Mein Arzt hat erfahren dass ich depressiv bin, schweigepflicht?

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7 Antworten

Hallo FreakiiLoveee,

sprich bitte mit Deinem Arzt darüber, welche Befürchtungen Du im Blick auf Deine Eltern hast. Dann könnt Ihr gemeinsam überlegen, was für Dich das Beste ist.

Was mir nicht ganz klar ist: Bist nur Du selber so streng religiös oder sind es Deine Eltern auch?

Ich bin selber Geistlicher, und es tut mir in der Seele weh, dass Dein Glaube Dich in einer solche Leidenssituation hinein geführt hat.

Einer der wichtigesten Bibelverse für mich findet sich in 1. Kor 13,13: Es bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei, aber die Liebe ist die größte unter ihnen.

Glaube ist sehr wichtig. Aber Paulus sagt zu Recht, dass es etwas noch Wichtigeres gibt als den Glauben, und das ist die Liebe.

Die Liebe zu Gott, die Liebe zum Nächsten - und die Liebe zu Dir.

Mein Gefühl ist, dass Ihr in Eurer Familie den Glauben so lebt, dass für die Liebe zu Dir gar kein Platz mehr ist. Und immer wenn das so ist, dann ist auch an diesem Glauben etwas falsch.

Wir feiern gerade das Jahr der Reformation. Martin Luther hat unheimlich religiöse Anstrengungen unternommen, um Gott gnädig zu stimmen. Er hat sich unter einen fast unerträglichen Druck gesetzt, und er hat damit seine Klosterbrüder ebenfalls so sehr unter Druck gesetzt, dass die es nicht mehr aushalten konnten. Seine wichtigeste biblische Erkenntnis war dann zum Glück: Wir müssen Gott nicht gnädig stimmen, weil Gott schon immer ein gnädiger Gott war und ist und bleiben wird.

Ich weiß jetzt nicht, ob Du Christ bist oder Moslem oder etwas anderes.

Aber ich würde Dir wünschen, dass Du Dich auf den Weg machen kannst, diesen gnädigen Gott kennen zu lernen (auch im Islam ist übrigens die wichtigste Gottesbezeichnung "der Erbarmer"!).

Wenn Dein Glaube Dir den Weg versperrt, darüber mit Deinen Eltern zu sprechen, und wenn der Glaube Deinen Eltern den Weg versperrt, mit Dir so darüber zu sprechen, dass Du Dich nicht mehr ritzen musst, gäbe es für dich auch die Möglichkeit, zunächst für eine Weile bei Deinen Eltern auszuziehen.

Wir haben in unserer Familie selber Pflegekinder (bei Dir müsste man ja fast schon "Pflegejugendliche" sagen) in Deinem Alter in der "Bereitschaftspflege" gehabt, die einen solchen Weg gegangen sind. Sie haben sich beim Jugendamt gemeldet, dort ihre Schwierigkeiten benannt und gesagt, dass sie auf keinen Fall nach Hause zurück können und sind auch dabei hart geblieben. Das Jugendamt hat dann unmittelbar nach Möglichkeiten gesucht, diesen Jugendlichen ein Dach über dem Kopf zu verschaffen, in dem sie sicher und ohne den unerträglichen Druck leben konnten. Und so lebten sie einige Wochen bei uns.
Manche dieser Jugendlichen haben dann im Laufe der Zeit beschlossen, dass sie wieder zurück zu ihren Eltern können. Andere haben von uns aus andere Wege gefunden, über die sie vom Jugendamt beraten wurden, und bei denen sie vom Jugendamt unterstützt wurden.

Egal, an wen Du Dich da wendest: Du kannst alle bitten, Dich erst ohne Kontakt zu Deinen Eltern zu beraten, wie Dir geholfen werden kann.

Nochmal zum Thema Glaube: Ich habe es immer wieder erlebt, dass Religionen behaupten, es stünde etwas so und so in den Heiligen Schriften. Und vielleicht kann man manchen Wortlaut auch so verstehen, wie er in diesem Vers steht. Aber im ganzen Zusammenhang dieser Heiligen Schrift kann man den Vers auch ganz anders verstehen. Das haben sie einem aber nie verraten. Sie behaupten dann, wenn man es anders sieht, man sei vom wahren Glauben abgefallen. Leider habe ich es viel zu oft selber erlebt, dass man mich dabei belogen hatte. Gerade auch frommen Menschen kann man in Glaubensdingen nicht immer vertrauen. Das zu erkennen war für mich nicht einfach. Wenn der Glaube Dir so sehr zusetzt, dann bin ich sicher, dass an diesem Glauben etwas nicht stimmt - und nicht an Dir, der Du so darunter leidest.

Dein Glaube macht es Dir gerade so schwer, Hilfe von außen anzunehmen.

Ich wünsche Dir die Kraft, die Du brauchst, um "über Deinen Schatten zu springen" (wie man so schön sagt) und einen Weg zu finden, auf dem Du die Hilfe bekommst (und annehmen kannst!), die Du jetzt brauchst.

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Kommentar von FreakiiLoveee
13.11.2016, 14:18

Ich bin Moslem und meine Eltern sind streng religiös. Das mit der Pflegefamilie hört sich gut an, aber dass darf ich nicht.. also von zu Hause raus. Meine Eltern würden mich nur noch mehr hassen.. D:

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Es kommt darauf an, wie alt Du bist und ob Du Dich gesundheitlich gefährdest. Da darf er nicht schweigen. Er könnte auch das Jugendamt informieren.

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Die Schweigepflich gilt!

Du tust mir unendlich leid, weil Eltern gerade in solchen Situationen für Ihre Kinder da sein sollten. Gut, hast Du Dir natürlich nicht ausgesucht. Könntest Du mit Eurem Vertrauenslehrer darüber sprechen, vielleicht kann der vermitteln?

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Mit 15 ist der Arzt verpflichtet, es deinen Eltern zu sagen und dir/euch Hilfe zukommen zu lassen. Auch wenn Ritzen bisweilen "in" ist, ist eine ernstzunehmende Problematik und absolut kein normales Verhalten.

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Kommentar von FreakiiLoveee
09.11.2016, 19:10

ich mache es ja nur selten wenn es mir wirklich richtig schlimm geht aber ich will nicht das er es weitererzählt

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Kommentar von FreakiiLoveee
09.11.2016, 19:14

Nein meine Eltern werden aber nicht so wie andere Eltern reagieren einer der Gründe wrm ich überhaupt angefangen habe mich zu ritzen

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Ja, wenn er etwas sagen sollte, macht er sich höchst strafbar und das sollst du ihm klarmachen, damit ers nicht macht

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Unter 18 hat der arzt zwar schweigepflich aber er darf es deinen Eltern erzählen. Es darf es nicht anderen menschen erzählen z.B deinen Nachbarn

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wer soll denn sonst helfen, wenn nicht die eltern  -- oder ist das mal wieder trollerei vom schüler ?

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Kommentar von FreakiiLoveee
09.11.2016, 19:12

Meine Eltern würden mir nicht helfen sie würden sich - wie jetzt auch- für mich schämen, da es bei uns verboten ist!

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