mein vater ist gemein und unhöflich, soll ich ihm vergeben?

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4 Antworten

Gestatte mir, dass ich einfach "mein Lieber" sage,

denn deine Zeilen zeugen, dass du ein solcher zu sein scheinst?! Die Situation ist sicher nicht einfach und es ist eigentlich auch extrem schwierig aus diesen wenigen Informationen eine sehr komplexe und schwere Situation zu erfassen. 

Auf jeden Fall adelt es dich, dass du trotz der vordergründigen Beleidigung deines Vater die Aussage dahinter noch immer hinterfragst und ihm sogar zugestehen kannst, dass er vielleicht sogar Recht haben könnte - und dem ist auch in der Tat so.

Natürlich, hat er nicht ganz Unrecht, dass es schon schwer ist sein Geld zu verdienen und Arbeit eine ganz andere Nummer als die Schule oder die Uni ist. Aber es wäre schlichtweg falsch, deswegen zu unterstellen, dass Schule und Uni ein Klacks dagegen sind - auch hier gibt es gutes und schlechtes, leichtes und schweres und und und ...

Was ich dir sagen will: JA - Arbeit kann hart sein.
Aber
wenn es dir so sehr zu setzt, dass du unter Tränen nach Hause kommst, solltest du ernsthaft überlegen an deiner Situation etwas zu ändern - nimm dein Leben in die Hand!

Das muss nicht zwingend ein anderer Beruf sein, dass muss auch nicht zwingend dort dein Abbruch bedeuten und das ist genauso wenig zwingend allein eine Frage deiner Einstellung. Die Wahrheit liegt irgendwo dazwischen - und die musst du ganz alleine für dich heraus finden! Ganz bestimmt spielt die Einstellung eine große und entscheidende Rolle - das iat aber mit allem im Leben so. Auch gibt es bestimmt zig Argumente, wo du auf die Mitwirkung und Hilfe deiner Kollegen, Vorgesetzten und des Chefs angewiesen sein darfst.

Auf jeden Fall musst du klar erkennen und dir selber auch ganz deutlich machen, dass das der Beruf ist, den du unter Umständen von nun an die nächsten 40 Jahre machen musst - wenn du essen und leben willst und über kurz oder lange eben auch auf eigenen Beinen und ganz egal, wie das Verhältlnis zu deinen Eltern ist oder sie dann überhaupt noch sein dürfen - am leben sind.

Wenn es "mal" so schlimm war, dass die Tränen flossen, dann musst du deswegen jetzt nicht gleich den Kopf hängen lassen. Gar keine Frage, dass ein Berufseinsteiger sich erst mit ganz vielen Dingen auseinandersetzen muss, sich eingewöhnen muss und von Schule auf Arbeit "nicht eben mal so" alles nahtlos weitergehen kann. Das große Glück haben nun wirklich nur wenige - wie zum Beispiel mein Sohn - aber auch der hatte seine Ecken und Kanten, an denen er sich mächtig gestoßen hat und mit denen er erst lernen musste richtig umzugehen. Also "ja", in diesem Punkt hat dein Vater nicht ganz Unrecht. Aber ob es ihm dann das Recht gibt es dir mit einem höhnischen Lachen um die Ohren zu hauen, ist auch so eine Sache - ich denke nicht.

Dennoch: Auch Papas sind Menschen und sie greifen auch mal daneben!
Glaub mir - ich bin selber einer und eigentlich sogar ein doppelter und vierfacher, wenn man die Partner von meinem Sohn und meiner Tochter mit beachtet. Nicht alles, was ich denen gegenüber sage ist auch klug, geschickt und noch nicht mal fair - nicht immer. Dazu sind wir alle Menschen und müssen alle damit klar kommen, dass wir eben auch Fehler machen. 
Der eine besser, der andere schlechter.

Ich habe kein Patent-Rezept für dich - vermutlich niemand hier und wer anderes behauptet, der kann unmöglich von dem Leben sprechen, dass ICH kenne und dass DU beschreibst!!!

Aber eine gute "Grundeinstellung", kann ich dir dann doch "empfehlen":
Gehe mit deinem Gegenüber so um, wie du es dir wünschen würdest, wenn DIR das passiert wäre und DU etwas nicht so nettes, dummes oder auch nur Verletzendes getan hast.

Ich kann verstehen, wenn du im Augenblick sagst "Papa, dass kann ich dir einfach nicht verzeihen" auch ist es mir nicht ganz fremd, wenn man vor einem anderen steht und dessen Art und Weise einfach nur abstossend oder wiederlich findet. Das kennen wohl auch alle - in der ein oder anderen Form. Aber es sind eben auch deine Eltern und ganz egal, wie schwer die Zeit auch sein muss, in der sie gerade stecken, sie werden genauso darüber hinaus deine Eltern bleiben, wie sie es auch bleiben werden, wenn du sie schlagartig nicht mehr hast - weil sie versterben und auch das steht schon heute fest, nur dass eben niemand weiß wann, wie und wielange sich das alles noch hinaus ziehen darf.

Meine Eltern leben beide nicht mehr und sie zu verlieren war schlimm - richtig schlimm. Heute würde ich ein Arm und Bein dafür hergeben manches nochmal anders machen zu können. Ihnen manche Verletzung von meiner Seite zu ersparen, ihnen aber auch offen zuzugestehen, dass ich Sie verletzt habe und genauso auch anders herum - eben einfach miteinander zu reden, um das Beste daraus zu machen, was wir hätten daraus machen können.

Diese "verbale Brutalität" deines Vaters lässt danach klingen, dass du dich ihm weit unterlegen fühlst und eine Aussprache wohl wenig Sinn machen dürfte. Andererseite wäre es aber vielleicht auch genau das, was euch beiden gut täte - die Welt nochmal ganz maßgeblich für euch beide zum guten wenden könnte.

Doch, mein Lieber: du hast durchaus das Recht auf diesen "fiesen" Spruch zu kontern, dass du es wenigstens versuchst und auch durchaus zu sagen "dass es sch*** schwer ist, merke ich selbst - hilf mir lieber - wie hast du es gemacht, oder ist dir das so egal, dass es wichtiger ist, dass du endlich Recht bekommst und ich zu sehen habe, was du immer gemeint hast?!".

Aber es ist schlichtweg dumm dir jetzt im Nachhinein meine Worte in den Mund zu legen und damit am Ende auch noch die Luft anzuzünden, die vielleicht schon die ganze Zeit bei euch schwehlt. 

Du sprichst davon, dass man "das in eurer Kultur" nun mal nicht macht?! Was ist das für eine Kultur? Wie alt bist du? Was lernst du gerade (den Beruf)? Was war so schlimm, dass du weinen musstest? Geht es dir öfter so? Wielange machst du schon deine Ausbildung?

Du siehst - Fragen über Fragen und die Antworten von mir, würden kaum leichter werden.

Was ich dir damit sagen will?
Nun, es ist dein Leben und in allererster Linie hast du mal die Entscheidung zu fällen, ob du leben willst um zu arbeiten oder arbeiten möchtest um zu leben. Die Antwort ist eigentlich klar und die Frage ist  Nonsens - könnte man meinen. Doch weit gefehlt. Die Frage ist nämlich ganz wichtig!

Denn wenn du arbeiten willst, um zu leben, dann wird das seinen Preis haben und diesen Preis muss man eben bezahlen. Es gibt ganze Bücher und haufenweise Doktorarbeiten, die sich mit dem Schlagwort "Work-Life-Balance" beschäftigen. Also der Balance zwischen Arbeit und Leben. Aber eine richtig schlüssige, gute, simple Antwort, wirst du in keinem einzigen dieser Werke finden. Alle werfen Fragen auf, die DU (ganz alleine für dich) beantworten musst und dann eine Entscheidung zu fällen hast - und bei 40 bis 50 Jahren, die du dann mit dieser Entscheidung leben musst, sollte sie eben gut durchdacht und eine sehr kluge sein.

Also gönne dir die Zeit und handele nicht übereilt oder unbedacht.

Gleiches würde ich dir im Umgang mit deinem Vater raten: gönne dir die Zeit um dir deiner Antworten und Wünsche klar zu werden. Erkenne die potentiellen Preise dafür und vor allem: lass dir niemals das Heft aus der Hand nehmen, wenn es um die Frage geht, ob DU das willst - denn es geht um dein Leben.

Vielleicht ist es eine kluge Idee, die einige Zeit zu gönnen um mal darüber nachzudenken und dir dann auch durchaus ein Herz zu nehmen und deinen Vater um seine Meinung und seinen Rat zu bitten. Das muss ja nicht heißen, dass du diesen auch annimmst -wie gesagt: es geht um dein Leben. Aber annehmen, mitnehmen und darüber nachdenken wollen, ist nicht nur dein gutes Recht, sondern auch eine Pflicht dir gegenüber -du allein und um deiner Selbst Willen!

Bei so einer Gelegenheit, in einem solchen Gespräch, kannst du auch deinen Vater auf solche Dinge ansprechen, wie zum Beispiel diese unfaireness, wie du sie wahrnimmst - nicht als Anklage, sondern weil du sie verstehen willst.

Aber du siehst: ich habe dir wahrscheinlich eine Menge Ansätze geschrieben, die gar nicht oder höchstens teilweise für dich umsetzbar wären. Wir sind also wieder da, wo ich angefangen habe: einen klugen Rat, ein Patent-Rezept kann man dir leider nicht geben.

Aber in einem Punkt gebe ich dir uneingeschränkt Recht:
Du musst dich damit beschäftigen und du musst dein Herz und dein Leben in deine Hand nehmen. Der Weg, denn du da zu gehen scheinst (also mit nachdenken und erfragen) ist schon mal gar nicht so schlecht. Also gönne dir die Zeit, die es für kluge Entscheidungen braucht und hole dir auch nötigen Falles Hilfe.

Größere Betriebe haben oft einen Jugendbeauftragten der Gewerkschaft - das wäre schon mal einer, mit dem du den Grund deiner Tränen besprechen kannst. Kleinere Betriebe, haben oft Gesellen oder alt-gediente Hasen, die wären auch eine mögliche Anlaufstelle.

Viele Kulturen bringen ihre Vereine und ihre Kirchen mit. Darin könntest du auch Hilfe und Ratschläge bekommen - schau dich doch mal um, was es da in deiner Nähe gibt.

Ach ja - und was den Streit zwischen deinen Eltern angeht, so vergiss bitte eines niemals: deine Mutter ist ganz sicher eine erwachsene, gestandene Frau und du solltest ihr in allererster Linie einfach auch das Recht zugestehen, dass auch Sie alt und reif genug ist um für sich und ihr Leben zu entscheiden, vor allem aber auch, dass auch Mama sich für eine gute und kluge Entscheidung ausreichend Zeit und Ruhe für alle Ihre Überlegungen braucht - ganz egal, was da am Ende dieser Strecke bei rauskommen mag.

Rede doch mal mit ihr darüber - auch über das, was ich dir schreibe und höre gut dabei hin. Du wirst sehen: da kommen wahrscheinlich die besseren Antworten und Tipps, als in allen Antworten von hier zusammen genommen.

ICH würd es dir wünschen! Vom ganzen Herzen!
Viel Kraft, viel Ausdauer und dir und deinen Lieben ein gandenreiches, besinnliches Osterfest.

Toi, toi, toi, mein Lieber ;-)

ps.: ...und "Hut ab"! Du bist schon kein verkehrter. "Hut ab"!

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Lass dich nicht von dem A**** Fertieg machen .

2 Wen er deine mutter in deinem beiseinen schlägt zeige ihn an .

3 Deine Ausbildung ist deine sache und nicht seine und wen sie dir nicht gefällt dan informiere dich über einen anderen beruf  und versuche dan eine Ander asubildung zu machen aber kündoiege erst wen du eine neue Ausbildung hast.

4.Verschwinde mit hielfe des jugendamtes aus dem haushalt oder dein leben wird bestimmt werden.(geht bis 21 auch wen du in eine Ausbildung bist) Oder Verschwinde mit hielfe des Fraunehauses.

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Grundsätzlich sollte man vergeben, aber man kriegt Zeit dafür. Zumal ihr ja noch in der Situation seid.

Er ist wirklich gemein zu Dir.

Du darfst es ihm sagen. Auch darfst Du Dich wehren. Mit Worten halt. Auch, wenn er Dein Vater ist.

Natürlich könnt Ihr Euch auch Hilfe holen. Frauenhaus wäre wohl richtig. Die können mit so etwas umgehen und holen Euch raus. Wäre wohl für Euch alle die beste Lösung. Mich würde mal interessieren, welche Kultur das ist. Nur so aus Interesse. Schön ist das nicht.

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Geh mit deiner Mutter in ein Frauenhaus

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