Mein Vater kommt nicht über den Tod unserer Mama hinweg.

6 Antworten

Erst mal möchte ich dir sagen, dass es mir sehr leid tut! Ich finde es auch immer traurig, wenn jemand so aus dem Leben gerissen wird! Ich kann gar nicht so viel schreiben wie die anderen hier, weil mir wirklich die Worte fehlen... so traurig macht es mich, dass ich am liebsten selbst anfangen würde zu weinen, wenn ich sowas lese. Ich möchte dir aber einen Rat an die Hand geben: Sag deinem Vater bitte, dass er eine Trauertherapie machen soll! Er muss das einfach alles verarbeiten. Er hat deine Mutter sehr geliebt und er glaubt vielleicht wirklich, dass er sie verraten würde, wenn er jetzt eine neue Beziehung anfängt. Aber es wäre schade, wenn die neuen Chancen dadurch kaputtgehen, solange er seinen Schmerz noch nicht überwunden hat. Und deshalb kann ich dir nur diesen einen Rat geben, damit ihr die Chance habt, wieder ein glückliche Familie zu werden. Alles Gute!

Du bist eine sehr gute, verständnisvolle Tochter! Bleib bitte so, du machst es sehr gut.

Du liegst völlig richtig mit deiner Vermutung dass die Seele eines Verstorbenen nicht frei wird, wenn man sie nicht ins Jenseits gehen lässt. Egal ob Glauben oder nicht, es gibt so viele Dinge die manche nicht verstehen, oder nicht verstehen wollen.

Meine Schwester bekam in noch jungen Jahren Krebs. Ihr Mann, der ihr sonst nie viel Herzenswärme gab, pflegte sie aufopfernd Jahre lang. Es wurde immer schlimmer mit ihr und die Ärzte sagten, sie müsste eigentlich schon seit mindestens einem Jahr gestorben sein. Ein Leben konnte man das nicht mehr nennen.

Er wurde als Ateist erzogen. Wie kann man mit so jemanden vernünftig reden. Ich rief ihn eines Abends an, sagte ich möchte mit ihm reden und fuhr hin.

Ich sagte, es gibt vieles was wir nicht verstehen. Man bekommt aber auch nie die Chance etwas zu verstehen, wenn man es nicht zulässt. Klar fragte er, was meinst du mit zulassen.

Ich sagte, lasse zuerst mal zu dass ich heute hier bleibe, auch über nacht. Es ist nicht nur meine Schwester, es ist auch die Tochter meiner Eltern und ich möchte mich gerne mit ihr alleine unterhalten.

Ich gab ihm bedenkzeit und hoffte, er geht darauf ein. Er sagte zwar, okay, ich verstehe rein garnichts, aber wie du schon sagtest muss man manches ja auch zulassen um verstehen zu können.

Ich ging nachher rüber ins Schlafzimmer meiner Schwester.Jeder normal denkende würde sagen, jemand der in diesem Zustand da liegt wie Sie, hört und versteht nichts mehr. Ich wusste also selbst nicht, ob das was ich glaubte überhaupt funktionieren kann. Ich saß neben meiner Schwester und sagte, ich bin heute gekommen um im Namen der Mutter, vom Vater, vom Bruder, von mir dir zu sagen, du darfst jetzt gehen. Ich bin auch hier, um deinen Mann zu bitten dich gehen zu lassen. Es kann also sein, dass er auch zu dir sagt, du darfst jetzt gehen. Gehen in diese andere Welt. Wir werden dich trotzdem solange wir Leben in guter Erinnerung halten. Du warst ein guter Erdenbürger, ein guter Partner, ein guter Mensch. Du kannst hier so nicht mehr tun und dir kann hier niemand mehr helfen. Du darfst jetzt gehen, wir alle lassen los. Bleibe bitte nicht irgendwo unterwegs hängen, wir geben deine Seele frei.

Ich sprach danach zu ihm, was der Sinn meines Besuches war und bat ihn, ihre Seele auch frei zu geben, sie los zu lassen. Er sagte zwar, ich glaube nicht an sowas, aber wenn du daran glaubst wird sich ja zeigen ob sowas glaubwürdig ist.

Am nächsten Morgen kamen seine Eltern, weil er zum Arzt musste und die nichts von meiner Anwesenheit wussten. Kurz bevor er fuhr, ging ich nochmal zu meiner Schwester und sagte ihr, ich weiß nicht ob er den Mut hatte, dir zu sagen du darfst gehen. Ich weiß nur, er sagte zu mir, ich möchte meine Frau, deine Schwester nun auch gehen lassen. Mutti, Vati und Bruder sind zwar nicht hier, aber ich spreche auch in ihrem Auftrag zu dir. Du darfst jetzt gehen, wir geben dich und deine Seele für deine neue Welt frei.

Etwas später hörten wir drüben in der Küche ein kurzes gurgeln, dann war Stille. Ich ging rüber zu meiner Schwester und sah, sie ist gerade gegangen. Ich drückte noch ihre Hand und sagte Tschüß, wir sehen uns sowieso demnächst alle wieder.

Ich sagte, ihr könnt den Hausarzt jetzt rufen. Aber lasst eueren Sohn noch seinen Arztbesuch machen, ruft ihn nicht sofort zurück. Sie wussten, was ich durch machte, als ich von der Arbeit nach Hause kam und meine Frau tot im Wohnzimmer fand.

Als er zurück kam, war ich natürlich noch da. Als seine Eltern gegangen waren schimpfte er zuerst mit mir. Wurde aber ruhig, als ich sagte, du hast es noch nicht verstanden, obwohl du heute etwas erlebt hast, das du nie glauben wolltest.

So, warum schreibe ich dir das so ausführlich? Ich möchte dir, deinem Vater und der neuen Frau helfen. Euch versuchen deutlicher zu machen was möglich und wahrscheinlich ist. Du hast es richtig gemacht, hast deine Mutter frei gegeben, denkst sowieso oft an Sie und die spürt das. Du versuchst dein Leben nun vernünftig ohne deine Mutter zu leben und das tust du auch in ihrem Sinne. Könnte Sie sich mit dir unterhalten, würde sie sagen ja, du machst es richtig und vernünftig. So sollte es sein.

Wie könnten wir das nun deinem Vater so vermitteln, dass er es versteht? Du wirst vielleicht einige Zeit brauchen ihn zu durchaus naheliegenden väterlischen Gedanken bewegen zu können. Versuche es mal auf einem Zwischenweg. Versuche mal behutsam und rücksichtsvoll mit ihm zu reden was ihm als Vater denn für seine Kinder wichtig wäre. Also grundsätzlich wichtig wäre. Es kommt wahrscheinlich, dass es uns gut geht usw. Das ist dann der "Angelpunkt" zum hinterfragen, ob dieser grundsätzliche Wunsch nur unter "Bedingeungen" gültig sei. Z.B. Bedingungen man lebt selbst noch oder man kann selbst noch einiges tun.

Angenommen, die Verstorbenen könnten uns von "oben" zusehen, aber leider weder telefonieren, noch chatten usw. oh nur 30 Zeichen

Fortsetzung: was würden manche Menschen da "oben" zu unserem tun da unten sagen, wenn Sie es noch könnten?

Würde deine Mutter deinem Vater böse sein, oder würde Sie ihm Glück mit dieser Frau wünschen, weil Sie ihm dieses Glück leider nicht mehr geben kann?

Wäre seine Frau da oben böse, hätte Sie einen Grund böse zu sein? Bzw gelten Fürsorge und Wohlwollen nur für die Lebenden?

Warum sind dann die Lebenden nicht immer fürsorglich, warum machen sich manche ihr eigenes Leben so schwer? Weil einige nur das glauben wollen was ihnen ihr klarer Verstand glauben lässt? Oder weil ähnliche wie mein Schwager etwas nicht glauben, weil es unlogisch, unnatürlich oder sonstwas ist?

Was ist denn an sterben unnatürlich. Sterben müssen wir alle einmal. Nur manche halt zu früh, leider viel zu früh. Aber sterben ist natürlich, nicht nur für Pflanzen und Tiere.

Es gibt ein Leben danach. Ein Baum macht auch keinen Selbstmord wenn er im Herbst alle seine Blätter verloren hat. Er lässt im Frühjahr neue wachsen, erfreut sich und die Umwelt mit der neuen Pracht. All das ist natürlich.

Versuche mal behutsam mit deinem Vater und vielleicht deren Neuen auf dieser Schiene zu reden. Versuche mal das, was ich mit meinem Schwager versuchte.

Der übrigens wieder geheiratet hat und seine verstorbene Frau immer noch in guter Erinnerung hat. Und nun trotz Ateist ein wenig gläubiger geworden ist.

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Das tut mir extrem Leid,ich trauer selber heute noch über meinen inzwischen 7 Jahren verstorbenen Opa..aber kommen wir zu deinem Problem: Dein Vater braucht einfach mehr Zeit. Zwingt ihn zu nichts und seid in erster Linie gute Kinder für ihn. Er wird irgendwann drüber hinweg kommen müssen und ein neues Leben führen..wie gesagt Zeit ist alles. Das wird alles wieder,er wird nichtmehr trauern das wirst du noch sehen. Ich wünsche deiner ganzen Familie viel Glück und nicht vergessen,eure Mutter guckt auf euch hinunter und ist stolz auf euch!

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