Mein Vater denkt, Tierheimhunde hätten einen "Fehler" -.-

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12 Antworten

Ich denke, daß Leute, die Tierheimhunde ablehnen, einen "Fehler" haben. ;-) Ich glaube, die Sache beruht auf einem Trugschluß und falscher Laienpsychologie. Vor vielen Jahrzehnten war häufig klar, daß Kinder aus Kinderheimen und Waisenhäusern einen "Schaden" haben mußten, sonst wären sie erstens da nicht gelandet und zweitens kann die Erziehung außerhalb einer Familie ja nur schlimm sein. Weiter dachte man nicht. Analog dazu schließt man auch auf Tierheim-Tiere und denkt erstens, wenn es ordentliche Tiere wären, würden sie nicht im Heim landen, oder zweitens, wenn die erst mal da drin sind, kriegen sie eh einen Schaden.

Die Prinzipien die dieser "Denke" zugrundeliegen sind falsch und beruhen auf einer laienhaften Vorstellung von der Psyche von Kindern (im ersten Beispiel) und Tieren, insbesondere Hunden. Man hat mal was von Komplexen, Neurosen und Psychosen gehört, weiß aber nicht so genau. Und dann denkt man, man könnte das nun auf andere anwenden - auch auf Tiere. Und weil man von der Arbeit in Tierheimen auch keine so ganz genaue Vorstellung hat, schließt man messerscharf, daß es da ziemlich fürchterlich zugehen muß, so wie man das manchmal (Horror!) im Fernsehen sieht, aus Tierverwahranstalten in Rumänien oder sonstwo. Das ist so ziemlich alles Mist, es handelt sich um eine Mischung aus Klischee, Unkenntnis und veralteten Vorstellungen. Tut mir leid, wenn ich das so direkt sage: Es gehört in die Tonne.

Hunde sind, was ihre Psyche betrifft, in 99,9 Prozent aller Fälle erstaunlich flexibel. Das kommt davon, daß 99,9 Prozent Hunde keine Flaschenkinder und halbtotgeprügelte Welpen sind, sondern einfach eine Mutter und ein kleines Rudel haben, in dem sie die ersten Wochen verbringen. Das sorgt für eine stabile Psyche. Hunde leiden unter den Bedingungen, unter denen sie manchmal leben müssen. Wenn die sich aber bessern, bessert sich auch der seelische Zustand des Hundes. Das können die viel besser als Menschen. Selbst ein gequälter und gefolterter Hund wird in einer liebevollen Hand bald wieder Vertrauen fassen und sich ganz normal verhalten. Ein Mensch, dem so etwas geschieht, zerbricht in ganz vielen Fällen daran.

Sag Deinem Vater, daß er mal einen Versuch machen soll, seine Vorurteile über Bord zu werfen. Du kannst es ja diplomatischer ausdrücken als ich. Viel Glück, q.

Sehr gut geschrieben. Unsere Hündin ist übrigens auch aus dem Tierheim und sie hat KEINEN FEHLER!!!! Sie ist lieb, sehr anhänglich, hört super gut (nach erziehung natürlich) bleibt alleine zuhause , kläfft nicht, fährt mit Auto etc. Der perfekte Hund, natürlich kann sie viele Dinge erst nachdem sie sie gelernt hat, aber das ist ja normal!!! Geh bloss ins Tierheim

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@Gerasfriend

Da kann ich mich nur anschließen. Wenn ich Hunde sehe, denen ohne Narkose Köperteile abgeschnitten werden, die aufs schlimmste misshandelt werden und dann sehe, dass sie dennoch keine Menschen anfallen, sondern jede Aufmerksamkeit genießen, dann frage ich mich nur: Ist der Hund gestört oder der Mensch?

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@Hunde4ever

Mein Hund wurde auch misshandelt (anscheinend vor einem Mann). Anfangs wollte er im Erdboden versinken, wenn er am anderen Ende der Straße einen Fußgänger gesehen hat und mittlerweile laufe ich mit ihm die Fußgängerzone entlang und er würdigt die Fußgänger keines Blickes. Er bleibt sehr gut alleine, jagd nicht, ist immer gut abrufbar, ist sehr schnell stubenrein geworden, fährt gut im Auto und öffentl. Verkehrsmitteln mit, ist gegenüber Hunden sehr verträglich und verspielt, akzeptiert Katzen, Nager und auch Pferde. Übung macht, wie bekannt, den Meister.

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Nehm ihn doch einfach mal mit in's Tierheim und dann sollen die dortigen Betreuer ihn einfach mal etwas darüber erzählen, warum die Tiere dorthin kommen, was sie zum Teil davor erlebt haben, wie es sich auf die Tiere auswirkt, wie sich das Tierheim auf sie auswirkt, wie sich der Hund bei einen neuen Besitzer entwickeln würde usw.

Ja, einen Fehler haben Tierheim-Hunde. Sie sind an den falschen Menschen geraten. Meine Tierheim-Hündin hatte tierisch Angst vor Männern und Kindern, flieht bei Wasser und macht Nachts in die Wohnung, wenn die Schlafzimmertür nicht geschlossen ist. Macken hat die Kleine schon. Aber was soll´s? Sie kann nichts dafür und in den Griff zu bekommen war das auch. Nachts ist eben die Schlafzimmertür zu, das ist mir sowieso lieber. Männer und Kinder dürfen sie nicht einfach so streicheln, draußen ist das sowieso kein Problem, da zeigt sie kein ängstliches Verhalten.

Ich wusste aber worauf ich mich einlasse. Und das erfährst du auch vorher. Jeder Tierheim-Hund hat eine Geschichte. Wenn die Besitzer bei der Abgabe darüber nichts erzählt haben, fällt das spätestens den Heimmitarbeitern auf. Du kaufst nicht die Katze im Sack, tust einem armen Wesen was gutes und hast am Ende einen guten Freund gewonnen. Solche Extremfälle adoptiere aber nur, wenn du dir das zutraust. Wenn der Hund am Ende wieder im Heim landet, habt ihr beide nichts gewonnen.

Mein Tierheim-Schatz - (Hund, Vater, Tierheim)

Zeig ihm 2 Bilder aus dem internet,dann fragst du ihn folgendes: Wer ist aus dem Tierheim und wer nicht? Woher will er das wissen? Der Hund hat sicher nicht TIERHEIM auf dem Kopf stehen,oder?Viele Hunde aus dem Tierheim hatten eine schlimme Vergangen heit,das ist schlecht,aber für den neuen Besitzer umso besser.Zuerst wird der Hund scheu sein,er hat angst das ihm was passiert.Danach aber gewöhnt er sich an alles und schätz dich weil du ihn (hoffentlich) gut behandelst.Das Vorurteil,Hunde aus dem tierheim taugen zu nix,ist falsch.Sie sind manchmal sogar noch liebevoller als hunde die nicht aus dem tierheim kommen.Außerdem könntest du deinen Vater mitnehmen um einen auszusuchen.Jeder hund will da raus! Und die hundeblicke die euch dann ansehen,denen kann niemand wiederstehen.Wenn ihr dann wieder (mit eurem hund) draußen seit habt ihr das gefühl etwas gutes gemacht zu haben und das zählt.Ich würde mich über eine rückmeldung freuen.viel glück und spaß mit deinem neuen hund! Ich hoffe ich konnte helfen!

Gute Sache, die du da vorhast. Viele Tiere landen im Tierheim, weil z.B. plötzlich Nachwuchs erwartet wird und dann stört das Tier nur , oder Besitzer versterben. Oder jemand vernachlässigt seine Tiere, Umzug, Urlaub.... So ein Tier hat es allemal verdient, ein gutes Leben zu führen und mit viel Liebe und Geduld, klappt es auch. Sollten Tiere im Tierheim 'nen Schaden' haben, so haben sie ihn erst durch die miesen Halter erworben. Also wie ein Tier sich verhält und woher es kommt, hat immer nur was mit dem Halter zu tun und die Tiere selbst, sind am allerwenigsten daran schuld.

dein vater hat bedingt recht. ich wollte auch erst einen aus dem tierheim. wir haben uns die hunde dort auch angeschaut. alle die uns gefallen hätten hatten fehler, wie z.b. mag keine katzen, keine (klein)kinder, keine anderen hunde, reißt aus oder springt über zäune. und bei einem tierheimhund kann das auch sein dass sie falsch erzogen sind und das kriegst du schwer wieder raus. kann sein muss aber nicht

dein gedanke tierheimhund ist nicht schlecht :D es giebt auch ''normale'' hunde

Das sind doch keine Fehler, das sind Instinkte (also das mit den "mag keine katzen"). Und "springt über zäune" oder "mag keine anderen hunde" kann man doch auch nicht als Fehler werten, meinst du nicht?

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Die Tiere im Heim durchlaufen nach der Aufnahme einen ärztlichen Check ,damit alle ev.körperlichen Defekte ausgeschlossen bzw.behoben werden.Die seelischen Mangelerscheinungen ,bedingt durch ihr Vorleben sollten,so vorhanden, durch ein neues Zuhause und gute Neubesitzer behoben werden.

Mein "Fehler" liegt gerade auf meinem (seinem) Zweisitzer, in Decken gekuschelt und schläft. Sie ist mein ganzes Glück, macht mir jede Sekunde nur Freude und ich würde sie nie wieder hergeben. Sie ist mittlerweile der zweite Tierheimhund (aus Tötungsstationen in Spanien) und ich werde nur noch solche Hunde aufnehmen. Sie haben ihre Macken, genau wie andere Hunde auch, sie müssen erzogen werden, genau wie andere Hunde auch. Aber sie müssen viel mehr geliebt werden weil sie eben (teilweise) sehr schlechte Erfahrungen mit Menschen gemacht haben. Und trotzdem wundert es mich immer wieder, dass sich diese Wesen wieder auf Menschen einlassen, ihnen wieder vertrauen und ihnen bedingungslose Liebe entgegen bringen. Ich habe es nie bereut, Hunde aus dem Tierheim aufgenommen zu haben.

Vielleiht brauchst du ja keine Argumente. Vielleicht schaffst du es ja, ihn zu überreden, dass er mal mit ins Tierheim kommt. Wenn er mitkommt, könntet ihr zum Beispiel mal mit einem Hund Gassi gehen, und er würde dann vielleicht auch merken, dass diese Tiere auch ein besseres zu Hause verdient haben.

Hol dir den Hund aus dem Tierheim und sag deinem Vater du hättest ihn vom Züchter.Wenn eine Zeit vergangen ist,und dein Vater den Hund echt toll findet,dann zeig ihm woher der Hund ist.

jeder sollte ein herz haben

du suchst gerade einen ausbildungsplatz, habe ich gelesen. ist die frage gestattet, wer sich dann 8-10 std um den hund kümmert?

Aha, so ist das also. In dem Fall würde ich das mit der Hundeanschaffung auf später verlegen ...

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@Hunde4ever

Ich suche für 2012 einen Ausbildungsplatz. Außerdem hab ich 3 kleinere Geschwister, die noch einige Jahre zur Schule gehen werden, und eine (berufstätige) Mutter, die oft erst nachmittags arbeiten muss.

Ich hätte sehr wohl noch Zeit, um mich um den Hund zu kümmern.

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