Mein Pferd macht sich nicht Rund?

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8 Antworten

vorwärts/abwärts läuft er mit Sicherheit nicht. Da macht ein Pferd nämlich nur dann, wenn es in der Lage ist, "reell rund" zu laufen. Ein korrektes V/A geht ein Pferd erst dann, wenn es schon eine ziemlich gute A laufen kann.

Spielen am Zügel mit den Fingern, Hals nach links und rechts dehnen  hört sich leider etwas nach Riegeln an, und vor allem nach "von vorne nach hinten" reiten. Meine RL würde dazu sagen: "Das ist mit der Hand geritten" und eine schlimmere reiterliche "Beleidigung" hat sie kaum auf Lager. Sie macht dann immer ein Gesicht, als müsse sie sich gleich übergeben. Das habe ich auch oft genug selbst erlebt. :-( Diesen verächtlichen Ton: "Das ist jetzt mit der Hand geritten", muss man erlebt haben.

Deine Idee mit dem Beritt finde ich gut. Teilberitt reicht aus, wenn du auch noch Unterricht bekommst. So habe ich es auch gemacht. Meine Stute wurde zweimal in der Woche beritten und ich habe noch einmal Unterricht bekommen. Allerdings musst du jemand Gutes finden, denn auch unter den Profis sind die "Handreiter" nicht gerade selten. Man sieht sie ja auch bei den großen Turnieren. Gal, Werth etc... sind da Beispiele, dass Handreiten auf jedem Niveau vorkommt.

Mit Teilberitt und gutem Unterricht bekommst du das dann auch hin. Bei mir und meiner Stute war es nach ca 8 Wochen soweit. Da sich mein Pferd aber so gut machte, wurden dann doch zwei Jahre draus. Da ging das Pferd unter meiner RL wohlgemerkt eine reelle L-Dressur. Leider ist die RL dann weggezogen, so dass ich mit dem Beritt aufhörte. Wer weiß, wo mein Pferd jetzt wäre....

Aber ich denke, wenn du dein Pferd eine Zeitlang bereiten lässt, wird es dann reichen, wenn du nur noch Unterricht auf dem Pferd nimmst. Ich gebe freilich zu, dass du es schwerer haben wirst als ich mit meiner Stute, denn dein Pferd wird ein Korrekturpferd sein. Das war bei meiner Stute nicht der Fall.

Aber allein, durch irgendwelche Internetratschläge bekommst du es nicht hin. Es wird im Zweifelsfalle schlimmer. Such dir also eine/n Bereiter, aber such dir jemand Gutes mit einer feinen Hand. Häufig sind sie nicht gesäht, gebe ich zu. Seufz. Aber es gibt sie.

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Beritt ist auf jeden Fall eine sinnvolle Option. Dein reiterliches Können ist natürlich hier nicht beurteilbar, ein Pferd wird nicht “rund“, nur weil ihm der Kopf auf die Brust gezogen wird. Das richtige Zusammenspiel der reiterlichen Hilfen, die richtige Bemuskelung helfen ihm, sich mit seinem Reiter korrekt auszubalancieren. Ziel ist ja, dass es über den Rücken läuft u. Last auf der Hinterhand aufnimmt (ich nehme an, dass meinst du auch mit “rund“...?) Aber es fällt selbst den Profis manchmal schwer, ein über die Jahre abgestumpftes (Schul)Pferd, falsch bemuskelt, bretthart im Maul zu korrigieren. (Korrektes!) Longieren (um das Maul zu schonen mit Kappzaum) sollte Bestandteil in deinem Training werden (Longenkurs von Babette Teschen zu empfehlen), Stellung u. Biegung (kann teilweise auch vom Boden aus erarbeitet werden). Z. B. Signalreiten, damit das Pferd wieder aufmerksam wird, nicht nur unmotiviert vor sich hin schlappt. Und immer WEICH und deutlich in der Hand! Gibt dein Pferd nach, gibst du auch nach und zwar sofort und so, dass es auch beim Pferd ankommt. Heißt aber nicht, du lässt dein Pferd einfach nur am langen Zügel auf der Vorhand latschen. Viele Richtungs, u. Tempiwechsel, so muss dein Pferd sich auf dich konzentrieren u. bleibt wach. Am Anfang nicht übertreiben u. nicht zu viel erwarten. Was sich über lange Zeit manifestiert hat, lässt sich nicht von heute auf morgen ändern.

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So wie schon einige andere hier, habe ich erhebliche Zweifel, dass das Pferd wirklich korrekt vorwärts abwärts läuft, sondern sich einfach auf  die Vorhand lümmelt.

Einem ehemaligen Schulpferd erst mal etwas guten Profiberitt zu gönnen, ist sicher eine sehr gute Idee! Wobei man natürlich darauf achten sollte, dass es sich nicht um so einen (von Leomaus erwähnten) " ich erledige das mal schnell- Typen", sondern um einen Bereiter handelt, der  mit Herz und Verstand fein bei der  Sache ist.

Und möglichst nimmst du bei eben diesem auch entsprechenden Unterricht, und schaust parallel auch mal in ein entsprechendes Lehrbuch. Denn, entschuldige bitte die Bemerkung: das, was du da schreibst, klingt nicht  so, als hättest du verstanden, um was es beim " rund reiten" eines Pferdes eigentlich geht. Daher ist es nicht verwunderlich, dass es nicht so recht klappen will. 

Weißt Du, man liest da bei dir nur Hand, Hand , Hand. Reiten ist aber kein Handwerk...( weder wörtlich noch im übertragenen Sinne).

Um ein Pferd rund zu bekommen, muss es sich erst mal unter deinem Hintern wohl fühlen können. Dass du Dich nicht anfühlst  wie eine unangenehme Last, sondern dein Sitz seinem Rücken schmeichelt. Oft reicht dies schon aus, dass ein Pferd gleich ganz anders läuft...

Als nächstes mußt du lernen, korrekt vo hinten zu treiben, also nicht einfach das Pferd schneller zu machen, sondern die Hinterbeine zu aktivieren. Sozusagen vom  " Vorderradantrieb" auf "Allrad" umzuschalten. 😉

Dann erst (!) kommt die Hand mit ins Spiel - bei halben Paraden, wobei die Reihenfolge  auch wieder Sitz, Schenkel, Hand ist. Sowohl minimal zeitversetzt,  als auch von der Intensivität her.

Und noch eine Bemerkung am Rande: ich hoffe, du hast sichergestellt, dass das Pferd das gesundheitlich überhaupt kann. Manche Pferde z.B. mit Vorschäden am Bewegungsapparat sind gar nicht mehr fähig, in der Haltung zu laufen, die normalerweise gut wäre. Mit solchen sollte man dann nur noch am längeren Zügel gradeaus ( sprich: ins Gelände) gehen.

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vorwärts abwärts wird er kaum laufen. eher mit der schnute auf höhe vorderes fusswurzelgelenk. das ist übrigens entziehen der zügelhilfe.

mit zuppeln wirst du ihn nicht rund bekommen. man nennt das übrigens riegeln, was du machst.

das einzige was hilft, ist reiten. dein pferd kann nämlich alles, auch "rund" laufen. allerdings scheinst du noch nicht über die reiterlichen fähigkeiten zu verfügen, dein pferd über kreuz, schenkel und sitz zu "schliessen".

beritt ist niemals falsch.

allerdings solltest du dringend unterricht nehmen.

du lässt dich auf einem auseinandergefallen dahinlatschenden pferd als passagier umhertragen.

für mehr einwirkung mach mal die bügel ein loch kürzer, die fussspitzen nach vorn und richte dein becken im sattel auf. das bitte fleissig üben, bis du es von allein machst, ohne extra daran denken zu müssen. 

du wirst merken, dass dein pferd dann gleich um längen besser geht.

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Beritt bringt sicher etwas, Reiten lernen allerdings auch. dann stellst du nämlich die passendere Frage: Wie kann ich mein Pferd in korrekte Anlehnung reiten?

Das Wie hat Ponyfliege ja schon erklärt, alles andere sollte ein Reitlehrer vor Ort machen und dir die Grundlagen des Reiten beibringen. Dann siehst du schnell, dann hin und her zubbeln nix bringt und absolut kontraproduktiv ist.

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Ich denke der Beritt wird wenig bringen, da das Pferd dort (wie der Name schon sagt) beritten wird. Da wird nicht IN ERSTER LINIE auf eine gesunde Haltung geachtet sondern darauf, dass das Pferd reitbar ist. Natürlich spielt das rund machen und v/a gehen eine Rolle, aber keine soo große. 

Um deinem Pferd beizubringen rund zu gehen musst du viele halbe Paraden anwenden (Hände, Fersen, etc) und viel parallel arbeiten (linke Hand, rechtes Bein usw.). Mach das am Besten schon direkt nach der Lösungsphase und achte schon während dieser, auf einen gesenkten Kopf beim Pferd, sonst klappt das auch während der Arbeitsphase nicht. 

Viel Glück :)

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Kommentar von ponyfliege
18.07.2016, 19:57

ein gesenkter kopf ist leider bloss ein gesenkter kopf. dahinter geht das pferd aber normalerweise noch etwa andertalb meter weiter. vor allem GEHT es mit den vier beinen. diese sind mittels bauch und rücken miteinander verbunden.

du musst selber in deinem reiterleben schon ziemlich pech gehabt haben - jedenfalls scheint es aus deiner erfahrung nirgendswo auf der welt irgendwo gescheite bereiter zu geben, die pferdegerecht reiten...

wenn man es in fünf stunden hinknüppeln muss, kommt leider häufig das raus, was du beschreibst.

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Kommentar von Urlewas
19.07.2016, 08:25

Liebe Leomaus - ich denke, da gehst du in deinem Jugendlichen Eifer etwas weit, alle Bereiter unter den Generalverdacht zu stellen, ihren Job so schlecht  auszuüben, wie du es hier beschreibst.

So etwas gibt zwar Lieder tatsächlich, ist aber deshalb glücklicherweise längst nicht immer so. 

2

Hay

Also ansich kenne ich auch keine anderen Möglichkeiten, das Einzige was mir dazu nur einfällt ist, dass deine Hand vielleicht zu unruhig ist, aber ob das mit Beritt sein muss, ich denke da kann dir auch ein normaler Reitlehrer weiterhelfen, so hab ich das gelernt :)

LG verena2016

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Nimm bitte guten Unterricht. Ein Pferd kann nur von hinten nach vorne korrekt laufen, alles fängt also damit an, die Hinterhand zu aktivieren.

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