Mein vater hat noch nie Unterhalt gezahlt, wenn ich ihn verklagen würde wie viel würde ich in etwa bekommen?

15 Antworten

Für Unterhaltsvorschuss ist der FS definitiv zu alt - Altersgrenze ist der 12. Geburtstag.

Warum aber der Mutter auf dem Jugendamt noch niemand den Vorschlag einer Unterhaltsbeistandschaft gemacht hat ...

Unterhaltsbeistandschaft heißt - das JA übernimmt die rechtliche Vertretung des Kindes in Unterhaltsfragen (und NUR in Unterhaltsfragen).

Die Anfragen an den Vater nach Offenlegung seiner Einkommens-verhältnisse übernimmt dann das Amt, es wird alle zwei Jahre abgefragt, zusätzlich zu Terminen, wenn sich die Düsseldorfer Tabelle ändert bzw. der Unterhaltsberechtigte (das Kind) in eine andere Altersstufe rutscht.

Damit kann sich die Kindsmutter eine Menge Arbeit und Ärger ersparen, denn der Kindsvater ist nicht verpflichtet, der MUTTER gegenüber seine finanziellen Verhältnisse offenzulegen, dem Amt gegenüber schon.

Wenn der Vater allerdings nicht leistungsfähig ist - zum Beispiel nicht oder nur eingeschränkt arbeitsfähig ist oder Einkommen unterhalb des Selbstbehaltes hat, dann muss er nicht zahlen - dann bleibt wirklich
nur ALG II, wenn das Geld nicht reicht. 

Noch zu ein paar Antworten hier und zu ein paar Irrtümern:

Das Einkommen und das Vermögen der Mutter ist völlig egal - sie leistet sog. unbaren Unterhalt durch Wohnung, Betreuung und Versorgung. Bei Kindern unter 18 hängt der zu zahlende Unterhalt ausschließlich vom Einkommen des Vaters, dem Alter des Kindes und eventuell noch von weiteren unterhaltsberechtigten Kindern ab, aber nie vom Einkommen der Mutter. Das spielt erst eine Rolle, wenn das Kind 18 wird oder die Schule beendet. Dann wird der Kindesunterhalt nämlich komplett anders berechnet.

Nein - wieviel der Vater zahlen muss, können wir alle definitiv nicht sagen, da wir nicht wissen, wieviel er verdient. Und ob er noch für weitere Kinder zahlen muss.

Nein, nicht die Mutter verklagt den Kindsvater, sondern ein beauftragter Anwalt erhebt Klage.

Keineswegs wird er angeklagt - "Anklage" gehört in den Bereich des Strafgesetzbuches und hier handelt es sich um Zivilrecht.

Wer sagt denn, dass die Mutter keine Beistandschaft auf dem Amt hat oder hatte? Das geht aus der Frage ja nicht hervor, der FS weiss ja wohl nur, dass er nicht zahlt.

Bei mir ist das aehnlich, mein Sohn wird auch 15 und weiss auch nur, dass sein Vater nichts zahlt. Weiter wollte ich ihn da nie mit reinziehen und gefragt hat er nicht.

Ich hatte 12 Jahre eine Beistandschaft, es wurden mehrere Pfaendungsversuche unternommen, alle fruchtlos. Und das Jugendamt hat mich dann gebeten, die Beistandschaft einzustellen, da es ja sowieso nichts bringen wuerde.

Pfaenden lassen ist halt leider auch teuer und wenn man weiss, dass es nichts bringt, investiert man das Geld lieber in den Unterhalt des Kindes.

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@petrapetra64

Wenn du die Beistandschaft durchgängig hast, kann das unter Umständen von Vorteil für dein Kind sein.
Tipp von einer Mitarbeiterin des Sozialamtes, den ich mal für eine meiner Klientinnen bekommen habe:

Wenn es mal passieren sollte, dass der Vater pflegebedürftig wird, wird das Sozialamt / die Pflegekasse eventuell an die Kinder herantreten zwecks Zahlung dafür. Wenn man dann belegen kann, dass ein Vater auch nie Unterhalt gezahlt hat, kann man oft solche Forderungen wegen Unbilligkeit zurückweisen.

Allein dafür kann es sich lohnen, die Beistandschaft wenigstens die zwei oder drei Jahre weiterlaufen zu lassen.
Der Hinweis, diese einzustellen, weil es nichts bringe, hat aus meiner Sicht was damit zu tun, dass man sich Arbeit ersparen will.

Und dann zum FS hier:
Wenn gesagt wird, der Vater würde gut verdienen, dann hätte das JA bei einer bestehenden Beistandschaft den Unterhalt schon längst einklagen müssen. Dafür mach ich ja eine, oder nicht?
Deswegen mein Verdacht, es gäbe keine.

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Du solltest zuerst einmal mit deiner Mutter sprechen. Vielleicht hat sie ja Unterhalt für dich bekommen (oder "ersatzweise" staatliche Unterstützung...), wovon du gar nichts mitbekommen hast.

Du bist minderjährig, kannst deinen Unterhalt noch nicht selbst einfordern. Das müsste deine Mutter tun und hätte bis zu deinem 18. Geburtstag Anspruch, das Geld an sich zahlen zu lassen und es für deine Lebenshaltungskosten zu verwenden. Bis dahin hättest du selbst keinen Anspruch auf Bargeld.

Erst wenn du volljährig bist, kannst du selbst Unterhaltsforderungen stellen (wenn du dann einen Anspruch darauf nachweisen kannst) und u.U. auch Rückstände einfordern...

  • Wenn die Mutter bisher keinen Unterhalt für dich vom Vater eingefordert hat, brauchte der Vater auch keinen zahlen. Dann kann für die zurückliegende Zeit auch nichts mehr nachgefordert werden.
  • Hat sie Unterhalt gefordert und einen "Titel" (amtliche Urkunde) darüber ausstellen lassen, aber der Vater hat nicht gezahlt, so könnte der Unterhalt nachgefordert werden - vorausgesetzt, der Vater ist regelmäßig angemahnt worden.
  • Wurde Unterhalt gefordert und der Vater hat aber nachweislich zu wenig verdient..., brauchte er keinen Unterhalt zu zahlen (dann hat die Mutter ggf. staatliche Unterstützung für dich erhalten...)

Du kannst das nicht, erst ab 18, nur deine Mutter und rueckwirkend geht da meist eh nichts, man muss das Geld dann mindestens einmal im Jahr einfordern.

Wenn deine Mutter es fuer sinnvoll haelt, kann sie, falls noch nicht geschehen, beim JA eine Beistandschaft errichten, die dann helfen, Gehaltsnachweise fordern, einen Titel erwirken und versuchen, Geld zu pfaenden.  Oft ist das aber auch nicht erfolgreich und dann gibt es eben nichts. Deine Mutter muss nur alle bekannten Informationen mitteilen.

Nachzahlen wird er vermutlich nichts muessen, hoechstens laufende Zahlungen leisten, aber eben auch nur, wenn er genug verdient ueber dem Selbstbehalt (1080 Euro).

Der Vater meines Sohnes hat auch noch nie Unterhalt gezahlt trotz vorhandenem Titel. Damit muss man dann leben.

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