Mein Hund ist aggressiv gegenüber fremden Personen und Hunden?

8 Antworten

Ohne das Verhalten gesehen zu haben ist es meistens schwer da eine Vernünftige Einschätzung zu geben denn Bellen und Aggression kann von Unsicherheit bis Territorialverhalten eine Vielzahl von Gründen haben. Insofern ist meist ein Trainer der sich das  Verhalten von Hund und Halter in verschiedenen Situationen anschaut meist die beste Variante.

Auf jeden Fall ist es für den Hund unverständlich wenn du ihn  nach seinem "Fehlverhalten " auf den Boden drückst. Er lernt dabei höchstens dich auch gleich im Auge zu behalten ob du auf ihn losgehst. Dass er vorher nicht loslegen soll lernt er dabei mangels richtigem Timing nie.

Du hast einen SchnauzerTerriermix, zwei Rassen die Alleinjäger sind und von Natur aus unabhängig selbst auf Situationen reagieren, hart im Nehmen, mutig und schmerzunempfindlich sind und sich kaum noch von etwas abbringen lassen wenn sie mal "losgelegt" haben. Mit Strafe kommst du da nie weit, das fährt solche Hunde nur mehr hoch und macht sie noch verbissener.

Dazu hast du einen Hund aus dem Tierschutz der von klein auf nicht gelernt hat sich als erstes am Menschen zu orientieren.

Vermutlich musst du das Problem ganzheitlich angehen. Einen sehr guten Grundgehorsam aufbauen, an der Selbstbeherrschung und Impulskontrolle des Hundes arbeiten. Ihm beibringen Blickkontakt zu dir aufzunehmen und auch unter steigenden Ablenkungen zu halten. Sitz und Platz zu machen und einzuhalten auch bei Ablenkung.

Wenn das alles mit kleinen Ablenkungen geht kannst du langsam steigern und auch bei anderen Menschen und Hunden üben, die Distanz verringern...

Dann ist es wichtig dass du die Situationen erkennst und die Kontrolle über nimmst, klare Anweisungen erteilst was er tun soll lange bevor er anfängt "sein Ding" zu machen. Für einen Hund ist keine Führung zu bekommen gleichbedeutend mit "es ist ihm egal was ich mache". Wenn er dann selber entscheiden hat und dir sein Verhalten nicht passt versteht er nicht warum du plötzlich doch "eingreifst". Also schon frühzeitig führen und klar abrufen was du vorher geübt hast, zB den Blickkontakt.

Meist bietet es sich an dafür ausschließlich im Training das gesamte Futter aus der Hand zu geben. Macht er mit (bei angemessenem Schwierigkeitslevel( bekommt er seine Belohnung, ignoriert er dich und fixiert wieder auf den Gegner brichst du ab und er hat seine Chance verpasst. Alles interessante geht nur wenn er sich vorher auf dich konzentriert.

Sowas ist trainierbar, allerdings mit viel Geduld und in kleinen Schritten. Am besten ist wirklich du suchst einen erfahrenen Trainer der mit dir einen entsprechenden Trainingsplan aufstellt und Schritt für Schritt begleitet.

Scheinbar fehlt deinem Hund die Sicherheit, dass du die jeweiligen Situationen beherrschen kannst.

So meint er, er müsse "ran" und klären - und das ist falsch.

Beim Besuch ist es immer von Vorteil, den Hund auf seinen Platz zu schicken - wenn nötig, 20 oder 50 mal, bis er kapiert hat, dass er dort zu bleiben hat und auch still sein muss.

Wenn du Besuch reinlässt, dann muss das für den Hund absolut in Ordnung sein, nach dem Motto: der Herr bestimmt, dass die Leute reinkommen dürfen - also ist es okay, ich brauche nicht aufzupassen ....

Und draußen musst du deinem Hund in solchen Situationen auch Sicherheit vermitteln. Wenn du hektisch und ebenfalls aggressiv reagierst - und nichts anderes machst du, wenn du ihn anschreist und/oder auf den Boden drückst (welche Erziehungsmethode ist das denn??).

Du musst ganz souverän reagieren, den Hund nahe zu dir ranholen, ihn tätscheln, ihm zureden, dass du alles im Griff hast und keine Gefahr droht. Gut geht das auch, wenn du dich z.B. zwischen die fremden Personen/fremden Hunde und deinen Hund stellst.

Gutes Gelingen

Daniela

Danke, werde das mal versuchen.

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Du wirst um eine sogenannte Hundeschule nicht drumherum kommen. Dort wird dem Hund und dem Halter Unterordnung beigebracht. Dein Hund muss lernen dass DU der Hundeführer bist und nicht er der Herrchenführer.

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