mein Freund ist demnächst im Kriegsgebiet, was tun?

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6 Antworten

Steck den Kopf nicht in den Sand! 

1) Dein Freund scheint ganz schön viel Mist zu erzählen. Die Teilnahme an einem Auslandseinsatz ist keineswegs Grundvoraussetzung/Möglichkeit eines Uffz o.P. zum Uffz m.P. zu werden.

2) Der Großteil der Soldaten erlebt Afghanistan außerhalb des Lagers überhaupt nicht, da kommt es auch schwer auf seine Verwendung an. Setzt man die gefallenen Kameraden in ein Verhältnis mit allen Teilnehmern ist die Zahl doch verschwindend gering. 

3) Es heißt PTBS. Davor ist niemand grundsätzlich gefreit, aber es kommt auch hier wieder schwer auf das Erlebte an. Wenige Soldaten sind in Kampfhandlungen/IED-Vorfälle verwickelt und auch nur ein gewisser Teil trägt einen Schaden davon. Grundsätzlich besteht dieser Konflikt zwar, aber je nachdem wie er eingesetzt wird, macht er vergleichbaren Dienst wie in Deutschland nur rund 30°C wärmer.

4) Steht noch gar nicht fest wann genau es in welches Land exakt gehen soll? Nein? Dann hast du noch genug Zeit um mit deinem Freund alles wichtige zu klären und dich auf seinen Einsatz vorzubereiten.

5) Die Krankenpflege ist halb so wild! Ich spreche aus Erfahrung ;) auch wenn ich inzwischen studiere, war es rückblickend betrachtet ein ziemlicher Spaziergang. Mach dir da bloß keinen Stress!

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Kommentar von strongwoman99
07.02.2017, 08:28

Dankeschön, deine Antwort hat mir sehr geholfen! Ich habe mit der Bundeswehr noch nie viel zu tun gehabt. Alles was ich weiß ist das was ich von seinen Kameraden gehört habe und was er mir erzählt hat. Wenn ihr mich berichtigen könnt, dann macht das, das ist gut. Jeder Mensch kann sich irren aber gerade das ist menschlich. Zu 1.) er meinte es würde zwar auch ohne Erfahrung gehen, allerdings wäre es dann sehr schwer diesen Posten zu bekommen bist fast hin zu Unmöglich und dazu hätten dann wohl seine Auszubildenden weniger Respekt vor ihm. Kurz um: er will und muss in den Krieg was ich auch noch nicht so ganz verstanden habe, wie er sich zum Scharfschützen hocharbeiten will und was daran jetzt weniger gefährlich sein soll. Zu 2.) er sagte, dass man zwar in der Basis ist, aber durchaus auch außerhalb dessen ist. Und das wohl die Afghanische Armee verwechselnd ähnlich aussieht wie die afg. Terroristen. Dass es auch sein kann, dass die vom Lager abführenden Straßen, die ein Tag zuvor noch als sicher galten, über Nacht mit Sprengstoff gespickt wurden. Zu 3.) danke für die Info :) Er hat abwechselnd mal PTBS und PTMS gesagt. (Ist vielleicht die Englische Variante?) Zu 4.) Na ja er soll im September los. Eigentlich nach Afghanistan, doch vor 2 Tagen meinten sie auf einmal zu ihm, dass er auch in Mali gebraucht werden könnte. Zu 5.) Ein ziemlicher Spaziergang? hattest du dich auch für 12 Jahre verpflichtet? Wenn ja, wird man dann die vollen 12 Jahre in Abständen zu Auslandseinsätzen geschickt oder vielleicht nur die ersten 3-4? Und wie lange sind dort ungefähr die Einsatzsperren ( je nach Einsatzdauer) hattest du in der Zeit eine Freundin/ein Freund und war es möglich dir Beziehung Instand zu halten? Danke schonmal im Vorraus :)

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Zur Familienbetreuung willst du nicht, überlegst aber zum Psychologen zu gehen. Findest du den Fehler selber?

Andere Familienangehörigen haben die selben Probleme. Warum sich also nicht gegenseitig helfen.

Du bist ziemlich einsam da wo du jetzt lebst. Was machst du den ganzen Tag hast du Hobbys denen du unabhängig von deinem Freund nachgehst? Schon mal überlegt in einer HiORg mitzuarbeiten, würde sich bei deinem Beruf doch anbieten?

Gespräche mit guten Freunden und ein selbst bestimmtes Leben sind besser als jede Psychotherapie.

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Um ganz ehrlich zu sein - mit so einer Einstellung ist dein Freund wohl einfach nicht der richtige für dich, mit dem Beruf des Soldaten muss man auch zurecht kommen.

Hilfe willst du nicht annehmen, weil sie vom "Feind" kommt - dabei ist gerade das völliger Unsinn.
Und wenn du dich fragst, "Warum er?" dann ist die Antwort schlicht und einfach: weil er sich das so ausgesucht hat.

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Kommentar von strongwoman99
06.02.2017, 17:23

Das ist ja das Problem.. Er und ich passen perfekt zueinander, es gab nie eine Auseinandersetzung zwischen uns (außerhalb des Themas Bundeswehr) und ich will ihn nicht wegen einem Job verlieren.

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Hallo!

Das ist wirklich eine schwierige Situation in der du dich befindest.Du weist nicht genau was du machen sollst, wie du dich verhalten sollst und deine Trauer macht dich fertig.

Anscheinend seid ihr beide sehr eng miteinander verbunden.du hast geschrieben das ihr sozusagen ohne den anderen nicht gut könnt.Ich bin so ein mensch der es verachten würde wenn jemand anderes etwas schreiben würde wie: wenn es für ihn so wichtig ist dann beschwer dich doch nicht.

Und anscheinend kannst du auch nicht mit jemandem reden.Vielleicht versuchst dus mal bei einem Psychologen oder ähnliches.Das würde hoffentlich helfen.Sonst rede mit  der besten Freundin, dem besten freund,mama,papa,oder vielleicht mit den Eltern deines Freundes.Wie fühlen die sich denn dabei?sicher ist es für sie auch nicht einfach ihren Sohn so zu verabschieden.Eventuell könnte das helfen.

Ansonsten kann man natürlich nur eins sagen (Auch wenns nicht schnell hilft):Nimm dir die Zeit die du braucht.weine.lass einfach alle deine Gefühle und Gedanken frei.Wenn du gerne malst oder schreibst, dann lass vielleicht dort alles raus.

Ich wünsche dir viel Glück und Kraft ! wenn es noch fragen zu meiner Antwort gibt dann kannst du mich gerne Fragen :-)

Viele Grüße deine silver888

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Kommentar von strongwoman99
06.02.2017, 17:31

danke, du hast es auf den Punkt gebracht. 

Habe auch schon überlegt vielleicht zum Psychologen zu gehen aber wäre das nicht zu übertrieben..?

Seine Freunde sind von der Idee begeistert ( sie sind selber alle Soldaten) & meine Freunde sind ratlos und dazu hunderte Kilometer von mir entfernt. ich lebe erst seit 2 wochen in einem Dorf mit rund 2.000 einwohnern. es scheint mir als wenn 90% davon über 80 sind. es ist sehr schwer hier jemanden kennenzulernen und sich anzuvertrauen, da alle wie eine eingeschworene Gemeinde sind.

Die Eltern meines Freundes sind von der Idee auch nicht begeistert- klar. aber sie sagen zu mir, dass ich wenn ich ihn wirklich liebe seine Wünsche respektieren soll.

ich lasse meine Gefühle schon heraus, aber ich will ihn auch nicht jeden Tag damit in den Ohren liegen.. Und ich weine seit 6 Monaten schon jeden Tag, manchmal auch mehrmals und habe einfach das Gefühl, dass es nicht besser wird. Das ist doch kein Leben

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Wieso ist die Bundeswehr dein Feind?
Schonmal auch darüber nachgedacht, dass Soldaten nötig sind, stell dir vor es gäbe keine Bundeswehr.. was meinst du wäre da los, dann wärst du froh dein Feind würde zurück kehren.

Bitte redet niemals über die Bundeswehr schlecht

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Kommentar von strongwoman99
06.02.2017, 17:21

Mein Feund in der Hinsicht, dass sie der Grund ist wieso ich mit meinem Freund kein friedliches Leben führen kann. Ich sage ja nicht, dass die Bundeswehr grundsätzlich schlecht ist und ich kann ja auch die andere Seite verstehen. Nur siehe es mal so.. wäre mein Freund nicht bei der Bundeswehr, hätte ich diese Probleme nicht

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Kommentar von Rubin92
06.02.2017, 17:24

Aber dein Freund hat sich das ausgesucht, und ist nunmal jetzt da.. dafür kann auch die Bundeswehr nichts. Dein Freund wollte Soldat werden.

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Kommentar von strongwoman99
06.02.2017, 21:55

Es geht mir nicht darum wie lange er weg ist, sondern dass er sich zwischen Sprengstoff und durchgeknallten Typen im Krieg befindet

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Die Bundeswehr ist dein Feind? xD

Ich lach mich kaputt. Werd erstmal erwachsen Mädchen oder eure Beziehung wird den Bach runter gehen.

Akzeptiert der Partner die Bundeswehr nicht, wird das nichts, dazu vereinnahmt einen der Beruf viel zu sehr.

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