Mein Therapeut möchte ein Lebenslauf von mir?

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5 Antworten

Es geht nicht um einen beruflichen Lebenslauf, und es hilft dir nicht, wenn andere dir ein Muster machen. Denk erst mal darüber nach, was dich zu dem gemacht hast, was du heute bist. Wichtige prägende Stationen deines Lebens. Theoretisch können das übrigens bereits Ereignisse sein, die passiert sind, als du noch gar nicht geplant warst. Aber denke daran, es ist DEIN Lebenslauf. Den kannst nur du selbst schreiben. Es geht auch nicht um richtig oder falsch. Es geht um dich.

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Hey Hallo,

in der systemischen Beratung wird gerne mit der Biographie des Klienten gearbeitet. Das schöne daran ist, dass sich schnell verschiedene Dynamiken erkennen lassen. Ob nun in Familie, in dir selbst oder auch im Weltgeschehen. 

Mach dir eine Tabelle. Ereignisse die dein Leben in deinen Augen prägten, sollten hierbei nicht außer Acht gelassen werden. Aber auch "nichtsagende" Dinge können wichtig sein. Diese Tabelle kannst du aufbauen wie eine Zeitlinie. Fang bei deiner Geburt an. In der Mitte der Tabelle machst du dir einen Zeitstrahl nach unten, rechts kommt alles aus DEINEM Leben hin. Die linke Seite lass erstmal frei. Dort kannst du später hinein schreiben, was zu der Zeit außerhalb von deinem Ich geschah. Dazu zählen zum Beispiel Kriege, 9/11, oder auch z.B. der Verlust von Eltern des Freundes. Alles, was nicht direkt dich bertifft, von dem du aber vermutest, dass es zu deinem Ich beiträgt.

Du kannst auch noch andere Spalten anlegen. Du kannst z.B. deine Familiendynamik einfließen lassen. Was geschah dann und dann in meiner Familie? Was war/ist mein Anteil daran? Wie habe ich mich gefühlt/fühle ich mich?

Und: ich glaube nicht, dass deine Psychotherapeutin dich verurteilt, wenn du nicht komplett fertig bist. So eine Biographie ist wandelbar und sie ist ein Arbeitswerkzeug. Ihr werdet viel damit arbeiten...das ist das Fundament, welches im Laufe der Behandlung gerne immer stabiler werden darf.

Ich wünsche dir ganz viel Spaß beim Entdecken deiner selbst :) Genieße die Arbeit. Es ist für DICH und nicht für deine Therapeutin.

Viel Kraft und Mut auf deinem weiteren Wege :)

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Hallo,

versteh ich das richtig, du machst eine Psychotherapie, oder?

Da gibt es eigl. kein Richtig oder falsch. Berichte einfach von den wichtigsten Erfahrungen in deinem Leben, von Schicksalsschlägen, Verlusten usw.

Du musst ja nicht alles haargenau erklären, das machst du wrs. eh bald Schritt für Schritt in der Therapie.

Beginne doch einfach bei deiner Kindheit, erzähle etw. über deine Familie, berichte von wichtigen Ereignissen, die dich geprägt haben und evtl. damit zu tun haben, warum du im Moment in Therapie bist und das wichtigste: erwähne immer deine Gefühle. Wenn du von einem Ereignis berichtest, benenne immer dein Gefühl dabei.

Ich musste sowas auch letztes Jahr machen und hab so ca. 5-6 Seiten geschrieben. Länger muss es bei dir bestimmt auch nicht sein.

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Hallo Tatjana153,

einen Lebenslauf, wie du ihn für eine Bewerbung schreiben würdest, wird hier nicht erwartet. Mit dem Lebenslauf meint deine Therapeutin, dass sie deine persönlichen Meilensteine bis heute erfahren möchte. Manche Therapeuten fragen das in den ersten 3 Sitzungen selber ab und schreiben es auf. So mache ich es auch. Leider verliert man oft viel Zeit mit dem Abfragen, daher bitten viele Kollegen um den Lebenslauf.

Wie schon unten gesagt, sollten darin alle kalendarischen Daten auftauchen ( Geburt, Kindergarten(wo, welche Art), Grundschule, Weiterführende Schulen, Ausbildung, ggf. Studium, erste Jobs) Dabei solltest du den kalendarischen Daten auch deine persönlichen, einschneidenden Daten hinzu fügen. (Umzüge, Krankheiten, Tod von nahen Angehörigen, Vorkommnisse in der Schule/Ausbildung/Studium..) Eine persönliche Wertung musst du nicht hinzufügen, dass wird in der nächsten Sitzung besprochen.
Du kannst das tabellarisch machen, oder als fortlaufenden Text.
Manche Kollegen bevorzugen die handschriftliche Form. Wenn du es am PC jedoch besser formulieren kannst, ist das auch in Ordnung.
Auf besondere Ausführungen kannst du hierbei verzichten. Wenn du als Grundschulkind einen Elternteil verloren hast, weiss jeder Therapeut, was das für dich bedeutet hat. Auch die Scheidung der Eltern muss nicht erklärt werden, höchstens, wo du nach der Scheidung überwiegend gewohnt hast.
Für alles andere sind die Gespräche da.

Ich wünsche dir alles Gute und eine erfolgreiche Therapie,
di Colonna

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