinisch gesehen liegt das ideale Alter für eine Schwangerschaft zwischen 20 und 29 Jahren.

Aber in der Zeit ihrer Fertilität (ab der Pubertät bis zur Menopause mit durchschnittlich 50 Jahren) ist die Frau dafür gemacht, Kinder zu bekommen und auch selbst zu versorgen.

Die meisten Frauen in Deutschland bekommen heute um das 30. Lebensjahr ihr erstes Kind und schon jedes 4. Baby wird von einer Frau geboren, die über 35 Jahre jung ist. Es ist normal geworden, sich Zeit zu lassen und die Berufsausbildung zu beenden. Dieser Trend zur „späten Mutterschaft" wird laut Experten weiter anhalten und durch die Möglichkeiten der Fortpflanzungsmedizin sogar noch zunehmen.

Je später eine Schwangerschaft geplant wird, desto wichtiger ist die körperliche Gesundheit der Frauen und ihr Lebensstil: Wer sich gesund ernährt, regelmäßig bewegt und auf Nikotin verzichtet, hat gute Chancen auch über 35 problemlos schwanger zu werden. Erst wenn zusätzlich zum Lebensalter noch weitere Faktoren wie Übergewicht hinzukommen, kann es bei Frauen ab 35 (oder ab 40 mit dem zweiten bzw. dritten Kind) problematisch werden.

Doch das mütterliche Alter ist statistisch gesehen ein Risikofaktor für Spontanaborte. Mit 20 - 30 enden 9 - 17%, mit 30 - 35 17 - 23% und mit 35 - 40 23 - 45% aller klinischen Schwangerschaften als Fehlgeburt.

Das Risiko für eine Trisomie 21 liegt in Abhängigkeit vom Alter der Mutter bei 20-Jährigen bei 1:1070, bei 35-Jährigen bei 1:270 und bei 40-Jährigen bei 1:70.

Auch das Risiko für andere kindliche Chromosomenstörungen, wie z. B. eine Trisomie 18 (Edwards-Syndrom) oder Trisomie 13 (Pätau-Syndrom) hängt eng mit dem Alter der Mutter zusammen.

Letztendlich ist es die Entscheidung deiner Arbeitskollegin, die sich zwar eines "erhöhten Risikos" bewusst sein sollte, doch ihren Kinderwunsch nicht nur durch Statistiken bestimmen sollte.

Ich wünsche deiner Kollegin eine gesunde Schwangerschaft und dir alles Gute!

Was sagt eine Zahl über die tatsächliche gesundheitliche/seelische Verfassung der Person aus? Oder ist die Kollegin in irgendetwas eingeschränkt, warum Du Dir Sorgen machst?

Was möchtest Du wissen?