Mehrwertsteuer für Freelancer Kunden bei Reisekostenabrechnung

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Ist der Kunde ein Unternehmer? Worin besteht denn die erbrachte Hauptleistung? Danach richtet sich der Besteuerung der Reisekosten als Nebenleistung.

Der Kunde ist eine GmbH.

Meine erbrachten Leistungen liegen im Bereich Unternehmensberatung (Hauptsächlich IT)

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@gsimiot

Dann geht die Steuerschuldnerschaft auf den Leistungsempfänger über, da der Ort der sonstigen Leistung beim Rechnungsempfänger (also in der Slowakei liegt) und das Reverse-Charge-Verfahren greift. Musst du auch in der Rechnung so darauf hinweisen. Du weist also gar keine deutsche Umsatzsteuer aus. Deine Reisekosten addierst du einfach zum Entgelt der Hauptleistung dazu (bei Rechnungen mit dt. Vorsteuer nur Nettobeträge sonst brutto).

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@MenschMitPlan

Okay, falls es relevant ist:

Mein Kunde hat seinen Hauptsitz in Deutschland, aber ich war in einem seiner Werke in der Slowakei unterwegs. (Falls das irgendwas daran ändert?)

Ich würde ihm dann also in dem oberen Beispiel 450€ in Rechnung stellen und darauf dann 19% ?

Tut mir leid, wenn ich gerade etwas Begriffsstutzig bin, aber das sind für mich böhmische Dörfer...

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@gsimiot

Mein Kunde hat seinen Hauptsitz in Deutschland, aber ich war in einem seiner Werke in der Slowakei unterwegs. (Falls das irgendwas daran ändert?)

Ja, natürlich ist das relevant. Ist der Leistungsempfänger im Inland und du schreibst auch deine Rechnung an die deutsche Adresse, so unterliegt der Umsatz der deutschen Umsatzsteuer. Die Weiterberechnung der Reisekosten unterliegt dann auch dem Steuersatz von 19%. Du nimmst also deine Nettoreisekosten (d.h. abzgl. deutscher Vorsteuer) und berechnest 19% USt darauf.

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@MenschMitPlan

Aaaah, spitze, dankeschön!

Ich ziehe dann also für Hotel und Taxi 7% vorher ab und für Flug und Parken 19% und auf diesen Wert schlage ich dann wieder 19% drauf, habe ich das richtig verstanden?

Dankeschön für die Hilfe! (Sternchen ist leider erst nach 24h möglich ;))

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@MenschMitPlan

Auf den Tickets steht zumindest Preis inkl. 19% MwSt.

Sollte das anders sein?

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Du hattest also Ausgaben in Höhe von 535,50 Euro, also stellst Du Deinem Kunden auch 535,50 Euro in Rechnung und zwar zuzüglich deutscher Umsatzsteuer, denn sonst würdest Du ja drauflegen.

Sofern Du einen Vorsteuerabzug aus Deine Ausgaben hattest (was zumindest bei Flug und Hotel gut möglich ist), wäre es allerdings fair, wenn Du die Kosten nicht weiterberechnest. Das könnte Kunden vergraulen.

Wenn Du am Jahresende eine EAR nur brauchst, dann kommt die Berechnung der Reisekosten gar nicht mit rein, denn es sind weder Ausgaben noch Einnahmen bzw. die heben sich ja gegenseitig auf egal wie Du sie berechnest. Wenn mit dem Kunden die Verrechnung vereinbart wurde, dann hat er bestimmt auch gesagt ob er die MWSt. extra ausgewiesen haben möchte. Die MWSt. müßte auf den Rechnungen bzw. Quittungen drauf stehen. Diese richtet sich ja immer nach der Firma (das Land in der die Firma sitzt) die diese Leistung erbracht hat.

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