Mein Bruder ist an die Brust unserer jüngeren Schwester gegangen, Missbrauch?

14 Antworten

Offengestanden scheint mir in der Familie insgesamt einiges schief zu laufen.

Deine Mutter war früher schon "kindisch" und hatte keine Hemmungen, dich und deinen Mann mitten in der Nacht aus dem Schlaf zu reißen.

Du hattest mit 17 einen Mann geheiratet, den du nicht liebtest, nur um eine vorhergehende Beziehung zu vergessen.

Dein Bruder weist Verhaltensweisen und eine verzögerte Entwicklung auf, die schon längst hilfs-und therapiebedürftig gewesen wäre.

Deine jüngere Schwester wird nun auch therapeutische Hilfe brauchen.

Ich weiß nicht, ob die Krankenkasse eine Art von Familientherapie übernehmen würde, aber irgendwas in dieser Art erscheint mir dringend nötig.

Sprich doch du mal mit deinem Arzt, schildere die Dinge und frage, ob er weiß, wie es weitergehen könnte, so dass allen geholfen ist.

Dies wird sicherlich ein längerer Prozess, aber auch die längste Reise beginnt mit dem ersten Schritt.

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Nachdem dein Bruder seit seiner Ausbildung positive Ansätze zeigt, was soziale Kontakte, Sport und sprachliche Fähigkeiten anbelangt, und wohl auch die Ausbildung durchzieht...

ginge es mir um vornehmlich um folgende Dinge:

1.) weitere Stabilisierung des Bruders, Erhalt und Förderung seiner Ausbildung und seiner beginnenden sozialen Kontakte, Verhinderung die Schwester weiter belästigen zu können.

Er muss einsehen, dass sein Verhalten falsch ist...und kein "ES" eine Ausrede dafür liefern darf.

Er scheint alleine nicht zurechtzukommen, sondern braucht ein Umfeld, das ihn stützt und stabilisiert und fördert.

Die Familie erscheint mir dafür momentan nicht geeignet. Evtl. könnte er in einer betreuten Wohngruppe unterkommen...und natürlich parallel an therapeutischen Maßnahmen teilnehmen.

2.) Therapeutische Hilfe für die Schwester, um mit den Übergriffen klar zu kommen und sie aufzuarbeiten

Rechtliche Dinge würde ich vorerst vermeiden, außer es spitzt sich zu.

Es hat niemand etwas davon, wenn die Familie offen auseinander bricht, und evtl. noch jemand Selbstmord begeht, oder sonstige Dinge anstellt. 

(Auch Kopf auf den Boden schlagen, kann zu Gehirnblutungen führen, und irreparable Schäden zurücklassen oder zum Tod führen)

Nochmal:

Mein Eindruck ist, ihr braucht ALLE therapeutische Hilfe. Dass dies möglich ist, und auch von der Kasse bezahlt wird, sofern es euch einzeln betrifft, ist mir bekannt.

Ob es aber eine ebenso bezahlte Gruppen/Familientherapie gibt weiß ich nicht.

BITTE zögere nicht und mach wenigstens du dich kundig, damit du der Familie fundierte Auskunft geben kannst, und sie aufforderst, umgehend Schritte in dieser Richtung wahrzunehmen

Deinen Bruder ignorieren finde ich von Deiner Mutter nicht gut. So tun, als sei nichts geschehen, ist ja wohl gar keine Option.

Das war Missbrauch an der eigenen Schwester. Er gehört vor ein Gericht gestellt. Und er braucht natürlich eine Therapie. Ich weiß aber auch, dass solche Therapien sehr rar sind.

Es ist gut, dass Deine Mutter das Verhalten Deines Bruders nicht einfach unter den Tisch gekehrt hat. Es muss aber weitergeghen. Er hat ein massives Problem.

Es reicht nicht, dass er das Versprechen abgeben musste, zum Psychologen zu gehen. Wenn er Euch nicht nur in seinem selbstmitleidigen Elend etwas vorgeheult hat, bemüht er sich selbst um eine Therapie. Eine allgemeine Therapie ist besser als gar keine. Ihr solltet kontrollieren, ob er sich wirklich kümmert.

Hat er sich bei seiner kleinen Schwester entschuldigt (ohne ihr in selbstmitleidiger Manier um den Hals zu fallen)? Das wäre ja wohl das Mindeste.

Wie geht es ihr? Sie braucht auch Hilfe. Sie ist das Opfer! Darum muss sich Deine Mutter kümmern. Deine Schwester begegnet ihm tagtäglich. Es muss schrecklich für sie sein. Kann sie mit Euch reden? Das ist wichtig.

Ihn rausschmeißen ist hart für ihn, aber er ist ein Täter. Bei Wiederholung, nachdem es nun endlich zur Sprache kam, würde ich ihn auch als Mutter oder Schwester anzeigen.

P. S.: Da Dein Bruder 20 ist, kann er auch zu einem Kinder- und Jugendtherapeuten gehen. Vielleicht hat es ja noch etwas mit dem Reifeprozess zu tun.

Also strafrechtlich relevant ist sein Verhalten schon, es kann auch bewiesen werden. Er hat ja vor Zeigen, vor Gericht bist du und deine Mutter glaubhaft, zugegeben dass er absichtlich deine Schwester an die Brust gefasst hat. Das ist strafbar. Jedoch wollt ihr ihn ja nicht anzeigen. Ich habe das nur klargestellt weil du dann bescheid weist und weil ich auf die Strafbarkeit noch eingehen werde. 

Ihr habt jetzt 3 Möglichkeiten:

1. Möglichkeit: 100 % auf Nummer sicher gehen und den Kontakt mit der Schwester vermeiden. Du hast das mit rausschmeißen umschrieben. Die Angst vor einer Obdachlosigkeit müsste dann weniger wiegen als dasWohl der Schwester. Im Übrigen hat er Anspruch auf Hilfe vom Staat. Er müsste ja nicht Hals über Kopf die Wohnung verlassen.

2. Möglichkeit: Du berichtest : "Er hat mir geschworen dass er es nie wieder tun wird. Und mir versprochen dass er sich eine Überweisung zum Psychologen besorgt." Damit kann man ja Arbeit und sehen wie er sich verhält, ihn nicht rausschmeißen. Als kleiner Ansporn könnte der Hinweis helfen, dass bei einem nächsten Zwischenfall eine Anzeige kommen wird. Für alle Vorfälle. Die anderen sind ja nicht verjährt nur nicht angezeigt. Ihr müsst eben beobachten, ob er eine Therapie beginnt. Als Hilfe könntet ihr ihm klarmachen, dass es keine Schande ist sich helfen zu lassen. Das ist sogar eine Stärke, sich eingestehen ich habe Probleme und lasse mir eben von einem Profi helfen. Außerdem kann auch seinen anderen Schwächen arbeiten, die du beschrieben hast. Ich glaub die sind ihm durchaus bewusst. Diese Therapie hat größere Aussichten auf Erfolg, wenn du und deine Mutter ihn dabei unterstütz. Also solltest du mit deiner Mutter reden und ihr klar machen, dass sie ihn unterstützen könnte. Ihm im Endeffekt vergeben sollt. Ohne ihre und deine Hilfe wird es schwer für ihn. Natürlich ist in dieser Situation ein Gespräch mit deiner Schwester notwendig, zuerst ohne Bruder, dann mit ihm,  damit sie weis was los ist. Du sollten ihr dabei klar machen, was der Bruder versprochen hat und das sie obwohl erst 13 eine große Verantwortung hat. Sie könnte ihn ja ganz einfach durch falsche Beschuldigungen reinreiten. Menschen handeln nicht immer rational, besonders wenn sie wütend sind. Anderseits muss sie wissen, dass sie sich sofort Melden soll wenn der Bruder wieder Annäherungsversuche unternimmt, sie begrapscht. Eine Große Verantwortung für eine 13 Jährige.  Ehrlichkeit von allen Seiten ist Voraussetzung für das gelingen des Unterfangens.

3. Möglichkeit: Nichts tuen und aufs beste hoffen.

Meine Empfehlung:

So nachdem ich die Möglichkeiten aufgezeigt habe, gebe ich auch eine Empfehlung. Ich hoffe du empfindest es nicht als anmassend. Ich finde die 2. Möglichkeit für die beste Lösung. Wenn deine Schwester jünger wäre, würde ich sagen auf Nummer sicher gehen und raus mit ihm. Aber sie ist 13 und nicht 6. Ihr kann man den Umgang mit dieser Situation schon zutrauen.

Dein Bruder hat ja, für mich glaubhaft versichert, dass er sich seines Vehlverhaltens bewußt ist. Er hat sich auch entschuldigt mit der Versicherung, dass er eine Therapie beginnt. Die übergriffe waren auch nicht so gravierend, kein Vergewaltigungsversuch oder dergleichen. Man kann auch mit ihm zusammen zu den ersten Sitzungen gehen, den Psychologen von der Schweigepflicht entbinden, so dass er der Mutter berichtet von den Erfolgen, von seiner Einschätzung der Situation. Vielleicht Empfehlt er sogar den Auszug des Bruders. Dann wäre dass dann doch die 1. Möglichkeit.

Ich hoffe ich habe für ein Bisschen Klarheit gesorgt. Ich wünsche viel Glück.

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