Mein Sohn, 16 will Geschlechtsumwandlung gegen unseren Willen, nimmt Pille von Freunden.Darf er das?

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6 Antworten

nun, eine vollständige Geschlechtsumwandlung ist nur möglich, wenn er ein Gutachten von einem Psychotherapeuten bekommt- bis es dazu kommt, ist eine lange Gesprächsphase notwendig. Außerdem darf ihm nix weg operiert werden, wenn er noch nicht volljährig ist.

Die Pille enthält ja nicht massig viele Hormone, also denke ich, dass es auch länger dauert, bis sich da was verändert. Vielleicht ist er bis dahin längst über diese Phase hinweg... oder er meint es wirklich ernst, aber dann muss er eben auch in Therapie gehen und wenn er dann am Ende, wenn er volljährig ist und der Psychologe von seiner Entscheidung überzeugt ist (also, dass es was ernstes ist und nicht nur so ein Hirngespinst), dann müsst ihr es halt akzeptieren...

liebe quickly,

ich stelle mir das für eltern wahnsinnig schwierig vor, eine solche situation zu tragen.

erfahrungsgemäß ist es so, dass du mit verboten, zwang und druck überhaupt nix erreichen kannst. dass er die pille nimmt ohne verschreibung, ist meiner meinung nach auch ein stückchen verzweiflung von ihm.

natürlich weiß er, dass ihr das nicht wollt. und doch ist für ihn das leben in seinem körper wohl eher eine belastung. deshalb wäre es sehr wichtig für euch zu erfahren, was ihn bewegt.

viele menschen, die sich im falschen körper fühlen, erleben das schon oft sehr frühzeitig in der kindheit. würde es euch nicht interessieren, wann und wie er es bemerkt hat?

als sohn fühlt er sich (auch wenn er es nicht zeigt/zeigen kann) euch gegenüber schuldig. doch er kann nichts dafür - es ist eben so. insgeheim wünscht er sich bestimmt eure zustimmung und unterstützung. oftmals, wenn der rückhalt der eltern nicht da ist, verlieren sie komplett den boden unter den füssen.

ihr als eltern habt weder versagt noch habt ihr fehler gemacht - zwar ist er euer sohn, ihr habt ihn als solchen auch erzogen, doch er sieht sich selbst eben anders. das ist sehr schwer für euch und auch für ihn.

wenn ihr eine gemeinsame gesprächsbasis finden könntet, wäre euch allen ein stückchen mehr geholfen. denn am ende wird er spätestens in zwei jahren alles mit einem mal nachholen wollen - und wird unter umständen auch seine gesundheit riskieren oder gar ruinieren.

das muss alles nicht sein, wenn ihr zusammenrückt. geht gemeinsam zu einem arzt, der sich mit dem thema der transsexualität auskennt. lasst euch über die möglichkeiten und voraussetzungen informieren und beraten.. dann kommt er bestimmt auch von dieser albernen pille runter, die wahrscheinlich ohnehin nichts bringen wird. auch könntet ihr damit verhindern, dass er es komplett auf die spitze treibt und alles auf einmal haben will.

ihr werdet seine geschlechtsumwandlung nicht verhindern können. doch ihr könnt euren elterlichen einfluss durch vertrauen und offenheit noch ein wenig nutzen . als eltern wollt ihr, dass euer kind gesund und glücklich leben kann. und ich glaube, dass es so gelingen wird.

ich will euch auf keinen fall belehrmeistern oder gar etwas vorwerfen. keine mutter, kein vater ist scharf auf das, was ihr gerade erlebt. zumal er 16 jahre jung ist und gar lustig vor sich hin pubertiert.

vielleicht würde euch ja auch ein gespräch mit anderen eltern weiterhelfen, die in einer ähnlichen situation sind - den link schicke ich euch mal mit:

http://www.vivats.de/shg/index.html

für die zukunft wünsche ich euch allen sehr viel kraft und von herzen alles gute ;)

Hallo,danke für Dein Mitgefühl:-))Ja, es ist nicht zu beschreiben, was wir grade seelisch durchmachen...Ich habe auch echt ein Problem damit umzugehen, es widert mich z.Z. alles an meinem "SOhn" an, er will ja sogar sich weiblich kleiden, sprich mit "Unterwäsche, also auch BH"!!!.. Hat er sich übrigens schon gekauft, habe ich ihm wieder abgenommen...Das geht zu weit, ich kritisiere ihn auch viel jetzt, er war ein ADHS-Kind, welchem ich immer meine Hilfe zuteil werden ließ, ich ar immer für ihn da, haben beruflich wegen ihm auch schon oft zurückgeschraubt, um für ihn dazu sein und mit ihm gemeinsam Unernehmungen zu machen, ihn in Freizeit-Vereinen zu begleiten, wir waren uns seelisch sehr verbunden...und NUN???... ist alles wie weggeblasen, ich kann an ihn nicht mehr ran, auch mein Partner sieht die Sache von ihm überzogen, wir stehen dem ganzen hilflos gegenüber. Es wäre ein HORROR für MICh, dies wirklich als TASTSACHE akzeptieren zu müssen...Mit freundlichen Grüßen

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@quickly33

das glaube ich dir. dieses thema ist auch mit vielen tabus verbunden. gesellschaftlich wird er sich vielen unannehmlichkeiten aussetzen und ungewolltermaßen auch euch.

doch leider werdet ihr da nicht drum herum kommen. die wäsche wird er sich neu besorgen. und irgendwann wird er gehen und ohne jede nachricht einfach wegbleiben. erst für eine nacht, dann für ein wochenende, .. er ist eben kein kind mehr. er wird euch sehr dankbar sein für alles, was ihr für ihn getan habt. doch momentan hat er andere sorgen.

auch wenn es euch sehr schwer fällt, was auch jeder mensch nachvollziehen kann, lehnt ihn nicht ab. was er tut und wie er sich fühlt, das sollte keiner verurteilen. drüber reden, diskutieren - das ist ok. doch am allerschlimmsten ist es, wenn ihr eine so innige beziehung hattet, und ihr ihm heute kein stück entgegen kommen könnt.

doch wie schon gesagt: ich denke, dass ihr mal in so einer sprechstunde gemeinsam drüber reden solltet. transsexualität ist ein sehr komplexes thema. es gibt auch verschiedene selbsthilfegruppen für angehörige. da könnt ihr auch andere eltern kennenlernen, die ähnliches durchhaben. von deren erfahrungen kann man durchaus profitieren.

alles gute für euch :)

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@snugata

Vielen vielen dank für Deine Nachricht hier.Wir werden uns wohl oder übel damit auseinander setzen müssen, und das mit einem Arzt und ihm gemeinsam.Es tut uns auch weh, dass wir eher nebeneinander herlaufen, als uns miteinander zu unterhalten, und im Endeffekt, Missverständnisse durch "Schweigen und Totschweigen des Themas". Das liegt auch besonders mir (Mutter) absolut nicht, da wir immer über alles reden konnten.Aber das Thema ängstigt mich sehr, vor allem wenn es Tatsache wäre, diese Transsexualität bei meinem Sohn.Aber schlimmer wäre es, wenn man ihn aus seinem Leben streicht, weil er ja kein SOHN mehr sein will, sondern eine Tochter und für sich weiblich...alles sehr durcheinander bringend.Schönen Tag noch, mfg

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Also die Sache mit der Pille ist natürlich doof. Du kannst ihm zwar theoretisch verbieten die Dinger zu nehmen, aber praktisch ist es unmöglich das zu verhindern.

Die Sache mit der Geschlechtsumwandlung ist da schon eine ganz andere Sache. Eine Geschlechtsumwandlung ist nichts was man mal eben so machen muss. Zunächsteinmal muss dein Sohn voll ausgewachsen sein, davor geht das sowieso nicht. Und dann benötigt er ein Gutachten das diese Operation bei ihm emfpiehlt und das ist meines Wissens nach ziemlich schwierig und langwierig zu bekokommen. Also du brauchst dir keine Sorgen machen dass er sowas "nur aus einer Laune heraus" machen lässt.

Allerdings solltest du es akzeptieren wenn dieser Wunsch bestehen bleibt und ihm wirklich ernst ist. Aber das wird sich erst in einigen Jahren herausstellen.

Ich würde mit ihm zum Arzt und Psychologen gehen und feststellen , ob das nur eine Phase ist oder ob er wirklich sozusagen "im falschen Körper" geboren worden ist. Wenn dem so ist, dann sollte der ganze Prozess der Umwandlung unter ärztlicher Kontrolle stattfinden- und dann sollten Sie als seine Eltern das auch zumindest versuchen zu akzeptieren. So eine Umwandlung wird übrigens meist erst nach Ende der Pubertät vorgenommen.

Allerdings klingt mir das Ganze eher nach einer pubertären Provokationsnummer, v.a. diese Nummer mit der "Pille von Freunden".Umso eher können Sie ihm den Wind aus den Segeln nehmen, wenn Sie (selbst wenn sie es nur vorgaukeln) ernst nehmen , sich über das Thema Geschlechtsumwandlung informieren und ihn mit Fakten konfrontieren.

Danke für die hilfreiche Antwort,die Frage ist halt ob er das "nur so aufschnappt", weil er als Kind oft gemobbt wurde, und eher so Freunde über Internet besser kennt, diese sind dafür auch oft homos oder lesben oder bi, oder auch wie ein Junge, der eben diese Sache mit der Geschlechtsumwandlung vorhat...Ja, zum Arzt werden wir gehen müssen, schon alleine wegen der evtl. Pilleneinnahme.Psychologen haben ihn schon in Therapie gehabt, sie meinen er habe eine pubertäts-Persönlichkeitsstörung mit Anorektischen Phasen.Schönen Abend noch, mfg

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nein ist es nicht, du kannst es ihm verbieten, aber dein sohn wird es früher oder später auch von alleine tun.

Also, ich hätte natürlich nichts dagegen, ich meine es ist sein Körper, sein Leben und was er macht wächst auf seinem Kopf...

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