Mein Bruder hat Angst vor plötzlichen, lauten Geräuschen - was kann man da tun?

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7 Antworten

Dein Bruder hat ein Handicap und muss damit leben. Du auch! Du hast erkannt, dass er Ängste zeigt und gut beobachtet, wann das auftritt. Ändern kannst du den Sachverhalt nicht, wohl aber die Situation. Musst du unbedingt in der Vorweihnachtszeit mit ihm dahin gehen, wo es ihm weh tut, es ihm schadet, es ihm zusetzt? Wahrscheinlich nicht! Sorge für schöne, glücklichmachende Ereignisse im eurer gemeinsamen Zeit, du wirst sehen, es macht dich auch fröhlich und sicher im Umgang mit deinem Bruder. Er braucht andere Dinge als du, und das bleibt so für den Rest seines Lebens. Hilf ihm, dass er sich nicht nur angenommen fühlt, sondern gut, dass sein Tag bei allen Einschränkungen und Zwängen-- denn niemand kann ihm alles unangenehme schönmachen oder weglassen- ein paar Augenblicke beinhaltet, die nur harmonisch sind, wo er sich entspannen kann und ich bin sicher, du schaffst das!

Moucky 01.11.2012, 10:15

Schön, deine Antwort, DH ! :)

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Ich kann das Problem deines Bruders GUT nachvollziehen: Seit meinem Schlaganfall (vor über 15 Jahren) bin ich EXTREM schreckhaft geworden, was PLÖTZLICHEN Lärm angeht (ein kurzes Hupen irgendwelcher Autos reicht schon) und fahre heftig zusammen, wenn ich den Anlass des plötzlichen Lautes nicht schon vorher(z.B. optisch) wahrnehmen konnte. Innerlich verfluche ich JEDEN "Grußhuper", weil er zumindest kurzfristig mein Nervenkostüm durcheinander bringt. Inzwischen ist es mir gelungen, die meisten Leute mit denen ich zu tun habe, auf meine Schreckhaftigkeit "einzustellen". Anders wird das mit deinem Bruder wohl auch nicht laufen können: Bestimmte Situationen nach Möglichkeit vermeiden und Bekannte oder andere Leute auf die Situation "einstellen". Man MUSS ja auch niemanden dem Weihnachtstrubel aussetzen....


ich habe seit meinem schlaganfall dasselbe problem: bin bei plötzlichen, unvorhersehbaren geräuschen extrem schreckhaft geworden. besuch darf bei mir nicht mehr klingeln, sondern nur noch an die tür klopfen, da mich der laute klingelton jedesmal fast in den herzinfarkt treibt. ebenso schrecke ich zusammen, wenn irgendwo im strassenverkehr gehupt wird. was sich nicht vermeiden lässt, nehme ich halt hin, erkläre aber für mich sämtliche "grußhuper" zu idioten.

Hi Ava, ihr könntet ihm Bachblüten geben (kannst du ergoogeln). Die sind rein pflanzlich und wirken wunderbar über die feinstoffliche subtile Ebene, z. B. auch bei Jagdhunden, die Angst vor den Gewehrschüssen haben...In diesem Fall wäre Mimulus bei Ängsten und Rock Rose bei plötzlicher Unruhe und Panik angezeigt. In der Apotheke beraten sie euch und stellen auch die Einnahmefläschchen zusammen. Macht übrigens auch ein Heilpraktiker, wär ein Vorteil gegenüber meiner Ferndiagnose... Alles Liebe für ihn und euch ! LG, Sigi

Vermutlich liegt es einfach an einer reizüberflutung. versuche rauszufinden welche dinge ihn beruhigen. das können auch einfache dinge sein wie mit ihm reden und ihm sagen woher diese ganzen geräusche kommen und ihm sagen das es bald vorbei ist und wieder ruhiger wird.

Meine Vermutung ist, dass dein Bruder durch zu viele oder zu starke Sinnesreize einfach überfordert ist. Wenn ihr dringens laute Musik hören wollt, wären vielleicht Ohrstöpsel für ihn eine gute Idee.

IamAva 01.11.2012, 06:27

Wir müssen ja nicht unbedingt laute Musik hören, aber wenn in der Stadt Straßenmusikanten sind, oder z.B. bei Siedlerfesten usw., aber danke für den Tipp mit der Reizüberflutung. LG!

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Hallo IamAva,

ich denke, wenn Du Deinen Bruder durch Worte beruhigst, kann es ihm schon sehr helfen.

Das kannst Du Dir ja im täglichen Leben angewöhnen, dieses Beruhigen.

Wenn Du in sein Zimmer kommst, kannst Du ihm sagen: "Nicht erschrecken, ich bin es nur".

Genauso kannst Du ihn beruhigen, wenn ihr unter Menschen geht: "Nicht erschrecken, das sind viele Menschen und da sind Geräusche ganz normal".

Er hat sich mit dem Erschrecken wahrscheinlich oft alleine gefühlt und das macht ihm vielleicht zusätzlich noch Angst.

Ich hoffe, Du kannst mich verstehen!

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