Mein Freund versteht nicht was Soziale Arbeit ist?

...komplette Frage anzeigen

3 Antworten

Okay, Folgendes.

  1. Wie du es ihm erklären kannst? So wie du es uns hier erklärst. Klar, demotivieren solche Aussagen deines Freundes überhaupt noch mit ihm darüber zu reden. Aber wenn du den Satz mit "Schatz, wir müssen reden" einleitest (das war nur ein Spaß, bitte keinen Zwang), dann wird er dir zuhören. Du solltest ihm erklären, dass du eben keinen Spaß an deinem vorherigen Berufsfeld hattest, dass du aufgrund deiner Erkrankung und den damit einhergehenden Problemen anderen helfen willst. Wenn er es nicht versteht, dann mach ihm klar, dass es deine Entscheidung ist. Dass du dich freust, dass er sich Gedanken macht, aber dass du entscheidest, ob du es machen möchtest oder nicht.

  2. Ja, das ist richtig. Und das wird der Knackpunkt für deinen Freund sein. Ich weiß nicht, in welchen Verhältnissen (Geld, Arbeit, etc.) ihr lebt, aber stell dich darauf ein, dass du in einem solchen Umfeld viel Stress, Sorgen und Probleme haben wirst und dafür nicht gerade viel bekommst. Um wirklich sicher zu gehen, ob diese ganze Arbeit etwas ist, schnupper doch mal bei einem Verein, einer Stiftung rein und frage nach den täglichen Aufgaben, dem Stressfaktor und dem Lohn. Das würde dich vielleicht in deiner Entscheidung stärken oder eben nicht.

  3. Auch da hat er recht. Es gibt eben, wie du sagtest, sehr viele Ausläufer von Sozialarbeit, Sozialwissenschaften, Geisteswissenschaften usw. Einen Job in diesem Bereich zu bekommen, stelle ich mir schwierig vor. Klar, mit exzellenten Noten und Berufserfahrung, die du während deinem Studium sammeln könntest, hättest du sicher Chancen. Aber Fakt ist, dass du immer mit vielen Studenten und vielen Absolventen in diesen Bereichen rechnen musst. Doch wenn du dir absolut sicher bist und wirklich bereit bist, alles dafür zu geben (ich kann nur immer wieder die Berufserfahrung und die Noten erwähnen), dann kann es auch klappen.

Wow danke, das ging ja schnell :)

zu 1. versteht er nicht. Er hat mitbekommen wie sehr ich bei dem anderen Job "gelitten" habe und das kein bisschen Ernst genommen "Du kriegst doch Geld dafür. Ist halt so". Es gibt Dinge die wollen manche nicht verstehen und bei ihm ist das halt so mit dem Studium. Mich stört es nur, dass er denkt Soziale Arbeit sei sowas wie Pflege. Das ist es meiner Meinung nach nicht, das ist ein ganz anderer Bereich. Pfleger verdienen wenig, das ist mir klar. Ein Sozialarbeiter macht andere Dinge. Ich möchte ihm gerne Beispiele nennen aber mir fallen wenige ein. Er verbindet Sozialarbeiter mit welchen die an der Schule arbeiten oder halt in der Pflege. Doof zu erklären irgendwie...

zu 2. Ich mache zur Zeit das Vorpraktikum für das Studium (3 Monate lang) und zwei Monate sind um. Mir ist bewusst, dass die Arbeit viel mehr wert wäre aber die Arbeit erfüllt mich. Ich gehöre zu den Menschen die 40 Stunden in der Woche was sinnvolles machen wollen, die sich mit dem Beruf identifizieren und das tue ich. Wenn ich im sozialen Bereich z.B. Probleme mit dem Chef habe und mit den Kollegen, dann gehe ich trotzdem lächeln zur Arbeit, weil ich das für die Jugendlichen tue.

zu 3. Ich habe mit den Absolventen der HS Niederrhein geschrieben und die sagen mir "Jeder in meinem Jahrgang hat einen Job". Neben dem Studium will ich im sozialen Bereich jobben um eben die Erfahrung und Kontakte zu sammeln. Ein Notenziel habe ich mir auch gesetzt. Ich bin bereit für das Studium alles zu geben und das Studium wird 3 Jahre lang an erster Stelle stehen.

0
@rwest

Du scheinst dir wirklich sicher zu sein. Das finde ich gut.

Ich kann dir nach wie vor nur zu einem (weiteren) Gespräch mit ihm raten. Und du solltest mal nachhaken bzw. herausfinden, warum er so denkt. Wenn er solche Sachen, wie "Du kriegst doch Geld dafür." sagt, dann sagt mir das jetzt, dass er zufrieden ist, mit dem was er macht und dass er momentan recht materialistisch denkt. Deshalb kann er vermutlich nicht verstehen, warum du so denkst. Erklär ihm ruhig auch, dass Frauen ständig über nicht zufriedenstellende Situationen nachdenken und das nicht abstellen können, bis sie es ändern.

Wenn du für dich sagst, dass du das machen möchtest, dass es dir genug gibt, um über andere Dinge hinwegzusehen und dass du dich wie gesagt, damit identifizieren kannst, dann solltest du dich wohl für die Selbstverwirklichung deiner Träume und Wünsche entscheiden. Denn Geld ist relativ weit unten in der Bedürfnispyramide, wenn man es denn schon mal hat. Mach das, was dir Spaß macht und was dich erfüllt.

0
@Niobe87

Ich kann Niobe nur unterstützen.

Und so schlecht, wie immer einige schreiben, ist die Berufssituation für Sozialarbeiter/-pädagogen nicht. Es gibt ständig neue Stellenangebote, die zwar zu einem großen Teil befristet sind, ja, was allerdings nicht bedeutet, dass Du deshalb irgendwann auf der Straße sitzt. Für Sozialpädagogen/-arbeiter ist es auch nicht ungewöhnlich, wenn sie nicht ihr Leben lang bei ein und dem selben Arbeitgeber arbeiten. Viele finden es sogar gar nicht schlecht, nach einigen Jahren den Bereich und den Arbeitgeber mal zu wechseln und sich ständig weiterzuentwickeln.

Die Bezahlung ist natürlich sogesehen im Allgemeinen schon schlecht (~ 1300-1800 +/- netto würde ich schätzen), wenn man die Verantwortung und die Leistung damit vergleicht. Es ist aber nicht so, dass man davon nicht leben kann.

Wenn Dir ein zufriedenstellender Job um einiges wichtiger ist als das Geld und Du Dir den sozialen Bereich sehr gut vorstellen kannst, dann passt dieses Studium schon sehr gut!

0

Soziale Arbeit VON OLIVER BURGARD

KURZ-INFO +++ Sozialarbeiter und Sozialpädagogen unterstützen Menschen, die sich selbst nicht helfen können +++ Den Studiengang bieten fast nur Fachhochschulen an +++ Bildungseinrichtungen werden ein wichtiges Arbeitsfeld +++ Eine robuste Psyche und Einfühlungsvermögen sind für die Arbeit nötig +++

Worum geht es? Wie organisiert man Hilfe für Menschen, die ihr Leben nicht selbst bewältigen? Diese Frage beschäftigt Sozialarbeiter und Sozialpädagogen. Das Studium vermittelt ihnen das nötige Wissen. Egal ob es um Arme geht, um Obdachlose oder Flüchtlinge, um Drogenabhängige oder um psychisch Kranke – Sozialarbeiter sind Experten für Krisenintervention. Zu ihrem Einsatzgebiet zählen aber auch Kindergärten oder Schulen und zunehmend die Leitung sozialer Einrichtungen. Das Studium umfasst neben Theorien und Methoden der Sozialen Arbeit Themen aus Pädagogik, Psychologie, Soziologie, Medizin, Wirtschaft, Rechtswissenschaft und Politik. Abgesehen von einigen wenigen Universitäten, bieten vor allem Fachhochschulen das Fach an; etwa jede vierte hat einen kirchlichen Hintergrund. Manche erwarten von ihren Bewerbern ein Praktikum vor der Einschreibung, andere laden sie zu Auswahlgesprächen ein, so zum Beispiel die Evangelische Hochschule Ludwigsburg oder die Hochschule Fulda. Vor der Bewerbung sollte man sich nicht nur über die Zulassungsvoraussetzungen informieren, sondern auch über die Unterschiede in den Lehrplänen. Das geht im Internet auf den Seiten der Hochschulen oder zum Beispiel auf der Fachmesse ConSozial in Nürnberg. Sie vermittelt jedes Jahr im Herbst einen Überblick über Ausbildungsmöglichkeiten und freie Stellen in der Sozialwirtschaft.

http://ranking.zeit.de/che2011/de/fachinfo/23

wir würden sicherlich mehr verdienen in diesem job, wenn die anerkennung unserer leistung nicht so im keller wäre. da macht dein freund leider keine ausnahme. evtl. sollte er lieber mal soziale arbeit oder altruismus googeln. einen job zu bekommen hängt häufig von den kontakten ab, die man schon während des studiums knüpft. da du schon in etwa weißt, in welchem bereich du mal arbeiten möchtest, sieh dich unbedingt nach einem praktikum z.b. im gesundheitswesen um. oft werden bewährte praktikanten übernommen bzw. du lernst weitere einrichtungen etc. kennen, in denen du später mal arbeiten kannst. Oder frag mal deinen diabetes-berater, was der für eine ausbildung hat. zugang über den studiengang Oecotrophologie o.ä. macht auch sinn.

Was möchtest Du wissen?