Mein Roman ist schlecht?

12 Antworten

Kritik kann sehr wehtun. Das Problem ist, dass die "Testleser" oft Freunde oder Bekannte sind, Leute die mit dem Schreiben nichts zu tun haben und einen persönlich kennen. Die Wahrscheinlichkeit da brauchbares Feedback zu bekommen ist leider gering.

Als ich mein erstes Feedback von professioneller Seite bekam war ich auch am Boden zerstört. Ich war wütend und wollte, wie du, am liebsten alles hinschmeißen. Aber das konnte ich nicht. Ich bekam immer wieder neue Ideen und bald auch Lust zu schreiben, also habe ich geschrieben. Und mit dem Schreiben wurde ich besser und besser und stellte bald fest, dass vieles des Feedbacks von damals berechtigt war.

Natürlich ist es in gewissem Sinne eine Sache des Geschmacks und gerade professionelle Autoren neigen dazu SEHR kritisch zu sein. Als Neuling in der Runde hat man es da sehr hart. Aber wie hier schon häufiger geschrieben wurde: Sieh das nicht als Beleidigung oder Vorwurf, sondern als sachliche Anmerkung und Verbesserungsvorschläge.

Es würde dir auch nichts bringen wenn sie dich nur loben und dann vom Verlag nur Absagen kommen. So weißt du wenigstens wo die Probleme liegen.


Um wieder in gute Stimmung zu kommen, hilft es vielleicht vorerst eine Kurzgeschichte oder schlicht anderes Projekt zu beginnen und dich dort auszuleben. Lese, schreibe, höre Musik und lass dich neu inspirieren bis die Lust am Schreiben zurück gekehrt ist. Wenn du soweit bist, setzt du dich wieder hin und schreibst an deinem Roman weiter.

Die Frage ist auch: Wie oft hast du deinen Roman überarbeitet? Besonders beim ersten Buch schreibt man ihn gern einmal bis zum Ende und denkt es sei damit getan. Dabei fängt hier erst die Arbeit an.

Ein bisschen Sachlektüre zu lesen halte ich übrigens auch für hilfreich. Es kann nie schaden seine Theorie auszuweiten. Das heißt ja nicht gleich, dass du dich genau daran halten musst.

Falls du noch einmal Kritik haben möchtest, würde ich dir Enny Wilsbrook (http://www.enny-wilsbrook.com/) empfehlen. Sie gibt Kritik, aber Stück für Stück und berücktsichtigt Alter und Erfahrung des Autoren. Sie gibt vor allem direkt Tipps wie man es besser machen kann oder worauf man achten sollte, um sich zu verbessern. Mir hat das schon oft geholfen. Vor allem kann man mit ihr gut reden, gerade auch über solche Erfahrungen, Frust, Ideenlosigkeit, etc.

Auf jeden Fall nicht unterkriegen lassen. Finde wieder den Spaß am Schreiben selbst. Du bist kein schlechter Autor, du bist nur vielleicht noch nicht ganz ausgereift und brauchst noch etwas mehr Übung und Erfahrung. Das ist ganz normal, auch wenn es einen am Anfang ziemlich mitnimmt.

Viel Spaß und gutes Durchhalten!

Ich habe schon immer geschrieben, meinen ersten Roman hatte ich mit 16 fertig, meine testleser waren begeistert, von den Verlagen kamen formlose, nichtssagende absagen.

Mit 20 hatte ich den zweiten Roman fertig und wollte den nächsten Versuch starten. Dass der erste Roman schlecht war, hab ich inzwischen selbst erkannt. Zufälligerweise bin ich ein paar Profis (veröffentlichte Autoren) in die Hände gestolpert. Und habe Ihnen den Anfang des ersten Kapitels gegeben. Ich dachte, es käme etwas wie "schon ganz gut, nur hier und da müsstest du noch ne Kleinigkeit ändern". Tatsächlich wurde es aber demontiert, komplett, inhaltlich, sprachlich, die Figuren, das Setting... Nichts, absolut gar nichts hat gepasst.

Das hat mich dann erstmal von meiner Wolke geschleudert in einen tiefen Brunnen hinein. Aber was soll ich sagen, im Nachhinein? Sie hatten recht! 

Dann begann der Aufstieg, der sehr mühsame... Aber mit jeder Geschichte wurde das Feedback positiver. Ich würde jetzt gerne berichten, dass ich es inzwischen geschafft habe, einen Verlag zu finden, aber leider kann ich das nicht. Leider spielt hier noch mehr als nur eine gut geschriebene Story mit rein...

Was ich sagen will: es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. In welchem anderen Beruf wird man mit dem ersten Versuch zum Profi? Nimm die Kritik ernst, mach weiter und verbesser dich. 

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