Mein Vater ist bei der Arbeit gestürzt und nach einer anschl. OP gest.Hatte Herzvorerkrankung.Deshalb keine W-Rente von BG.Widerspruch abgelehnt.Lohnt Klage?

4 Antworten

Sicher wäre er nicht ins Krankenhaus gekommen, wenn er nicht gestürzt wäre. Aber, er ist nicht an den Folgen des Sturzes gestorben sondern an dem Schlaganfall oder dem Herzinfakrt.

Das hätte ihn auch ohne den Krankenhausaufenthalt treffen können.

Hätte er sich durch die Operation vlt. eine Sepsis eingefangen und wäre daran gestorben, dann hätte ein ursächlicher Zusammenhang mit dem Sturz und der dadurch erforderlichen Operation bestanden.

Wie wollt ihr das beweisen? Es gibt diesen Zusammenhang nicht. Euere Klage wird wenig Aussicht auf Erfolg haben.

Ich kann dir deine Frage nicht beantworten, aber ich möchte dir aus tiefstem Herzen mein Beileid aussprechen.

Ich habe kürzlich meinen Papa verloren und weiß um die Dinge, die dann anstehen.

Ich wünsche dir und deiner Familie für die kommemde Zeit ganz viel Kraft.

Haltet zusammen, teilt das Leid, dann schafft ihr es, die schwierigen Dinge zu meistern.

Vielen Dank DerHans.

Mein Vater ist auf seinem landwirtschaftlichen Betrieb bei der Arbeit gestolpert und auf seine Schulter gestürzt. Nach der OP ist er dann entweder an einem Schlaganfall oder Herzinfarkt gestorben.Der Arzt sagte, daß er keinen Zusammenhang zwischen Unfall und Tod sieht.

Aber ohne Unfall wäre er ja nicht ins Krankenhaus gekommen und würde vermutlich noch leben.Man muß dazu sagen, daß er schon 80 Jahre alt war.  

Hoi.

Allerdings hätte er den Unfall nicht erlitten, wenn er nicht mehr gearbeitet hätte.....

Zum Thema - der Schlaganfall/Herzinfarkt hätte zu jeder anderen Zeit auch passieren können:

"Praxis-Beispiel

  • Der Riss der Achillessehne kann auf die Degeneration der Sehne und/oder auf eine plötzliche Kraftanstrengung bei der versicherten Tätigkeit zurückzuführen sein.
  • Die Hirnblutung und die darauf zurückzuführenden Folgeschäden können ihre Ursache in einer plötzlichen Kraftanstrengung und/oder dem Platzen eines Aneurysmas (Gefäßerweiterung eines Blutgefäßes) haben.
  • Die psychische Erkrankung kann auf den Verkehrsunfall und/oder auf eine vorher bereits bestehende "stumme" Krankheitsanlage zurückzuführen sein.

Rz. 21

In solchen Fällen ist nach der Rechtsprechung des BSG (Urteil v. 9.5.2006, B 2 U 1/05 R, SozR 4-2700 § 8 Nr. 17 = NZS 2007 S. 212; Urteil v. 12.4.2005, B 2 U 27/04 R, BSGE 94 S. 269 = NZS 2006 S. 214; Urteil v. 27.10.1987, 2 RU 35/87, BSGE 62 S. 220 = SGb 1988 S. 340) darauf abzustellen, ob die Krankheitsanlage so leicht ansprechbar war, dass die Auslösung akuter Erscheinungen aus ihr nicht besonderer, in ihrer Art unersetzlicher äußerer Einwirkungen bedurfte, sondern dass jedes andere alltäglich vorkommende Ereignis zu derselben Zeit die Folgeerscheinung ausgelöst hätte. Dies bedeutet, dass im Rahmen der wertenden Betrachtung ein – in Wirklichkeit nicht stattgefundenes – alltägliches Ereignis in die Überlegungen einbezogen wird. Das bedeutet aber nicht, dass das Unfallereignis selbst von alltäglicher Art gewesen sein müsste. Das Unfallereignis kann durchaus außerordentlich gravierend gewesen sein. Entscheidend ist die "Ansprechbarkeit" der Krankheitsanlage durch ein alltägliches Austauschereignis. Dies wird oftmals missverstanden.

Rz. 22

Praxis-Beispiel

  • War die Achillessehne so stark degeneriert, dass sie in naher Zukunft genauso gut beim normalen Gehen hätte reißen können?
  • Hätte das Aneurysma bei einer alltäglichen Kraftanstrengung (z. B. beim Anheben einer Aktentasche, eines Getränkekastens) oder gar im Schlaf reißen und zu der Blutung führen können?
  • War die vorbestehende psychische Erkrankung so geartet, dass ein alltägliches Ereignis jederzeit ebenso gut hätte zum Auftreten akuter Krankheitserscheinungen führen können wie das tatsächlich stattgefundene Unfallereignis?

Wenn diese Fragen mit Ja beantwortet werden, handelt es sich bei dem Auslöser um eine rechtlich nicht wesentliche Gelegenheitsursache. Bedurfte es hingegen besonderer, in ihrer Art unersetzlicher äußerer Einwirkungen, um den Erstschaden herbeizuführen, und war das Unfallereignis eine solche Einwirkung, so ist es die rechtlich wesentliche Ursache."

Die Klage hat wohl wenig Aussicht auf Erfolg, aber lasst euch mal bei SozVd oder dem VdK beraten. 

Ciao Loki

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