Mein Bruder bekommt nach fast 8 Jahren Post vom Finanzamt.Wie lange sind Forderungen nicht verjährt

...komplette Frage anzeigen

6 Antworten

Nach AO verjähren Steuerforderungen nach 5 Jahren, allerdings nur, wenn zwischenzeitlich die Verjährung nicht gehemmt wurde (z.B. Ruhen des Verfahrens, Schuldner ist unbekannt verzogen etc.).

Damit die Steuer verjähren kann muss sie erst einmal entstanden sein. Die Entstehung richtet sich nach dem jeweiligen Steuertatbestand im Gesetz bzw. als Grundtatbestand nach § 38 AO. Die Einkommensteuer (um die es hier wohl auch geht) entsteht mit Ablauf des Veranlagungszeitraums ( § 37 EStG). Daraus entsteht der Steueranspruch gem. § 37 AO. Verwirklicht werden kann dieser Anspruch nur auf Grund eines Steuerbescheids. Dieser ergeht mit Steuerfestsetzung (§ 155 AO). Die Festsetzungsfrist beträgt grundsätzlich 4 Jahre. Im Falle leichtfertiger Steuerverkürzung allerdings 5 Jahre bzw. bei Steuerhinterziehung 10 Jahre. Das dürfte wohl das sein was Eddy meinte. Mit Steuerhinterziehung kenne ich mich nicht aus, der Tatbestand könnte aber erfüllt sein. Das heißt höchstwahrscheinlich kann das Finanzamt die Steuer noch festsetzen und demzufolge auch nachfordern. Erst DANN fängt die Zahlungsfrist an zu laufen! Diese beträgt noch einmal 5 jahre. (Die oben genannten Ausführungen erheben keinen Anspruch auf Richtigkeit und oder Vollständigkeit und ersetzen auch nicht die Beratung durch einen Steuerberater!)

Um die Frage richtig zu Beantworte, fehlen wichtige Infos. War der dein Bruder in Vollstreckung? Weil in der Regel wartet das FA nicht 8 Jahre, um Steuern zu holen.

Was möchtest Du wissen?