Mein Vater liegt im Sterben. Hat jemand Erfahrungen, die einem in der ersten Zeit danach helfen?

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7 Antworten

Da hilft leider nur trauern. Und darüber reden! Aber den ersten Schritt hast Du schon getan um damit gut umzugehen! Es ist halt immer schwer einen geliebten Mensch zu verlieren, also trauere, mehr kannst Du nicht tun!

Da gibt es Fachleute sogenannte Brückenpflege da würde ich mich mal informieren. Bzw. weiß ja nicht wie du zur Kirche stehst vieleicht ein Gespräch mit einem Seelsorger.Sowas ist nicht leicht zu verkraften außerdem brauchst du selbst erst mal Kraft um deiner Mutter helfen bzw. sie unterstützen zu können.

Danke für deine Gedanken. Habe noch eine Schwester, mit der ich zusammen unserer Mutter beistehe. Wir treffen uns jetzt täglich, das hilft. Außerdem sind wir gläubig, aber die Emotionen sind trotzdem nicht anders, wenn man jemanden verliert.

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Du hast sicher einen ganz entscheidenden Vorteil, daß Du vermutlich nicht mit Deiner Trauer alleine sein wirst. Das ist eine Menge wert.

Trotz allem seelischen Schmerz: Versuche, Dich abzulenken, geh unter Menschen, kümmer Dich um die Lieben, die mit Dir trauern.

Auch wenn Dir vielleicht danach sein mag: Mach nicht den Fehler und vergrabe Dich irgendwo alleine und einsam in einer Ecke. dadurch machst Du es Dir selbst nur noch Schlimmer.

Ich wünsche Dir von ganzem herzen die nötige Kraft.

Ich danke für deinen Zuspruch. Habe selber eine fünfköpfige Familie, für die ich sorgen muß, da bleibt keine Zeit und Möglichkeit zum vergraben....

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Das habe ich vor 2 Monaten durchgemacht. Es ist sicherlich unheimlich hilfreich, wenn du jetzt schon weißt, daß der Tod für ihn eine Erlösung sein wird. Uns hat es allen geholfen, daß wir in der Sterbestunde dem Vater beistehen konnten. Man denkt immer, man schafft das nicht, aber man entwickelt ungeahnte Kräfte. Wenn ihr gläubig seid, ist es auch gut, wenn ein Pfarrer anwesend ist. Heutzutage gibt es unheimliche liebevolle Bestatter. Wir hatten jemanden, da konnten wir Tag und Nacht anrufen und uns "aussprechen". Dort war man in Trauerbegleitung ausgebildet. Hilfreich ist es auch, wenn man dem Verstorbenen Dinge mit in den Sarg gibt. Man bewältigt so schon eine Menge. Natürlich hilft es immer, wenn man weinen kann. Schmerz verdrängen bringt gar nichts. Schön ist es, wenn jemand da ist, der einen in die Arme nimmt. Aber man soll sich auch erzählen, wie das Leben mit dem Verstorbenen war. Die schönen Dinge machen das Leben erinnerungswürdig. Rede mit später mit deinem Vater. Erzähle ihm wie es dir geht, dann gelingt dir das Loslassen. Wünsche ihm alles Gute und sei für ihn froh, daß er in einer besseren Welt ist. Ich wünsche dir und deiner Familie alles erdenklich Gute!!!!

Danke! Ich möchte ihm noch ein paar Sachen sagen, traue mich aber nicht so recht, weil ich Angst habe, von der Trauer überwältigt zu werden und in das spüren zu lassen. Ich denke er wird noch vieles mitbekommen. Nachher versuche ich es aber nochmal, wenn ich zu meinen Eltern fahre.

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@britta

Mir hat übrigens Weinen sehr geholfen, den Schmerz nicht unterdrücken sondern ihn zulassen und sich auf ihn einlassen. Je länger und eher man sich mit dem Tod abfinden kann, desto schneller kann man sich wieder auf sein eigenes Leben konzentrieren.

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Es gibt in verschiedenen Gemeinden einen Trauerbeistand. Diese Institution beleitet Euch so lange ihr Beistand benötigt.Einige Bestattungsunternehmen bieten das schon an.Hier handelt es um ehrenamtliche Mitarbeiter aus Seelsorge, Kirche, Psychologen und Betroffenen. Meine Familie hat es in Anspruch genommen und es war die richtige Entscheidung für meine Mutter. Mein Vater erlitt einen Herzinfarkt im Auto. ich wünsche Dir viel viel Kraft.

Danke! Wir haben einen sehr netten und hilfreichen Palliativmediziner gefunden, der meinen Vater in den letzten Wochen versorgt hat. Er hat gestern mit meiner Mutter ein sehr einfühlsames Gespräch geführt. Das hat ihr sehr geholfen.

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das wichtigste hast du schon getan: du denkst darüber nach und versuchst dich auf die trauer und den schmerz vorzubereiten. wenn deine gefühle dich auf der beerdigung ubermannen, dann weine ruhig, es gibt keine verpflichtung, "tapfer" zu sein. und deiner mutter kannst du m.e. dadurch unterstützen, dass du für sie da bist, zeit mit ihr verbringst. in unserer familie wurde früher nicht mehr über die toten gesprochen, wenn sie gestorben waren, das war furchtbar. als mein onkel dieses tabu vor einigen jahren nach dem tod meines großvaters brach, platzte ein knoten, es hat uns allen sehr gut getan, über unsere trauer und den lieben verstorbenen zu sprechen und so sein andenken zu ehren.

Wir können über alles miteinander reden. Das ist gut, aber nimmt einem den Schmerz auch nicht. Das eine (die Planung) ist kopfgesteuert, das andere bauchgesteuert. Ich denke, da müssen wir wohl durch.

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Es gibt ein sehr gutes Büchlein von Jörg Zink dazu. Er schreibt, man muss die Trauerarbeit auch leisten, das hilft nichts, wenn jemand sagt, sei nicht so traurig. Man muss zusammen heulen und da durch. Man weint ja auch nur, weil man so schöne Zeiten zusammen verbracht hat. Deshalb sollte man trauernde Freunde auch ruhig besuchen und zusammen mit ihnen weinen. Das tut allen gut, die komische Steifheit, dass man seine Gefühle nicht zeigen will, das ist das schlimmste, und auch, dass manche Freunde mit der Trauer nicht umgehen können. Und die Seele stirbt ja nicht, er bleibt ja bei Euch. Viel Kraft, du darfst aber auch traurig sein, ihr werdet zusammen traurig sein und es wird alles wieder besser.

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