Mein Sohn 10 Jahre will einfach kein Deutsch lernen oder lesen?

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11 Antworten

Hallo, ich bin 16 und mache Nachhilfe für den Sohn eines Bekannten. Dieser ist jetzt in der 5. Klasse und hat auch große Probleme, sich zu Konzentrieren, da er gerne den Klassenclown spielt und faul ist. Dabei versucht er dann immer vom Thema abzulenken. Er fiel im Unterricht oft auf, da er oft keine Arbeitsmaterialien mitbrachte, unaufmerksam war und einen unglaublich unordentlichen Arbeitsplatz hatte.

Ich habe mich bei dem Jungen von Anfang an beliebt gemacht (ich bin sehr oft bei der Familie, mehrmals die Woche, und kannte ihn also schon bevor ich Nachhilfe für ihn gemacht habe). Ich habe ihn direkt mit seinen Aufgaben konfrontiert und jegliche Ablenkversuche ignoriert und überspielt, das kam sehr sehr gut an. Dann merkte er, dass er damit bei mir nicht weit kommt. Wenn er dann aber eine Weile gut mitarbeitet, gehe ich auch oft auf seine Kompromisse ein und belohne ihn damit indirekt. Von direkter Belohnung, wie "das hast du gut gemacht", halte ich nicht viel, da das auch für ein Kind immer sehr aufgesetzt klingt. Manchmal unterhalten wir uns auch einfach darüber, was er später mal machen will, und ich schaffe es oft, ihn anzuspornen und ihn zu motivieren, sich Ziele zu setzen. Das geht aber meiner Meinung nach nur, wenn man sich wie auf Augenhöhe unterhält und nicht ständig seine Autorität spielen lässt. Ich erklärte ihm auch, wie einfach es ist, gute Mitarbeitsnoten zu sammeln und dass das eine gute Möglichkeit ist, auch wenn man von dem Stoff nicht sehr viel weiß. Ich habe ihm erklärt, er soll einfach etwas Interessei zeigen und wenn er dann etwas weiß, soll er sich melden- mehr muss er ja nicht tun. Anscheinend hat er sich das wirklich zu Herzen genommen, denn er hatte danach immer super Bemerkungen von seiner Klassenlehrerin in seinem Hausaufgabenheft, bezüglich Ordnung am Arbeitsplatz und Mitarbeit.

Vor wenigen Wochen habe ich mich mit seiner Klassenlehrerin auch unterhalten (ich kannte sie vorher nicht, war auch eher Zufall, dass wir uns kennengelernt haben) und sie bestätigte mir, dass er mit Freude das präsentiert, was er zuhause gelernt hat.

Fazit: indem ich unerwünschtes Verhalten überspielt habe, konnte ich mit ihm auch Aufgaben machen, die ihm absolut keine Freude machten. Gelobt habe ich ihn nur, indem ich auf seine Kompromisse eingegangen bin und wie dann z.B. Früher Schluss gemacht haben. Und oft habe ich mich einfach auf Augenhöhe mit ihm unterhalten. Das zusammen hat unglaublich viel geholfen.

Ich hoffe, ich konnte vielleicht etwas helfen. Viele liebe Grüße

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Das klingt stark nach Legasthenie oder zumindest eine Schwäche in diesem Gebiet, die ihm peinlich zu sein scheint. Vermeidung ist hier aber kein Weg, er braucht Hilfe. Lesen und schreiben sind elementare Dinge, wenn das so weiter geht wird er in Richtung Analphabetismus steuern. Sucht euch einen Arzt der sich damit auskennt und dann passende Stellen zur Förderung.

Am Ende ist es Arbeit, aber wenn er sonst gut ist kann er viel erreichen. Ich kenne selbst jemand der mit Legasthenie die Oberstufe abgeschlossen hat und ein Abitur holte, obwohl seine Rechtschreibfehler wie bei allen anderen auch gewertet wurden. So eine Schwäche muss einen also nicht aufhalten, man muss sich ihr nur stellen und leider härter arbeiten als es vielleicht andere müssen. Problem ist, dass der Junge älter wird und immer mehr zu diesem Thema verpasst. Es ist wichtig jetzt zu handeln, auch wenn es ihn nicht in den Kram passen wird. Er ist langsam in einem Alter in dem er Zusammenhänge versteht und spätestens in 2-3 Jahren wird er sich ärgern wenn er Richtung Realschule steuert und diese entweder A
: Wegen der Deutschnote nicht besuchen kann obwohl der Rest seiner Leistungen passt oder B: Mit seinem stagnierenden Können in Deutsch nur noch durchfällt und sich vor der Klasse blamiert. Du solltest auch bedenken, dass später in anderen Fächern mehr verlangt wird. Da müssen dann z.B. Fremdwörter wie Chromosom nicht nur zu erahnen sein, sondern müssen um Punkte zu kriegen richtig geschrieben sein.

Tut etwas gegen seine Schwäche, erklärt ihm ruhig, dass das sein muss und dann macht es. Man kann ihn sicher nicht mit allen Mitteln zwingen, aber da muss dann das Kind auch eine gewisse Einsicht entwickeln. Er wird am Ende eh immer mal wieder etwas finden was er nicht kann und davor jedes Mal wegzurennen ist kein Weg. Egal was der Junge mal wird und sei es etwas weniger schreiblastiges wie ein Beruf im ehrenwerten Handwerk. Wenn er dann auf Rechnungen schreibt "Lappen montake 40 Euro, Üperbrüfunk deer litonken 10 Euro...nimmt ihn niemand. Das tut ein Chef weder seinen Kunden noch der Büroangestellten an, die dann die Leistungen ins System zu übertragen hat um eine Rechnung auszustellen.

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Dein Kind blockt, weil es offensichtlich Probleme hat zu lesen. Da hätte ich schon längst an Legasthenie gedacht und eine Therapie begonnen.

Hilf deinem Kind und lass es nicht kneifen. Immerhin gibt es sehr gute Therapien und Programme. Sag deinem Kind, dass nicht alle Menschen alles gleich gut können. Einige müssen sich nun mal mehr für ein Ziel Arbeiten. Für dein Kind und für dich heisst das mehr und vor allem richtig üben.

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Hmm bei mir war es in dem Alter genau umgekehrt. 

Ich war in allen Fächern, die etwas mit Sprachen zu tun hatten immer auf einer 1 (Also Deutsch, Englisch, Französisch), hab aber Mathe gehasst wie die Pest. Ich war schon immer schlecht in Mathe und irgendwann hat mich das so frustriert, dass ich keine Hausaufgaben mehr gemacht hab und des Öfteren auch mal krank gespielt hab um an den Tagen, an denen ich Mathe hatte nicht in die Schule gehen zu müssen, weil mir das immer total peinlich war, nicht mal die einfachsten Aufgaben lösen zu können. 

Resultat: Meine Mathenoten sind immer steiler bergab gegangen. Solange bis meine Eltern mich mehr oder weniger zur Mathenachhilfe gezwungen haben. Und siehe da: innerhalb von einem Jahr war ich plötzlich gar nicht mehr so schlecht! 

Inzwischen macht mir Mathe sogar Spaß und es wird auch ein Teil in meinem Studium werden. All das hätte ich vor Jahren nie geglaubt. 

Ich denke, mit deinem Sohn ist das Ähnlich. 

Natürlich ist es möglich, dass er eine Lese-Rechtschreibschwäche hat aber die Lösung hierzu ist hart zu bleiben ! Als Mutter hat man eine Verantwortung für das Lernverhalten des Kindes. 

Er muss üben, üben und üben, auch wenn ihm das nicht gefällt. 
Ich hab meine Mutter damals gehasst, weil sie mich zur Nachhilfe gezwungen hat aber jetzt sehe ich ein, dass das damals der einzig richtige Weg war. 

Selbst wenn er vielleicht nie ein Deutsch-Ass werden wird, kann Nach- und Hausaufgabenhilfe ihm bestimmt helfen, seine Blockade gegen das Fach zu mindern, wenn er sich da erstmal richtig reinhängt. 

Ich würde auch zuhause auf wöchentliches Üben bestehen. 

z.B. selbst kleine Diktate verfassen und ihn diese unter Konsequenzen machen lassen. (Beispiel: Du darfst dich mit deinen Freunden treffen, nachdem wir das Diktat geschrieben haben) 

Wenn er aufhört zu lernen und seine Deutschhausaufgaben zu machen, wird er in einen Teufelskreis geraten: Keine Lust auf Lernen -> Schlechte Noten -> Enttäuschung -> Frust -> "Verhärten" gegen das Fach, sprich: Noch trotziger werden und alles was mit Lesen und Schreiben zu tun hat, verteufeln. 

Wenn Du und dein Sohn in der Woche einen Tag Zeit habt, an einem Nachmittag z.B. kannst du auch einen "Bibliotheksnachmittag" einführen. Einfach einen Zeitraum von 2-3 Stunden, indem ihr gemeinsam zur Bibliothek geht und dort Lesen übt. Ich bin sicher, es gibt dort viele Jugendbücher, die ihn interessieren oder ihr sucht euch gezielt Bücher über das Angeln. Der örtliche Bibliothekar hat da bestimmt Ahnung von. 
 
Viel Glück und nicht aufgeben ! Irgendwann ist er dir dankbar ! 

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Ich hätte eine Frage, die ich nicht abwertend meine, sondern nur Interesse halber stelle, um mir Klarheit zu Ihrer Fragestellung zu verschaffen.

Haben Sie Ihrem Sohn früher vorgelesen? Versucht ihn für das Lesen und für Bücher zu begeistern? Wenn man das im frühen Kindesalter macht, entwickelt das Kind von selbst eine gewisse Neigung zu Sprache. Oder hat Ihr Sohn dann früher auch schon abgeblockt und gesagt, es würde ihn nicht interessieren?

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Habt ihr euren Sohn mal auf Legasthenie untersuchen lassen?

Ich habe eine Freundin, die Legasthenikerin ist und sich unentdeckt durch die Schule geschmuggelt hat, obwohl ihre beiden Eltern Lernschwaechen erforschen, unglaublich.

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Vielleicht ein Buch über heimische Fischarten, oder sowas, wo er sich für begeistern kann? (Ich hab als Kind alle möglichen Tier-Bestimmungsbücher verschlungen. Besonders der Mix aus tollen Farbbildern und wenig Text ist ja für einen Leseanfänger eher angenehm.)

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Gehe mit deinem Kind mal zu einem Kinderpsychologen und erzähle dort alles.

Eventuell hat dein Kind Legasthenie oder etwas ähnliches.

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Er kann wahrscheinlich nicht lesen und ihm ist es Peinlich dann vorzulesen dann blockt er ab ... Damit er nicht lesen muss weil er es vll nicht kann.

Er hat wahrscheinlich eine Starke lese & schreib schwäche das kann man aber Trainieren das er lesen etc kann aber er muss auch wollen.

Viel Glück

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-Sorry in der Frage steht 11 Jahre mein Sohn ist 10 ....

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in diesem Fall kann das Zauberwort : Leghastenie sein

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Kommentar von Aliha
07.01.2016, 22:16

Kann das bei dir auch zutreffen?

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