Mein Arbeitgeber zahlt mein Gehalt nicht. Stimmt es da ich es mir von der Arbeitsagentur holen kann/muss?

... komplette Frage anzeigen

9 Antworten

Das Arbeitsamt (Bundesagentur) kann "Konkursausfallgeld" zahlen.
Das gehört zu den Leistung der Arbeitslosenversicherung.

Voraussetzung ist, dass der Arbeitgeber Konkurs anmeldet und das Amt sich mit dem Konkursverwalter um einen Erhalt es Betriebs bemühen kann oder um Weitervermittlung der Beschäftigten nicht aus einer Arbeitslosigkeit heraus.

Wenn der Konkurs tatsächlich zu befürchten ist, ist der Chef VERPFLICHTET, Konkurs anzumelden, Konkursverschleppung ist eine Straftat. Wenn er einmalig eine Woche oder zwei in Verzug kommt, ist das aber kein Grund die Arbeit niederzulegen oder ihn zu verklagen. Wenn es aber so aussieht, als ob die Firma pleite ist, sollte man vielleicht gleich mal bei der Bundesagentur vorsprechen . die werden wissen was zu tuen ist und interessieren sich auch ggfs für den nicht rechtzeitig angemeldeten Konkurs.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Wie hier schon erwähnt, kann die Agentur für Arbeit ALG I zahlen, wenn Punkt 3 und 7 hier geklärt sind: http://www.kluge-recht.de/arbeitsrecht-ratgeber/lohn-gehalt-was-tun-wenn-der-arbeitgeber-nicht-zahlt.html

Zudem oder stattdessen kann das Jobcenter ALG II zahlen, wenn die Einkommen und die Ersparnisse der Bedarfsgemeinschaft zu gering sind, siehe SGB II § 12. Das Jobcenter holt sich das Geld dann vom Arbeitgeber, falls da etwas zu holen ist.

Interessant ist das ALG II vor allem, wenn es zu Mietrückständen gekommen ist:

"(8) Sofern Arbeitslosengeld II für den Bedarf für Unterkunft und Heizung erbracht wird, können auch Schulden übernommen werden, soweit dies zur Sicherung der Unterkunft oder zur Behebung einer vergleichbaren Notlage gerechtfertigt ist. Sie sollen übernommen werden, wenn dies gerechtfertigt und notwendig ist und sonst Wohnungslosigkeit einzutreten droht. Vermögen nach § 12 Absatz 2 Satz 1 Nummer 1 ist vorrangig einzusetzen. Geldleistungen sollen als Darlehen erbracht werden." SGB II § 22 Absatz 8.

Gruß aus Berlin, Gerd

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Du solltest das schriftlich beim Arbeitgeber anmahnen, das ist soweit ich weiss eine wichtige Rechtsgrundlage für weitere Schritte, falls er auch weiterhin nicht zahlt. Zudem ist das ein richtig schlechtes Zeichen, ich würde schonmal anfangen mich nach was neuem umzusehen, denn es kann sehr plötzlich heissen "Insolvenz, sorry Leute" (ist mir schon passiert). In dem Fall zahlt das Amt dann noch 3 Monate Insolvenzgeld, aber es kann nicht schaden schon was Neues in Aussicht zu haben.

Wir haben damals noch fix nen Betriebsrat gegründet und zusammengeworfen um uns eine Anwältin für Arbeitsrecht zu holen die uns unterstützt hat, und das war eine echt gute Entscheidung.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von CounterMonkey
17.08.2016, 08:56

Nachtrag, sorry: Auf jeden Fall auch ohne Rechtsbeistand nichts Unterschreiben, keine unwiderrufliche Freistellung, keinen Aufhebungsvertrag, nichts.

1

Scheint so als wäre dein Chef pleite.

Lies dir mal folgendes durch, dann weisst du genau was du tun solltest:

http://www.kluge-recht.de/arbeitsrecht-ratgeber/lohn-gehalt-was-tun-wenn-der-arbeitgeber-nicht-zahlt.html

Ich denke, was dein Chef meint ist: "Falls ich nicht zahlen kann, kannst du ja kündigen und vom Amt leben."

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von fingerklopfen
17.08.2016, 08:29

Ich vermute dass er den in deinem Link genannten Punkt 7 damit meint. Aber da muss ja vorher schon einiges passieren...

0

Das Amt springt da leider nicht ein, wenn der Arbeitgeber nicht zahlt. Ich an deiner Stellte würde mich von einem Anwalt beraten lassen und mir einen anderen Arbeitsplatz suchen. Wenn Löhne und Gehälter in einem Unternehmen nicht mehr gezahlt werden können, weil es einfach nicht liquide ist, dann siehts ziemlich schlecht aus. Was die Verbindlichkeiten eines Unternehmens angeht, sind die Löhne und Gehälter in der Regel an aller letzter Stelle zu bezahlen. Man wird immer sehen, dass zuerst Lieferanten, Finanzamt und Banken ihre Gelder bekommen und für die Gehälter reichts dann in der Regel nicht mehr


Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Warum sollte das Amt für dich zahlen?  Du hast einen gültigen Vertrag mit deinem Arbeitgeber geschlossen und diesen haben beide Seiten zu erfüllen. Vielleicht wäre in deinem Fall mal ein Gespräch mit einem Anwalt für Arbeitsrecht angesagt.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Hier scheint etwas nicht zu stimmen. Melde das sofort der Arge und einer der Behörden, die für dieses Unternehmen zuständig sind.

Auch ein Anwalt kann hier sehr hilfreich sein.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Ich kenne mich damit nicht so gut aus, aber möchte es mir trotzdem nicht nehmen lassen und Dir ein Tipp geben: Schreibe vorsichtshalber schon mal Bewerbungen...vielleicht findest du was besseres.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Nein, das stimmt natürlich nicht! Das wäre ja noch schöner!

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Was möchtest Du wissen?