Mein Name ist egal. Ich bin 18 Jahre alt und ich bin irgendwie tot.

Support

Liebe/r DieWertlose,

Deine Situation klingt besorgniserregend. Sprich bitte mit einem Menschen darüber, dem Du vertraust. Das kann ein guter Freund, ein Verwandter oder auch eine Vertrauensperson aus der Schule sein.

Du kannst Dich zudem jederzeit an die Telefonseelsorge wenden. Dort ist rund um die Uhr jemand erreichbar und Du hast die Möglichkeit, ein anonymes und vertrauliches Gespräch zu führen. Telefon: 0800/1110111 oder 0800/1110222 (gebührenfrei aus dem deutschen Fest- und Mobilfunknetz).

Herzliche Grüsse

Leif vom gutefrage.net-Support

73 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Hi! Wertvolle! Habe deinen Text gelesen, wollte eigentlich gar nichts dazu schreiben, aber dein Ausdruck, deine Schreibweise haben mich immer weiter getrieben zu lesen und nun auch zu kommentieren.

Selbstverständlich hat dieser Mensch in dir etwas gesehen! Er hätte sonst nicht so lange zugehört. Er ist aber nicht der einzige. Du bedeutest auch vielen anderen Menschen etwas und vielleicht wartet jemand genau auf jemanden wie dich, vielleicht wirst du gebraucht, musst es nur erkennen.

Ich glaube dir, dass du dich leer fühlst. Vielleicht bleibt das auch für eine bestimmte Zeit so. Aber mal ehrlich, tot bist du später lang genug. Mh den einzigsten Rat den ich geben kann ist, dich nicht von den großen Dingen abhängig zu machen, dein Glück nicht an einer Person oder einer Lebenssituation abhängig zu machen sondern dich an den kleinen Dingen zu erfreuen, Zeit die du für dich nutzen kannst, oder Antworten, mit denen du anderen hilfst, die Sonne, den Regen. Du willst dich gar nicht umbringen, denn da hinten im Kopf sitzt immer dieser schei ß Gedanke: "Was wäre wenn..." Du kannst es herausfinden. Keine Angst vor Enttäuschungen, denn das Schlimmste machst du gerade durch und hast es schon fast hinter dir.

Sorry wenn ich mit dem Gefasel ankomm und du willst das eigentlich gar nicht hören. Insgesamt wollt ich auch noch sagen, dass ich dir "zugehört" habe, du hast einen Teil deiner Geschichte mit mir geteilt und ich hoffe sehr, dass dir dieses "cyber" zuhören hilft.

Wunderschöne Antwort....

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Eine bessere Antwort könnt es nicht geben. :)

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Sehr schöne Antwort, gefällt mir!

@Fragestellerin

auch ich, eine Person deines Alters, habe dir zugehört. Ich kann dich zwar nicht, wie einige andere User, an meiner Lebenserfahrung teilhaben lassen(ich bin ja schließlich auch irgendwo noch ein Kind), noch kann ich deine Denkweise mit einer super eloquenten Antwort ändern, jedoch denke ich dass solange man lebt, man IMMER in der Lage ist einen Wendepunkt zu erreichen bzw. zu erzeugen und Fehler auszugleichen. Hör nie auf, das Glück zu suchen, manchmal findet man es an den unwahrscheinlichsten Stellen! =)

Liebe Grüße

Das Faultier:)

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besser hätte ich es nicht schreiben können eine wirklich tolle und nahe gehende Antwort.

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@fimiken

ich finde du hast recht und wirklich ALLES hat micht zu Tränen Gerührt

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Wenn Du Opfer einer Sexualstraftat geworden bist, wirst Du um professionelle Hilfe nicht herum kommen.

Dein "Typ" ist es nicht wert. Du musst die beiden Dinge getrennt bekommen. Du musst zunächst einmal Dein Trauma verarbeitet bekommen. Danach kannst Du Dir überlegen, ob Du eine Beziehung eingehen möchtest. Mich wundert eher, dass Du nach so einer Erfahrung überhaupt Kontakt zu einem männlichen Wesen gesucht hast für eine Beziehung. Das war wohl zu früh und es war auch eindeutig "das falsche Mittel für den Zweck".

Und von den Selbstmordgedanken solltest Du Dich ganz schnell verabschieden. Dass Du hiervon davon schreibst, ist ein "gutes Zeichen", denn Menschen, die ihren Selbstmord ankündigen, erst recht, wenn es "anonym" über das Internet geschieht, meinen es zum Glück eigentlich nie ernst. Trotzdem sind solche Traumata/Depressionen "gefährlich". Etwa jeder zehnte, der an einer schweren Depression leidet, unternimmt in der Tat einen Selbstmordversuch und viele davon sind "erfolgreich". Schwere Depressionen sind somit statistisch gesehen erheblich letaler (tödlicher), als beispielsweise Hautkrebs (da stehen die Chancen erheblich besser, vor allem wenn es frühzeitig diagnostiziert wird). Viele denken bei Depressionen: "Ach die sind ein bisschen traurig, das wird schon wieder." - Aber das ist nicht der richtige Weg. Wenn jemand Hautkrebs hat, wird schließlich auch niemand sagen: "Ach da warten wir jetzt mal ab, das geht von alleine weg." - Nein, der Tumor wuchert weiter und befällt noch mehr Gewebe. Und genau so wird die Depression immer schlimmer und schwieriger zu therapieren.

Das ist an unserem Gesundheitssystem wirklich "daneben". Die "leichten" Fälle werden aufgeschoben, bis sie "schwer" sind. Die "schweren" Fälle werden unzureichend behandelt, weil die qualifizierten Psychologen sich die "leichten" Fälle "herauspicken" können. Denen redet man dann ein bisschen gut zu, dann geht es denen gleich viel besser und hinten rum rechnet man doch zahlreiche Stunden gegenüber der Kasse ab. Und man hat bei den "leichten" Fällen auch nicht das Risiko, dass die sich umbringen und das den Therapeuten selbst auch noch herunterzieht und seiner Reputation schadet.

Ein ehemaliger Kollege von mir ist wegen schwerer Depressionen in psychologischer Behandlung. Der kann ein Lied davon singen, wie man hierzulande mit Depressionspatienten umgeht. Und ich hatte in jungen Jahren auch schon mit einem depressiven Menschen zu tun und wusste damals natürlich nicht, dass er depressiv war beziehungsweise was Depressionen überhaupt sind. Ich habe nur gesehen, dass dieser Mensch seltsames, teilweise willkürliches Verhalten an den Tag legt, mich verleumdete und mir übel nachrede, etc., wollte mir das natürlich nicht gefallen lassen und bin dann auf Konfrontation gegangen. Das gab einen richtig mächtigen Konflikt. Später kam dieser Mensch dann in Behandlung wegen Depressionen. Nunja, wenn ich das vorher gewusst hätte, hätte ich vielleicht anders mit ihm umgehen und die Situation deeskalieren können. Aber so etwas kann man von einem Laien, erst recht von einem Jugendlichen mitten in der Pubertät, natürlich kaum erwarten. In der Zeit hat man ja nicht einmal seine eigenen Gefühle richtig im Griff. Trotzdem war mir der Gedanke, dass ich gegenüber einem eigentlich hilfsbedürftigen Menschen auch noch auf Konfrontation gegangen bin, natürlich im Nachhinein sehr unangenehm. Aber es machte eben in dem Moment nicht den Eindruck. Im Gegenteil! Die Person "schlug (bildlich gesprochen) um sich" - nicht körperlich, aber sie "teilte aus" auf der psychischen Ebene und zwar auf die fiesesten Arten, die man sich vorstellen kann. Dass der Grund dafür ihre tatsächliche Schwäche und Verzweiflung war, die diese Person durch ihr aggressives Aufteten zu verschleiern versuchte, konnte ich damals nicht wissen. Ich kann aber aus dieser Erfahrung nur sagen, dass der Umgang mit einem depressiven Menschen für sein Umfeld auch alles andere, als leicht ist. Ein depressiver Mensch setzt sich nicht notwendigerweise in die Ecke und weint. Es kann auch vollkommen anders laufen. Zumindest solange die betreffende Person weiß, dass sie "beobachtet wird".

Aber noch einmal zu Dir: Dein Problem ist nicht Liebeskummer (weil ich das Tag gerade sehe). Dein Problem ist das Trauma, das Du durch das Verbrechen, das an Dir begangen wurde, erlitten hast. Du musst an diesem Trauma arbeiten, nicht daran, eine neue Liebe zu finden. Das wäre eher kontraproduktiv, vor allem da Dein Trauma einen sexuellen Hintergrund hat.

Wow, das war eine sehr lange und sehr ausführliche und ehrliche Antwort. Vielen Dank dafür!

Mir ist klar, dass Antidepressiva und Therapie gegen meine Depressionen helfen können. Aber sie können niemals das Bild auslöschen, wie ich auf dem Boden knie und von 2 Männern missbraucht und von meiner großen Liebe verlassen werden. Stattdessen habe ich mich inzwischen für das Aufbauen einer neuen Existenz hier in Südamerika entschieden.

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Hey, ich hab deinen ganzen Text gelesen und muss sagen, dass du ernsthaft mal klarkommen solltest. Allein deine Rechtschreibung sagt mir so viel über dich aus, intelligent, lieb, du weisst was du willst und haltest daran fest. Ich kann gut verstehen, dass dieser Junge alles für dich war, aber ist es das wirklich wert? Ist es dir wirklich wert wegen einem Jungen zu trauern, der dich eh nicht mehr will. Es geht im Leben immer weiter, immer. Und in Südafrika beginnst du eine neue Lebensära. Wer kann von sich schon in deinem Alter groß behaupten mal dort gewesen zu sein? Sieh die schönen Dinge im Leben und freu dich da drauf. Es gibt IMMER Menschen, die dich runterziehen aber genau das ist doch das Leben. Genau DARAUS besteht das Leben, dass man genau durch solche Menschen wieder aufsteht. Du kannst fallen, aber EINS MUSS DIR KLAR SEIN, STEH AUF und zeig das du mehr bist und dich nicht unterkriegen lässt. Ordne dein ganzes Leben und schmeiß alles Negative raus. Ich rede wirklich aus Erfahrung mit Depressionen usw. Lass dir dein EINZIGES LEBEN nicht nehmen und bleib stark.

*Südamerika

Vielen Dank für deine ausführliche und eindringliche Antwort, ich versuch gerade, das alles in die Tat umzusetzen.

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