Mein Freund wurde als Kind geschlagen wie soll ich damit umgehen?

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6 Antworten

Da kannst du gar nichts machen. Und das ist auch nicht deine Aufgabe. Pass gut auf deinen Freund auf und sei ihm eine gute Freundin und Partnerin. Damit tust du alles, was du kannst.

Weder wirst du den Vater vom Alkohol wegbekommen, noch kannst du oder irgendwer (!) das Verhältnis zwischen deinem Freund und seinem Vater verbessern. Und ich habe volles Verständnis für deinen Freund, wenn er seinen Vater nicht mag. Man muss jemandem nicht alles verzeihen, nur weil man verwandt ist. Es gibt Dinge, die zerstören Bindungen einfach grundlegend, und da ist dann auch einfach nichts mehr zu retten. 

Ich glaube nicht mal, dass es sonderlich gut für deinen Freund wäre, wenn dessen Vater wieder eine größere Rolle in seinem Leben spielen würde. Für deinen Freund wäre es gut, seinem Vater irgendwann zu verzeihen, aber das sollte keine Auswirkungen auf die Beziehung zwischen beiden haben.

Und schon gar nicht sollte das Vater-Sohn-Gefüge Einfluss auf dich und dein Leben haben. Sei deinem Freund einfach eine gute Freundin und wärm nicht seine alten Probleme auf, das mögen die manchmal gar nicht so sehr :)

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Hallo :-)

Was kannst du tun, um die Situation zu entschärfen? mmhhh...... Ich fürchte fast gar nichts. Eigentlich können das nur 2 Personen.... dein Freund und sein Vater....

Es ist vermutlich viel passiert, zwischen deinem Freund und seinem Vater. Aber ich würde deinem Freund wünschen, dass er seinem Vater vergeben kann, seinen Hass verliert, und seinen Vater als das sieht, was er ist. Ein kranker Mensch, der als Vater versagt hat, und der es nicht schafft gegen seine Krankheit zu kämpfen, weil er vermutlich dafür zu schwach ist.

Hass ist kein Gefühl das einen glücklich macht. Es vergiftet die Seele.

Das Schicksal das dein Freund hatte, teilt er leider mit sehr vielen Menschen. Mit seinen Erfahrungen, wird er den Rest seines Lebens, leben müssen. Die Frage ist halt, mit welchen Gefühlen er das tut. Mit Hass im Herzen, ist die denkbar schlechteste Variante.

Er muss, glaube ich, einen Weg finden, sich emotional abzugrenzen. Das ist schwer. Und die Frage ist wie? Aber diesen Weg, muss jeder, für sich selber finden. Aber seinem Vater zu vergeben wäre ein sehr guter Anfang, um ihm etwas neutraler zu begegnen.

Aber was kannst du tun? Nicht viel. Und doch alles. Steh ihm bei, sei für ihn da, zeig ihm, dass er ein geliebter und wertvoller Mensch ist. Aber behalte zu den Eltern eine neutrale Einstellung. Damit hilfst du ihm, glaube ich, am Meisten.

Alles Gute für euch!

LG :-)

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Kommentar von realistir
05.12.2015, 12:51

du hast dir echt Mühe gegeben einen guten Rat zu geben!

Okay, ich war damals in ähnlicher Situation, nur meiner war nicht mein Vater und kein Alkoholiker. Trotzdem ein Problemfall.

Mir kam damals auch manchmal ein Hassgedanke hoch, aber je älter ich wurde um so mehr bemühte ich mich vernünftig zu denken.

Ich blieb meist gelassen und versuchte nicht provokativ zu reagieren, zu antworten. Ich versuchte meinem Erzieher verständlich zu machen dass dieser in keinster Form ein Vorbild für Jugendliche ist.

Versuchte ihm aber auch zu vermitteln mich so gut es geht vorbildlich in Situationen zu verhalten, die Stiefvater erzeugte. Egal ob absichtlich oder unabsichtlich.

Sagte oft, ich muss nicht an all deinem Zeugs teilnehmen. Meist nur, weil ich noch nicht einfach ausziehen kann. Aber mit dem Tag ab dem ich es kann, ist dieser schlechte, unvorteilhafte Kreislauf von mir unterbrochen.

ich konzentierte mich bewusst und unbewusst auf Lösungsmöglichkeiten für mich, ohne Hass aufkommen zu lassen.

Ich ging auch davon aus, dieser Mann kann aus mir unerklärlichen Gründen nicht anders, nicht aus seiner Haut. Ich muss halt nicht alles mitmachen, kann mir aussuchen wie ich damit umgehe und vor allem wollte ich nicht ähnlich sein wie dieses negative Vorbild.

Ob das Jugendlichen ab gewissem Alter gelingt, keine Ahnung.
Manchmal braucht es aber nur einen entsprechenden Anreiz.

Ähnliches machen sogenannte Streetworker.

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Kann deine Situation voll und ganz verstehen. Der Vater meines Freundes hat seine Ex Frau geschlagen (deshalb hat sie sich scheiden lassen) und auch mein Freund wurde von ihm geschlagen. Der Vater ist ebenfalls Alkoholiker und hat sich oft nicht unter Kontrolle.
Mein Freund zeigt auch keinen Respekt mehr gegenüber seinem Vater (ist nicht gut aber er kann keinen Respekt gegenüber Personen zeigen, die sein Leben zur Hölle gemacht haben). Sobald die beiden streiten werden beide aggressiv und beide stehen kurz davor sich gegenseitig zu schlagen. Ich sag dann öfter sie sollen aufhören nur dann schreit der Vater mich an und gebt mir gegenüber die Hand, worauf mein Freund dann völlig austickt.
Vor dem Vater hab ich persönlich Angst und wir sind froh das wir bald zusammenziehen.
In so einer Situation kannst du leider gar nichts machen, steh hinter deinem Freund und zeig das du für ihn da bist. Sein Vater hat viel falsch gemacht und das bleibt ewig im Gedächtnis deines Freundes. Da ist auch einiges wiedergutzumachen (wenn beide damit einverstanden sind) sie müssen sich nicht lieben aber wenigstens eine Vater Sohn Beziehung ohne Schläge, wird möglich sein.

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Was ich nicht verstehe an deinem Freund ist, er ist länger volljährig als ich es damals war. Mein Stiefvater war zwar kein Alkoholiker, aber auch ein Problemfall.

Dem sagte ich auf sein, solange du deine Füße unter meinen Tisch stellst ... sofort und Glasklar reg dich ab, ich werde hier keinen Tag länger bleiben als nötig. MitTag meiner Volljährigkeit -damals erst mit 21- gab es sein zuhause für mich nicht mehr.

Es ist doch nicht so schwer, die einfachsten Dinge zu verstehen. Einen Kreislauf -vor allem einen schlechten- sollte man unterbrechen! Sollte man nicht durch Beteiligung am Leben erhalten. Ich hatte damals unseren schlechten Kreislauf mit meinem Stiefvater unterbrochen, sobald es möglich war.

Dein Freund ist erwachsen, er sollte sich auch vernünftig wie ein diplomatischer Erwachsener benehmen, lernen unschönen Dingen keinerlei Aufmerksamkeit und Teilnahme zu gewähren.

Mal angenommen dein Freund würde deinen Vater befragen wie Männer als Vorbilder zu sein hätten, welche Antworten würde dein Vater ihm geben?

Merkste, ich plädiere dass dein Freund dazu lernt, lernt was ein Vorbild Mann sein sollte und in welche Richtung sich deiner entwickeln sollte.

Eines noch, ich lernte zwar einiges, aber bin auch nicht immer perfekt.
So manches was man als Kind erfahren, erlebt hat steckt noch sinngemäß in den Knochen. Es kann als etwas länger dauern bis man ein gutes Vorbild ist.

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Ich glaube, die Einbindung in Deine intakte Familie ist gute Hilfe. Hab ihn lieb, zeigt ihm, wie Familie funktionieren kann. Sein Verhältnis zu seinem Vater wirst Du nicht wirklich verbessern können.

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Solche personen links liegen lassen. Die kannst du nicht ändern da kann man machen was man will. Oft machts bei denen erst klick wenn sie merken dass ihr euch von ihnen isoliert.

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