Mein Exfreund schuldet mir noch 500 euro, hab ich da rechtlich gesehen üäberhaupt eine Chance drauf?

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7 Antworten

Du trägst grundsätzlich die Beweislast für alle Umstände, die Deinen Anspruch begründen. Du müsstest also - vereinfacht gesprochen - Beweise dafür liefern, dass er Dir 500€ wegen dem Urlaub schuldet.

Er trägt dagegen - wiederum stark vereinfacht - die Beweislast dafür, dass der Anspruch nicht bzw. nicht mehr besteht, also z.B. dafür, dass er die 500€ Dir bar gegeben hat oder Du ihm die Reise geschenkt hast.

Angesichts dieser Beweislage würde ich Dir im Moment nicht empfehlen, zum Anwalt zu gehen oder einen Mahnbescheid zu beantragen. Versuch es zunächst einmal mit einem Gespräch mit deinem Ex. Es mag gut sein, dass das Überwindung kostet, aber es kostet zumindest kein Geld. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt würde ich kein gutes Geld schlechtem hinterher werfen.

Wenn ihr damals als PAAR eine gemeinsame Kasse geführt habt, kannst du deine Forderung in den Wind schreiben.

Es sei denn, ihr hättet über diese Urlaubskasse einen richtig gehenden Vertrag geschlossen. Wie willst du das sonst beweisen?

Nein haben wir leider nicht. Dann wäre das wohl klar, das Geld sehe ich nicht wieder. Vielen Dank

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Sicher, dass du gar keine Beweise mehr hast? Auch ein Whatsapp-Verlauf, Emails oder Facebooknachrichten ("Ich leg dir das aus, überweis es einfach demnächst"-"Danke") oder aussagen von Freunden können da genügen.

Einen schriftlichen Vertrag oder gar einen mit Unterschrift braucht es nicht, auch wenn das natürlich leichter wäre. Wenn du sowas nachweisen kannst, verfahre wie bei Xipolis beschrieben (außer: Einschreiben Rückschein Eigenhändig oder Zustellung durch Gerichtsvollzieher - die ist absolut rechtssicher).

leider nicht, ist total doof gelaufen hab nichts schriftliches.. ich werd draus lernen. trotzdem danke

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(außer: Einschreiben Rückschein Eigenhändig oder Zustellung durch Gerichtsvollzieher - die ist absolut rechtssicher).

Man gewinnt nicht mehr Rechtssicherheit, wenn man einen Brief als Einschreiben Rückschein Eigenhändig und nicht als Einschreiben-Einwurf versendet.

Abgesehen von der Mehrkosten, kann die Übergabe-Variante dadurch scheitern, dass der Empfänger nur benachrichtigt wird und die Sendung in der Postfiliale nicht abholt. In dem Fall ist der Brief nicht zugestellt und der Absender verliert oben drei mit der Postlaufzeit 10 Tage Zeit.

Die einfache Zustellung per Posturkunde über die Gerichstvollzieher-Verteilstelle oder schließlich die höchstpersönliche Zustellung durch den Gerichtsvollzieher sind zwar die sichersten Verfahen, aber bei Einschreiben, welches in den Machtbereich des Empfängers gelangt ist es immer sehr schwierig für den Empfänger glaubhaft zu machen in dem Schreiben sei nur ein leeres Blatt oder eine Einkaufsliste gewesen. Und spätestens vor dem Richter stellt sich immer die Frage ob die Lüge durchgehalten werden kann und ob nicht vielleicht die neue Freundin als Zeugin aussagt, was wirklich im Briefumschlag war.

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@Xipolis

Mh, natürlich verschiebt sich auch bei Einschreiben Einwurf die Beweislast schon. Ich hatte letztens einen Zivilprozess als Kläger (wg. Unterlassung) und der Richter hat mir noch vor dem Versäumnisurteil den Tipp mitgegeben, wenn möglich immer als Rückschein zu versenden. Wer in 7 Tagen seine Post nicht abholt, gibt normalerweise Anlass zur Klage (in meinem Fall), sodass eine die Prozesskosten nicht nach §93 StPO dem Kläger aufgeheimst werden können.

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Die Frage die Du Dir beantworten ist, wieviel Geld wärst Du bereit ggf. den 500.- € noch hinterher zu werden.

Ein Rechtsanwalt macht hier keinen Sinn.

1.) Fordere Deinen Ex schriftlich und nachweislich (Einschreiben-Einwurf; 2,85 € Porto) unter Setzung einer 14-tägigen Frist Dir das Darlehen von 500.- €, welches Du ihm am xx.xx.201x auf sein Konto überwiesen hast, zurückzuzahlen an Deinen Bankverbidung (IBAN: DExx xxxx xxxx xxxx xxx). Kopien von Schreiben, Einlieferungsbeleg und Online-Senungsverfolgung aufheben.

2.) Zahlt er nicht, schicke ihm schriftlich und nachweislich eine Mahnung.

3.) Zahlt er immer noch nicht dann leite das Mahnverfahren ein (Kostenpunkt: 32.- €).

Informationen: http://www.mahngerichte.de/onlineverfahren/index.htm

Antragstellung: https://www.online-mahnantrag.de/

Ich werde mich mal durcharbeiten, danke auf jedenfall

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@nuehm

Damit es Dir die Entscheidung leichter macht, zu den Kosten:

Du siehst Dir entstehen für das Mahnverfahren ca. 40.- € Kosten. 

Wenn Du anschließend klagen willst, kommen weitere 73.- € Gerichtskosten dazu.

Wenn Du die Klage verlierst, bleibst Du auf Deinen Kosten sitzen und musst Deinem Ex die Auslagen erstatten (Rechtsanwalt in so einer Sache ca. 300.- €).

Eine Klage würde bei dem Streitwert sehr wahrscheinlich im reinen schriftlichen Verfahren auf dem Büroweg und ohne mündliche Verhandlung laufen. Berufung wird nicht möglich sein.

Wenn Du das durchziehen willst, musst Du in der Sache schnell und sorgfältig arbeiten - also immer bei Fristablauf sofort die nächste Stufe einleiten. 

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Wenn ihr vereinbart habt, dass du den gesamten Betrag für den Urlaub an den Reiseveranstalter überweist und ihr euch untereinander dann den Betrag teilt, hast du selbstverständlich Anspruch auf das Geld. Die Frage ist dann, inwiefern dieser Sachverhalt stichhaltig nachgewiesen werden kann, sodass du auch tatsächlich an dein Geld kommst. Es ist ja offenbar leider anzunehmen, dass er seine Verpflichtung abstreiten wird.

Ja genau, das wird er definitiv

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@nuehm

Du kannst nachweisen, dass Geld geflossen ist. Und dann müsste Dein Ex darstellen für was er das Geld von Dir erhalten hat. 

Sollte Dein Ex nun plötzlich behaupten, Du hast im das Geld geschenkt, dann solltest Du diese Schenkung hilfsweise nach §§ 531 ff. BGB wegen groben Undanks widerrufen.

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Hast du nicht.

Du kannst ihm ja auch 500€ geschenkt haben. Wenn es darüber keinen Vertrag gibt, kannst du dir ein gerichtliches Mahnverfahren sparen. Das Amtsgericht möchte nämlich den Vertrag mit seiner Unterschrift sehen. Ein Bankauszug reicht da nicht.

Das Amtsgericht möchte nämlich den Vertrag mit seiner Unterschrift sehen. Ein Bankauszug reicht da nicht.

1. Nicht im Mahnverfahren.

2. Im Streitverfahren kommt es dann auf die Glaubhaftmachung der Aussage an, den der Kontoauszug ist ein klarer Nachweis, dass Geld geflossen ist. Und selbst bei einer Schenkung kann der Verwirkungsgrund "grober Undank" in Betracht kommen.

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@Xipolis

Das stimmt nicht, ohne ein glaubhaftes Schriftstück beginnt das Mahngericht garnicht erst zu arbeiten. Der Vertrag mit seiner Unterschrift ist zwingend erforderlich.

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Du hast keine Chance, weil Du keine Beweise hast, dass er Dir das Geld schuldet !

ja so seh ich das auch. so ne schweinerei man

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@nuehm

In Zukunft mit Deinem Freund immer einen schriftlichen Urlaubsvertrag abschließen, der ganz klar regelt, wer für welche Kosten aufkommt ;-)

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