Mein Vater erbt fuer meinen verstorbenen Bruder?

... komplette Frage anzeigen

8 Antworten

Da dieser ja nach seinem Tod mitgeerbt hat.

Das ist nicht möglich. §1923 Abs 1 BGB regelt ganz explizit: "Erbe kann nur werden, wer zur Zeit des Erbfalls lebt.". Sonferfall wäre gezeugt und später lebend geboren.(§1923 Abs 2 BGB).

Entscheidend ist jeweils, der Todeszeitpunkt des Erblassers. Es kommt also darauf an, in welcher Reihenfolge Oma und Bruder verstroben sind.


Ist mein Vater an dem Erbe beteiligt?

Nein. Ihr Vater hat mit den Erbfall der Oma nix zu tun.


Die Bank meinte meine Mutter und mein Vater sollen sich einen Erbschein fuer den Nachlass meines Bruders holen.

Wenn dann wäre der Erbschein für die Oma zu holen. Bei einen eindeutigen notariellen Testament wäre das aber nicht nötig.

Da allerdings einer der testamentarischen Erben verstorben ist, wäre das Verlangen nach einen Erbschein vermutlich sogar statthaft. Die Erbfolge ergibt sich hier nämlich nicht allein aus den Testamentt.

Denn nach §2069 BGB treten an die Stelle des Bruders dessen Kinder. Darüber, das keine Kinder des Bruders bekannt sind, wäre bei der Beantragung des Erbscheins eine eidesstattliche Versicherung abzugeben.









Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Um dem z. T. haaarsträubenden Unsinn mal etwas Substantiiertes entgegenzusetzen:

  1. Nach der gesetzlichen Erbfolge beerben deine Großmutter jeweils hälftig  ihr Ehemann, § 1931 BGB, und ihre Abkömmlinge, d. h. Kinder, § 1924 BGB.
  2. Das Vorhandsein eines Abkömmlings schliesst Erben fernerer Ordnungen aus, § 1924 II BGB, insbesodere ein Erbrecht der Enkel, also dir oder deinem verstorbenen Bruder.
  3. Demnach wäre deine Mutter gesetzl. Alleinerbin, sofern sie Einzelkind der Erblasserin wäre und ihre Mutter (die Oma) unverheirtate, verwitwet oder nach anhängigem Scheidungsantrag verstarb.
  4. Durch gewillkürte Erbeinsetzung (Testament) sind ausschliesslich deine Mutter und du zu Erben berufen.
  5. Ein öffentliches, d. h.notariell beurkundetes Testament muss nach höchstrichterlicher Rechtsprechung den Banken als Legitimationsnachweis der Erben genügen. Verlangen sie dennoch einen Erbschein, um sich vor Regress zu schützen, müssen sie ihn bezahlen.
  6. Ein privatschriftliches Testament darf durch Erbschein abgesichert verlangt werden, insbes. dehalb, weil eine neuere zu der vorgelegten Verfügung auftauchen könnte.
  7. So ein Erbschein kostet nicht die Welt, beantragt ihn einfach und lasst ihn euch ggf. von der Bank bezahlen.
  8. Dein Vater ist an dem Nachlass seiner Schwiegermutter nicht beteiligt.
  9. Auch nicht als Elternteil seines vorverstorbenen Kindes, das als Enkel der Erblasserin keinerlei gesetzl. Erbrecht besaß. Du besitzt es nur deshalb, weil es testamentarisch so bestimmt wurde.

G imager761

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Es geht primär um die Erbfolge nach der Oma. Diese hat - so ist die Frage zu verstehen - die Mutter des Fragestellers zu 1/2  und deren beide Kinder zu je 1/4 zu Erben eingesetzt.  Das eine Kind, der Bruder des F. ist vorverstorben, ohne Abkömmlinge und Ehepartner zu hinterlassen. Es stellt sich daher die Frage, ob es für den Bruder des F. einen Ersatzerben gibt. Dieser hätte von der Oma ausdrücklich oder wenigstens in ausreichend bestimmter Andeutung eingesetzt werden müssen; denn "automatische" Ersatzerben wären allenfalls Kinder des vorverstorbenen Bruders, mit Sicherheit aber nicht der Vater des Vorverstorbenen.  Ich gehe daher davon aus, dass der Erbteil des Bruders am Nachlass der Oma dem Fragesteller "angewachsen" ist, so dass er also jetzt zu 1/2 neben der Mutter zu 1/2 Erbe wurde. Es könnte allerdings auch daran gedacht werden, dass in Bezug auf das 1/4 des Vorverstorbenen gesetzliche Erbfolge eintritt, was bedeuten würde, dass die Mutter als (einzige) gesetzliche Erbin der Oma nun 3/4 erbt und der Fragesteller bei seinem 1/4 bleibt.  In Anbetracht dieser etwas unklaren Situation kann man es der Bank nicht verdenken, wenn sie in Bezug auf Omas Vermögen (und nur darum geht es !) einen Erbschein als Erbnachweis verlangt. Denn nur durch ihn erwirbt die Bank "Gutglaubensschutz", das heißt sie braucht nicht zu befürchten, dass sie Verfügungen eines "Nichtberechtigten" zulässt und daher unter Umständen einem sich als wirklich "Berechtigten" später Herausstellenden nochmals leisten muss.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von VictoriAlli
02.08.2016, 17:29

Besser und umfassender kann man die Frage kaum antworten. Einfach perfekt!

0

Das kann man so nicht sagen, weil man das Testament sehen und ggf. auslegen müsste in Bezug auf Ersatzerben. Sind solche nicht vorhanden, wächst der Anteil deines Bruders deiner Mutter und dir an. Dabei gehe ich davon aus, dass dein Bruder vor der Oma verstorben ist.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von klavi75
02.08.2016, 11:26

Er ist lang vor ihr verstorben.Ersatzerben werden nicht aufgeführt.

0
Kommentar von Ronox
02.08.2016, 11:41

Dann wird man im Regelfall zur Anwachsung gelangen. Im Erbscheinsverfahren wird das Nachlassgericht das Testament auslegen, und wenn das ergebnislos verläuft auf die gesetzlichen Auslegungsregeln bzw. Bestimmungen zurückgreifen.

1

Wenn Dein Bruder verstorben ist und keine Kinder hat, sind die Eltern erbberechtigt. Das ist richtig so. Wenn die Bank einen Erbschein verlangt, müsst ihr den vorlegen. 

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Ronox
02.08.2016, 01:48

Ja, das ist die gesetzliche Erbfolge nach dem Bruder. Gesucht sind aber die Erben nach der Oma.

1

Stirbt ein leiblicher Abkömmling ohne Erben, geht sein Nachlaß an die ggfs. nah oben an noch lebenden Eltern, sind die verstoben, sind die Geschwister erbberechtigt usw.

Mit dieser sehr einfachen Betrachtungsweise hat die Bank recht.

Weiteres könnte sich aus dem geforderten Erbschein ergeben.


Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Das ganze ist korrekt. Dein Bruder hat keine Kinder, daher sind seine Eltern die nächsten Erben.

Daraus folgt:

Du 33,3%

Deine Mutter 50%

Dein Vater 16,6%

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von klavi75
02.08.2016, 01:35

Diese Aufzaehlung betrifft jetzt den Anteil meines Bruders? Ein Notar sagte mir das Tote kein Erbe antreten koennen.Und wenn, dann nur seine Kinder erben wuerden.Anscheinend eine falsche Aussage.

0
Kommentar von Ronox
02.08.2016, 01:46

Das ist kompletter Unsinn, was du schreibst. Es geht um den Nachlass der Oma. Nicht um den des Bruders, das ist noch einmal eine andere Geschichte und darf nicht vermischt werden.
Natürlich treten nicht die Erben eines vorverstorbenen Erbsn an dessen Stelle, es sei denn, das ist im Testament so bestimmt oder durch Auslegung zu ermitteln. Hier wird ein Ersatzerbe gesucht. Gibt es den nicht, wächst der Anteil den übrigen Miterben an.

1

Was möchtest Du wissen?