Mein Nachbar hat mir ein Stück Grundstück abgegraben. Wer ist da offiziell für zuständig?

6 Antworten

Wenn Dein Grundstück höher liegt, bist Du doch verpflichtet, eine entsprechende Mauer oder ähnliches zu bauen, um zu verhindern, dass Dein Grundstück bei starkem Regen auf das Nachbargrundstück abrutscht. Wo also ist jetzt das Problem, wenn Du derjenige bist, der sich nich an die Regeln hält?

sehr lustig, ich hab ja noch nicht mal was gemacht...nur weil mein Grundstück höher liegt, darf er doch nicht auf meinem Grundstück zu sich hin abstechen!

1
@Joogie

Nein, Du hättest das schon längst machen müssen! Sei doch froh, dass er Dir die Arbeit abgenommen hat.

1
@ErsterSchnee

ähm, wann hätte ich das denn machen sollen, habe den Bauplatz dieses Jahr im Juli gekauft, er hat dann im August auf meinem Grundstück abgestochen, glaube kaum, dass er von meinem Gelände etwas wegnehmen darf!

1
@Joogie

Nochmal: Er darf es eigentlich nicht, aber Du musst es. Eine Schrägung ist in dieser Höhe nunmal nicht zulässig - und Du als Eigentümer des höheren Grundstücks musst dafür Sorge tragen, dass Dein Grundstück den Vorschriften entspricht. Normalerweise hätte der Vorbesitzer das schon machen müssen - aber Du kannst Dich jetzt nicht damit rausreden, dass Du von nichts wusstest.

1
@Joogie

zur Verdeutlichung:

mein Bauplatz liegt oberhalb von seinem, ja. Aber der natürliche Geländeverlauf war bei ca. 30°.

Erst nach seinem Abstechen auf meinem Grundsück könnte es jetzt Probleme mit Regenwasser oder Erdrutsch geben, da er mir nicht nur Grundstück geklaut hat, sondern auch mit 70-80° abgeböscht hat.

0
@Joogie

Wieso? Auch bei 30% fließt doch Dein Regenwasser mit Dreck und Erdreich auf sein Grundstück. Und wenn Du eine Stützmauer baust und damit Dein Grundstück quasi senkrecht endet, bekommt er den ganzen Dreck nur noch bei Extremregen.

Und nochmal zur Verdeutlichung: Der Besitzer des oberen Grundstücks ist zur Abgrenzung verpflichtet - und zwar nicht mit Schrägen, Böschung oder ähnlichem - sondern halt mit einer entsprechenden Mauer. Und diese Mauer muss auch natürlich auf Deinem Grundstück stehen.

1
@ErsterSchnee

leuchtet mir schon alles ein, auch das mit den Pflichten des oberen Grundstücks und so...ich wollte ja sogar eine Mauer ziehen...

...ich war nur bisher immer der Meinung, dass derjenige welche den natürlichen Geländeverlauf ändert auch stützen muss...

...hätte er auf seinem Grundstück angefangen abzugraben, hätte ich die Mauer auch gerne gemacht, dann hätte ich auch keine ca. 2000,-€ an Land veloren...

Das es sogar eine Pflicht zur Mauer gibt hab ich auch noch nicht gehört, weißt Du wo das steht?

0
@Joogie

Vermutlich im Nachbarschaftsgesetz - aber das kannst Du morgen ja auch erfragen.

0
@ErsterSchnee

das Nachbarschaftsgesetz hab ich schon mal überflogen, da stehe dazu nix...aber danke trotzdem für Deine rege Beteiligung an meinem "Problem" ;-)

0
@Joogie

Hallo @ErsterSchnee, ich glaube nicht, dass es irgendwo geschrieben steht, dass man einen normalen Geländeverlauf, sprich Hang, der schon wahrscheinlich seit tausend und mehr Jahren so verläuft, irgendwie Absichern muss, dass zum Nachbarn kein Wasser läuft!

1
@weissheit

@Weissheit: Da wir uns schon mal mit demselben "Problem" auseinandersetzen mussten (allerdings haben wir das untere Grundstück), weiß ich mit absoluter Sicherheit, dass es zumindest bei uns definitiv geregelt ist. Da wir aber mit dem Nachbarn sehr gut können und es nicht um Ziergarten geht, gab es da auch nie ein wirkliches Problem.

0
@ErsterSchnee

@ErsterSchnee, ich kann es mir trotzdem nicht Vorstellen, dass, wenn man ein Grundstück erwirbt, heißt Urgelände, der Nachbar des oberhalb gelegenen Grundstücks in die Pflicht genommen werden kann. Entweder beläßt der untere Grundbesitzer den natürlichen Geländeverlauf, oder aber, wenn er beabsichtigt sein Grundstück abzusenken, müsste er das Gelände zum oberhalb gelegenen Gelände auf SEINEM Grundstück und auf SEINE Kosten Sichern! Ansonsten, hätte er eben das Grundstück, das ja sicher vorher besichtigt wurde, nicht erwerben sollen! Ganz bestimmt, kann der untere Besitzer keinesfalls, eigenmächtig ohne Absprache, auf dem fremden Gelände irgendwelche veränderungen (Abgrabungen) vornehmen! Denn das wäre Hausfriedensbruch! Möglich, dass sogar der Naturschutz ein Wörtchen mitredet!

1

Dann müssten ja alle Gartengrundstücke z. B. in den Alpen an ihrer unteren Grenze wasseraufhaltende Mauern haben. Es ist mir neu, dass es dazu eine Vorschrift geben soll. Vielmehr müssen die Eigentümer und Nachbarn das natürlich gewachsene Gefälle eines Grundstücks und einer Landschaft hinnehmen. Denn jegliches Abgraben macht das Gelände instabiler und zieht Gefahren nach sich.

1

Geh zum Anwalt Deines geringsten Mißtrauens und verklag den Pfosten auf Wiederherstellung Deines Grundstückes.

Hallo Joogie,

wie ich lese, bist Du ja schon dabei, Dich mit Deinem Nachbarn direkt zu einigen, indem Ihr darüber miteinander redet und er auch offen dafür ist. Du solltest dabei klar von ihm die Wiederherstellung Deines Grundstückteils in seiner ursprünglichen Form fordern. Wenn er dies nach einer angemessenen Zeit nicht tut, solltest Du dies schriftlich von ihm fordern und ihm dabei eine Frist setzen. Etwas anderes macht ein Anwalt zunächst auch nicht, die Kosten kannst Du Dir also zunächst noch sparen. Erst wenn dies alles nicht fruchtet, kannst Du dies gerichtlich einfordern.

Was möchtest Du wissen?